Horst Köhler "demonstriert" Bürgernähe...

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neuester Beitrag: 05.07.04 22:42
eröffnet am: 05.07.04 22:17 von: Treuherz Anzahl Beiträge: 2
neuester Beitrag: 05.07.04 22:42 von: Schepper Leser gesamt: 363
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05.07.04 22:17

90 Postings, 6083 Tage TreuherzHorst Köhler "demonstriert" Bürgernähe...

Es ist noch Suppe von gestern da ? Neuer BuPrä demonstriert Bürgernähe (05.07.04)

Berlin: Nachdem der frischgebackene Bundespräsident Horst Köhler in seiner Antrittsrede deutlich gemacht hat, daß die Politik des Sozialabbaus in ihm einen warmen Fürsprecher und Begünstiger finden wird, hielten seine Promotion-Agenten es offenbar für wichtig, ihn der Öffentlichkeit nicht nur als Präsident des Großkapitals und des etablierten Parteienkartells vorzustellen, sondern auch als Präsidenten der Armen und von Freiheit und Wohlstand der Bundesrepublik weniger begünstigten Deutschen.

Einkommensschwache Eltern erst mit ums Geld bringen helfen und dann den fürsorglichen Kinderfreund mimen: BuPrä Horst Koehler. In Deutschland gab es schon bessere Komödianten.

Zu diesem Zweck organisierte man gestern einen Propagandaauftritt in der Bahnhofsmission Zoo, wo sich Köhler sogar dazu herabließ, ein paar Obdachlosen und Arbeitslosen vor laufender Kamera ein bisschen Suppe auf den Teller zu tun. Nicht ohne uns eine Träne aus dem Auge zu wischen lesen wir heute im NORDKURIER:
??Ich bin Bundespräsident aller Menschen in Deutschland ? und auch Sie gehören dazu. Das will ich zeigen?, sagte Köhler, als er gestern in der Bahnhofsmission am Zoo Berliner Obdach- und Arbeitslosen, Sozialschwachen und Straßenkindern eine warme Mahlzeit auftat. Nach einem Lächeln für die Bedürftigen fügte er ernst hinzu: ?Wir müssen uns auch um sie kümmern.?
Für Moritz Siegmar ist es kaum fassbar ? ein ?leibhaftiger? Bundespräsident zum Anfassen, zum Nöteerzählen. Einer, der zwar nur 20 Minuten da war, aber der konzentriert zuhörte. ?Ich finde es toll, was der macht?, sagte der 53-Jährige, der Köhler gerade seine Sorge mit dem Sozialamt um einen neuen Rollstuhl geschildert hatte. Und er glaubt daran, dass dieses Suppenverteilen ?keine demonstrative Geste? von Köhler sei. ...?

Na, da soll mal noch einer sagen, daß Glauben keine Berge versetzen kann. Übrigens, die Idee mit öffentlichen Auftritten in den Suppenküchen hat auch schon Al Capone vor Bundespräsident Horst Köhler in den Dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts in den USA praktiziert. Allerdings war Al Capone etwas großzügiger, er spendierte bei seine PR-Auftritten wenigstens frische Suppe, während Köhler lediglich die ausschenkte, die vom Vortag bei der sogenannten ?Tafel der Demokratie? übrig geblieben war. Bei dieser ?Tafel der Demokratie? handelte es sich um ein Bankett, an dem 1500 Gäste aus Politik und Wirtschaft teilnahmen und auf der Köhler keineswegs den Sozialapostel spielte.

Zu seinem Auftritt in der Bahnhofsmission wurde Köhler, wie es heißt, von einem Mitorganisatoren der ?Berliner Tafel? bewogen. Die Zeitung dazu: ?...Frank Zander, einer der Mitorganisatoren des Hilfsprojektes ?Berliner Tafel?, hatte den Bundespräsidenten gefragt, ob er mithelfen würde, die Suppe an Bedürftige zu verteilen ? quasi ?als Einladung des Volkes?. Für Köhler war eine Zusage nach eigenen Worten selbstverständlich: ?Gute Suppe, gute Idee!?

Was uns betrifft so halten wir diese Geste nicht nur für einen billigen PR-Gag, sondern auch für eine Aktion mit symbolischem und zukunftsweisendem Charakter. Während sich die Bonzokratie amüsiert, dürfen sich die Armen mit den Resten begnügen, die man ihnen großzügigerweise vom Vortag übrig gelassen hat und weil es sich in den Medien gut macht, langt dann und wann auch schon mal ein Prominenter mit zu. Aber auch nicht länger wie 20 Minuten, denn das ist die Zeit für den PR-Auftritt Köhlers. In kommenden Jahren wird er allerdings wohl bei solchen Spielereien etwas mehr Zeit mitbringen müssen, denn angesichts der Deutschland bevorstehenden Einbrüche in der Sozialpolitik dürfte sich die Klientel der von Bahnhofsmissionen versorgten Menschen noch um ein Vielfaches erhöhen. Vielleicht erleben wir es aber auch, daß diese sich irgendwann nicht mehr mit der Suppe vom Vortag zufrieden geben, die jene ihnen übrig gelassen haben, die für ihre soziale Misere verantwortlich sind. Zeit wäre es. Höchste Zeit.

Quelle: www.stoertebeker.net

Siehe auch
Nordkurier 05.07.04
http://www.nordkurier.de/...6&NK_SID=7f4dfa9943edc810bf2ca235654d2597  

05.07.04 22:42

1557 Postings, 6752 Tage SchepperIst doch prima!

Da tut der Köhler ja richtig was für sein Geld.

Noch besser wäre es für ihn und das ganze Land,
er würde anschließend jedes mal
die eigenhändig ausgeschenkte Suppe
gemeinsam mit den "Beschenkten"
auslöffeln - tagtäglich, versteht sich.
Das schafft Charakter.
 

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