Ich habe versucht, den US-Präsidenten vom Krieg

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neuester Beitrag: 02.11.05 19:28
eröffnet am: 30.10.05 13:19 von: Pate100 Anzahl Beiträge: 4
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30.10.05 13:19
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15130 Postings, 6854 Tage Pate100Ich habe versucht, den US-Präsidenten vom Krieg

langsam verlassen die Ratten das sinkende Schiff.
Mal sehen was Blair macht..

"Ich habe versucht, den US-Präsidenten vom Krieg abzuhalten"

Florian Rötzer 30.10.2005
Auch treue Vasallen wie der italienische Ministerpräsident Berlusconi setzen sich mit Nigergate von der Bush-Regierung ab

Mit Nigergate ist auch die italienische Regierung, zumindest der Geheimdienst Sismis mit den in den Fall verwickelt, der derzeit das Weiße Haus erschüttert ("Fitzmas in October"). Erst vor wenigen Tagen hatte die Zeitung La Repubblica eine Serie von Artikeln veröffentlicht, in denen nachgewiesen werden sollte, wie die gefälschten Dokumente über die angeblichen Kaufwünsche des Irak, ihren Weg von einem fingierten Einbruch in die Botschaft Nigers in Rom unter Umgehung des CIA direkt in die Hände von US-Vizepräsident Cheney mit seiner Lügenfabrik landeten (Fabrikation der Beweise für den Irak-Krieg).

   
Unübersehbar ist US-Präsident mitsamt seinem Vize Cheney schwer angeschlagen, nachdem sich die Invasion in den Irak als Fiasko erwiesen hat und nun auch noch einmal deutlich wird, dass am Beginn des Krieges ein Gespinst von Lügen stand, mit denen die Weltgemeinschaft, der Kongress und die US-Bürger systematisch überzogen wurden, um eine schon lange vor dem 11.9. gefassten Plan durch eine anscheinend günstige Gelegenheit umzusetzen.

Wenn die Macht bröckelt, verlassen diejenigen als erste das Schiff, die sich aus strategischen Interessen als treue Vasallen (Die Achse des neuen Europa konstituiert sich) angedient hatten. Tony Blair ist es unmöglich abzurücken, denn er steht zusammen mit Bush in der Mitte des Komplotts und hat die Fäden gezogen. Auch er ist in Nigergate (Niger als Projektionsfläche der Weltpolitik) verwickelt, schließlich hatte er in seinem ersten Waffendossier ebenfalls die angeblich vorhandenen Massenvernichtungswaffen nicht nur ohne Beweise groß aufblähen lassen, sondern hier auch von einem irakischen Atomwaffenprogramm gesprochen und Bush die Vorlage gegeben, die Information über das Uran aus dem Niger auf den britischen Geheimdienst zu schultern (Schwierige Suche nach Sündenböcken). Aznar, der andere europäische Vasall, ist bereits über seine Lügen gestürzt, die Anschläge von Madrid der ETA in die Schuhe schieben zu lassen, um die Beteiligung am Irak-Krieg, die von einem Großteil der Spanier abgelehnt wurde, herauszuhalten.

Bleibt eben noch Silvio Berlusconi, der nun offenbar sieht, dass es höchste Zeit ist, sich abzusetzen, nachdem er lange Zeit alle Unbill von Bush ferngehalten hatte, auch wenn Italiener im Irak davon betroffen waren (Wusste die italienische Regierung von der CIA-Entführung?, "Es war keine Straßensperre"). Es stehen Wahlen an, wirtschaftlich läuft es nicht so gut, die Opposition ist derzeit noch stark. Jetzt versichert er in einem Interview kurz vor seinem Treffen mit Bush in Washington, dass er Bush mehrere Male von der Invasion in den Irak abgehalten haben will. Der italienische Ministerpräsident und Medienmonopolist, der nach Gutdünken den italienischen Staat zum eigenen Vorteil umbaut, erklärt zudem, er sei nicht überzeugt gewesen, dass ein Krieg das richtige Mittel ist, um dem Irak die Demokratie zu bringen. Er habe sich immer darum bemüht, andere Wege als die militärische Intervention zu suchen. Von Berlusconis Büro wird überdies jede Verwicklung in die Fälschung von Dokumenten bestritten. Es habe auch kein Treffen zwischen dem Sismis-Chef und Stephen Hadley, dem damaligen zweiten Sicherheitsberater des Weißen Hauses, stattgefunden.
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Öffentlich hatte der treue Berlusconi seine angeblichen Bedenken allerdings nie gemacht. Stets reihte er sich hinter Bush ein, bekräftigte die Legitimität des Kriegs und die Notwendigkeit, der US-Regierung bei ihrem Kampf gegen den Terrorismus beizustehen. Zwar marschierten italienische Soldaten nicht von Anfang an mit, aber nach der Einnahme des Landes stellte Berlusconi für die Koalitionstruppen 3000 Mann. Der Oppositionsführer Romano Prodi will hingegen die Soldaten ab  

01.11.05 01:06
1

25551 Postings, 6986 Tage Depothalbiererauch diese stück scheiße sollte man mit bush

zusammen an die wand stellen!!

kim und saddam meinetwegen noch dazu.  

01.11.05 08:46

3379 Postings, 5579 Tage B GhostGuter Artikel

02.11.05 19:28

15130 Postings, 6854 Tage Pate100Folter und Elend im Namen der Freiheit

dem ist nichts mehr hinzuzufügen!

Folter und Elend im Namen der Freiheit
von Harold Pinter
The Independent


Die folgenden Anmerkungen stammen aus Harold Pinters Dankesrede, die er anlässlich der Überreichung des Wilfred-Owen-Preises Anfang des Jahres hielt.

Der große Dichter Wilfred Owen artikulierte die Tragödie, den Schrecken - und gewiss auch das Mitleid - des Krieges wie kein anderer Dichter. Allerdings haben wir nichts dazu gelernt. Fast 100 Jahre nach seinem Tod ist die Welt grausamer, brutaler, erbarmungsloser geworden.

Aber die "freie Welt", wie sie von den USA und Großbritannien verkörpert wird, erklärt man uns, unterscheidet sich vom Rest der Welt, da unsere Handlungen von einer moralischen Autorität und einer moralischen Passion diktiert und sanktioniert und von jemanden, den man Gott nennt, geduldet werden. Es gibt Menschen, denen es schwer fällt, das zu verstehen, Osama bin Laden aber findet es leicht.

Was würde Wilfred Owen zur Invasion im Irak sagen? Eine verbrecherische Handlung, ein eklatanter Fall von Staatsterrorismus, der die absolute Verachtung der Auffassungen des Völkerrechts demonstriert. Eine eigenmächtige Militäraktion, die durch eine Serie immer neuer Lügen und grober Manipulationen der Medien und deshalb der Öffentlichkeit hervorgerufen wurde. Eine Handlung, die darauf zielte, die militärische und ökonomische Kontrolle der USA über den Nahen Osten zu festigen und getarnt wurde als Befreiung - als letztes Mittel, nachdem alle anderen Begründungen bisher misslungen waren, um sich selbst zu rechtfertigen. Eine hervorragende Behauptung militärischer Stärke, die für den Tod und die Verstümmelung von Tausenden und Abertausenden von unschuldigen Menschen verantwortlich ist.

Eine unabhängige und vollkommen objektive Darstellung der getöteten Iraker in der medizinischen Fachzeitschrift "The Lancet" schätzt, dass sich die Zahl auf fast 100.000 beläuft. Aber weder die USA noch die Briten scheren sich darum die getöteten Iraker zu zählen. Wie Tommy Franks vom Oberkommando der US-Streitkräfte denkwürdigerweise sagte: "Wir stellen nicht die Zahl der Todesopfer fest."

Wir haben den Menschen im Irak Folter, Streubomben, abgereichertes Uran, unzählige wahllose Morde, Elend und Erniedrigung gebracht und nannten es "Freiheit und Demokratie in den Nahen Osten bringen". Wie wir aber alle wissen, wurden wir nicht mit den prophezeiten Blumen willkommen geheißen. Was wir entfesselt haben, sind ein heftiger und unaufhörlicher Widerstand und chaotische Zustände.

Sie könnten an dieser Stelle vielleicht einwenden: Was ist mit den Wahlen im Irak? Präsident Bush selbst hat diese Frage beantwortet, als er sagte: "Wir können nicht akzeptieren, dass es in einem Land, das unter ausländischer militärischer Besatzung steht, freie demokratische Wahlen stattfinden." Ich musste diese Äußerung zwei Mal lesen, bevor ich begriff, dass er über den Libanon und Syrien sprach.

Was sehen Bush und Blair nun tatsächlich, wenn sie sich im Spiegel betrachten?

Ich glaube Wilfred Owen würde unsere Verachtung, unseren Ekel, unsere Übelkeit und unseren Scham sowohl über die Sprache als auch über die Handlungen der amerikanischen und britischen Regierung teilen.  

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