Helmut Schmidt: Frau Merkel hat recht!

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neuester Beitrag: 15.09.05 18:12
eröffnet am: 15.09.05 08:44 von: checkerlarse. Anzahl Beiträge: 45
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15.09.05 08:44
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8140 Postings, 5677 Tage checkerlarsenHelmut Schmidt: Frau Merkel hat recht!

Neuer Streit um EU-Beitritt der Türkei

Helmut Schmidt: Frau Merkel hat recht!

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 Hintergrund
Fischer: ?Der Türkei die Türe vor der Nase zuzuschlagen, ist gefährlich?
 Hintergrund
Koch: ?Partnerschaft ja, aber Nein zu einer Vollmitgliedschaft?

Wenige Tage vor der Wahl diskutiert Deutschland wieder über den geplanten EU-Beitritt der Türkei. Auslöser: der Besuch von Kanzler Schröder bei ?Hürriyet?, der größten türkischen Zeitung in Deutschland. Dort hatte Schröder versprochen, der Beginn der Beitrittsverhandlungen (geplanter Start: 3. Oktober) sei mit der SPD sicher (BILD berichtete).

Die Union will die EU-Mitgliedschaft der Türkei verhindern, statt dessen eine ?privilegierte Partnerschaft?.

 Hintergrund
Entscheiden Türken die Wahl?
? klicken Sie hier

Kanzlerkandidatin Angela Merkel kündigte gestern an: ?Wenn wir die politische Mehrheit bekommen, wird das Auswirkungen auf die Verhandlungsführung haben, die in Europa mit der Türkei durchgesetzt wird.?

CSU-Landesgruppen-Chef Michael Glos warf dem Kanzler vor: ?Mit seiner Fixierung auf eine halbe Million potentieller SPD-Wähler verstößt der Kanzler gegen elementare deutsche Interessen, nur um im Wahlkampf parteitaktisch zu punkten.?

Unerwartete Unterstützung erhielten CDU und CSU ausgerechnet von Altkanzler Helmut Schmidt (SPD).

Der Altkanzler warnte in der ?Zeit? vor einem Türkei-Beitritt: ?Der Beitritt der Türkei ist ein Unfug.? Die Türken gehörten einem ?uns völlig fremden Kulturkreis an?. Schmidt weiter: ?Ich bin in diesem Punkt absolut derselben Meinung wie Frau Merkel: Ökonomische Zusammenarbeit ja, Zollunion ja, Freihandelszone ja, aber keine Freizügigkeit für die Bevölkerungsüberschüsse, die in der Türkei entstehen.?  

 
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19 Postings ausgeblendet.

15.09.05 09:25

3007 Postings, 7789 Tage Go2BedWieso ist der Türkei-Beitritt nicht mehr zu

verhindern???

Entscheidet Deutschland oder sogar Schröder solche wichtigen Fragen für Europa jetzt allein oder was?  

15.09.05 09:27

443 Postings, 5612 Tage cassiopaiaC.F. Gauss

Wenn man gut verhandelt, dann wird sich die Türkei darauf einlassen. Man muss halt gute Leute in die Verhandlungen schicken. Das geht schon.

Übrigens: die deutsche Bevölkerung schrumpft und überaltert. Schon in wenigen Jahren wird es bei uns Fachkräftemangel am Arbeitmarkt geben.

Wir brauchen Zuwanderung um unseren Wohlstand zu halten. Natürlich kann nicht jeder Bauer aus Anatolien kommen. Aber gute Leute brauchen wir in Zukunft jede Menge.


greez

 

15.09.05 09:29

805 Postings, 6988 Tage C.F.Gaussslimfast, das ist keine Panik, sondern

schlichte worst-case-Überlegung, wobei die Wahrscheinlichkeit des worst-case nicht gerade gering ist.

1. Warum sollten Spanier und Italiener nach D kommen?
2. Polen kommen sehr viele, allerdings ist Polen so nah, dass diese häufig keinen festen Wohnsitz hier haben.
3. Rumänen? Mal abwarten!
4. Portugiesen: Naja, die (relative) Wirtschaftskraft ist immer noch höher als die der Türkei und es gibt hier so wenig Portugiesen, dass auch kein Nachzug o.ä. zu erwarten ist.

Und außerdem: Es ist immer noch der gleiche Kulturkreis!  

15.09.05 09:31
1

129861 Postings, 6217 Tage kiiwii"..gute Leute brauchen wir in Zukunft jede Menge."

---das stimmt; aber wieso die grade aus der Türkei kommen sollen, ist im wahrsten Sinn des Wortes  schleierhaft.

ex oriente lux ??


MfG
kiiwii  

15.09.05 09:32

4870 Postings, 7632 Tage n1608Ganz cool bleiben!

Immerhin sind einige unserer Nachbarländer so demokratisch, dass sie das Volk bei wirklich existenziellen Fragen direkt abstimmen lassen. Was dabei wohl rauskommt, wenn es heißt:"Sind Sie dafür das die Türkei Vollmitgleid der EU wird?" Vor allem einmal unter dem Hintergrund betrachtet, dass diese Abstimmung zu einem Zeitpunkt kommen wird, an dem die Türkei ca. 100 MIO! Einwohner haben wird. Frankreich vielleich noch auf 52 Mio kommt, die Niederlande auf 14 Mio ......  

15.09.05 09:32

805 Postings, 6988 Tage C.F.Gausscassiopaia, das sollte aber nicht das Ziel

sein. Wenn wir uns auf den Standpunkt stellen, dass wir soweiso überaltern und deswegen andere brauchen, um uns über Wasser zu halten, dann können wir uns gleich aufgeben. Können wir keine Kinder kriegen? Wenn nein, dann ist sowieso alles wurscht, wenn ja, dann müßten wir das doch irgendwie hinkriegen, ich meine, so schwer ist das doch nicht und es macht ja doch auch irgendwie Spaß, oder?

 

15.09.05 09:32

75 Postings, 5552 Tage CallorPutwar schon da

http://www.ariva.de/board/231399?search_id=callorput&search_full=  

15.09.05 09:36

8140 Postings, 5677 Tage checkerlarsenzu 26

das machen sicher,sicher... aber das großziehen ....ist geschmackssache mir ist nen hund ,jeder hund ....jedenfals lieber als ein kind.
ansonsten gilt was kiiwii sagt.
es ist ja wohl kaum zu erwarten das die türken uns irgendwie weiterhelfen können in sachen fachkräfte.
dafür haben wir die eu.  

15.09.05 09:38

443 Postings, 5612 Tage cassiopaiaC.F. Gauss

Wir müssen mehr Kinder kriegen, denn sonst geht die Schrupfkur natürlich immer weiter.

Das ändert aber nix am dramatischen Arbeitskräftemangel ab 2015 in Deutschland. Wenn wir das nicht abmildern gibts bei uns nur noch eine Rezession nach der anderen.

Nix mit Wachstum durch flat-tax

greez

 

15.09.05 09:40

443 Postings, 5612 Tage cassiopaiaCheckerlarsen

In ganz Westeuropa kollabiert die Demographie.

Von dort wird niemand zu uns kommen. Die brauchen selber Leute.

greez  

15.09.05 09:42

12972 Postings, 7572 Tage TimchenGründe gegen einen Eu-Beitritt der Türkei

Zum Beitrittszeitpunkt wird die Türkei das bevölkerungsreichste Land Europas sein mit steigender Tendenz.
Die Inflation und Verschuldung ist ein Vielfaches gegenüber  der EU.
Das Lohnniveau liegt auf einem Bruchteil gegenüber  der EU.
Kultur und Religion sind grundverschieden zur EU.

Ich gehe davon aus, dass die Türkei genauso ein Mitbestimmungsrecht bekommt wie jedes Land der EU. Alle andere wäre undemokratisch.

Wie lässt sich so ein Land integrieren ohne dass die Anarchie ausbricht ?

Wird dann Mitteleuropa die Gesetze für Kleinasien bestimmen oder umgekehrt ?

 

15.09.05 09:42

129861 Postings, 6217 Tage kiiwiiP. 27, Du Schlaukopf d a war es gestern schon:

http://www.ariva.de/board/231251#jump2109894
um 17:47

--aber darum geht s jetzt nicht; es ist gut daß dieses Thema auch im Wahlkampf endlich mal diskutiert wird, statt es mit dem Mantel des Schweigens zu verdecken


Und Helmut Schmidt ist mir da ein kompetenterer Zeitzeuge als der gegenwärtige Noch-Aussenminister mit seiner Angstmacherei.



MfG
kiiwii  

15.09.05 09:44

8140 Postings, 5677 Tage checkerlarsencassi

da hast du recht.
dann müssen spätere generationen wohl oder übel zurück stecken.
jedenfals werden sie sich bestimmt nicht mit den türken vorwärtsentwickeln.
die leben heute obwohl seit 40 jahren hier selbst hier in deutschland wie vor 500 jahren.
also was wäre wohl wenn der rest auch noch kommt.
aufeinmal der große fortschritt? wohl kaum!  

15.09.05 09:44

3007 Postings, 7789 Tage Go2Bed"Mir ist jeder Hund lieber als ein Kind."

Wenn ich sowas lese, wundere ich mich über gar nichts mehr.  

15.09.05 09:46

8140 Postings, 5677 Tage checkerlarsengo2bed

ich bin mir absolt im klaren das diese aussage provozierend ist, dennoch meine meinung.  

15.09.05 09:46

805 Postings, 6988 Tage C.F.GaussAber ehrlich, ist aus der Türkei ein

Fachkräftezuzug zu erwarten? Wir haben jetzt hier prozentual am Ausländeranteil am meisten Leute aus der Türkei. In meiner Sparte und in dem Umfeld, das ich auch aus angrenzenden Sparten kenne, habe ich noch keinen einzigen! Türken gesehen. Arabischer Raum (ohne Türkei), Ostasiaten, EU sowieso, Nordafrikaner, Osteuropäer, Inder, usw. usw., aber keine Türken. Ich habe meine Zweifel, ob aus der Türkei demnächst soviele Fachkräfte kommen werden.  

15.09.05 09:47

33505 Postings, 5704 Tage PantaniChecker grün für Dich o. T.

 
Angehängte Grafik:
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15.09.05 09:48

443 Postings, 5612 Tage cassiopaiaCheckerlarsen

Bei uns läuft die Einwanderung komplett falsch. Wir haben in Deutschland die türkische Unterschicht reingelassen...statt auf Qualität zu setzen wie die Kanadier oder die Amis.


Nicht alle Türken sind Idioten.

greez  

15.09.05 10:03
1

1025 Postings, 6944 Tage J.R. Ewing@cassiopaia

Der Rückgang in den westeuropäischen Ländern einschließlich Deutschlands ist sicherlch ein Faktum. Das heißt allerdings noch lange nicht, daß wir deshalb auch Zuwanderung brauchen. Entscheidend ist nicht das Arbeitskräfteangebot, sondern die Nachfrage nach Personal. Und die wird wegen des rasanten technischen Fortschritts (Rationalisierung) und dem scharfen globalen Wettbewerbsdruck eher abnehmen. Davon betroffen werden in erster Linie nicht- oder geringqualifizierte Menschen sein. Zunehmen wird dagegen der Bedarf an qualifiziertem Personal. Doch genau das steht in der Türkei gar nicht zur Verfügung.

Hier mal ein paar Zahlen: Wegen der dynamischen Bevölkerungsentwicklung werden bis 2050 nach Berechnungen der UNO rund 100 Millionen Menschen in der Türkei leben. Heute sind es etwa 70 Millionen. Der Bildungsgrad in der Türkei ist immer noch erschreckend gering. Landesweit können 23% der Frauen und 7% der Männer weder Lesen noch Schreiben. In Ostanatolien, aus dem das Gros der in der letzten Jahrzehnten nach Deutschland zugewanderten Türken herstammt, liegt die Analphabetenquote sogar bei 50%. 2001 besuchten nur 43% der Kinder im Sekundärschulalter eine weiterführende Schule. In den folgenden Jahrzehnten wird große enorme Zahl junger Menschen auf den Arbeitsmarkt drängen und eine berufliche Perspektive suchen. Und diese Menschen haben in ihrer Mehrzahl keine Bildung genossen, die sie für Tätigkeiten in einer modernen Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft qualifiziert. Finden Sie keinen Job in der Türkei, werden viele ihr Glück in Europa und hier vor allem in Deutschland suchen. Davon geht übrigens auch die EU-Kommission aus.

Zuwanderung aus der Türkei wird also nicht dazu beitragen können, die aus der demographischen Entwicklung in Deutschland resultierenden Probleme für den Arbeitsmarkt und den Sozialstaat zu reduzieren, eher im Gegenteil.

J.R.  

15.09.05 10:22

1025 Postings, 6944 Tage J.R. Ewing@cassiopaia (4/12)

Ich sehe nicht, daß der Beitritt der Türkei zur EU eine unvermeidliche Entwicklung ist. Ich glaube im Gegenteil, daß es nie zu einer Mitgliedschaft der Türkei in der EU kommen wird.

Der Grund: Der Aufnahme der Türkei müssen alle heute 26 EU-Staaten nach Abschluß der Verhandlungen zustimmen. In einigen Ländern werden die Bürger darüber in einer Volksabstimmung zu befinden haben, und zwar ausgerechnet dort, wo es schon heute große Probleme mit der Integration von Zuwanderern aus islamischen Ländern gibt. Namentlich sind hier Frankreich und Österreich zu nennen. In Frankreich lehnen aktuellen Umfragen zufolge 70%, in Österreich sogar 80% der Bürger den Beitritt der Türkei zur EU ab (Eurobarometer, Juni 2005). Das klare "Non" der Franzosen zur EU-Verfassung war nach Meinung von Beobachtern auch ein Votum gegen die EU-Mitgliedschaft der Türkei, für die sich bis zum damaligen Zeitpunkt vor allem Präsident Chiraq eingesetzt hatte.

Die Wahrscheinlichkeit, daß die Türkei tatsächlich einmal Vollmitglied der EU wird, ist schon allein deshalb gering. Das Thema Menschenrechte (die Menschenrechtssituation in der Türkei hat sich in jüngster Zeit eher verschlechert) und das ungelöste Kurdenproblem, das wegen der Entwicklung im Nordirak sehr bald wieder an Brisanz gewinnen wird, sind weitere Stolpersteine.

Werden jetzt Verhandlungen über eine EU-Mitgliedschaft begonnen und große Erwartungen bei den Türken geweckt, die dann am Ende nicht erfüllt werden können, ist das für die Entwicklung der Beziehungen zur Türkei sehr viel schädlicher als wenn man ehrlicherweise Ankara schon heute klar sagt, daß eine Mitgliedschaft in der EU unrealistisch ist und man deshalb nach anderen Formen der Kooperation suchen muß. Denn natürlich ist die Türkei auch aus sicherheitspolitischen Gründen ein wichtiger Partner, den man nicht verprellen darf.
Deshalb halte ich das Vorgehen von Schröder, der türkischen Minderheit in Deutschland aus wahltaktischen Gründen zu suggerieren, mit einer rot-grünen Regierung sei die Mitgliedschaft der Türkei in der EU ausgemachte Sache, für unverantwortlich.

J.R.  

15.09.05 10:51
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6836 Postings, 7532 Tage Egozentriker☠ Ich weiß gar nicht, warum...

...ihr euch hier die Köpfe heiß redet.
Solange die USA an ihrer bisherigen Politik festhalten (und mit etwas anderem ist nicht zu rechnen), wird man von deren Seite schon die entsprechende Überzeugungsarbeit leisten.
Für unsere aktuellen Probleme ist das Thema sowas von irrelevant und dient ausschließlich dem Wahlkampf.
Leider tut man auf Seiten der Union immer so, als könne man großartig Einfluss auf diesen Prozess nehmen, dem ist aber nicht so. Diesen Realitäten wird sich auch die Union irgendwann stellen müssen.  

15.09.05 13:08

1025 Postings, 6944 Tage J.R. EwingIch bleibe dabei

Wenn es wie angekündigt in Frankreich, Österreich und weiteren westeuropäischen Ländern Volksabstimmungen zum Thema Türkei-Beitritt geben sollte, wird die Türkei mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht Mitglied der EU. Da können die europäischen Politiker mit der Türkei verhandeln soviel sie wollen.

Sollten sich die Meinungsunterschiede in der Kurden-Frage zwischen Washington und Ankara, die bereits in jüngster Zeit zu einer Abkühlung des Verhältnisses beider Länder geführt haben, verschärfen - die Türkei ist aus Furcht vor separatistischen Bestrebung im Südosten des eigenen Landes strikt gegen eine autonome Kurdenprovinz im Nordirak und hat sogar mit dem Einmarsch von Truppen gedroht -, dann könnte sich auch die Pro-Beitritt-Haltung der US-Administration ändern.

J.R.  

15.09.05 13:33

6836 Postings, 7532 Tage Egozentriker☠ Ich will ja nichts sagen, aber...

...was hat die geopolitische Sicht der USA bez. dieser Thematik mit der Kurdenproblematik zu tun? Diese dürfte sich auf alle Fälle den langfristigen strategischen Plänen unterordnen und kein größeres Hindernis bezogen auf die Ausdehnung des Einflussbereichs im Nahen Osten haben.
Außerdem sollte man den zweiten Schritt nicht vor dem ersten machen. Wir reden doch zuallerst mal über Beitrittsverhandlungen und nicht über einen Beitritt. Das ganze wird sich noch x Jahre hinziehen bevor es akut wird und von daher ist das ganze Thema bezogen auf unsere aktuellen Probleme kalter Kaffee.  

15.09.05 14:29

1025 Postings, 6944 Tage J.R. Ewing@Egozentriker

Die aktuellen Probleme sind durchaus von Relevanz, denn die Beitrittsverhandlungen müssen sich keineswegs Jahre hinziehen. Sollte nämlich die EU zu der Auffassung gelangen, daß die Türkei den Weg der Reformen verläßt oder sich Ankara zu außenpolitischen Abenteuern im Nordirak hinreißen lassen, können die Verhandlungen ausgesetzt oder abgebrochen werden. Das ist auch von EU-Seite wiederholt betont worden.

Der Beginn von Verhandlungen ist eben kein Beitrittsversprechen.

Die Kurdenfrage ist sehr wohl von erheblicher Relevanz, weil die Interessen der USA und der Türkei hier diametral entgegengesetzt sind. Für die USA sind die Kurden im Nordirak der wichtigste stabilisierende Faktor im irakischen Chaos. Deshalb muß Washington alles tun, um die Kurden bei Laune zu halten. Für die Türken ist eine autonome Kurdenprovinz im Nordirak eine Bedrohung, denn sie würde auf kurz oder lang die separatistischen Bestrebungen der kurdische Minderheit im eigenen Land wieder aufflammen lassen. Der türkisch-kurdische Bürgerkrieg von 1987-1999 liegt gerade einmal 6 Jahre zurück. Noch immer warten knapp 2,5 Millionen kurdische Kriegsflüchtlinge im benachbarten Ausland auf ihre Rückehr in die Türkei. Nicht zu vergessen sind auch die großen Ölvorkommen im Nordirak, speziell in der Region um Kirkuk. Können sich die Kurden die Einnahmen aus der Ausbeutung dieser Quellen sichern, würde das eine erhebliche ökonomische und damit auch politische Stärkung ihrer Position in der Region bedeuten.

So einfach sollte man die Kurdenfrage deshalb nicht abtun.

J.R.  

15.09.05 18:12

8140 Postings, 5677 Tage checkerlarsenvergebliche liebesmüh j.r.ewing

der peilt das nicht.  

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