Hart, Härter, Hartz

Seite 1 von 1
neuester Beitrag: 05.07.04 10:56
eröffnet am: 04.07.04 15:05 von: vega2000 Anzahl Beiträge: 13
neuester Beitrag: 05.07.04 10:56 von: vega2000 Leser gesamt: 731
davon Heute: 1
bewertet mit 1 Stern

04.07.04 15:05
1

Clubmitglied, 45282 Postings, 7433 Tage vega2000Hart, Härter, Hartz

Die von den neuen Gesetzen Betroffenen ahnen noch gar nicht, was auf sie zu kommt. Wenn sie es aber merken, wird es zu Unruhen in der Republik kommen. Die Väter für den Untergang der 20%-SPD lauten Hartz IV & Arbeitslosengeld2. Diese beiden, so genannten Reformen, stehen für das Entfernen der SPD von seinen bisherigen Wählern, den Arbeitern am Fließband, dem kleinen Mann: Damit ist die SPD endgültig nicht mehr deren Partei.

Wer sich für Politik interessiert, dem war das schon längere Zeit klar, nun haben wir es schriftlich. Die Sozialdemokraten zerschneiden das Seil nach unten. Sie sind nicht mehr links, sie sind allenfalls noch in der Mitte. Mit den angestrebten Gesetzen, in denen Langzeitarbeitslose ins Meer der Sozialhilfeempfänger geworfen werden, macht die SPD uns klar, was sie nicht mehr ist: Sozialdemokratisch.
Deshalb verliert sie nicht nur die  Unterschichten, sondern auch die Wähler der Mitte. Hinzu kommt, dass Schröder sich lange aufgeführt hat wie ein Fallschirmspringer, der von sich glaubt, er sei so gut, dass er auch ohne Fallschirm abspringen kann. Nun bräuchte er einen Fallschirm, aber es jetzt bekommt er ihn nicht mehr.
Hartz IV & Arbeitslosengeld 2 sind Gesetze, mit denen die sozialdemokratischen Nachkriegsgenerationen der Fünfzigjährigen ihren Aufstieg gesichert haben & für die, die immer noch unten stehen oder heruntergefallen sind, den Aufstieg verhindern.
Die SPD verabschiedet sich von der Möglichkeit des sozialen Aufstiegs für alle. In Zeiten der Bildungsoffensiven haben SPD-Wähler den Aufstieg in die Mittelschicht vollbracht. Die Nachkommen kleiner Handwerker & Facharbeiter sind zu Hunderttausenden auf der sozialen Treppe des Aufstiegs, die ihnen das BaföG gebaut hat, nach oben gestiegen.
In Universitäten & Parlamenten kann man den Erfolg dieser Offensiven heute ablesen.
Politiker dieser der ehemals sozialdemokratischen Partei ziehen nun das Seil nach oben ein. Die angestrebten Gesetze sorgen für Armut & Unmut ? bei den mehr als 500000 Arbeitslosen zum 1.Januar 2005 sofort, für eine weitere Million Langzeitbarbeitslose etwas später.
Die negativen Auswirkungen werden den sozialen Frieden in Deutschland schwer stören. Beim Streit im Vermittlungsausschuss über die Gesetzestexte ging es aber nicht um die Folgen, sondern lediglich um die Zuständigkeiten & wer das Ganze wie finanziert. Die davon Betroffenen  Arbeitslosen haben noch gar nicht begriffen, was ihnen in naher Zukunft droht. Wenn sie es verstanden haben, dann ist es zu spät! Auch die treusten SPD-Wähler werden in Massen zu den Unionsparteien überlaufen. Die wird, wie es heute aussieht, die Politik der neuen sozialen Kälte Deutschlands beschleunigt fortsetzen.
Die noch mehr geschockten Wähler werden mit hoher Wahrscheinlichkeit auch der Union den Rücken kehren, aber nicht mehr zu den Sozialdemokraten laufen. Dann könnte die Zeit der Demagogen folgen. Mit Hartz IV kann ist der Dünger für solch ein Szenario gesäht. Die Idee der Zusammenlegung von Al & Sl mag vernünftig sein: Die Umsetzung hingegen nicht!. Schon der Name Arbeitslosengeld 2 betreibt Augenwischerei; es handelt sich schlicht um Sozialhilfe für die Bürger, die bisher mehr Geld, nämlich Arbeitslosenhilfe, erhalten haben; ab 1. Januar an wird es aber so sein, dass Arbeitslose in den meisten Fällen schon nach dem  ersten Jahr in die Sozialhilfe rutschen. Das ist ungerecht.

Noch ungerechter aber sind aber die Details die Arbeitslose schlucken müssen. Die Gesetzesvorschriften, die bisher nur für Sozialhilfeempfänger gelten, werden nun auch auf die Arbeitslosen umgelegt, d. h., Vermögen, was sich der Arbeitslose aufgebaut hat, wird wie beim Sozialhilfeempfänger, mit in die Berechnung auf des Al 2 eingerechnet. Arbeitnehmer, die jahrzehntelang gearbeitet & Beiträge zur Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben, werden bestraft!
Wer in Zukunft bei Arbeitslosigkeit Geld vom Staat bekommen will, der muss zum Beispiel seine Lebensversicherungen zum Rückkaufswert veräußern, der muss sich seine zuteilungsfähige Unfallversicherung anrechnen lassen & sogar sein für die Altersversorgung gebautes Häuschen verkaufen.
Die verfassungsmässige Entgleisungspolitik der SPD ist der Niedergang des Sozialstaates.
Politik in dem Stil ist nicht mehr sozialdemokratisch, sondern einfach nur unanständig. Die Verfassungsgerichte werden sich damit beschäftigen müssen, ob es sich dabei nicht schlicht um Enteignungspolitik handelt.
Im Gegenzug fordert die selbe Parteipolitik die Leute täglich aufs neue auf, selber Vorsorge für Notfälle zu treffen, -jetzt nimmt sie ihnen bei Eintritt in den Notfall das Notersparte weg. Diese Menschen werden bewußt arm gemacht & kriegen trotzdem keine Arbeit. Der Schutz des Eigentums, im Grundgesetz verankert, gilt auch für den Besitz kleiner Leute. Wenn man das den Sozialdemokraten nach mehr als 100 Jahren ihres bestehens erklären muss, wird jedem klar, warum es der Partei so schlecht geht.
Die Sozialdemokraten dürfen froh sein, wenn sie sich bei der nächsten Btw über der 20%-Marke halten,



 

04.07.04 15:35

191 Postings, 6054 Tage haerte10Heulsusengeschreibsel

ohne den Ansatz einer Alternativlösung. Das SPD und Grüne wohl fachlich nicht die erste Wahl für diese Aufgabe sind, sollte mittlerweile wohl jedem klar denkenden Menschen einleuchten. Selbst eine PDS Regierung würde nicht viel anders handeln können ohne zukünftig noch grösseren Schaden anzurichten. Der eingeschlagene Weg ist richtig, nur die Umsetzung ist mehr als mangelhaft. Wer ein offenes Europa will und aus Deutschland ein Einwanderungsland macht, der kann nicht gleichzeitig allgemeinen Wohlstand auf hohem Niveau einfordern. Die Tatsachen der leeren Kassen und der Ursachen hierfür muss man endlich mal zur Kenntnis nehmen. Auch Deutschland hat nicht den Status eines Sterntalerlandes. Auch hier regieren letztendlich die harten Gesetze der Mathematik.  

04.07.04 17:17

4388 Postings, 6995 Tage sorosher mit den Kapitalismus, dann läufts auch wieder

mit der Wirtschaft! Sicherlich sind bei allen Parteien Spacken bzw böse Buben, auch bei der CDU, aber wenn man sich die Statistik mal anschaut, waren es immer gute Börsenjahre. Mir ist nur eines sehr wichtig, daß es den deutschen Unternehmen leichter gemacht wird und die Steuerpolitik sich deutlich ändert. Sparen sparen sparen bringt kein Wachstum, sondern verschlimmert nur die Lage. Um so länger das anhält, um so schwerer kommt man aus diesem Tief wieder heraus.

Remember: Eine Hausse nährt eine Hausse und eine Baisse nährt eine Baisse! Dieser Spruch bezieht sich nicht nur auf die Börsenkurse, sondern ebenfalls entsprechend auf den Wirtschaftskreislauf etc...

na ja, reden bringt nix! Die nächste Wahl wirds zeigen!
 

04.07.04 17:30

4388 Postings, 6995 Tage sorosweg mit der SPD! ;)

mal anschauen:

http://www.google.de/...h?q=b%C3%B6rsenjahre+CDU&ie=UTF-8&hl=de&meta=

gruß

soros  

04.07.04 17:32

4388 Postings, 6995 Tage soros?

hoffe das ist der richtige link:

http://office.freenet.de/www.freenet.de/freenet/...ahlspecial/08.html

soros  

04.07.04 17:57

4388 Postings, 6995 Tage sorosdoll!

Gute Aussichten für High Potentials

© PhotoDisc Aufgrund der zunehmenden Bewerberzahlen haben Abitur- und Examensnoten an Bedeutung gewonnen
Gute Nachrichten für den Nachwuchs: Deutsche Unternehmen sehen für dieses und auch kommendes Jahr einen Einstellungsbedarf an High Potentials.

Deutsche Unternehmen haben 2003 wieder mehr Nachwuchs-Fach- und Führungskräfte eingestellt als im Jahr davor. Für dieses und auch kommendes Jahr sehen die Unternehmen einen weiteren Einstellungsbedarf. So das Ergebnis der Studie "High Potentials 2004", an der sich 254 Unternehmen aller Größen und Branchen beteiligt haben.

Die Beratungs- und Dienstleistungsbranche hat für die Jahre 2004 und 2005 den vergleichsweise höchsten Bedarf an High Potentials genannt. Andere Branchen halten sich aktuell noch zurück. Mittelfristig wird es aber nicht nur in Nischen einen erheblichen Wettbewerb um die Talente geben, wie wir ihn jetzt schon in Segmenten wie der Biotechnologie, der Medizin oder in bestimmten Ingenieursbereichen haben. "Nur Unternehmen, die ihre Rekrutierungs-, Personalmarketing- und Talentmanagementsysteme auf den demografischen Wandel ausrichten, werden erfolgreich sein", sagt Jochen Kienbaum, Vorsitzender der Geschäftsführung von Kienbaum Consultants International, die die Studie anfertigte.


Mehr zum Thema
Die vollständige Kienbaum Studie "High Potentials 2004" ist für eine Schutzgebühr von 200 Euro (zzgl. MwSt.) direkt bei der Kienbaum Kienbaum Executive Consultants GmbH zu bestellen. Gehaltsspanne zu "normalen" Absolventen wird kleiner
Gute Nachricht für "normale" Absolventen: Die Unterschiede zwischen den durchschnittlichen Einstiegsgehältern von High Potentials und Absolventen sind geringer geworden. Während High Potentials durchschnittlich mit 43.432 Euro Jahresgesamtgehalt in den Job starten, kommen "normale" Absolventen auf 38.452 Euro. Die höchsten Einstiegsgehälter zahlt mit 46.643 Euro die Beratungs- und Dienstleistungsbranche ihren High Potentials. Absolventen hingegen werden bei Finanzdienstleistern mit 42.400 Euro am besten vergütet.

Suche nach Nachwuchs in ganz Europa
Im Vergleich zu den Ergebnissen der vorangegangenen Studie rekrutieren die deutschen Unternehmen ihren Top-Nachwuchs verstärkt europaweit (2002 etwa 22 Prozent; 2004 ungefähr 29 Prozent). Zwar gibt es nach wie vor auf dem nationalen Markt in einigen Segmenten einen Bewerberüberhang, doch in speziellen Nischen wie etwa im Bereich Informatik oder bei Ingenieuren ist die Rekrutierung aufgrund des knappen Angebots sogar weltweit ausgerichtet.

40 Prozent der Unternehmen arbeiten mit Personalberatern
Als erfolgreichste Rekrutierungsinstrumente gelten Nachwuchsförderungsprogramme oder Praktika, bei denen der direkte Kontakt zum Bewerber und seiner Arbeit hergestellt werden kann. Obgleich Stellen- und Imageanzeigen in Printmedien von den Unternehmen als wichtiges Instrument angesehen werden, wächst die Bedeutung der Anzeigen im Internet kontinuierlich. Allerdings geht mit dieser Entwicklung ein erheblicher Mehraufwand einher, da viele Bewerber mehrfach ihre Unterlagen einschicken oder aufgrund der einfachen Handhabung für den Bewerber viele ungeeignete Profile eingehen. Um dennoch eine zügige Bearbeitung gewährleisten zu können, arbeiten 40 Prozent der Unternehmen mit einem Personalberater zusammen.

Master und Wirtschaftswissenschaftler gefragt
Ob staatliche oder private Bildungsinstitution, ein Universitätsabschluss wird von fast allen Branchen höher bewertet als der Abschluss an einer Fachhochschule. Lediglich die Hälfte der befragten Unternehmen legt Wert auf einen Doktortitel. Und 85 Prozent der Unternehmen schätzen einen Master of Business Administration gleichwertig mit einer Promotion ein.

Insgesamt ist der Bedarf an High Potentials aus dem Fachbereich Wirtschaftswissenschaften am höchsten. Absolventen der Sozial- und Geisteswissenschaften werden hingegen kaum nachgefragt. Die wichtigsten Zusatzqualifikationen von High Potentials sind nach wie vor qualifizierte Praktika und Sprachkenntnisse. Und eine internationale Ausrichtung des Studiums wird im Zuge der Globalisierung immer wichtiger eingeschätzt. An Bedeutung gewonnen hat - wohl aufgrund der zunehmenden Bewerberzahlen - die Qualität der Abitur- und Examensnoten.

Arbeitslosigkeit kein Stolperstein
Viele Absolventen benötigen nach dem Abschluss mittlerweile bis zu sechs Monate, um eine geeignete Position zu finden. Diese Karenzzeit wird von den meisten Unternehmen nicht als negatives Merkmal eines Bewerbers gewertet. Auch eine zwischenzeitliche Arbeitslosigkeit wird nicht als Stolperstein auf der Karriereleiter eingestuft. "Wichtiger als kleinere 'Auszeiten' aufgrund der konjunkturellen Gesamtlage sind den Unternehmen eine überdurchschnittliche, glaubhaft präsentierte Motivation und Engagement. Dies spiegelt sich nicht nur in guten Noten wider, sondern auch in einem interessanten Lebenslauf, der ein breites Interesse genauso wie zielgerichtete Planung der eigenen Entwicklung signalisiert", so Jochen Kienbaum.  
     Meldung vom 03. Juli 2004  

04.07.04 19:55

21368 Postings, 7145 Tage ottifantCSU für radikalere Reformen

Besser, schneller, wirksamer
CSU für radikalere Reformen

Die CSU hat die rot-grünen Arbeitsmarktreformen als nicht ausreichend bezeichnet. Die Hartz-IV-Gesetze seien nur "ein ganz, ganz kleiner Schritt" in die richtige Richtung, sagte CSU-Generalsekretär Markus Söder am Sonntag im Deutschlandfunk. So sei unter anderem "die ganz große Entlastung für die Kommunen" nicht erreicht worden. Zudem sei nicht sicher, ob die Umsetzung der Reform funktioniere.

Im Falle einer Regierungsübernahme der Union werde sich die CSU für radikalere und damit wirksamere Einschnitte stark machen.

Dazu müsse eine "ganz große Steuerreform" und eine Flexibilisierung am Arbeitsmarkt umgesetzt werden, sagte Söder. "Mit diesen beiden großen Feldern, die übrigens auch sehr rasch umzusetzen sind, würden wir einen Riesensatz nach vorne tun, so dass wir auch die notwendige Zeit hätten für die Reform der sozialen Sicherungssysteme".

Adresse:
http://www.n-tv.de/5260555.html
 

04.07.04 20:20
1

16574 Postings, 6762 Tage MadChartAbsolut krank!

Hier werden Leute bestraft, die so verantwortungsbewusst und konsequent waren, sich neben der staatlichen Rente noch eigene Standbeine fuer die ungewisse Zukunft zu schaffen. Wer nix tut und sein Geld lieber in Autos, Urlaub oder Kneipenbesuche investiert, dem kann nix passieren.

M.a.W. Eigeninitiative und Verantwortungsbewusstsein fuehren dazu, dass man der Dumme ist.

Das ist eine Riesensauerei. Voellig egal, von welcher Farbe die Regierung ist, die sowas beschliesst. Dass die CSU hier ein noch konsequenteres Vorgehen fordert, kann man getrost als wahltaktisches, inhaltsleeres Geschwaetz abhaken.  

04.07.04 20:30

95440 Postings, 7315 Tage Happy EndKienbaum sollte erstmal deutsch lernen

...sonst aktivieren sie nicht ihre eigenen High Potentials *g*  

04.07.04 20:46
1

9161 Postings, 7758 Tage hjw2dummes geschwätz



wie man hier sehen kann:
".. so dass wir auch die notwendige Zeit hätten für die Reform der sozialen Sicherungssysteme".

das eigentliche problem sind nicht die nötige reformen, was jeder verstehen könnte,

sondern die gier einiger weniger, und die  damit verbundene verteidigung der allimentierung privilegierter gesellschaftsschichten aus den sozialkassen und steuertöpfen...

die einsparungen bei den ausgaben für sozialleistungen mindern z.b. nicht etwa die staatsverschuldung, sondern sammeln sich in den taschen oben genannter.


in der tat, es ist es eine riesensauerrei.....


 

04.07.04 22:50

2101 Postings, 6948 Tage ribaldWieviel Euros Einsparung

soll denn Harzt IV bringen?

Nur Peannuts?  

04.07.04 23:15

12850 Postings, 6947 Tage Immobilienhaihartz IV ist ein schritt zur Kriminalisierung des

bedürftigen.

wie bereits bei der deutschen steuererklärung, wird der unterschreiber mit seiner unterschrift verpflichtet, das alles vorher erklärte der wahrheit und den bestehenden gesetzen entspricht. das problem, dass keiner diesen wisch versteht und weiß was der wahrheit und den gesetzen entspricht. das ganze teil soll nur dazu führen um aufgrund von formfehlern oder fehlerhaften angaben, die aber aufgrund der undurchsichtigkeit des papiers entstehen die leute als betrüger darzustellen und leistungen gänzlich zu streichen...  

05.07.04 10:56

Clubmitglied, 45282 Postings, 7433 Tage vega2000Schützt euch vor dem Zugriff des Staates!

hartz-datensammlung
Huch! Das trifft ja uns!


Politische Vorhaben haben mindestens zwei Dimensionen: eine sachliche, pragmatische. Und eine psychologische, die Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl der Betroffenen hat. Es ist diese psychologische Dimension der Hartz-Gesetze zum Arbeitslosengeld II, die in den Vordergrund der öffentlichen Debatte gerät: der Angriff auf das Selbstwertgefühl der Erwerbslosen, weil diese in den Anträgen auf das Arbeitslosengeld II "ihre Hosen runterlassen müssen".

In den Antragsformularen wird nach "Edelmetallen, Antiquitäten, Gemälden" gefragt, die man besitzen könnte. Auch Modell und Alter des Autos, das etwa die Partnerin fährt, müssen in den Formularen vermerkt werden. Nicht zu vergessen die Auskunft, ob man Brennstoffe "selbst beschafft" und an die "zentrale Warmwasserversorgung" angeschlossen ist.

Sozialhilfeempfänger müssen auch heute schon solche hochnotpeinlichen Befragungen über sich ergehen lassen. Nur: Das Arbeitslosengeld II betrifft eben künftig auch viele Joblose in den Mittelschichtmilieus. Auch deswegen schreien viele Kommentatoren in bürgerlich-liberalen Medien jetzt auf, obwohl sie vorher immer die "Reform" eifrig herbeischrieben. Huch! Das betrifft ja uns! Genau. Denn auch Akademiker, die ihren Arbeitsplatz verlieren und vielleicht jenseits der 45 sind, sitzen automatisch auf der sozialen Rutschbahn nach unten.

Genau das ist die neue psychologische Dimension von Hartz IV, an die Rot-Grün sicher nicht gedacht hat: Jeder kann von heute auf morgen zum Almosenempfänger werden, der sich durch ausführliche Preisgabe von Informationen als der Sozialgabe "bedürftig" erweisen muss. Hartz IV wird damit zum "doppelten Angriff": Einmal werden Leistungen gekürzt, zum Zweiten aber folgt das Gefühl der Demütigung. Das können auch die an sich sachlichen Argumente der Behörden, man müsse Missbrauch eben vermeiden, nicht mildern.

Hartz IV ist eine Kränkung - und man kann sich jetzt schon lebhaft die Subkultur des Widerstands dagegen ausmalen. Erwerbsloseninitiativen geben Tipps, den Lebensgefährten rechtzeitig in getrennter Wohnung anzumelden oder das Vermögen bei der Schwester zu parken, wenn Joblosigkeit droht. Schützt euch vor dem Zugriff des Staates! Wenigstens unter diesem Motto ziehen künftig die Langzeitarbeitslosen mit jedem gut verdienenden Steuertrickser gleich. Welch Ironie.

taz  

   Antwort einfügen - nach oben