Internet 2001: Boom- und Seuchenjahr zugleich

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eröffnet am: 25.12.01 20:31 von: zit1 Anzahl Beiträge: 1
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3574 Postings, 7279 Tage zit1Internet 2001: Boom- und Seuchenjahr zugleich

2001 war abermals ein Boom-Jahr für die Internet-Branche. Das hört sich seltsam an, wenn man die katastrophale Börsenperformance vieler Titel des Sektors betrachtet. Doch die Zahl der Internet-Nutzer ist weltweit auf dem Weg nach oben und die Bereitschaft online einzukaufen offenbar auch. Woran es hapert, ist, aus diesen Trends die entsprechenden Gewinne zu erzielen. Das führte weltweit zu einer Ausdehnung des so genannten Dotcom-Sterbens, das schon 2000 grassiert hat. Vor allem die Finanzierung durch Online-Werbung, die bei Einführung gnadenlos überschätzt wurde, brach fast völlig zusammen. Gemeinsam mit den Preisen für Werbung allgemein fiel auch die Bereitschaft, für Banner, Popups und ähnliche Werbeformen zu zahlen, ins Bodenlose. Und zu viele Unternehmen wollten sich ein Stück von diesem zu kleinen Kuchen abschneiden. Mit der Feststellung, dass die Werbeeinnahmen in der erhofften Höhe ausbleiben, erfolgt die Reduzierung der entsprechenden Kapazitäten, d.h. Restrukturierungen und Entlassungen. Dieser schmerzhafte Prozess scheint allerdings zum Ende des Jahres vorläufig zum Stillstand gekommen zu sein.

Nun ist die Branche auf der Suche nach neuen Strategien. Zwei Ansätze sollen in Zukunft den Erfolg bringen. Zum einen soll die Interaktivität des jüngsten Mediums stärker ausgeschöpft werden. Personen gebundene Emails zum Beispiel, die direkt beantwortet werden können, oder die Verbindung von Online-Kampagnen mit Werbung in Printmedien sowie Fernsehen und Hörfunk. Das bietet sich vor allem für Online-Angebote an, hinter denen Verlags- bzw. Medienhäuser stehen, wie etwa bild.de oder Tomorrow Focus. Auf der anderen Seite setzt der Sektor verstärkt auf kostenpflichtige Dienste, um an Geld zu kommen. Die sollen verstärkt im kommenden Jahr anlaufen. Mit dabei zum Beispiel der deutsche Branchen-Riese T-Online, aber auch der amerikanische Internet-Vorreiter Yahoo, der unter anderem einen Musikdienst ausprobiert. Und das liefert das Stichwort auch für die Zukunft des Internets. Es läuft immer noch fiel nach dem Trial and Error-Verfahren. Erst einmal ausprobieren, ob die Kunden das Angebot annehmen. Ein Bereich hat dabei seinen Wert schon bewiesen: Die Erotik. Sowohl T-Online als auch Freenet haben dieses Feld für sich entdeckt. Wichtiger dürfte in Zukunft aber wohl der Bereich Mobil-Services werden, ein Trend, auf den viele Unternehmen der Branche setzen. Dass viele, gerade kleinere Unternehmen im E-Commerce gescheitert sind, hat vor allem zur Folge, dass neben den Branchen-Giganten wie Amazon oder Ebay vor allem die klassischen Firmen der bereits tot gesagten Old Economy dominieren. Multi-Channel heißt das Zauberwort. Neben dem Einsatz des World-Wide-Web als weiteren Vertriebskanal spricht einiges dafür, dass das Internet seine Zukunft unter anderem innerhalb großer Unternehmen bei der Organisation interner Abläufe finden wird. Das verhieße trotz der Pleiten von beispielsweise Kabel New Media oder Popnet Multimedia-Agenturen wieder steigende Umsätze. Die Lehre der ganzen Geschichte mag lauten: Das Geschäftsmodell muss stimmen, Gewinne und finanzielle Stabilität gehen vor Wachstum um jeden Preis ? dann klappt?s auch mit dem Internet.
 

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