Hohmann-Erfolg könnte CDU Zweitstimmen kosten

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Clubmitglied, 44790 Postings, 7378 Tage vega2000Hohmann-Erfolg könnte CDU Zweitstimmen kosten

Bundestagswahl

Hohmann-Erfolg könnte CDU Zweitstimmen kosten

Hohmann: "Möglicherweise hätte ich mich anders entschieden, wenn ich das gewusst hätte" (Foto: dpa). Die Kandidatur des Ex-CDU-Politikers Hohmann in Fulda könnte der Union mehr schaden als angenommen: Gewinnt er sein Direktmandat werden alle Zweitstimmen derjenigen Wähler ungültig, die ihm ihre Erststimme gegeben haben. Gegenüber hr-online wirft der Fuldaer CDU-Kandidat Brand seinem Vorgänger Wählertäuschung vor.  

Zitat

Der Paragraph 6 (1)

"Für die Verteilung der nach Landeslisten zu besetzenden Sitze werden die für jede Landesliste abgegebenen Zweitstimmen zusammengezählt. Nicht berücksichtigt werden dabei die Zweitstimmen derjenigen Wähler, die ihre Erststimme für einen im Wahlkreis erfolgreichen Bewerber abgegeben haben, der gemäß § 20 Abs. 3 oder von einer Partei, für die in dem betreffenden Lande keine Landesliste zugelassen ist, vorgeschlagen ist."
Bundeswahlgesetz § 6 (1)
Nach der Regelung im Bundeswahlgesetz (Paragraf 6, Absatz 1), werden die Zweitstimmen derjenigen Wähler, die ihre Erststimme für einen im Wahlkreis erfolgreichen Bewerber abgegeben haben, nicht berüchsichtigt, wenn dieser nicht auf einer Landesliste steht. Damit könnte ein Sieg Hohmanns in seinem Wahlkreis die Union wohl einige zehntausend Stimmen kosten. Bei der Bundestagswahl 2002 hatten gut 92.000 Menschen (49,2 Prozent) in Fulda mit der Zweitstimme CDU gewählt. Hohmann erhielt mehr als 101.000 Erststimmen (54 Prozent) und erzielte damit das mit Abstand beste CDU-Ergebnis in Hessen. Stärkste Fraktion wurde bei der Bundestagswahl die SPD mit einem Vorsprung von nur 6.047 Zweitstimmen.

Hohmann: "Zweitstimme wie bisher"

Hohmann, der nach der Debatte um den antisemitischen Charakter seiner "Tätervolk"-Rede am 3. Oktober 2003 erst aus der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und dann im Juli 2004 auch aus der CDU ausgeschlossen worden war, führt in Fulda eine reine Erststimmenkampagne. Unter dem Motto "Erststimme: Martin Hohmann, Zweitstimme: wie bisher" versucht Hohmann, den früheren Wahlkreis des ehemaligen Unions-Fraktionschefs Alfred Dregger erneut zu gewinnen.  

Brand: Hohmann täuscht Wähler

"Hohmann täuscht seine Wähler, wenn er behauptet der CDU nicht zu schaden", sagte Michael Brand, der von der CDU in Fulda als Nachfolger von Hohmann ins Rennen geschickte Pressesprecher der CDU Hessen gegenüber hr-online. Hohmann spiele Rot-Grün in die Hände und sei "mitverantworlich wenn demnächst in Berlin die Kommunisten mitregieren", sagte Brand und kündigte an, neue Plakate und Flugblätter zu drucken auf denen die Wähler über den Umstand aufgeklärt werden sollen.
"Möglicherweise hätte ich mich anders entschieden, wenn ich das gewusst hätte", sagte Hohmann am Mittwoch auf einer Podiumsdiskussion. Denn eigentlich wolle er der CDU ja nicht schaden.

SPD als lachender Dritter?

Örtliche Beobachter gehen allerdings davon aus, dass Hohmanns Kandidatur weniger Merkels als vielmehr Brands Karriereaussichten beschädigen könnte. Jagt der inzwischen gut im nationalkonservativen Spektrum vernetzte Ex-CDU-Abgeordnete dem neuen CDU-Kandidaten mehr als 35.000 Stimmen ab, könnte die für die SPD kandidierende Claudia Blum als lachende Dritte mit der einfachen Mehrheit der Erststimmen nach Berlin gehen.  http://www.hr-online.de/website/rubriken/...standard_document_9925898  

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