Japaner testen Überschall-Flieger

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eröffnet am: 25.08.05 08:32 von: danjelshake Anzahl Beiträge: 1
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Kommt der Nachfolger der Concorde aus Japan? (Foto:AP)
Die Concorde soll einen Nachfolger bekommen. Die japanische Raumfahrtagentur Jaxa will in vier Wochen ein neues Überschallflugzeug testen. Es ist der zweite Anlauf nach einem Crash vor drei Jahren. Wenn das Flugzeug so gut fliegt wie es aussieht, haben die Japaner wenig zu befürchten. Huckepack auf einer Rakete soll das pfeilförmige Gerät auf eine Höhe von 20 Kilometern steigen und dann abgekoppelt werden. Das Experiment, das die japanische Raumfahrtagentur Jaxa zwischen dem 15. September und 15. Oktober über Australien durchführen will, könnte die fernöstlichen Ingenieure auf einen Schlag in die erste Liga des internationalen Flugzeugbaus bringen.

Dieses Mal soll alles klappen
Vorausgesetzt, alles funktioniert. Denn vor drei Jahren hat die Jaxa schon einmal versucht, den Überschalljet fliegen zu lassen. Anstatt sich aber elegant durch die Lüfte zu schwingen, trennte sich das Flugzeug zu früh von der Rakete und bohrte sich in den Wüstenboden. "Wir haben einige Verbesserungen eingeführt, die so etwas jetzt verhindern", betonte Jaxa-Sprecher Takaaki Akuto. "Dies ist ein ziemlich wichtiger Test." Die Rakete soll den Flieger bei einer Höhe von 20 Kilometern und doppelter Schallgeschwindigkeit ausklinken. Die Ingenieure wollen dann Daten über die aerodynamischen Eigenschaften des Flugzeugs sammeln, das nach 15-minütigem Flug an einem Fallschirm zur Erde schweben soll.

Tokio - Los Angeles in vier Stunden
Gelingt das umgerechnet rund 8,2 Milliarden Euro teure Experiment, ist der Weg frei für weitere Versuche mit dem Überschallflieger. Am Ende steht nach Plänen der Jaxa ein Jet, der 300 Passagiere mit bis einer Reisegeschwindigkeit von Mach 2 transportieren kann. Ein Flug von Tokio nach Los Angeles soll so binnen vier Stunden zu schaffen sein. Nicht nur in Japan, auch in Europa werden Luftfahrtmanager den Versuch mit Spannung beobachten. Denn der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS hat erst im Juni mit der Jaxa und verschiedenen japanischen Konzernen die Entwicklung eines Überschalljets vereinbart. Kostenpunkt: rund 4,5 Millionen Euro, verteilt über drei Jahre.

Gleiche Probleme wie Concorde?
Zwar verkündeten die Japaner bereits erfolgreiche Tests mit einem Triebwerk, das den Überschalljet theoretisch bis auf 5,5-fache Schallgeschwindigkeit beschleunigen soll. Doch vor dem Jungfernflug, der für das Jahr 2020 geplant ist, müssen die Ingenieure zunächst recht profane Probleme lösen - wie etwa zu starke Lärmentwicklung und ein zu hoher Treibstoffverbrauch. Diese beiden Schwierigkeiten plagten bereits die Concorde, die seit ihrer Einführung im Jahr 1969 zwar als Krönung der zivilen Luftfahrt galt, aber die enormen Investitionen nie einspielen konnte. Als eine Concorde im Juli 2000 bei Paris abstürzte und alle 109 Insassen in den Tod riss, waren die Tage des teuren Überschalljets gezählt. Im Oktober 2003 wurde die letzte Concorde aus dem Verkehr gezogen.

 

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