Immer mehr deutsche Millionäre

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neuester Beitrag: 06.12.06 11:26
eröffnet am: 06.12.06 10:54 von: utimacoSecu. Anzahl Beiträge: 5
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06.12.06 10:54
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1093 Postings, 7038 Tage utimacoSecuritieImmer mehr deutsche Millionäre


von Friederike von Tiesenhausen (Berlin)

In keinem anderen großen Industrieland wird die Zahl der Vermögensmillionäre in den kommenden zehn Jahren so stark ansteigen wie in Deutschland. Das prognostiziert eine aktuelle Studie der britischen Bank Barclays und des Londoner Instituts Economist Intelligence Unit (EIU).

Danach wird die Zahl der Haushalte mit einem reinen Finanzvermögen von mehr als 1 Mio. $ in Deutschland von derzeit 285.000 bis zum Jahre 2016 auf 1,02 Millionen Haushalte ansteigen. Das bedeutet einen Zuwachs um 257 Prozent, mehr als in jeder anderen führenden Industrienation.

Die Vorhersage schürt die Debatte um wachsende soziale Unterschiede hierzulande. Ein Grund für den prognostizierten rapiden Anstieg an Dollar-Millionären in Deutschland ist die bisher recht ausgeglichene Verteilung von Vermögen. Andere Staaten mit wesentlich weniger Einwohnern wie Italien und Großbritannien haben bereits jetzt mehr Superreiche als Deutschland. Die Studie geht jedoch davon aus, dass sich diese Ausgewogenheit in den kommenden zehn Jahren nicht halten lässt und sich die Vermögensverteilung in Deutschland internationalen Verhältnissen anpassen wird.
Deutsche Wirtschaft ohne Glanz

Allerdings soll wegen des schwachen deutschen Immobilienmarkts der Anteil der Superreichen mit einem Gesamtvermögen - Finanzvermögen plus Immobilien - von mehr als 3 Mio. $ weiterhin sehr gering bleiben. 2016 sollen laut der Studie 2,6 Prozent der deutschen Haushalte über ein Gesamtvermögen von mehr als 3 Mio. $ verfügen. Heute sind es 0,8 Prozent. Im Vergleich der G7-Staaten wäre das zwar ein starker Anstieg, insgesamt bliebe der Anteil der Superreichen aber nur in Kanada niedriger.

Den höchsten Anteil an Superreichen sehen Barclays und EIU im Jahr 2016 in den USA mit 4,5 Prozent aller Haushalte. Das durchschnittliche Gesamtvermögen pro Haushalt soll dort in den nächsten zehn Jahren auf 893.000 $ steigen. In Deutschland soll der rechnerische Durchschnittswert pro Haushalt in zehn Jahren bei 492.000 $ liegen.

Nach Ansicht der Autoren wird auch die deutsche Wirtschaft nicht glänzen. Im internationalen Vergleich der Wirtschaftsstandorte platzieren Barclays und EIU Deutschland für die nächsten Jahre auf den 14. Rang - hinter den USA auf Platz fünf und Großbritannien auf Platz sieben.

Insgesamt geht die Studie davon aus, dass die Industrienationen weiter mehr Reiche hervorbringen als die Schwellenländer China, Russland, Indien und Brasilien. Auch wenn Superreiche wie der indische Stahlmagnat Lakshmi Mittal und russische Oligarchen wie der in London lebende Roman Abramowitsch in Europa für Schlagzeilen sorgen, halten die Autoren der Studie die "Bedeutung von Schwellenländern als Brutstätte für zukünftige Millionäre für übertrieben". Zumindestens in den nächsten zehn Jahren soll der Großteil der neuen Millionäre weiter aus den Industrieländern kommen.

Gruß

uS  

06.12.06 11:01

1188 Postings, 7448 Tage vanessaxWenn der Dollar

weiter so abrauscht, ist es klar, dass immer mehr Menschen zu $-Millionären werden, bei uns aber in die Sozialhilfe rutschen ;-)

vani  

06.12.06 11:09
1

12226 Postings, 6336 Tage GeselleIch spiele auch regelmäßig Glückspirale

Vielleicht bin ich dann auch mal bei den Millionären mit dabei ;-)

Beste Grüße vom Gesellen    

 

06.12.06 11:10

8758 Postings, 5276 Tage DSM2005Jep die Gameshows sind an den Millionären Schuld

Wir machen Jobs die wir nicht wollen, kaufen Dinge die wir nicht
brauchen, von Geld das wir nicht haben um Leute zu beeindrucken, die wir
nicht mögen.............

 

06.12.06 11:26

24273 Postings, 7391 Tage 007BondArmutsbericht ist Armutszeugnis

Artikel aus der Online-Ausgabe der Financial Times Deutschland vom 06.12.2006:

Armutsbericht ist Armutszeugnis

Einen direkten Zusammenhang zwischen Bildung und Armut ziehen die Kommentatoren der deutschen Zeitungen. Um aus diesem Teufelskreis auszubrechen, seien neue Ansätze der Politik gefordert. Sozialtransfers zielten oft ins Leere.

"Hessische/Niedersächsische Allgemeine" (Kassel):

"Mitten hinein in die Debatte, wie die Arbeitnehmer am besten an den sprudelnden Unternehmensgewinnen und der boomende Konjunktur beteiligt werden können, platzt nun diese Nachricht: Zehn Millionen Deutsche leben an und unter der Armutsgrenze, darunter 1,7 Millionen Kinder. Besonders gefährdet: die Gruppe der Arbeitslosen. In unserer reichen Gesellschaft, die vielen keine Arbeit gibt, droht ein Verteilungskampf, den diejenigen unter sich ausmachen, die Geld verdienen. Das ist unsozial und beschämend. Und zudem dumm, wenn man an all die Kinder denkt, deren Zukunft schon fast vorbei ist, bevor sie anfängt. Und von denen wir jedes Einzelne brauchen werden, um auch 2020 als Sozialstaat noch einigermaßen zu funktionieren."

"Allgemeine Zeitung" (Mainz):

"In Deutschland sind Millionen Menschen von Armut bedroht. Verhungern muss zwar niemand. Doch es ist schon schlimm genug, wenn sich Menschen beispielsweise den Arztbesuch verkneifen müssen, weil für die Praxisgebühr kein Geld da ist. Das kann man getrost als Armut bezeichnen. Die große Sorge vieler Bürger ist auch weit weniger der Abstieg in Obdachlosigkeit und Hunger. Es ist die Furcht abgehängt, ausgesondert, chancen- und perspektivlos zu werden. Wie viel Ungleichheit darf es geben, welche Verantwortung trägt der Staat für gerechte Rahmenbedingungen? Angesichts millionenfacher prekärer Lebenssituationen wurde hier offenkundig viel versäumt."

"Stuttgarter Zeitung":

"Die Sicherungssysteme funktionieren nach wie vor. Diese Feststellung ist gerade in Zeiten, in denen viel über neue soziale Leistungen diskutiert wird, nützlich. Im internationalen Vergleich steht Deutschland mit seinen Sozialtransfers an der Spitze. Die Ergebnisse nähren dennoch Zweifel, ob damit immer die gewünschten Ergebnisse erzielt werden. Das zeigt sich beim Zusammenhang von Bildung und drohender Armut. Die beste Versicherung gegen ein Abrutschen sind Schul- und Berufsausbildung. Auch das ist kein neuer Befund. Dennoch verlassen in Deutschland noch immer zehn Prozent eines Jahrgangs die Schule ohne Abschluss. Die Gesellschaft benötigt keine neuen Statistiken, um auf diesem Feld umzusteuern. Die Statistiken können aber aufdecken, wie viel es gerade in der Bildung noch zu tun gibt."

"Lausitzer Rundschau" (Cottbus):

"Dann ist da die Feststellung, dass viele Menschen nicht genug zum Leben haben, obwohl sie arbeiten - vor allem übrigens im Osten. Jeder fünfzehnte Vollzeitbeschäftigte in den neuen Ländern zählt inzwischen dazu. Das ist nach immerhin acht Jahren SPD-Regierung eine Schande für die Sozialdemokratie und die Gewerkschaften. Bei den Billiglohngruppen besteht tatsächlich dringender Handlungsbedarf. Die Leistung wird also nur bei manchen, nicht aber bei allen honoriert. Die Verantwortung für die nächste Generation, die notfalls auch ein Elternteil allein trägt, ist der Gesellschaft offenkundig ebenfalls wenig wert. So gesehen ist der Bericht über die Armut in unserem doch insgesamt so reichen Land nichts anderes als ein Armutszeugnis."

"Mitteldeutsche Zeitung" (Halle):

"Eine Datensammlung, wie sie das Statistische Bundesamt vorgelegt hat, erzählt über Armut wenig. Wenn etwa in Folge des Aufschwungs bald viele Menschen mehr verdienen, steigt die Einkommenshöhe, unterhalb derer Armut definiert ist. So wird die Statistik für 2006/07 trotz breiter Wohlstandsmehrung höhere Armutsrisiken ausweisen. Statistik ist auch ein Stück weit lebensfern. Der 22- jährige Schulabbrecher fällt in die selbe Armutskategorie wie der malochende Geringverdiener. Die Frage ist daher nicht: Wie hoch ist das Einkommens eines Menschen? Sondern: Was tut er dafür, seine Lebenssituation zu verbessern, und welche Chancen hierzu findet er tatsächlich vor? Darüber gibt es keine Statistik."

"Nürnberger Nachrichten":

"Obwohl es um Armut geht, belegen die Zahlen aus Wiesbaden vor allem eins: Deutschland ist, allen wirtschaftlichen und sozialen Problemen zum Trotz, ein sehr wohlhabendes Land, in dem im Vergleich mit den anderen Ländern der Europäischen Union recht wenige Menschen am Rande des Existenzminimums leben. Und in den Bereichen, in denen es Probleme gibt, mangelt es nicht unbedingt an Geld, sondern hauptsächlich an intelligenten und mutigen Lösungen. Musterbeispiel ist der Zusammenhang zwischen fehlender Bildung, schlechten Chancen auf dem Arbeitsmarkt und, in der Konsequenz, geringem Einkommen: Das ist so lange bekannt, dass es zur Binsenweisheit geworden ist. Trotzdem braucht es nach den desaströsen Ergebnissen der Pisa-Studie fünf lange Jahre, bis in den Schulen allmählich eine Wende zum Besseren zu sehen ist."

"Dresdner Neueste Nachrichten":

"Mit den neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes verhält es sich wie mit dem aktuellen Wetter: Beide passen nicht in die Zeit. Die frostigen Ergebnisse der Statistiker stehen im Gegensatz zu der sich aufhellenden Konjunktur. Obwohl Unternehmen Rekordgewinne verbuchen, das wirtschaftliche Wachstum für mehr Jobs sorgt, sind über zehn Millionen Bürger in Deutschland von Armut bedroht - im Osten mehr als im Westen. Das ist ein Skandal. Es bleibt auch ein Skandal, wenn man in Betracht zieht, dass 1,2 Milliarden Menschen weltweit täglich nur einen Dollar zur Verfügung haben. Denn Deutschland versteht sich als eine führende Wirtschaftsmacht."

"Südkurier (Konstanz)":

"Zu den Schwächsten gehören Alleinerziehende, Arbeitslose und Menschen ohne Schulabschluss. Und genau dort beginnt der Teufelskreis, der die Zahlen des Statistischen Bundesamtes wie von vorgestern erscheinen lässt. Wer nichts gelernt hat, findet keine Arbeit. Wer Arbeit hat und sie verliert, ist seit Hartz IV dem Armsein ganz nah. Alleinerziehende ziehen ihre Kinder mit in die Armut, die den Weg abwärts fort führen, weil sie am untersten Rand des Bildungssystems hängen bleiben. 1,7 Millionen Kinder sind heute schon arm oder von Armut bedroht. Deutschland muss mehr in ihre Bildung investieren und die Arbeitslosigkeit in den Griff bekommen. Sonst wird es sich bald weiter unten in der Armutsskala wieder finden."
 

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