Hertie droht die Insolvenz

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neuester Beitrag: 31.07.08 13:31
eröffnet am: 30.07.08 20:11 von: Skyline2007 Anzahl Beiträge: 2
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30.07.08 20:11
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7953 Postings, 5168 Tage Skyline2007Hertie droht die Insolvenz

Dem Essener Warenhauskonzern Hertie mit 4100 Beschäftigten droht wegen finanzieller Probleme des britischen Hauptinvestors Dawney Day die Insolvenz. Das wurde am Mittwoch nach einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung in Essen aus Finanzmarktkreisen bekannt. Es gebe nur noch "eine kleine Chance, einen Strohhalm", hieß es. Dies müsse aber schnell umgesetzt werden. Dabei gehe es um Stunden oder Tage.
Neue Sicherheiten sind nötig
Die Kette mit bundesweit 73 Warenhäusern erwirtschaftet seit Jahren Millionenverluste. Für das laufende Geschäftsjahr sollen es nach Branchenschätzungen 30 Millionen Euro sein. Nach einem Bericht des "Westdeutschen Rundfunks" hat das Finanzhaus Dawnay Day bei der Sitzung erklärt, die Verluste nicht länger ausgleichen zu können. Damit seien neue Sicherheiten für die Fortführung des Betriebs nötig, hieß es in den Kreisen.


Haupteigentümer durch Finanzkrise in Not
Das Londoner Finanzhaus hält seit knapp drei Jahren 85 Prozent an Hertie, 15 Prozent besitzt die britische Unternehmensberatung Hilco. Die Investoren hatten die Warenhäuser, die meist in mittelgroßen Städten liegen, 2005 vom damaligen KarstadtQuelle-Konzern (heute Arcandor) gekauft und sie mit einem neuen Konzept als "Nachbarschaftskaufhäuser" neu ausgerichtet. Das weit verzweigte Finanzhaus Dawnay Day ist nach Medienberichten als Folge der Finanzmarktkrise jetzt selbst in Schwierigkeiten.



 

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Eine Hertie-Filiale (Foto: dpa)  
Die Warenhauskette Hertie mit 4100 Mitarbeitern hat am Donnerstag Insolvenz angemeldet. Das bestätigte am Donnerstag eine Sprecherin des Essener Amtsgerichts. Das Unternehmen, das bundesweit 73 Warenhäuser betreibt, war wegen der Finanzprobleme des britischen Haupteigentümers Dawnay Day in Schwierigkeiten geraten.


Hertie-Restrukturierung soll fortgesetzt werden
"Wir haben uns intensiv mit Restrukturierungs-Spezialisten beraten, um die weiteren Schritte vorbereitet in Angriff zu nehmen. Die Insolvenzordnung bietet zahlreiche Möglichkeiten, den Geschäftsbetrieb eines Unternehmens zu stabilisieren und somit eine gute Ausgangslage für einen nachhaltigen Turnaround zu schaffen", sagte Mark Rahman, Finanzvorstand der Gesellschaft. Das Unternehmen hat klare Vorstellungen, wie die operative Restrukturierung in der Insolvenz zügig fortgesetzt werden soll. Beispielsweise soll das Konzept des Nachbarschaftskaufhauses neu belebt werden, attraktive Fashion- und Lifestyle-Produkte sollen vermehrt angeboten werden, erläuterte Vorstandsmitglied Erik van Heuven die Perspektiven.


Mitarbeiter sollen Insolvenzgeld bekommen
"Zudem werden wir unverzüglich Gespräche über die Finanzierung des Insolvenzgeldes für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hertie GmbH führen. Gemeinsames Ziel der Geschäftsführung und der Belegschaft ist es, den Geschäftsbetrieb im Interesse der Mitarbeiter, der Kunden und der Gläubiger ohne Unterbrechung fortzuführen", erklärte van Heuven weiter.


Hertie nie aus den roten Zahlen gekommen
Das Finanzhaus Dawnay Day und die britische Unternehmensberatung Hilco hatten die Warenhäuser einschließlich der Grundstücke 2005 vom damaligen KarstadtQuelle-Konzern (heute Arcandor) für 500 Millionen Euro gekauft und später in Hertie umbenannt. Die Kette schreibt nach Branchenangaben konstant rote Zahlen, für das laufende Geschäftsjahr sollen es 30 Millionen Euro Minus sein. Die Investoren hatten die Verluste bisher ausgeglichen. Anfang Juli bekam Dawnay Day als Folge der Finanzmarktkrise aber selbst Probleme.

 

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