Hartz IV will Langzeitarbeitslose fördern u. forde

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neuester Beitrag: 03.07.04 10:26
eröffnet am: 02.07.04 21:23 von: BeMi Anzahl Beiträge: 19
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02.07.04 21:23

10041 Postings, 6789 Tage BeMiHartz IV will Langzeitarbeitslose fördern u. forde

Hartz IV will Langzeitarbeitslose fördern und fordern.
Doch Experten rätseln, wo diese neuen Arbeitsplätze entstehen sollen.
Von Michael Bauchmüller

  München ? Wer in diesen Tagen Lust auf Galgenhumor bekommt, braucht einem Arbeitsmarkt-Experten nur eine simple Frage zu stellen: Wo eigentlich sollen die Langzeitarbeitslosen künftig arbeiten, die mit der nun beschlossenen Reform ?gefördert und gefordert? werden sollen? ?Wenn Sie das wissen, kriegen Sie den Nobelpreis?, sagt Herbert Buscher, Arbeitsmarkt-Spezialist beim Institut für Wirtschaftsforschung (IWH) in Halle. Beim Bonner Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit behauptet ein Sprecher, ein Kollege in der Abteilung Arbeitsmarkt habe die Jobs in der Schublade. ?Es sind allerdings nicht viele?, schränkt er ein.

Schwer vermittelbare Arbeitslose sollen besser qualifiziert werden, sie sollen nicht mehr Bürokraten gegenübersitzen, sondern einem neuen Typus von Job-Managern, der sich auch mit Drogenproblemen, Kinderbetreuung und Überschuldung befasst. Niedrigere Sozialleistungen sollen dazu anspornen, auch schlecht bezahlte Arbeit aufzunehmen.

Die so genannte Zumutbarkeitsgrenze für Jobs, die nicht ehrenrührig sind, aber schlecht bezahlt, soll sinken. Und dennoch erwartet derzeit kaum ein Beobachter, dass Teil vier der Hartz-Reform bald reihenweise Langzeitarbeitslose in Lohn und Brot bringen wird. ?Der immanente Fehler des Konzeptes ist, dass man sich zwar stark um die Erwerbsfähigkeit der Arbeitslosen gekümmert hat?, sagt Andrea Beate Müller, Sozialexpertin beim Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt, ?aber kaum darum, wo die neuen Arbeitsplätze herkommen sollen.?

Die alten Jobs werden nie wiederkommen: jene Tätigkeiten, die sich in den vergangenen Jahrzehnten durch Maschinen und Automaten ersetzen ließen oder gleich ins Ausland verlagert wurden. Meist waren das solche, die keine sehr spezielle Qualifikation erforderten, und die Arbeitslosen von heute hatten sie lange ausgeübt ? so lange, dass sie nun als schwer vermittelbar gelten.

?Das Kernproblem ist, dass der Strukturwandel von der Industrie zu den Dienstleistungen in Deutschland nicht funktioniert hat?, sagt Hans-Peter Klös vom arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft. Viele, die ihren gut dotierten industriellen Arbeitsplatz verloren, wollten nicht auf die häufig schlechter bezahlten einfachen Dienstleistungen umsteigen. Das, so glaubt Klös, werde sich mit Hartz IV ändern ? und zu neuen Chancen für Arbeitslose führen. ?Die Reform wird mittelfristig zum Erfolg, wenn durch das niedrigere Arbeitslosengeld indirekt der Mindestlohn sinkt?, sagt Klös.

Hoffen auf die Job-Maschine
Eine Vorstellung, die den Gewerkschaften gar nicht behagt. Letztlich entstünde so Billiglohnkonkurrenz aus dem Inland, Tariflöhne gerieten unter Druck. ?Die Frage wird aber sein, ob die Arbeitgeber überhaupt ein Interesse haben, Langzeitarbeitslose einzustellen?, sagt Hartmut Seifert vom gewerkschaftsfreundlichen Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut. ?Davor schrecken offenbar viele Unternehmen zurück.?

Und so hoffen auch die Gewerkschaften auf die Konjunktur: ?Die Erfahrung zeigt, dass Problemgruppen in Regionen mit niedriger Arbeitslosigkeit leichter Arbeit finden?, sagt Seifert. ?Dafür muss die Job-Maschine anspringen.?

Und neue Berufsbilder müssen her. Bei welchen Dienstleistungen etwa Langzeitarbeitslose Chancen haben, bleibt letztlich deren Initiative überlassen. ?Die Möglichkeiten des Staates sind begrenzt?, sagt IWH-Mann Buscher. ?Er kann die Bundeswehr zur Berufsarmee machen oder den Zivildienst abschaffen, aber das löst nicht die Probleme.? Zudem fänden innovative Dienstleistungen auch nur dort Abnehmer, wo es genügend Kaufkraft gibt, sagt Buscher. ?Das mag in Süddeutschland funktionieren ? aber nicht an der polnischen Grenze.?

(SZ vom 2.7.04)


 

02.07.04 21:49

33754 Postings, 7446 Tage DarkKnightTja, ich find das echt Klasse.

da werden demnächst 4 mio Arbeitslose in Jobs vermittelt, die es nicht gibt.

Diesen Spagat hat noch keiner der Ankündigerpfeifen namens Politiker geschafft.  

02.07.04 22:08

10041 Postings, 6789 Tage BeMiTolle politische Führungsschicht

Die glauben den Scheiss auch noch.

Ciao
Bernd Mi  

02.07.04 22:17

33754 Postings, 7446 Tage DarkKnight@BeMi: unabhängig von

unseren divergierenden ppolitischen Einstellungen:

DAS THEMA IST NICHT ZU UNTERSCHÄTZEN.

die wissen was sie machen: sie kappen die Leistung. Bezahlen dürfen wir noch, aber Leistung gibts nicht mehr.

Unzählige Verwaltungsvorschriften führen zur Ablehnung ALLER Anträge, egal, woher sie kommen.

Eine Bekannte arbeitet bei der Bundesagentur für die Abwehr von Arbeitssuchenden (BfA), ich habe ein "bißchen" Einblick:

Die Ziel ist: "KEINE AUSZAHLUNGEN MEHR".


Der Krieg hat begonnen. Das ist KRIEG, der wohlhabenden, herrschenden Schicht, deren Vermögen auf der Arbeit derjeniger gegründet ist, die jetzt ohne Wimpernzucken in die Kriminalität entlassen werden.

Wir erleben z. Zt. das Ende des Kapitalismus, es dauert vielleicht noch 5 bis 10 Jahre, aber wenn keiner mehr was zu fressen oder eine Wohnung hat, dann gilt nur noch eins: DAS FAUSTRECHT.

Glaubt Ihr im Ernst, daß man sich auf die unterbezahlte Polizei verlassen kann? Hehe ...
 

02.07.04 22:21

191 Postings, 6056 Tage haerte10Diese Jobs werden geschaffen werden

Es sind dann die Jobs, die unter Tarif bezahlt werden und zeitlich befristet sind. Also zum Leben zuwenig und zum Sterben zuviel. Mittelfristig wird das ganze Tarifsystem aufgebrochen. Weniger in der Höhe der Stundenlöhne, sondern vielmehr bei den Sonderzahlungen, wie Weihnachts- und Urlaubsgeld, den Zuschlägen und der Flexibilität. Das wird solange gehen, bis sich am Standort Deutschland wieder Investitionen lohnen. Die Fragen werden sein, ob dies nicht viel zu spät kommt und ob die Bevölkerung das ohne Aufbegehren hinnimmt.  

02.07.04 22:39

7336 Postings, 6587 Tage 54reablustig:

Es sind dann die Jobs, die unter Tarif bezahlt werden und zeitlich befristet sind. Also zum Leben zuwenig und zum Sterben zuviel. ...

dann muß man eben mit einem schrumpfenden alg2 zurechtkommen. wenn dann im nächsten schritt (kommt sicher) sozialhilfe und alg2 regional gestaffelt wird, steigt die bereitschaft "zum leben" und zum arbeiten.  

02.07.04 22:53

191 Postings, 6056 Tage haerte1054reab

ich verstehe leider nicht ganz was du ausdrücken willst. Ich meine die Jobs, ähnlich wie in den USA, von denen man mehrere hat und es immer noch nicht für ein anständiges Leben reicht. Übrigends gibt es diese heute schon im Bereich der Sozialhilfeempfänger auf freiwilliger Basis. Vollzeitjob mit ca. 600 Euro Einkommen und der Rest kommt wieder über die Sozialhilfe. Ich sehe solche Jobs in einigen Jahren zuhauf für Deutschland. Der Kernbestandteil des Hartz-Konzeptes ist nicht die Höhe der Bezüge, sondern das Annehmen jedes zumutbaren Jobs.  

02.07.04 23:00

7336 Postings, 6587 Tage 54reabund was soll daran so schlecht sein?

auch wenn man im billigjob geld versient entlastet man die steuerzahler. sozialschmarotzertum ist kein menschenrecht.  

02.07.04 23:21

191 Postings, 6056 Tage haerte10Habe ich was Gegenteiliges behauptet

Nur wer glaubt, dass hiervon nicht fast alle abhängig Beschäftigten indirekt betroffen sind, unterschätzt vieles. Was ist mit der gesamten politischen Struktur? Wie verhalten sich zukünftig die Gewerkschaften? Wie weit werden die unternehmerischen Forderungen gehen? Wir haben heute schon viele legale Zustände, die mehr als beklagenswert sind. Z.B. im Bereich der Praktikanten, bei der Arbeitnehmerüberlassung, bei der Restrukturierung einiger AGs etc.. Der Druck wird auf alle Beschäftigten verteilt und sie werden es begreifen und Schuldige suchen. Was wird kommen? Ein gewaltiger Rechtsruck, Massenstreiks und monatelange Arbeitskämpfe, innere Unruhen, Ausländerjagden und Forderungen zum Austritt aus der EU? Ich hab schon mal an anderer Stelle geschrieben: Wir alle wissen was wir haben. Wer uns weniger bietet und dabei keine Perspektive anbieten kann, wird es politisch schwer haben.  

02.07.04 23:27

2101 Postings, 6950 Tage ribaldUnfähige Manager

in Großunternehmen, die sich hochgedient haben,
werden die Profite so steigern und ihre Bezüge für
ihre Unfähigkeit erhöhen.
Und das alles inszeniert die Sozialdemokratie.

Schaun mer mal
r.  

02.07.04 23:29

33754 Postings, 7446 Tage DarkKnightuuups, @54reab:

sozialschmarotzertum besteht eigentlich in deiner Forderung, daß man mehr Geld für die Anfahrt zur Arbeit verweigeitert, alsGeld für die Anfahrt zur Arbeit bezahlt wird?

Um auf den Punkt zu kommen: der Knecht wird mehr als sonst geknechtet, und der Herr wird noch mehr abzocken.

Ist das SPD-Politik? Ich denke nicht. Weg mit Schröder.

Dieses Arschgesicht hat ein zukunftsdfähiges Land im Schlecker-Billig-Anbieter-Prozeß fürein Butterbrot verkauft,

Der Mann ist ein Arschloch, der Schröder. Ein Penner, Versager und eine Nullnummer in allen Bereichen.


So was von "Nicht-Diskussionsfähig in allen Bereichen" haben wir nicht masl bei Heelmut K. erlebt. Und das will was heißen.  

02.07.04 23:32

2101 Postings, 6950 Tage ribaldStimmt leider, Darkknight

Das mit Kohl. Der hätte das gar nicht gewagt.  

02.07.04 23:45

33754 Postings, 7446 Tage DarkKnight#Hartz 4 ist das Ende des Bundesfriedens

3 mio Menschen werden ab dem 1.1. kein Geld mehr haben.

Die Arschlöcher in den Parlamenten haben eine Verantwortung, aber sie denken nur an die eigene Pension.

Was bleibt uns: Denkt darüber nach: wir zahlen ein Leben lang ein in die AL und wir bekommen: NICHTS.

Ist das das Solidarprinzip? Ich habe 100.000 Euro einbezahlen MÜSSEN. Wofür? Damit ich Formulare aufülle, um 350 Euro pro Monat zu kriegen, für die ich mich auch noch schämen muß, weil ich angeblich ein Sozialschmarfotzer bin?

Ich plkädiere für einen neuen Faschismus. Einen Österreichisch-geprägten Bergfaschischmus: das Wohlbefinden österreichischer Bergziegen sollte unsere Politik determinieren. Grund: wo Dummheit regiert und Sättigung möglich ist, ist der Volkskörper zufrieden.


Ich kann nur noch täglich kotzen ... kotzen ... kotzen ...... oder auch nicht.


Immerhin habe ich hiermit die Weltformel gefunden, oder .... ?  

02.07.04 23:59

2101 Postings, 6950 Tage ribaldIch habe 100.000 Euro einbezahlen MÜSSEN.

Darkknight das rechne mir mal vor.
grins  

03.07.04 00:14

191 Postings, 6056 Tage haerte10ribald, DarkKnight

Ich denke ihr macht euch das zu einfach. Die ganzen Strukturen in der BRD sind nach dem Einbahnstrassensystem aufgebaut. Sie funktionieren nur wenn die Gesamtwirtschaft floriert und haben keine Funktionen für den gegenteiligen Fall. Siehe hier z.B. den Generationenvertrag. Dieser ist bei seiner Gestaltung immer davon ausgegangen, dass die Geburtenrate entsprechend ist (in ihm steckte sicher auch die Überlegung während des Aufbaus nach dem Krieg Kapital freizusetzen). Oder das Beispiel der "Gast"arbeiter. Hier wurde immer davon ausgegangen, dass sie irgendwann zum grossen Teil wieder in ihre Heimatländer gehen.

Hinzu kamen die grossen Belastungen durch die Eingemeindung der DDR. Das Ziel Deutschland zu vereinigen hat immer bestanden. Wirklich eingeplant hatte es keiner und so schnell wie diese Aufgabe plötzlich auftrat, da hat erst recht keiner mit gerechnet.

Bei der EU und der Osterweiterung rechnet auch wieder jeder mit vollen Auftragsbüchern. Ich sehe eher eine Verlagerung unseres Know Hows (das einzige Kapital was wir wirklich haben) dort hin. Für den Fall, dass dies kein wirtschaftlicher Erfolg wird sind ebenfalls keine Vorkehrungen getroffen worden.

Alle Parteien haben auf eine florierende Wirtschaft spekuliert und bisher ist es aufgegangen. Doch seit etlichen Jahren wird die Politik nicht mehr an die sich veränderden Bedingungen angepasst. Das nun eine sozialdemokratisch geführte Regierung voranprescht zeigt eigentlich nur den Ernst der Lage. Wäre noch ein paar Jahre so weiter gewurschtelt worden, wäre hier alles wie ein Kartenhaus zusammengebrochen.

Aber es werden immer noch zuviele handwerkliche Fehler gemacht und wichtige Ursachen ausgeklammert. Das ein Automobilmanager beauftragt wird die Konzepte für den Arbeitsmarkt zu entwerfen, die dann umgesetzt werden, halte auch ich für schlichtweg skandalös. Aber auch hier zeigt sich, wie an weiteren Stellen in der Bundesregierung, dass unsere Politiker mit dieser Aufgabenstellung fachlich wohl überfordert sind.

Zum Thema Bedrohung durch das Kapital sag ich nur Fabelstunde und Gedankengut während der industriellen Revolution. Wir haben heute ganz andere unternehmerische Strukturen. Was einige Vorstände diverser AGs hier vorführen ist sicherlich an Unfähigkeit und Selbstbereicherung teilweise nicht zu überbieten. Im gesamten Geldkreislauf jedoch eher von untergeordneter Stellung und internationaler Standard.  

03.07.04 00:35

33754 Postings, 7446 Tage DarkKnight@h10: cool

insgesamt unbestritten von meiner Seite

"Eingemeindung der DDR", das merke ich mir.

Aber:


Du gehst vom Makrokosmos aus,

ich vom Mikrokosmos.

Hartz 4 ist mit Sicherheit das beste, was Dtld passieren konnte, aber es werden viele auf der der Stecke beleiben, die es nicht verdient haben.

Das ist die Härte, die ich kritisiere. Das ist die Kritik am Genossen der Bosse, die ich schon immer durchschaut habe; der dt. Arbeiter war schon immer Lohnvieh oder Kanonenfutter, egal zu welcher Periode.

Es gab noch nie sozilae Gerechtigkeit, es gab nur "Friß oder Stirb".

Wir brauchen einen neuen Krieg und infolgedessen 200 mio Araber weniger.


Das würde für Wirtschaftswachstum sorgen.

2 mio bei uns, 4 mio in France, 1 mio in Russland (auch Kaukasier sehen wie Araber aus), und der Rest in der Sahara. Da gibst Millionen und Milliarden von Terrorsten.  

03.07.04 00:44

2101 Postings, 6950 Tage ribaldhaerte10

Merkwürdig nur, dass bei der hohen Belastung mit
Sozialkosten die Exportwirtschaft derart brummt?
Schuld an der wirtschaftlichen Stagnation haben
allein die Sozialabgaben?
Normalerweise entscheidet ja die gesamtwirtschaftliche
Nachfrage für die Auslastung der Kapazitäten und damit
für die Höhe des BIs.
Ich sach mal: Die meisten Entscheidungsträger in
Wirtschaft und Politik sind keine Wirtschaftfachleute
sondern Apparatschiks.
Da liegt das Übel, nicht bei einigen Tausend Sozialschmarotzern.  

03.07.04 01:54

191 Postings, 6056 Tage haerte10DarkKnight

Absolute soziale Gerechtigkeit gibt es wohl nur theoretisch im Kommunismus. Praktisch allerdings sind die Brötchen dort so klein, dass kaum einer richtig satt wird. Das was an sozialer Gerechtigkeit nach dem Krieg zumindest in Westdeutschland aufgebaut wurde, würde ich schon sehr nah am Ideal sehen. Die Frage, die leider noch nicht beantwortet werden kann ist die, ob dies weltweit auf Dauer für alle Menschen machbar wäre oder ob sich dies nur auf Insellösungen beschränkt.

@ribald
Die Exportwirtschaft kann brummen wie sie will. Fakt ist, dass rund 10 Millionen (setzt sich zusammen aus geschönten 4,5 Millionen Arbeitslosen, plus Sozialhilfempfängern und deren Familienangehörigen ohne Rentner) Menschen in einer 80 Millionen Gesellschaft am sozialen Tropf hängen. Hinzu kommen unzählige Subventionen in allen Bereichen und jede Menge Leute, die dies ohne praktischen Nutzen verwalten dürfen. Das alles muss bezahlt werden auf international hohem Niveau. Jetzt haben wir zwei Effekte. Erstens wird ein Teil der Exporterlöse garnicht bei uns produziert und zweitens erhalten wir dadurch viele Waren im eigenen Land zu günstigen Preisen. Endscheidend ist jedoch der Wegfall der Arbeitsplätze, weil der Lebensunterhalt der dahinter stehenden Menschen nun durch das soziale Netz aufgefangen werden muss. Dies geht solange gut bis die Einnahmen durch die Wirtschaft (eigentlich ist es die einzige Einnahmequelle) hierfür ausreichen. Diesen Punkt haben wir schon lange überschritten, wodurch die Abgabenlast auf jeden erwirtschafteten Euro immer grösser wird. Diesen Teufelskreis gilt es zu durchbrechen. Alles was ich an Statistiken, BIPs und sonstigen Zahlen sehe ist mir persönlich vollkommen wurscht. Wichtig ist das die Abgabenlast auf ein vernünftiges Maß geführt wird und dies sozial ausgewogen. Zur Unausgewogenheit tragen wir im Moment alle mehr oder weniger bei und die Politik kriegt es nicht in den Griff. Unser Wirtschaftssystem ist die soziale Marktwirtschaft und in meinen Augen sind wir dabei diese Errungenschaft, die allen Teilen der Bevölkerung zu Gute kommt, zu verschleudern. Ich persönlich glaube, dass eine Umkehr nur gelingen kann, wenn wir erstens wieder mehr den Schwerpunkt auf nationale Interessen lenken und uns zweites von Ideologien mehr trennen und Sachentscheidungen herbeiführen, die nicht mehr von Lobbygruppen, ganz egal aus welcher Ecke, beeinflusst werden. Doch leider sehe ich immer mehr Entscheidungen, die von mir unbekannten und gesichtslosen Politikern in Brüssel getroffen werden, reihenweise unfähige Politiker im eigenen Land und leider auch ein Volk, dass nicht mehr bereit ist für seine Interessen auf die Strasse zu gehen und zu kämpfen.  

03.07.04 10:26

12570 Postings, 6249 Tage EichiÜberall gibt's Arbeit in D!

Nur, sie ist hier nicht bezahlbar.  

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