Ich gehöre nicht zur Sandwich-Generation!

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eröffnet am: 23.08.03 14:02 von: big lebowsky Anzahl Beiträge: 1
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10091 Postings, 6299 Tage big lebowskyIch gehöre nicht zur Sandwich-Generation!

150 Jahre Kartoffel-Chips

Chips: Sie machen dick, schädigen die Zähne und verursachen vielleicht Krebs. Dennoch erfreuen sich die knackigen Scheibchen weltweiter Beliebtheit.

Wien - Manchmal bringt ein Schuss Boshaftigkeit Knistern ins Leben. So geschehen am 24. August 1853 in Saratoga Springs im US-Bundesstaat New York. Zwei Mal schon hatte Cornelius Vanderbilt, damals reichster Amerikaner, Tycoon und Feinspitz die "french fries" zurückgeschickt. Den Hilfskoch George Crum packte die Wut. Zornig schnippelte er die Erdäpfel in hauchdünne Scheiben und warf sie ins siedende Öl. Richtig kross sollten sie werden, um beim Aufspießen zu zerbrechen. Die Rache missglückte. Vanderbilt war von den Knusper-Dingern begeistert. Crum hatte die Kartoffelchips erfunden.

Chips und Revolver

150 Jahre später ist das Produkt des 19-jährigen indianischen Küchengehilfen längst weltweit in aller Munde. Knabbern ist eine globale Leidenschaft. Und Lebensregeln, wie sie im Wilden Westen nötig waren, längst vergessen. Dort sollte ein Essen damals meist so gestaltet sein, dass es problemlos mit einer Gabel verspeist werden konnte. Die andere Hand brauchte man nämlich für den Colt.

Briten halten Rekord

So gesehen lagen die Kartoffelchips nicht gerade im Trend der Zeit, schließlich zersplitterten sie bei jedem Gabelstich. Doch längst dürfen Chips-Liebhaber von der Hand in den Mund leben. Sie tun es nicht zu knapp. Rund um den Erdball geben die Menschen jedes Jahr 30 Milliarden US-Dollar (26,6 Milliarden Euro) dafür aus. Am meisten in Großbritannien. Der Jahresverzehr 2002 lag bei 213.000 Tonnen, jeder Brite aß im Schnitt 3,63 Kilo Chips. Die Österreicher sind da etwas bescheidener. Sie verzehrten im vergangenen Jahr pro Kopf insgesamt 3,08 Kilogramm an Knabberwaren. Solettis und Peanuts inklusive.

Breites Angebot

Weil Geschmäcker bekanntlich verschieden sind, ist auch das Chips-Angebot mannigfaltig. Österreicher und Deutsche mögen es neben den traditionellen Salz-Crackern eher feurig. Chips mit Paprika und Chili sind en vogue. Die Briten stehen auf Essig-Geschmack. In Dänemark verkaufen sich vor allem Dill und Zwiebeln, in Ungarn sind Variationen mit Käse gefragt.

Machen Chips impotent?

Der Knabberspaß hat aber auch seine Schattenseiten. Ins Schussfeld der Verbraucherschützer gerieten die "Erdäpfelrohscheiben" - unter diesem Namen werden sie im Wiener Prater angeboten - im vergangenen Jahr durch Acrylamid. Diese chemische Substanz entsteht beim Braten, Backen und Frittieren, wenn die Stärke in der Kartoffel mit bestimmten Eiweißen reagiert. Diese Reaktion gibt den Speisen ihr typisches Aroma und eine appetitliche braune Farbe. In Tierversuchen hat es sich aber als Krebs erregend erwiesen. Unklar ist bisher, wie hoch das Krebsrisiko beim Menschen ist. In hohen Konzentrationen soll das Gift zudem die Nerven schädigen und zu Unfruchtbarkeit führen. Für Trinkwasser und Lebensmittelverpackungen gilt daher ein Grenzwert von 0,1 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm.

Dickmacher und Zahnkiller

Auch die üppigen Brennwerte verleiden manchen dem Griff ins Sackerl. Chips sind veritable Dickmacher: 100 Gramm der traditionellen Sorte haben in der Regel immerhin mehr als 500 Kilokalorien, der Fettanteil liegt meist bei über 60 Prozent. Daher sind seit einigen Jahren "low fat"- Versionen auf dem Markt. Mit entsprechend lauem Geschmack.

Chips haben aber leider noch andere Fehler. Für die Zähne sind sie sogar schlechter als so manche Süßigkeit. Die Kartoffelstärke nämlich wird von der Mundflora sofort in Milchsäure umgewandelt, die den Zähnen hart zusetzt. Das heißt: Nach den Chips am besten sofort zur Zahnbürste greifen.

Artikel vom 20.08.2003 |apa |ale


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