Ist da draußen jemand?

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04.10.01 00:50

4428 Postings, 7107 Tage ArbeiterIst da draußen jemand?

Wissen:
Ist da draußen jemand?

Von Hans-Arthur Marsiske, Hamburg

Die Sonde "2001 Mars Odyssey" tritt zum Endspurt an: In genau 20 Tagen, am 24. Oktober, soll sie in eine Umlaufbahn des Roten Planeten eintreten.

Ein Flugroboter im Anflug auf den Mars - das kann düstere Erinnerungen wecken: an "Climate Orbiter" und "Polar Lander" zum Beispiel, die 1999 kurz hintereinander beim Roten Planeten verloren gingen. Oder auch an "Viking" 1 und 2, die ersten Raumsonden, die weich auf einem anderen Planeten landeten. Vor 25 Jahren setzten sie kurz nacheinander auf der Marsoberfläche auf, um nach Spuren von Leben zu suchen. Sie fanden nichts.

Damals lösten sich alle Hoffnungen, im Weltraum auf andere Lebensformen zu treffen, in Luft auf. Das Universum erschien als öde Wüste, mit der Erde als womöglich einziger Oase. Jetzt blicken die Astronomen erneut gespannt gen Mars. Denn mittlerweile mehren sich die Anzeichen, dass es in den Weiten des Weltalls Leben geben könnte.

"Ich bin fest davon überzeugt, dass intelligentes Leben im Universum weit verbreitet ist", sagt Chandra Wickramasinghe von der Cardiff University of Wales. "Vor etwa 20 Jahren war das noch reine Spekulation. Inzwischen haben sich aber die Hinweise verdichtet, dass Leben in Form von Mikroorganismen praktisch überall in unserer Galaxis existiert."

Wickramasinghe ist mit dieser Ansicht nicht allein. "Es hat eine Revolution in unserem Verständnis davon gegeben, unter welchen Bedingungen Leben existieren kann", bestätigt Peter Ward von der University of Washington in Seattle. "Wir haben viele neue Erkenntnisse über Extremophile gewonnen - über Organismen, die in extremen, eigentlich lebensfeindlichen Umgebungen existieren." Es gebe gute Gründe, auf dem Mars oder dem Jupitermond Europa nach Leben zu suchen.

Aufschlussreiches Wasser



Wasser gilt als eine entscheidende Voraussetzung für Leben. Doch die Bedingungen, auf den anderen Himmelskörpern im Sonnensystem schienen lange Zeit so, dass es dort kein Wasser geben könnte: Es war zu kalt oder zu heiß - und auch die Druckverhältnisse stimmten nicht.

Doch dann entdeckten Wissenschaftler im vergangenen Jahr auf dem Mars Landschaftsformationen, die durch fließendes Wasser geformt worden sein könnten. Die Bilder lieferte ihnen die Marssonde "Global Surveyor", die den Roten Planeten seit September 1997 umkreist.

Der direkte Nachweis flüssigen Wassers steht noch aus, doch die Hoffnungen der Forscher wurden durch diese Entdeckungen sehr beflügelt. So zählt die Suche nach Wasser auch zu den wichtigsten Aufgaben der Sonde "2001 Mars Odyssey". Mit ihren Sensoren kann sie Wasser auch unter der Oberfläche aufspüren. Viele weitere Sonden sollen nach den Vorstellungen der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa in den nächsten Jahren folgen.

Der Mars ist nicht der einzige Kandidat für Leben im All. Auch unter den eisigen Oberflächen der Jupitermonde Europa, Ganymed und Callisto vermuten Forscher salzhaltige Ozeane. Dies gilt jedenfalls derzeit als die plausibelste Erklärung für Unregelmäßigkeiten in den Magnetfeldern dieser Himmelskörper.

Gegenüber dem Mars haben die Jupitermonde den Vorteil, dass sie noch mehr Spielraum für die Fantasie der Forscher bieten. "Ich zweifle nicht daran, dass wir unter der Eisoberfläche Europas einen Ozean entdecken werden, der womöglich nicht nur Mikroben, sondern auch komplexere Lebensformen beherbergt", sagt Wickramasinghe. Im Zentrum seiner eigenen Studien stehen jedoch Kometen: "Es gibt immer mehr Hinweise, dass es dort mikroskopische Lebensformen gibt." Vor etwa vier Milliarden Jahren hätten Einschläge von Kometen das Leben auf die Erde gebracht.

Nicht alle Kollegen mögen Wickramasinghe folgen. Es gibt auch das Szenario, dass das Leben auf der Erde selbst entstanden ist und Kometen nur die dafür nötigen organischen Rohstoffe hierher gebracht haben.

Selbst der im Verhältnis zur Erde relativ große Mond könnte für die Entwicklung des irdischen Lebens grundlegende Bedeutung gehabt haben. Ohne ihn wäre die Stellung der Erdachse größeren Schwankungen unterworfen gewesen. Das hätte chaotische Klimaverhältnisse zur Folge gehabt, die die Entstehung komplexen Lebens möglicherweise verhindert hätten.

In einem anderem Punkt sind sich Astronomen mittlerweile einig: Es gibt andere Planetensysteme. Seit Mitte der 90er Jahre die ersten extrasolaren Planeten entdeckt wurden, ist ihre Zahl auf mehr als 60 gestiegen. Dabei handelt es sich zwar noch um lebensfeindliche Riesenplaneten. Die Entdeckung erdähnlicher Planeten in anderen Sternsystemen dürfte aber nur eine Frage der Zeit sein.

Auf der Grundlage der bisherigen Erkenntnisse haben Forscher am Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung versucht, die Zahl der "Gaias" in unserer Milchstraße abzuschätzen - sie kamen auf 2,4 Millionen. "Wir definieren Gaia als Planeten mit einer global agierenden Biosphäre", sagt Teamleiter Siegfried Franck. "Nach unserem Modell würde diese Biosphäre mit den anderen Komponenten des Planeten über Fotosynthese, also die Umwandlung von Licht in chemische Energie, in Wechselwirkung stehen."

Es sei durchaus möglich, dass wir auf dem Mars fossile Lebensspuren finden, sagt Franck. "Aber für noch hoffnungsvoller halte ich Raumfahrtprojekte wie "Darwin" oder "Terrestrial Planet Finder", die im nächsten Jahrzehnt die Atmosphären extrasolarer Planeten auf chemische Ungleichgewichte untersuchen sollen." Solche Ungleichgewichte wären ein deutliches Zeichen für Leben.


quelle ftd

Arbeiter


 

04.10.01 00:55

59073 Postings, 7196 Tage zombi17Ist noch Jemand hier drinnen ? o.T.

04.10.01 00:56

9161 Postings, 7599 Tage hjw2Ist halt viel Phantasie im Spiel... o.T.

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