Hoffnung auf Regierungswechsel - es geht aufwärts

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SPIEGEL ONLINE - 19. August 2005, 14:24

URL: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,370464,00.html


Standortdebatte
 
Neue Deutsche Wirtschaftswelle


Mit der Bundesrepublik scheint es aufwärts zu gehen: Ausländische Investoren, Analysten und Wirtschaftspresse loben den Standort Deutschland als einen der attraktivsten Märkte der Welt. Weiterer Hoffnungsschimmer: Die Binnennachfrage zieht laut Finanzministerium an.

DPABrandenburger Tor: Neuer Optimismus
Hamburg/Frankfurt am Main - Auf dem Titelblatt des einflussreichen britischen "Economist" lässt der Bundesadler bereits wieder seine Muskeln spielen. "Deutschlands überraschende Wirtschaft", titelt das Magazin. "Deutschland, lange der teuerste Wirtschaftsstandort Europas, hat ... einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Frankreich, Italien, den Niederlanden und sogar Großbritannien aufgebaut", konstatiert die Wochenzeitschrift.



Mit dieser Meinung steht der "Economist" nicht allein. Viele internationale Investoren und Ökonomen halten das Potential der deutschen Wirtschaft für unterschätzt. So genannte Private-Equity-Gesellschaften kaufen seit Monaten in großem Stil Immobilien und Firmen in Deutschland auf, weil sie diese für unterbewertet halten.



Für ausländische Unternehmen gehört Deutschland wieder zu den
attraktivsten Standorten des Globus. Nach einer Umfrage des
Wirtschaftsprüfungsunternehmens Ernst & Young unter 670 ausländischen
Firmen belegt Deutschland in diesem Jahr den fünften Platz in der
Welt. In Europa erfreue sich nur Polen größerer Beliebtheit.



                              §
Gute Noten geben Investoren der Infrastruktur, der
Ausbildung von Arbeitskräften und der Rechtssicherheit. "Viele dieser Vorteile werden in Deutschland als selbstverständlich betrachtet. Da
ist man betriebsblind", sagt Peter Englisch von Ernst & Young.



Tatsächlich haben die Reformen der vergangenen Jahre die Bundesrepublik attraktiver gemacht. Lange Zeit war Deutschland der teuerste
Produktionsstandort Europas. "Deutschland hat im Vergleich zu anderen europäischen
Ländern aufgeholt und
einen Wettbewerbsvorteil erzielt", sagt der Chefvolkswirt der
amerikanischen Citigroup , Jürgen Michels.



Viel zur Verbesserung der Lage beigetragen hat nach Ansicht wirtschaftsliberaler Experten die Lohnzurückhaltung der vergangenen Jahre. Die umstrittenen Hartz-IV-Reformen hätten den Druck auf die Arbeitnehmer erhöht. "Das hat die Verhandlungsposition der Firmen bei neuen Tarifabschlüssen gestärkt und die Macht der
Gewerkschaften geschmälert", schreibt der "Economist". Die Lohnstückkosten, eine der wichtigsten Vergleichszahlen, seien seit Ende der neunziger Jahre um mehr als zehn Prozent gefallen.




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SPIEGEL TV SPECIAL: DER FALL DEUTSCHLAND

Programmtipp

SPIEGEL TV
Der Fall Deutschland - eine TV-Dokumentation von Stefan Aust und Claus Richter



Deutschland zu Beginn des 21. Jahrhunderts: Ein wirtschaftliches Schwergewicht ist auf dem Weg nach unten. Rund fünf Millionen Arbeitslose und immer noch kein Aufschwung in Sicht - warum finden wir keinen Weg aus der Krise?



Den kompletten Beitrag sehen Sie im SPIEGEL TV Special am Samstag, 20. August, 22.05 bis 0.10 Uhr auf VOX.

Informationen zur Sendung

Stefan Aust und Claus Richter suchen in ihrer Dokumentation nach Gründen für die Misere und stellen fest, dass Fehler schon früh im System der jungen Bundesrepublik angelegt wurden. Schleichend und von den Bürgern unbemerkt begann der Abstieg, als alle noch vom Wohlstand der Wirtschaftswunderjahre zehrten. Aus wahltaktischen Gründen wurde die Wahrheit um die wirtschaftlichen Zusammenhänge ausgeblendet - und das im stillschweigenden Einvernehmen von Parteien und Lobbys von links bis rechts.



Erst langsam dringt ins öffentliche Bewusstsein, dass komfortable Existenzbedingungen auch bezahlt werden müssen. Basis dafür ist eine funktionierende Volkswirtschaft, doch davon ist Deutschland weiter entfernt denn je. "Wenn wir auf Jahrzehnte so weiterfahren wie bisher, dann muss ich für unser Vaterland schwarz sehen", so formuliert es Altkanzler Helmut Schmidt im Gespräch mit Stefan Aust und Claus Richter.



Für die Dokumentation interviewten die Autoren prominente Zeitzeugen aus Politik und Wirtschaft, aus Gewerkschaften und Forschungsinstituten. Erstaunlich ist die übergreifende Einsicht in Fehler und Versäumnisse, auch das eigene Handeln betreffend. Filmische Rückblicke in die Geschichte der Bundesrepublik beleuchten die Entwicklung der deutschen Volkswirtschaft von der Nachkriegs- und Adenauerzeit über die reformeuphorische Ära Brandt, das Krisenmanagement Helmut Schmidts, die lange Amtszeit Helmut Kohls mit dem Glück und der Bürde der Einheit bis in die Gegenwart.

Trailer ansehen

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Einige Ökonomen warnen allerdings vor zu viel Euphorie. "Der Patient
Deutschland ist auf dem Weg der Genesung, aber er ist immer noch
Krank", sagt der Europa-Chefvolkswirt der Bank of America, Holger
Schmieding. "Deutschland muss noch lange die Medizin nehmen, um
wirklich gesund zu werden."



Notwendig sei ein zweiter kräftiger
Reformschub. Die Löhne müssten weiter niedrig bleiben. Auf der
Wunschliste stehen auch eine Lockerung des Arbeitsrechts,
Öffnungsklauseln für Tarifverträge und eine Steuerreform.



Deutsche, gebt mehr Geld aus!



Sorge macht Beobachtern die nach wie vor schwächelnde Binnennachfrage. Wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage konsumierten die Deutschen zuwenig.
"Die Firmen würden stärker in Deutschland investieren, wenn die
Binnennachfrage anspringen würde", so Chefvolkswirt Michels. Der private Konsum
bleibt aber im vierten Jahr in Folge schwach.



Ein Hoffnungsschimmer: Das Bundesfinanzministerium sieht Anzeichen für
eine wirtschaftliche Belebung im zweiten Halbjahr. Die aktuellen
Indikatoren zeigten "wieder eine dynamischere Gangart der Konjunktur,
insbesondere auch der Binnennachfrage an", schreibt das Ministerium
in seinem heute veröffentlichten Monatsbericht. Als "Hoffnungsschimmer für die
Binnenkonjunktur" bezeichnete das Ministerium den jüngsten Anstieg
der inländischen Industrieaufträge um 1,5 Prozent.



Als große Gefahr für den Standort sehen Ökonomen die Pläne der
Unionsparteien, die Mehrwertsteuer im Fall eines Wahlsieges von 16
auf 18 Prozent zu erhöhen. "Eine isolierte Anhebung würde den Konsum
dämpfen und die Preise erhöhen - das wäre rein kontraproduktiv", sagt
der Chefvolkswirt der DekaBank, Ulrich Kater.



Das sieht auch der "Economist" so: "Die Story aus Deutschland könnte überraschend
gut werden, vorausgesetzt die Politiker vermasseln es nicht nach der
Wahl im nächsten Monat."




 



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19.08.05 15:17
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13393 Postings, 6147 Tage danjelshakeja ja der regierungswechsel...

"Viel zur Verbesserung der Lage beigetragen hat nach Ansicht wirtschaftsliberaler Experten die Lohnzurückhaltung der vergangenen Jahre. Die umstrittenen Hartz-IV-Reformen hätten den Druck auf die Arbeitnehmer erhöht. "Das hat die Verhandlungsposition der Firmen bei neuen Tarifabschlüssen gestärkt und die Macht der
Gewerkschaften geschmälert", schreibt der "Economist". Die Lohnstückkosten, eine der wichtigsten Vergleichszahlen, seien seit Ende der neunziger Jahre um mehr als zehn Prozent gefallen."

mfg ds  

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