Hoher Strompreis bedroht Mittelstand

Seite 1 von 1
neuester Beitrag: 22.08.05 15:31
eröffnet am: 22.08.05 15:31 von: bammie Anzahl Beiträge: 1
neuester Beitrag: 22.08.05 15:31 von: bammie Leser gesamt: 119
davon Heute: 1
bewertet mit 0 Sternen

22.08.05 15:31

8970 Postings, 6214 Tage bammieHoher Strompreis bedroht Mittelstand

Mittelstands-Präsident Ohoven hat die Darstellung zurückgewiesen, die Stromkosten spielten für die Wirtschaft nur eine untergeordnete Rolle. Der Preisanstieg bedrohe immer mehr Mittelständler in ihrer Existenz.

Im sich verschärfenden Streit zwischen der Elektrizitätswirtschaft, der Strom verbrauchenden Industrie und der Politik hat Mittelstands-Präsident Mario Ohoven die Politik aufgerufen, die vier großen Energieversorger «endlich ... wettbewerbspolitisch zur Ordnung» zu rufen. «Der starke Anstieg der Strompreise bedroht immer mehr mittelständische Betriebe in ihrer Existenz», sagte der Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) am Montag in Berlin.

Spielraum für niedrigere Strompreise

Ohoven wies darauf hin, dass Netznutzungsentgelte, «die bis zu 50 Prozent über dem EU-Durchschnitt liegen», zugleich die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Wirtschaft in Europa insgesamt minderten. Der Vertreter des Mittelstands reagierte damit auf den Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft (VDEW), Eberhard Meller, der am Montag gesagt hatte, die Stromkosten spielten für die deutsche Wirtschaft nur eine untergeordnete Rolle.

Der Mittelstands-Präsident stieg trotz der deutlich gestiegenen Ölpreise Spielraum für Strompreissenkungen. «Das zeigt sich nicht zuletzt an Sonderrabatten, die das Energieoligopol Großkunden gewährt», sagte Ohoven weiter. So könne energieintensiven Großbetrieben die Hälfte der Netznutzungsentgelte erlassen werden. Für fragwürdig unter Wettbewerbsgesichtspunkten hält Ohoven ferner die Befreiung von rund 300 Unternehmen von der Umlage für Strom aus erneuerbaren Energien.

Kritik an «Beihilfen» in Frankreich

Zugleich übte Ohoven Kritik am zurückgetretenen Vorsitzenden des Energieausschusses beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), Werner Marnette. Dieser hatte vorgeschlagen, das französische Konsortialmodell auf Deutschland zu übertragen. Die Idee geht «in die völlig falsche Richtung», so Ohoven. In Frankreich sichert das Modell Unternehmen auf Vermittlung des Staates über Jahre günstige Stromtarife bei den staatsnahen Energieversorgern und Kommunen.

«Zu dieser Form staatlicher Beihilfen erwartet der Mittelstand klare Worte der Bundesregierung in Brüssel und eine Entscheidung des EuGH», verlangte Ohoven. Der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) hatte sich beim Bundeskartellamt beschwert, die großen deutschen Stromkonzerne würden ihre marktbeherrschende Stellung missbrauchen, um höhere Strompreise am Markt durchzusetzen. (nz)
 

   Antwort einfügen - nach oben