Initiatoren locken Anleger an exotische Standorte

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eröffnet am: 26.12.06 07:34 von: utimacoSecu. Anzahl Beiträge: 1
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1094 Postings, 7276 Tage utimacoSecuritieInitiatoren locken Anleger an exotische Standorte

Initiatoren locken Anleger an exotische Standorte

von Markus Gotzi

Überhitzte europäische Märkte weisen zu geringe Renditen auf. Indien und China bieten derzeit gute Investmentchancen. Außerdem sind die Türkei und die baltischen Länder zunehmend interessant.

Weiter weg geht es nicht mehr. In Melbourne finanzieren Anleger des "Australien-Fonds 1" von Sachsenfonds eine Büro- und Einzelhandelsimmobilie. Hauptmieter KPMG nutzt rund zwei Drittel der Fläche, weitere Mieter sind Gucci, Zegna und Max Mara. Zeichner bekommen Ausschüttungen von anfänglich sechs Prozent. Ein Ertrag, mit dem sich Anleger weltweit zufrieden geben müssen.

"Die Zeiten der Achtprozenter sind vorbei", sagt Sachsenfonds-Chef Hans Heinrichs. Ausschüttungen in dieser Höhe bekamen Zeichner des ersten Prag-Fonds noch vor drei Jahren. Nun haben sie mehrheitlich über einen Verkauf der Immobilie entschieden: mit einem Gewinn von 58 Prozent.

Verkäufer haben derzeit die besseren Karten. Die Nachfrage internationaler Großinvestoren hält trotz gestiegener Zinsen an. Die Preise klettern, die Renditen sinken. In London zum Beispiel kosten Bürogebäude in Bestlage mehr als 25 Jahresmieten - eine Rendite von unter vier Prozent. Kein Wunder, dass private Kapitalanleger offen sind für andere, exotischere Investitionsstandorte.

Chancen schnell nutzen

Das Hamburger Emissionshaus HCI will seinen Kunden Anfang kommenden Jahres einen Dachfonds anbieten, der weltweit Immobilien finanziert. Partner des Blind-Pools wird die US-Firma Townsend sein, in Amerika ein anerkanntes Beratungsunternehmen. Schwerpunkt des neuen Dachfonds ist Asien.

Auch offene Fonds haben Fernost im Blick. Der "Morgan Stanley P 2 Value" etwa hat kürzlich sein zweites Objekt in Japan gekauft. "Eine vom größten Babyausstatter des Landes gemietete Einzelhandelsimmobilie in Fukuoka", berichtet Geschäftsführer Walter Klug. Wenige Wochen zuvor hat der Fonds bereits ein Fachmarktzentrum bei Osaka erworben.

Von Schleuderpreisen kann aber auch in Asien nicht die Rede sein. Die Objektrendite liegt bei rund fünf Prozent. Strategie ist es vielmehr, auf steigende Mieten und Preiserhöhungen zu setzen. "Japan hat noch enormes Aufholpotenzial", sagt Klug.

Große Chancen sehen Immobilienexperten auch in Indien. "Mittelfristig wird der Subkontinent rentabler sein als China", sagt beispielsweise Christian Schmidt, Leiter des Bereichs Internationales Steuerrecht bei Rödl & Partner. Vorteile sind das dem angelsächsischen ähnliche Rechtssystem - und vor allem die Sprache. "Ein neues Programm von Microsoft zum Beispiel muss nicht aufwendig ins Chinesische übersetzt werden", sagt Schmidt.

Risikobereite Anleger dürfen nicht mehr allzu lange warten, sonst sind die Gelegenheiten verpufft. Bereits jetzt haben die rasant wachsende Volkswirtschaft, der Börsenboom und die enorme Zunahme ausländischer Investitionen nach der teilweisen Öffnung der Märkte im Februar 2005 die Preise um 20 bis 30 Prozent in die Höhe getrieben.

Moskau immer noch ein Thema

In den Städten Bombay, Neu-Delhi, Bangalore und Haiderabad haben sie sich sogar verdoppelt. Indische Immobilienunternehmen gaben sich auf der Expo Real in München weiterhin optimistisch. Sie rechnen damit, dass sich das Volumen des Immobilienmarktes in ihrem Land bis 2015 verdreifacht.

"Großes Interesse haben Initiatoren außerdem an der Türkei", sagt Steuerberater Schmidt. Problematisch sind dort jedoch die vergleichsweise hohen Steuersätze. Aus genau diesem Grund sei es auch in Nordeuropa sehr ruhig geworden. "Schweden, Finnland, Norwegen und Dänemark sind aus dem Blickwinkel der Immobilieninvestoren geraten", sagt Schmidt. Informationsbedarf gebe es statt dessen für die baltischen Länder: Lettland, Estland und Litauen.

Auch Moskau sei noch immer ein Riesenthema: ein Markt mit Renditen knapp im zweistelligen Bereich und den entsprechenden Risiken. Doch nicht nur die Korruption schreckt internationale Investoren ab.

"Die Vermögensteuer in Moskau führt zu Abgabesätzen bis zu 55 Prozent", berichtet Schmidt. Zwar hoffen die Investoren darauf, dass Präsident Wladimir Putin die Vermögensteuer abschafft, um ausländisches Kapital ins Land zu holen. Doch diese Diskussion hält bereits seit Jahren an.

Gruß

uS  

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