Ihr seids fei dantschig!

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eröffnet am: 24.11.04 10:19 von: MD11 Anzahl Beiträge: 1
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24.11.04 10:19

4020 Postings, 6024 Tage MD11Ihr seids fei dantschig!

Gefunden: das liebste bayerische Wort


Das war fei ne ganz schöne Arbeit: Fast 10 000 Einsendungen ? und nur vier Gewinner. Doch die Jury hat bei der Suche nach dem ?liebsten Wort der Bayern? fei guat gearbeitet. Schauspielerin Monika Baumgartner, Dialektforscher Prof. Ludwig Zehetner und ihre vier Mitstreiter haben am Ende der mehrwöchigen Aktion des Bayerischen Rundfunks  die Wörter fei für Gesamtbayern, dantschig für Altbayern, Gnärzla für Franken und schdriala für Schwaben/ Allgäu als Sieger gekürt.

Die Übersetzungen, die genauen Erklärungen und wer sie eingesendet hat, lesen Sie unten. Dass fei im ganzen Frei-staat vorne liegt, war fei logisch. ?Das ist eines der ganz wenigen Wörter, das alle Bayern verbindet?, sagt Tassilo Forchheimer vom BR. ?Ohne fei kommt keine der drei Dialekt-Gruppen aus.? Fei sei nahezu genial. Das bei einigen Altbayern unbekannte dantschig zu küren, war da schon ein bisserl gewagter. Es gehe aber quer durch alle Generationen, beinhalte eine gewisse Portion Naivität und sei mehrfach eingereicht worden.

Sieger Gesamtbayern: Der Partikel ?fei ? verändert die Bedeutung einer Aussage. Er wirkt verstärkend, auffordernd: Des moust dir fei guat merkn! Do moust fei aufpassn!Oder auch abschwächend: Des wor fei niat so gmoant! Die vielen verschiedenen feinen Nuancen in der Bedeutung,die der kleine Zusatz ?fei ? bewirkt, und dessen Unübersetzbarkeit sind ein gutes Beispiel für die Farbigkeit des als grobschlächtig verkannten Bayerischen.

Sieger Altbayern: dantschig, ein liebreizendes Mädchen. Wird verwendet für eher gut aussehende Mädchen und jüngere Frauen mit freundlicher Ausstrahlung.Der Ausdruck fasst alle positiven Eigenschaften (alt-)bayerischer Mädchen und (jüngerer)Frauen zusammen, nämlich ihre innere und äußere Schönheit,ihr Lächeln,ihren Humor und ihren scharfen Verstand.


Sieger Franken: Gnärzla, der Anschnitt von einem Laib Brot. Das Wort ist zugleich lautmalerisch und Appetit anregend.Es vermittelt ein Vorgefühl des Genusses, in ein rösches,gut durchgebackenes Anfangs-oder Endstück eines mit Butter bestrichenen oder auch trockenen Bauernbrotes hineinzubeißen und es zu kauen.


Sieger Schwaben/Allgäu: schdriala, herumsuchen, durchwühlen. Eines der wenigen Wörter,die ich aus meiner schwäbischen Vatersprache in meine oberbayerische Gegenwart gerettet habe, beliebt/benützt in der ganzen Familie, sogar in der nächsten Generation, die die schwäbische Herkunft der Mutter nur aus Erzählungen kennt.Wer in meinen Schubladen oder in meiner Handtasche rumschdrialt,der wühlt in meinen Sachen und tut das hinter meinem Rücken und ohne dass ich es weiß, er/sie/es ist auf der Suche nach irgendetwas, meist nichts Bestimmtem ? einfach aus Neugierde!? Es ist nicht grundsätzlich negativ,es geht dabei eher um die menschliche Neugierde.
 

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