Heard in New York am Donnerstag

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eröffnet am: 19.07.02 08:11 von: daxbunny Anzahl Beiträge: 1
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Heard in New York am Donnerstag

     



Enttäuschende Quartalsbilanzen und fehlender Auftrieb haben den DOW und Nasdaq am Donnerstag wieder im tiefen Minus schließen lassen. Dagegen hatten die Heraufstufung der Aktien des Mischkonzerns Honeywell durch eine Investmentbank sowie die Erstanträge für Arbeitslosigkeit unter der 400000 Marke nichts mehr ausrichten können. Die Leute sind sehr verwirrt und haben die positiven Dinge aus den Augen verloren, als ob sie erwarten, dass etwas Schlechtes passiert. Die Aktien von Siebel Systems (NASDAQ: SEBL - Nachrichten) brachen um $2,124 auf $9,616 ein und gehörten zu den umsatzstärksten Werten an der Nasdaq. Der Konzern hatte im abgelaufenen Quartal einen stärkeren Gewinn- und Umsatzrückgang verzeichnet als von Analysten erwartet. Die Aktien des Computerkonzerns IBM stiegen zum Schluss nach Verlusten im frühen Geschäft um $1,36 auf $72,05. Das Unternehmen hatte im zweiten Quartal unter anderem auf Grund der Nachfrageschwäche in der Branche und Sonderbelastungen einen kräftigen Gewinneinbruch verbucht.
Glaube, Liebe, Hoffnung. Auf die Frage hin, ob der US-Immobilienmarkt der USA gegenwärtig eine Blase der Überinvestition sei, antwortete FED Chairman Alan Greenspan am Mittwoch, dass er nicht davon ausgehen, dass dies der Fall sei. Die einzige Antwort die er geben konnte (Weil nicht sein kann, was nicht sein darf). Neben dem privaten Konsum, war es der Baumarkt für Häuser und Appartements, welcher in 2001 verhinderte, dass die Rezession starker und länger andauerte. Wir können uns leicht ausmalen, wie die Märkte ?abschmieren? würden, wenn Alan Greenspan vor einer Bubble im amerikanischen Immobilienmarkt warnen würde. Das letzte Bisschen Selbstvertrauen in die eigenen finanziellen Geschicke würde den amerikanischen Investoren abhanden kommen. Warum jedoch sind die Aktien der Bauunternehmer (NVR (ASQ: NVR - Nachrichten) , TOL, DHI, RYL und weitere) allesamt weit unter ihre Höchststände vom Mai dieses Jahres zurückgefallen? Sehen die Insider dieser Firmen bereits erste Anzeichen, dass Käufer entweder nicht mehr Willens und/oder in der Lage sind die, in den letzten 3 Jahren rasant angestiegenen, Preise zu zahlen ?

Und noch am Rande sei bemerkt : vor 2-3 Jahren, konnte man kaum verstehen wovon genau Alan Greenspan in seinen Reden vor dem Senat und Kongress sprach, so verschachtelt war seine Satzstellung (Greenspeak wurde das genannt). Dies gab den Marktteilnehmern eine Menge Interpretationsspielraum. Spätestens seit 2001 ist es nun jedoch (leider) gar nicht mehr schwer den Reden des FED Chairman zu folgen - und die Märkte fallen. Vielleicht sollte Greenspan wieder zur alten Satzstellung zurückkehren.

Ein Bereich der Finanzmärkte, welcher in den letzten Monaten, wenn nicht Jahren, nicht mehr erwähnt wurde, ist der Rohstoffbereich. Der CRB Index (Commoditz Research Index, welcher Kaffee, Gas, Kakao, Heizöl, Orangensaft, Rohöl, Kupfer, Getreide, lebende Kühe, Mais, Gold, Silber, Paladium, Soyabohnen, Schweine, Baumwolle und Zucker beinhaltet) fand im Oktober letzten Jahres seinen Boden und stieg bis in die vergangene Woche an. Dies vor allem, weil die Edelmetalle den die Indexkorb steigen liessen. Aber trotz des negativen Marktumfeldes vermochte der Goldpreis sein Hoch von Anfang Juni ($330) nicht wieder zu übersteigen. Am selben Handelstag hatte der Dow Jones noch bei 9.700 Punkten notiert. Technisch droht der CRB Index nun zu kippen, was im gegenwärtigen wirtschaftlichen Umfeld die deflationären Tendenzen (Autos für 0% Zinsen auf 60 Monate) weiter verstärken könnte, da ja selbst von leichter Inflation kaum mehr gesprochen werden kann. Consumer Price Index (CPI (NYSE: CPY - Nachrichten) ) und Producer Price Index (PPI) sollten diesen Trend schon bald verstärken. Fallende Preise würden die Pricing Power (Möglichkeit der Wirtschaft die Margen zu erhöhen) weiter unterminieren.

Der am Donnerstag veröffentlichte Philadelphia FED Index, welcher mit nur 6,6 Zählern veröffentlicht wurde (Vormonat 22,2) schürt solche Befürchtungen. Der Distrikt der Phily Fed ist stark auf manufacturing ausgerichtet. Nachdem die Lagerbestände in den letzten Quartalen bereinigt wurden, war ein höherer Indexstand (17,5) erwartet worden, da Einzelhändler ihre Lager (in Erwartung robuster Nachfrage) aufstocken sollten. Leider kam es nicht dazu.

Aktienengagements sollten deshalb weiter mit Stop/Loss Orders abgesichert werden, welche bei steigenden Kursen sofort nachgezogen werden sollten. Wir befinden uns weiter in einem Handels ?und noch nicht in einem ?Buy & Hold?Markt.

Gruss aus New York, das US-Aktien Team der DG European Securities, Claudia, Andrew (NASDAQ: ANDW - Nachrichten) und Jerry

Die vorangegangenen Marktbeobachtungen und Aktienbesprechungen basieren auf den subjektiven Einschätzungen der Mitglieder des US-Aktienteams der DG European Securities und sind ohne jede Gewähr sowie ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Das Risikoprofil eines jeden individuellen Investors ist verschieden. Anleger sollten vor der Tätigung von Investitionsentscheidungen den Anlageberater ihrer Bank um zusätzliche Informationen bitten und das angedachte Investment auf ihre Risikotoleranz hin überprüfen lassen. Weitere Informationen zu den Weltfinanzmärkten finden Sie auf www.dzbank.de, www.wgzbank.de, sowie auf www.union-investment.de

 

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