Inflationssorgen ...

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eröffnet am: 02.03.06 07:22 von: moya Anzahl Beiträge: 1
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887558 Postings, 6080 Tage moyaInflationssorgen ...

Inflationssorgen ...

von Martin Weiss

Langsam aber sicher nähern sich die deutschen Standardwerte der psychologisch wichtigen Marke von 6000 Punkten. Und es ist gewiss kein Ding der Unmöglichkeit, dass diese Hürde noch im Verlauf des ersten Quartals genommen wird.

Seltsamerweise fällt aber ebenfalls auf, dass angesichts dieser fulminanten Rallye immer mehr Investoren "kalte Füße" bekommen. Einer jüngsten Erhebung zufolge nimmt die Zahl der Bären gerade unter den aktiven Anlegern immer mehr zu. Mittlerweile ist es schon so weit, dass es mehr Pessimisten als Optimisten gibt.

Rein antizyklisch betrachtet deutet diese Entwicklung schon darauf hin, dass der gegenwärtig-bullische Trend am Aktienmarkt schon noch eine gewisse Zeit anhalten kann. Denn diejenigen, die auf fallende Kurse setzen, könnten regelrecht in den Markt hinein gezwungen werden.

Zudem könnte es auch so sein, dass immer mehr Privatanleger durch optimistisch stimmende Meldungen in den Medien angelockt (ifo Geschäftsklimaindex auf einem 15-Jahreshoch) Gelder in den Aktienmarkt "verfrachten" und so zumindest kurzfristig den Markt weiter anheizen.

Andererseits regt die strukturelle Großwetterlage mehr denn je zur Nachdenklichkeit an. Zwar steigen momentan noch die Aktienkurse, andererseits kommen sowohl Staat als auch der Großteil der Bevölkerung immer stärker in akute Finanznöte.

So sind die Schulden der deutschen öffentlichen Haushalte im vergangenen Jahr erneut um fast vier Prozent gestiegen. Offen ausgewiesen ist der deutsche Staat zum Jahresende 2005 mit knapp 1,45 BILLIONEN Euro verschuldet. Die tatsächliche Schuldenlast dürfte mangels ausgewiesener Lasten hinsichtlich Beamtenversorgung bzw.

Sozialsysteme um ein Vielfaches höher sein.

Des weiteren sinkt der Lebensstandard breiter Bevölkerungsschichten immer deutlicher ab. Einer jüngsten Veröffentlichung zufolge hat im vergangenen Jahr mehr als jeder vierte Deutsche monatlich weniger als 100 Euro frei verfügbares Netto-Einkommen gehabt. Gleichzeitig ist es aber so, dass im Hinblick auf überlebensnotwendige Güter und Dienstleistungen sich die Preisspirale immer weiter nach oben dreht.

Und ein Ende ist kaum abzusehen, zumal sich die gewaltigen Rohstoffpreisanstiege zum Teil erst jetzt in die einzelnen Produktpreise hineinfressen. Große Konsumgüter- bzw.

Lebensmittelfabrikanten wie Henkel bzw. Nestle haben ja erst in der letzten Woche Preiserhöhungen angekündigt. Und auch von den Importpreisen kommt keinerlei Entwarnung, im Januar diesen Jahres lagen diese um fast sieben (!!!) Prozent höher als im Vorjahr.

Besserung ist auch nicht in Sicht, eher das Gegenteil dürfte der Fall sein. Denn angesichts zunehmender geopolitischer Unsicherheit dürfte der Ölpreis auch in diesem Jahr eher nur temporär zur Schwäche neigen.

Gegenwärtig konnte sich der Preis für das schwarze Gold wieder deutlich über 60 Dollar etablieren. Und, sollte es zu weiteren Spannungen bzw. Anschlägen kommen, dürften wir noch heuer neue All-Time-Highs sehen.

Wie dem auch immer sein mag, auch der Preis für das gelbe Edelmetall konnte gerade zum Wochenschluss hin wieder deutlich zulegen. Der Goldpreis ging am Freitag nur knapp unter der Marke von 560 Dollar aus dem Handel. Auch in der europäischen Gemeinschaftswährung tendierte Gold fester, eine Feinunze Gold kostete mehr als 470 Euro.

Augenblicklich scheint es fast so zu sein, als ob der Goldpreis nach unten hin gut unterstützt ist. Ob die Konsolidierungsphase aber damit schon beendet ist, bleibt ebenfalls fraglich. Denn es wäre auch sehr gut vorstellbar, dass Gold zunächst in der Handelsspanne zwischen 535 und 573 Dollar seitwärts tendiert.

Gruß Moya

 

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