Infineon verschenkt Werk

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Infineon will Stammwerk verschenken



Von der Schließung bedroht: Infineon-Stammwerk in München-Perlach (Foto: dpa)  
Der Münchner Chipkonzern Infineon Technologies AG erwägt, sein von der Schließung bedrohtes Stammwerk in München-Perlach an den Erfurter Halbleiterproduzenten X-Fab zu verschenken. Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" verhandeln beide Unternehmen außerdem über eine Zuzahlung von Infineon an X-Fab und längere Arbeitszeiten für die Belegschaft. Die Zuzahlung könnte sich auf einen hohen zweistelligen Millionenbetrag belaufen, heißt es. Im Gegenzug fordert Infineon von X-Fab, die Mehrheit der derzeit rund 800 Arbeitsplätze in dem Münchner Werk zu erhalten.
22 Prozent Umsatzwachstum bei X-Fab
X-Fab hat das Interesse an der Infineon-Fabrik bestätigt. "Wir verhandeln mit Infineon über das Werk", sagte Finanzvorstand Chris Förster auf Anfrage. Zu Details der Gespräche wollte er sich nicht äußern. X-Fab mit 1.200 Beschäftigten ist kein Massenhersteller, sondern auf die Fertigung von analog-digitalen Schaltkreisen im Auftrag von Industriekunden spezialisiert. "Wir wachsen schneller als der Markt", sagte Förster. Nach einem kräftigen Umsatzzuwachs im vergangen Jahr und 22 Prozent in den ersten drei Monaten dieses Jahres gehen Fachleute davon aus, dass X-Fab auf der Suche nach zusätzlichen Fertigungskapazitäten ist. München-Perlach passe vom Produktionsprofil, hieß es in Erfurt.




Drei Produktionsstätten
Bisher unterhält die X-Fab Semiconductor Foundries AG insgesamt drei Produktionsstätten in Erfurt, den USA und Großbritannien mit einer Kapazität von monatlich insgesamt 28.000 Siliziumscheiben (Wafern). Die Schaltkreise werden unter anderem in der Automobilindustrie, Kommunikations- oder Medizintechnik eingesetzt.

FTD: Ausgang vollkommen offen
Die "Financial Times Deutschland" hatte zuvor berichtet, derzeit sei "vollkommen offen", ob es zu der Übernahme durch X-Fab kommt. Ein Infineon-Sprecher hatte nur bestätigt, dass es einen potenziellen Interessenten für das Werk gibt. X-Fab verbuchte im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von 142,4 Millionen Euro einen Nettogewinn von 6,7 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote wurde mit 71,5 Prozent angegeben. Mehrheitsgesellschafter des Halbleiterherstellers ist seit 1999 die belgische Beteiligungsgesellschaft ELEX N.V.

Infineon-Umsatz bricht ein
Der jüngst durch eine Schmiergeldaffäre in die Schlagzeilen geratene Infineon-Konzern hat seinen Verlust im dritten Quartal verdoppelt. Probleme macht dem Konzern vor allem der Preisdruck bei Speicherchips. Der Umsatz in der Speicherchipsparte brach im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro ein.

Gruß RG

 

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