(Hyper)Inflation & Trendfolgestrategien.....

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neuester Beitrag: 30.03.09 04:16
eröffnet am: 29.03.09 19:35 von: trailer Anzahl Beiträge: 3
neuester Beitrag: 30.03.09 04:16 von: Kritiker Leser gesamt: 1449
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29.03.09 19:35
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457 Postings, 4354 Tage trailer(Hyper)Inflation & Trendfolgestrategien.....

Liebe Ariva-User.
Der Begriff "Hyperinflation" ist ja in den aktuellen Tagen deutlich überstrapaziert... jedoch beschäftigt mich nicht so sehr, ob die Hyperinflation als Folge der heutigen Geldschwemme eintritt sondern eher welche Auswirkungen dies auf mein Tradingdepot hat.  

Ich möchte an dieser Stelle keine Grundsatzdiskussion aufwerfen, ob die (Hyper)Inflation in den nächsten Jahren kommt oder nicht. Persönlich halte ich es für sehr wahrscheinlich, aber es gibt genügend fundierte Gegenmeinungen (wie z.B. von Max Otte, der in seinem Buch ?Der Crash kommt? von einer anhaltenden Deflation ausgeht). Demzufolge helfen mir auch keine gut gemeinten Ratschläge zum Inflationsverhalten wie ?horte Gold? oder ?kaufe Sachwerte?.

Mir geht es um die Folgen einer evtl. (Hyper)Inflation auf mein ?Trading-Depot?. Zur besseren Nachvollziehbarkeit hier einige Angaben zu meiner Strategie:
Auf Wochenschlusskurs-Basis analysiere ich Länder-, Branchen- und Rohstoff-Indizes und trade konsequent jedes Kreuzen jedes 40er-Wochen-Durchschnitts trendfolgend. Sofern Produkte vorhanden sind, gehe ich long oder short je nach Signal. Bei Länder-Indizes greife ich dabei vor allem auf ETFs zurück, Branchen werden über ETFs und Zertifikate je nach Verfügbarkeit gehandelt. Bei Rohstoffen bin ich ? sofern eine Long Position eingegangen wurde ? von ETCs abgerückt, aus Angst vor einem massiven Dollar-Verlust lieber hin zu währungsgesicherten Quanto-Zertifikaten.

Was ist nun bei einsetzender Inflation zu erwarten? Rohstoffe werden steigen und ich profitiere trendfolgend daran. Aktien allgemein werden bedingt durch die zusätzliche Liquidität im Markt (vorerst) ebenfalls steigen. Dann kommt die Schwelle zu Hyperinflation und Unternehmen können die gestiegenen Preise für Herstellung und Energie nicht mehr an die Verbraucher weitergeben. Gleichzeitig können sich die Verbraucher immer weniger leisten, da Gehaltsanpassungen an die Inflation ca. 1 Jahr im Rücklauf sind. Ergo machen die Unternehmen weniger Gewinn und die Aktien werden gemäß der sich ändernden Fundamentalkriterien wie KGV wieder fallen. Und genau an dieser Stelle setzt meine Kausalkette aus.

Welche Gefahren bergen long/short Trendfolgestrategien im Umfeld einer Hyperinflation? Werden Renditen durch den katalysierenden Effekt der inflationären Preissteigerung erhöht oder durch den abnehmenden Realwert des Vermögens geschmälert? Sind die Auswirkungen unterschiedlich in Abhängigkeit davon, ob ich long oder short bin?

Sollte ich die Inflation traden wollen, so bräuchte ich ja lediglich inflationsgebundene Anleihen kaufen oder mich privat überschulden, um von der bei einer Inflation eintretenden Realschuldentwertung zu profitieren. Aber ich weiß natürlich nicht, ob die (Hyper)Inflation wirklich eintritt und deshalb möchte ich lediglich verstehen, was die (Hyper)Inflation mit einem trendfolgenden long/short Portfolio ?anstellt??

Für eine kleine Nachhilfe in diesem Zusammenhang und weitere Anregungen wäre ich sehr dankbar...
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Ein permanentes Schwimmen gegen den Strom führt an der Börse nicht zum Erreichen der Quelle sondern unweigerlich zum Ertrinken.

29.03.09 19:44

457 Postings, 4354 Tage trailerAntwort von Stephan Heibel (heibel-ticker.de)

Ich bin seit längerer Zeit Leser des Heibel-Tickers und habe mich mit meinem Anliegen auch an den Autor Stephan Heibel gewendet.
Hier die Antwort, die leider in dieser Hinsich auch nicht wirklich weiterhilft:

....vielen Dank für Ihr freundliches Schreiben. Ich kann Ihnen leider keine eindeutige Antwort geben, denn auch ich lerne anhand der aktuellen Vorfälle immer wieder Neues hinzu. Insbesondere hätte ich nicht gedacht, wie groß der Einfluss politischer Entscheidungen auf die Börsenentwicklung ist! Ein Umstand, der seit den kapitalistischen 80ern gerne in den Hintergrund gedrängt wird: "Die Börsen müssen von Zeit zu Zeit konsolidieren, egal was die Politik macht" heißt es gerne in intellektuellen Kreisen, wenn man die Rolle der Politik herunterspielen möchte.


Ich halte es für möglich, dass die Politik eine Hyperinflation verhindert. Ich halte es auch für möglich, dass es der Politik mislingen wird. Ich habe gesehen und bin überrascht, wie zerstörerisch die Auswirkung der Abschaffung der Uptick Rule war. Ich habe ebenfalls gesehen, wie stark ein Konjunkturprogramm kurzfristig helfen kann. Und wir sehen heute, auf was für wackeligen Beinen die EU steht, wenn einmal ein falscher Ratspräsident ans ruder kommt. was glauben Sie, was da mit dem Euro, mit vielleicht einmal wieder Nationalwährungen oder ähnliches alles konstruiert werden kann. Vor diesem Hintergrund kann ich keine Aussage machen, wie man sich in einem solchen Umfeld am besten positionieren sollte, ausser dass ich immer als goldene Regel eine gesunde Diversifizierung befolgen würde! Nur so können Sie die Verluste an der einen Stelle durch gegebenenfalls überproportionale Gewinne auf einer anderen Seite ausgleichen.


Freundliche Grüße


Stephan Heibel


Herausgeber des
Heibel-Ticker Börsenbriefes
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Ein permanentes Schwimmen gegen den Strom führt an der Börse nicht zum Erreichen der Quelle sondern unweigerlich zum Ertrinken.

30.03.09 04:16

7114 Postings, 6871 Tage KritikerIn einer Inflation

steigen die Aktienkurse, weil Geld Wertanlage sucht.

Rechne man die Inflationen aus den Kursen heraus, könnte sein, daß manche Aktie über Zeit real nicht gestiegen ist.

Markt-Inflation entsteht erst, wenn mehr Geld für den Konsum verfügbar wäre.
Aber - das dauert!  

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