Hitler-Herpes?

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neuester Beitrag: 21.08.03 08:41
eröffnet am: 21.08.03 08:04 von: Happy End Anzahl Beiträge: 5
neuester Beitrag: 21.08.03 08:41 von: MaxCohen Leser gesamt: 899
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21.08.03 08:04

95440 Postings, 7030 Tage Happy EndHitler-Herpes?

... durch schmutzige Politik *g*

Politik ist ein schmutziges Geschäft. Das musste der Zweite Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg am Dienstag erfahren: Ronald Barnabas Schill wurde von einem Hitler-Herpes ins Verderben gerissen. Es begann vor einigen Wochen. Eines Morgens betrat der arme Mann sein Badezimmer und begrüßte sich selbst im Spiegel mit niederösterreichisch gurgelnden Lauten: "Gutten Morrrgen, Rrrronald!" Mühsam nur bekam Schill seine erigierte Rechte in den Griff. Schließlich entdeckte er in seinem Gesicht das ganze Unheil: Hitler-Herpes! Mit einem Rasiermesser versuchte Schill gegen die neue Zierde auf seiner Oberlippe anzukämpfen. Ein Kampf, den er blutig verlor. Unaufhaltsam machten sich die braunen Bläschen auf seiner Lippe breit. Ekel, immer wieder Ekel vor der schmutzigen Politik der schmutzigen Politiker ließen sie vollends erblühen. Schill gab ermattet auf! Hitler-Herpes hatte endgültig gesiegt und beendete mit einem Schlag die Karriere eines Mannes, der immer nur das Reine, Feine, Gesunde wollte. Traurig, traurig, traurig ?

taz Nr. 7136 vom 21.8.2003, Seite 20, 34 Zeilen (Kommentar)  

21.08.03 08:15

10091 Postings, 6306 Tage big lebowskyGut,aber welcher Politiker koalierte mit Schill?

Ekelhaft ist das Gezänk schon.Schill ist nur so dumm,offen auszusprechen,was sonst im Verborgenen geschieht.Vetternwirtschaft,eine Hand wäscht die andere,gibst Du mir den Posten,gebe ich Dir den Posten...

Und jetzt keine Neuwahlen.Dabei hatte der Bürger "Schill"gewählt.Nicht seine Vereinigung.Ole fürchtet um die Macht--Schill hatte 19% und so kämpfen die Demokraten und Ehrenmänner darum,den Wählerauftrag - auch ohne Schill- zu erfüllen.Die reinsten Altruisten.Blödes Geheuchel!

Ole hat den Ausfall von Schill clever ausgenutzt,um seine Homosexualität als "Stigma"seiner Opferrolle zu nutzen.Dabei war der Vorwurf von Schlill nicht die Homosexualität,sondern das denkwürdige Patronatentum und Ämterverschachern.  

21.08.03 08:33

Clubmitglied, 43248 Postings, 7148 Tage vega2000Die Populisten-Dämmerung des Ronald Schill

Schmuddelkrämer
Die Populisten-Dämmerung des Ronald Schill: Ein Lehrstück für die Republik

Der Rauswurf des Ronald Schill mag eine Hamburger Provinzposse sein, doch ist sie sinnfälliger als ein ganzes Bündel akademischer Abhandlungen zum deutschen Parteienstaat. Um Unterschleif, Nepotismus und bürgermeisterliches Balzverhalten ? ?Schmuddelkram? ? ging es, in Wahrheit aber war?s ein Lehrstück über Aufstieg und Verfall von Ein-Thema-Parteien. Deren Angebot stößt regelmäßig auf lebhafte Nachfrage, doch gehen sie genauso regelmäßig Pleite, weil der Markt sie für zu leicht und zu leichtsinning befindet.

BHE und NPD, DVU, Reps und Statt Partei ? tot oder scheintot pflastern sie den Weg dieser Republik. Ein gemeinsames Gebrechen holt sie immer wieder ein, auch wenn die Schill-Partei nun ohne den Innensenator die Koalition mit dem Hamburger Regierungschef Ole von Beust (CDU) retten will. Das Krankenblatt verzeichnet von Geburt an stets die gleichen Einträge ? nicht nur in Deutschland, sondern auch rings um die demokratische Welt.

Am Anfang steht eine halbwegs charismatische Figur, die Witterung aufnimmt. Sie erschnüffelt subjektives Unglück (Abstieg oder Ausgrenzung) oder objektive Missstände (Kriminalität auf der Straße, Verfilzung im Amt). Ein prächtiger Nährboden ist ein erstarrtes politisches System wie das von Hamburg, wo die SPD 44 Jahre lang regiert hatte; schon 1993 schaffte die Statt Partei den Sprung in die Bürgerschaft. Wo der normale Machtwechsel nicht funktioniert, gebiert die eine Pathologie die andere, eben eine Partei wie die Schillisten, die als quasireligiöse Erwecker auftreten: Gib uns deine Stimme, und dein sei das Heil ? keine Junkies mehr im Hauptbahnhof, keine Leerstunden mehr in der Schule.

Jörg Haider war das Produkt der ewigen Großkoalitionäre von Österreich, Silvio Berlusconi die Ausgeburt eines italienischen Parteiensystems, das nach der Implosion der Democrazia Cristiana und dem Verfall der alten Linken keine funktionierenden Widerlager mehr hergab. Die NPD lief nur einmal zu parlamentarischer Form auf ? im Gefolge der ersten Massenarbeitslosigkeit von 1965 sowie einer Großen Koalition, die links wie rechts kommode Manövrierräume hinterließ. Von 1966 bis 1968 gelang den NeoRechten der Einzug in sieben Landtage.

Indes gehorcht auch der Abstieg einem klassischen Muster. Ob Haider von der FPÖ oder Schönhuber von den Reps, ob Statt-Parteiler Markus Wegner oder Ronald Schill, ob Ross Perot in den USA oder Le Pen in Frankreich ? derlei Heilsbringer genießen im posttotalitären Zeitalter nur einen kurzen Moment in der Sonne. Was sie nach oben spült, zieht sie auch abwärts: ihr rebellisches Temperament, ihr Sendungsbewusstsein, die Arroganz des Underdog, der es trotzdem geschafft hat. So führt man auf Dauer keine Menschen, weshalb Haider et alii zuerst am eigenen Parteivolk scheiterten.

Denn die Gefolgschaft, eine Ad-hoc-Protesttruppe, schätzt die Selbstherrlichkeit ihrer Führer noch weniger als die Selbstgefälligkeit des verhassten ?Machtkartells?, das zu knacken sie angetreten ist. Gegen die Streitsucht eines solchen Haufens verbreiten Merkel, Koch & Stoiber geradezu kadermäßige Solidarität. Den Protestlern fehlt das entscheidende Plus der Etablierten. Sie bleiben nie lange genug zusammen, um die Tugenden (oder Untugenden) einer Partei zu lernen: Ausgleich, Kompromiss, Kungelei, die sich wie ein Stahlnetz über die Konflikte und Eifersüchteleien legen.

Arnold Gouvernator

Noch ein drittes Totenglöckchen kommt hinzu. Gelingt es den Parteien nicht, ihre Quälgeister zu isolieren (NPD, Reps, DVU), müssen sie diese absorbieren. So geschehen mit der Vertriebenen-Partei BHE, die 1953 in den Bundestag gelangte und durch die Flüchtlingsintegration von den anderen aufgesogen wurde. Aber machen wir es uns nicht zu einfach: Der Populismus ist nicht nur ein rechtes Phänomen.

In Amerika ist das jüngste Beispiel Arnold (?Gouvernator?) Schwarzenegger, der Kino-Kraftmensch, der per metaphorische Täuschung suggeriert, dass er auch Kalifornien retten kann. Eine andere, deutsche Variante praktiziert Gerhard Schröder, der gern die eigene Partei beiseite schiebt, um direkt mit dem Wahlvolk zu kommunizieren. Doch lehren Aufstieg und Abgang von Schill & Co. zweierlei. ?Richtige? Parteien sind ein notwendiges Übel, denn ohne sie funktioniert das Geschäft der Willensbildung nicht. Treiben sie es aber zu weit mit Selbstabschottung und Selbstblockade, kommt der nächste Schill ganz bestimmt.

die Zeit  

21.08.03 08:37

10873 Postings, 7252 Tage DeathBullerigierte Rechte ist gut o. T.

21.08.03 08:41

1502 Postings, 7075 Tage MaxCohenSchlimme Sache das mit dem Hitler Herpes







Grüße Max  

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