Jecken lachen über Wettskandal und Hartz IV

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eröffnet am: 08.02.05 08:38 von: bammie Anzahl Beiträge: 1
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8970 Postings, 6090 Tage bammieJecken lachen über Wettskandal und Hartz IV

Millionen Jecken lachen über Wettskandal und Hartz IV

Petrus ist eben doch ein Karnevalsjeck. Zwar war es zum Teil empfindlich kalt, aber vom Himmel strahlte die Sonne, als die Rosenmontagszüge in den rheinischen Jeckenhochburgen starten. Allein in Köln sollen fast 1,5 Millionen Menschen den Weg des Zugs gesäumt haben, Hunderttausende waren es in Mainz und Düsseldorf. Während sich die meisten Züge um 11.11 Uhr auf den Weg machten, hatten es die Kölner besonders eilig. Der Zug in der Domstadt startete bereits um elf Minuten vor 11 Uhr.

Prominenteste Teilnehmerin in Köln war Topmodel Heidi Klum, die mit ihrem Verlobten, dem Popsänger Seal, auf einem Motivwagen mitfuhr und kräftig Kamelle (Bonbons), Strüßjer (Blumensträuße) und Bützjer (Küßchen) verteilte. Ein Streit mit den Veranstaltern des Rosenmontagszuges war vergessen und das Topmodel aus dem nahen Bergisch Gladbach konnte ihre eigenen Fotos auf ihre Homepage stellen. Heidi Klum gehörte zu den rund 10.000 Aktiven, die mit 96 Fest- und Persiflagewagen auf der rund 6,5 Kilometer langen Strecke durch die Domstadt zogen. Unter dem Motto ?Kölle un die Pänz us aller Welt? (Köln und die Kinder aus aller Welt) nahmen die Jecken gleichermaßen lokale Geschehnisse wie die Bundespolitik unter die närrische Lupe.

Knusperhäuschen Kanzleramt

Im Mittelpunkt stand Bundeskanzler Gerhard Schröder. Einmal verhedderte er sich als Spiderman in seinem eigenen Netz. Dann wieder verjagte der Kanzler als Hexe Hänsel und Gretel - alias Edmund Stoiber und Angela Merkel - aus dem Knusperhäuschen Kanzleramt. Bundesfinanzminister Hans Eichel reparierte als Figur notdürftig die leckgeschlagene Arche Eichel, die mit einem letzten Hemd als Segel fuhr.

Den Wettskandal im deutschen Fußball ließen die Narren natürlich nicht unkommentiert. Auf einem Wagen stand Gerhard Mayer-Vorfelder, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), unten ohne da. Das Motto: ?Das ging in die Hose?.

Die schönen neuen Kommunikationszeiten hatten es den Motivwagenbauern ebenfalls angetant. Ein Wagen zeigte ein armes in Lumpen gekleidetes Elternpaar bettelnd auf der Straße sitzen mit dem Satz ?Haben Kind mit Handy?.

Die Merkel macht's

In Mainz begrüßten mehr als eine halbe Million Narren - deutlich mehr als in den Vorjahren - den 104. Rosenmontagszug, der unter dem Motto stand: ?Nullfünfer und die Fassenacht sin wie der Dom fer Meenz gemacht?. Mehr als 9000 Narren zogen durch die Innenstadt. Zahlreiche närrische Garden sorgten mit Musikern, Fußgruppen und Reitern für ein prächtiges Bild. Allein der Traditionsverein Mainzer Ranzengarde war mit mehreren hundert Aktiven unterwegs. Am Gutenbergplatz vor dem Staatstheater wurde die Teilnehmer des Zuges vom rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck begrüßt, der als Schornsteinfeger verkleidet war.

Einige der Motivwagen hatten schon vor dem Rosenmontagszug für Gesprächsstoff gesorgt. Vor allem die Darstellung von des amerikanischen Präsidenten George W. Bush als Uncle Sam mit blankem Hinterteil, auf das eine Figur der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel freudig erregt zueilt, gefiel nicht allen. Die Narren verzichteten auf ihre Anspielung auf die aus ihrer Sicht zu unkritische Haltung Merkels gegenüber der amerikanischen Außenpolitik natürlich nicht.

Es tropft aus dem ?Mullahburger?

Genauso wenig wie die Düsseldorfer Jecken. Präsident Bush zeigen sie, wie er ein Kruzifix zum Maschinengewehr umfunktioniert. Die Drohungen der Vereinigten Staaten gegenüber dem Iran veranlaßten die Jecken, einen ?Mullahburger? zu erfinden - einen gigantischen Hamburger mit amerikanischer Fahne als Verzierung. Als Füllung dienen statt Hackfleisch zwei schwarzgekleidete iranische Geistliche. Links und rechts tropft blutrot der Ketchup.

Nur einige Beispiele aus dem nach eigenen Angaben längsten Rosenmontagszug, den Düsseldorf je gesehen hat. Rund 5500 Jecken, knapp 70 Gesellschafts- und Motivwagen, 40 Kapellen und 260 Pferde bildeten einen närrischen Lindwurm von fünfeinhalb Kilometer Länge. Dieser schlängelte sich durch die Düsseldorfer Altstadt und über die diesmal nicht so feine Königsallee. Das Motto des Rosenmontagszuges: ?Düsseldorf - Bunt wie die Welt?.  

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