HV-Bericht H5B5-Media AG - gelungene Premiere

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09.05.01 08:35

3357 Postings, 7028 Tage das Zentrum der M.HV-Bericht H5B5-Media AG - gelungene Premiere

HV-Bericht H5B5-Media AG



Am 4. Mai 2001 fand die erste ordentliche Hauptversammlung der H5B5-Media AG nach dem Börsengang statt. Versammlungsort war die recht offene, sparsam dekorierte Halle 2 des Münchener M.O.C., die durch Erfrischungsstände, Softeis- und Espressomaschinen und ein Mini-Kino, in dem eigene Produkte vorgeführt wurden, sinnvoll und angenehm angereichert war.
Um 10:10 Uhr eröffnete der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Karl Rauser die Hauptversammlung vor rund 150 Anwesenden, unter denen sich auch ein Vertreter von GSC Research befand. Private Aufzeichnungen von Bild und Ton wurden ausdrücklich verboten, während die Gesellschaft selbst den Verlauf der Hauptversammlung zwecks Veröffentlichung im Internet aufzeichnete.

Der Versammlungsleiter trug seinen Aufsichtsratsbericht vor und wickelte die nötigen Formalien ab. Schon zu diesem frühen Zeitpunkt stellte sich der Kandidat für die Wahl zum Aufsichtsrat vor. Dr. Stefan Ventroni, Jahrgang 1965, ist Rechtsanwalt in München und hat nach seiner Tätigkeit als Jurist bei Bertelsmann die Medien-Spezialkanzlei Poll & Ventroni eröffnet. Seit 1999 ist er als Berater für H5B5 tätig.


Bericht des Vorstands

Vorstand Hendrik Hey trug sodann im lockeren Moderator-Stil, unterstrichen durch zwei offene Hemdknöpfe und die Abwesenheit jeglichen Binders, seinen Bericht vor. Der Gesellschaft sei in 2000 ein starker Auftritt gelungen, denn schließlich wurden die Planzahlen übertroffen. Den ungewöhnlichen Firmennamen erklärte er in aller Kürze, indem er auf die Vorliebe der Initiatoren für Marken an sich und den ?Star Wars?-Roboter R2D2 im Besonderen hinwies. Ein Mitarbeiter des Deutschen Museums habe ihm erst später erzählt, dass H5B5 auch die Bezeichnung für einen hoch explosiven Raketentreibstoff ist, was Herrn Hey nicht im Geringsten unangenehm war.

Das Ziel von H5B5 sei es, auf Basis der Kette Creation-Content-Commerce, die man auf dem Weg vom Spezialisten für Dokumentarfilme zum Medienhaus verfolgt hat, ?große? Lizenzen zu entwickeln und ebenso ?groß? zu vermarkten. Man müsse die Lizenzen selbst herstellen können. Mit dem Archiv von Chronos habe man das größte private Dokumentarfilmarchiv Deutschlands erworben. Weiteres Akquisitionsobjekt war der Verlag Burgschmiet.

Auch über die Entwicklung der Kundenliste zeigte sich Herr Hey sehr zufrieden, da die Abhängigkeit vom Sender Pro7 abnimmt. Die Umsatzerlöse stiegen in 2000 um 117 Prozent auf 39,1 Mio. DM, der Gewinn von minus 1,0 Mio. DM auf plus 3,9 Mio. DM. Das Ergebnis je Aktie kletterte von minus 3,08 DM auf plus 0,82 DM, und die Umsatzrendite nach Steuern erreichte 9,9 Prozent. Für 2001 stellte Herr Hey einen Umsatz von 91,7 Mio. DM in Aussicht.

Die Produktion des ersten deutschen IMAX-Films ?Ocean Men?, dessen Format Herr Hey für besonders erfolgreich und faszinierend hält, ist beinahe abgeschlossen und soll im Sommer zunächst in den IMAX-Kinos in Berlin und München starten. Die selbst produzierte Serie ?Welt der Wunder? (WdW) sei sehr erfolgreich. Als weiteres Sendeformat wird ab Oktober 2001 ?Was-ist-Was-TV? auf Super RTL erscheinen. Die Premium-Doku-Serie ?Time Slot? wird von 13 Sendern in 12 Ländern ausgestrahlt und stellt eine internationale Version von WdW dar.

Besonders stolz ist Herr Hey auf die Produktion von ?The Biggest Step? gemeinsam mit 20th Century Fox, da H5B5 damit wohl der erste deutsche Anbieter in der ?prime time? des US-Fernsehens sein dürfte. Die 5 mal 90 Minuten-Staffel soll im November 2002 gesendet werden. Schließlich soll die Science Fiction-Serie ?Ice Planet? an die Erfolge des Dreiteilers ?Dune? anschließen.

Für 0,5 Mio. Dollar erwarb das Unternehmen die Rechte für die Verwertung der Martial Arts Serie ?Gen-Y-Cops? für Großbritannien, Frankreich und Italien, für Herrn Hey ein Beispiel dafür, ?wie sparsam die H5B5 mit dem Geld ihrer Aktionäre umgeht?. Für den als profitabel erwarteten Bereich Fiction wurden zusätzliche Fachleute eingestellt, die derzeit acht laufende Projekte betreuen.

Der Bereich Media Services, welcher Grafiken und Special Effects produziert, sei ein Schlüsseldepartment für das Medienunternehmen. Außerdem sei der weltweit erste IMAX-Werbespot von der eigenen Agentur geschaffen worden. Das Know-how für Special Effects aus ?Ice Planet? war der ?Door Opener? für ?The Biggest Step?.

Einzig trauriger Faktor ist laut Herrn Hey die Aktienkursentwicklung. Die aktuelle Notierung von 9,50 Euro empfindet er als Übertreibung nach unten, die das Unternehmen nicht verdient habe, sondern es sei vielmehr in den Sog des NEMAX-Media-Index geraten. Die Prognosen seien übertroffen worden, die Entwicklung des Gewinns je Aktie zeige steil nach oben, undGewinn und Umsatz sollen in 2001 verdoppelt werden. Dieser Trend sei nach den Zahlen des ersten Quartals bereits absehbar.

H5B5 habe klare Ziele und lege ein hohes Tempo vor, die Gesellschaft entwickle sich zum Premiumproduzenten mit First Mover-Strategie. In Europa habe man bereits die Marktführerschaft bei Dokumentarfilmen inne. Im Bereich Fiction arbeite man in den USA über Joint Ventures. Ein Drittel des Umsatzes wird im Ausland generiert, wovon wiederum die USA einen Schwerpunkt darstellen.

Zur Weiterführung dieser Entwicklung sei Unabhängigkeit notwendig, weshalb der Vorstandsvorsitzende Hey die Aktionäre um deren Zustimmung zur Genehmigung der Ausgabe von Wandel- und Optionsanleihen bat. Man spare durch die jetzige Ermächtigung Kosten und Zeit für eine vermeidbare außerordentliche Hauptversammlung.


Allgemeine Aussprache

Als erster Redner meldete sich Markus Straub von der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) zu Wort. Ihn interessierten die bisherigen Investitionen in den ?Ice Planet?, und er wollte wissen, ob bereits Kaufangebote vorliegen, wie der Film bewertet wird und ob der Wertansatz von den Wirtschaftsprüfern testiert wird, wenn der Film nicht bis Jahresende verkauft ist.

Des Weiteren wollte Herr Straub wissen, wie ein worst case-Szenario aussieht und wie hoch die laufenden Kosten für Schauspieler, Studios etc. sind. Im Hinblick auf WdW fragte er, wie das Weihnachtsgeschäft dank der e-commerce-Plattform gelaufen ist und welche Mittel hier investiert wurden.

Die nächsten Fragen von Herrn Straub drehten sich um Investitionen und Kosten des Internet-Broadcastings, die externen Umsatzerwartungen der Tochtergesellschaften, den Status des US-Projekts (die entsprechende Gesellschaft ist bankrott, ihre Aktie wird zu 0,016 Dollar gehandelt, H5B5 habe zu 2 Dollar einsteigen können) sowie um die ?Time Slot?-Rechte, die noch bei der sich im Konkurs befindlichen US-Tochter Unapix liegen.

Dann äußerte Herr Straub die Befürchtung, dass sich die wegen des gesunkenen Aktienkurses wertlos gewordenen Stock-Options belastend auf die Motivation der Mitarbeiter auswirken könnten, er kommentierte aber gleich selbst: ?Ich glaube nicht, nach dem zu urteilen, was ich bei einem Besuch gesehen habe.? Das geringe Durchschnittsalter von 30 Jahren sei positiv zu bewerten.

Als Nächstes erkundigte sich Herr Straub, ob die Altaktionäre zum Schutz der eigenen Aktie über die Lock-up-Frist hinaus gehende Zusagen gemacht haben und wie die aktuelle Aktionärsstruktur aussieht. Gleichzeitig mahnte er eine vernünftige Investor Relations-Arbeit an, bei welcher der Einsatz von Ad-hoc-Mitteilungen nicht im Vordergrund stehen dürfe.

Im Zusammenhang mit der Bilanz fragte Herr Straub unter anderem nach der Zusammensetzung des ausgewiesenen Filmvermögens, dessen Abschreibungspraxis, der Herkunft der recht hohen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie den hohen Beraterkosten, die zum Teil wohl auch an den Kandidaten für die Wahl in den Aufsichtsrat gegangen seien. Die US-Tochtergesellschaften DIMAX und H5B5 Inc. sowie das Vorhandensein teurer Bankverbindlichkeiten trotz riesiger Liquiditätsbestände wollte er ebenfalls erläutert haben.

Die Vergütung des Aufsichtsrats bezeichnete er im Umfeld des Neuen Markts als ?angemessen, wenn Sie etwas dafür tun, meine Herren!? Bei der Bemessung des Bezugskurses bei der Ermächtigung zur Kapitalerhöhung solle statt des leichter manipulierbaren Schlusskurses lieber der XETRA-Tagesdurchschnittskurs benutzt werden. Es sei erkennbar, dass das Management nicht mit dem Geld der Aktionäre spielt, sondern dass es um das operative Geschäft bemüht ist.

Als zweiter Redner fragte Herr Leipold von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) nach den Bewertungsdifferenzen zwischen IAS und HGB und nach den Ausstiegsklauseln beim Vertrag mit 20th Century Fox. Der Geschäftsbericht ist seines Erachtens verbesserungswürdig, speziell der Anhang des HGB-Abschlusses, etwa durch die Aufschlüsselung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen. Er hoffe, dass die AG nicht als Kapitalisierungsquelle für die Tochtergesellschaften herhalten muss.

Des Weiteren wollte Herr Leipold wissen, wie die 17 Mio. DM Barbestand angelegt sind (?Etwa spekulativ??), ob es im Forderungsbestand von 25 Mio. DM keinen Wertberichtigungsbedarf gibt und ob die Vorstände womöglich nach Auslaufen der Lock-up-Frist verkaufen wollen oder aber zu weiteren Zusagen bereit sind.

Auch der DSW-Vertreter empfand die Höhe der vorgeschlagenen Vergütung des Aufsichtsrats als angemessen, und er begrüßte die Abhaltung der ersten virtuellen Hauptversammlung, zu der durch einen entsprechenden HV-Beschlussvorschlag die Voraussetzungen geschaffen wurden.

Schließlich äußerte noch Aktionär Frank Neumann seine Bedenken bezüglich des digitalen Fernsehens. Gleichzeitig sehe er aber, trotz aller Kurskapriolen, die H5B5 positiv, da alle Geschäftsbereiche abgedeckt seien - ?wie bei Ruppert Murdoch!?


Antworten

Der Vorstand bemühte sich, die zahlreichen Fragen zu beantworten und die Anmerkungen zu kommentieren. Zu ?Ice-Planet? habe man ein gutes Feedback vom Markt erhalten, aber den falschen Zeitplan gehabt. In den USA gebe es massive Ressentiments gegen deutsche Firmen bzw. solche von außerhalb der USA, die zudem noch in der Regel billiger produzieren könnten. Fox sei bereits sehr früh Partner des Unternehmens gewesen.

Einen Schnellverkauf mit preislichen Zugeständnissen wolle man nicht nur aufgrund der Preispflege nicht, sondern auch deshalb, weil man eine hoch lukrative Serie produzieren möchte. Vorstandssprecher Hey glaubt an diese Serie, und er will diese Idee nicht frühzeitig aufgeben. Im schlimmsten Fall hätte man einfach einen guten Film in der Hand, durch dessen Verkauf das eingesetzte Geld wieder zurückfließt. Als weitere Option seien auch Mini-Serien denkbar.

Die Schauspieler habe man sich vertraglich auf fünf Jahre gesichert, und diese seien mit großer Begeisterung bei der Sache. Das Studio sei eine sehr günstige Fläche in einer Lagerhalle und theoretisch ab September 2001 ?drehklar?. Großkunde Pro7 wolle Science Fiction-Serien kaufen und nicht einzelne Filme, weshalb H5B5 auch den US-Partner brauche.

Vorstandskollege Jan Herrmann führte weiter aus, die Rechte an WdW seien mit Pro7 in einem ?guten Deal? geregelt, da eine langfristige, exklusive Produzentenbindung besteht und sich alle Bilder wenige Tage nach der TV-Ausstrahlung für andere Medien nutzen lassen. Dass man WdW in 2000 noch nicht gelauncht habe, sei gut so. Durchschnittlich erreiche WdW jeden Sonntag 3 Mio. Zuschauer.

Fernsehen sei eine wichtige Basis für die Verwertung im Internet. Im schlimmsten Fall (Wegbrechen von Pro7 als Kunde) könne man die TV-Rechte zu einem anderen Sender tragen und dort vermarkten. Dieser Fall sei jedoch extrem unwahrscheinlich, da man für Pro7 ein High Quality-Produkt geschaffen habe, mit dem der Sender sehr profitabel arbeitet.

Finanzvorstand Frank Molter bezifferte die Umsatzerwartungen der Tochtergesellschaften im Bereich Commercials mit 12 Mio. DM, wovon 5 Mio. auf intern erbrachte Leistungen der Abteilung ?Circles & Lines? entfielen. Das Projekt Unapix sei im Herbst letzten Jahres abgesagt worden. Erst nach einer 900 TDM teuren Due Dilligence seien die finanziellen Risiken sichtbar geworden, die zur Absage geführt haben. Im November 2000 habe Unapix Gläubigerschutz nach Chapter 11 (US-Insolvenzverfahren) beantragt.

Die insgesamt 350.000 Aktienoptionen für Vorstand (140.000) und Mitarbeiter (210.000) sollen im Laufe von fünf Jahren ausgegeben werden. Bisher wurden an 25 Mitarbeiter 26.500 Optionen und an die Vorstandsmitglieder 18.750 Optionen vergeben. Die Möglichkeit zur Ausübung der Optionen ist von der Entwicklung des CDAX-Medien abhängig. Die Mitarbeiter seien jedoch von den laufenden Projekten begeistert, der Aktienkurs müsse als Motivator daher nicht herhalten. Die Fluktuation sei dementsprechend gering.

Derzeit treibe man die Entwicklung von IMAX-Kameras voran, und man sehe gute Entwicklungschancen für dieses Filmformat. In Los Angeles wird künftig eine kleine Niederlassung für Development, Talentsuche, Drehbuchakquise und Kontaktpflege unterhalten.

Wie Vorstandsmitglied Hermann unterstrich, glaubt die H5B5 an das digitale Fernsehen, und man ist überzeugt, dass die Verbreitungskosten massiv sinken werden. Wiederholbarer, langlebiger Content könne erneut gesendet und damit erneut verwertet werden. Einige Betreiber von Kabelnetzen haben Kaufinteresse an Konzepten und Inhalten bekundet, entsprechende Verhandlungen seien im Gange. Die Verträge mit Fox seien auf Basis deutschen Rechts mit Gerichtsstand München abgeschlossen und beinhalteten Kündigungsmöglichkeiten z.B. beim Bankrott des Vertragspartners.

Bislang seien 11,5 Mio. Dollar für die Produktion investiert worden. Im Falle von ?Ice Planet? seien vorerst 13 Mio. DM für den Pilotfilm und 6 Mio. DM für Aufbauten und Computermodelle für die Serie ausgegeben worden. Die 2,2 Mio. DM Abschreibungen auf Filmvermögen seien gemäß US-GAAP (?Individual Film Forecast Method?) errechnet worden. Das Regelbudget für eine Serienfolge belaufe sich auf rund 2,5 Mio. DM.

Bislang habe der Vorstand keinerlei Aktien verkauft. Hinter der Treuhandgesellschaft Audit Jurtax mit 42.000 angemeldeten Aktien stünden unbekannte Privatpersonen. Der Free Float wurde mit 39 Prozent angegeben. Während zum Zeitpunkt des IPO der Anteil institutioneller Investoren am Streubesitz noch bei 70 Prozent lag, sei dieser auf mittlerweile rund 30 Prozent gesunken.

Vom Filmvermögen von 37,5 Mio. DM entfielen 16,5 Mio. DM auf ?Ice Planet? und 11,0 Mio. DM auf ?Ocean Men?. Stille Reserven seien hier nicht vorhanden. Beim übernommenen Verlag seien vor dem Erwerb Abschreibungen vorgenommen worden, die nun bei der Muttergesellschaft zu einer erhöhten Goodwill-Abschreibung von 2,5 Mio. DM führen, verteilt auf 20 Jahre. Die auffällig hohen Versicherungskosten rührten besonders von dem Projekt ?Ocean Men? her, wo Taucher zu versichern sind, die in 150 m Tiefe arbeiten. Dieses Risiko konnte bei der Deutschen Filmversicherung in Hamburg abgedeckt werden.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen seien bis zum Tag der Hauptversammlung zu 97 Prozent ausgeglichen. Die Bankverbindlichkeiten im Konzern beträfen ausschließlich die Konsolidierung des Burgschmiet-Verlags. Unter die sonstigen betrieblichen Aufwendungen fallen auch 6,1 Mio. DM Kosten für den Börsengang und 2,2 Mio. DM Rechts- und Beratungskosten. Ein Teil des Kassenbestands von 10,2 Mio. DM sei als 30-Tage-Festgeld angelegt. Die ausgereichten Darlehen beträfen nicht Burgschmiet, sondern den Tesloff-Verlag, mit dem man ?Was-ist-Was?-TV entwickelt.

Zum Schluss kündigte Vertriebsvorstand Winnenbrock einige Filmausschnitte an. Dank der hohen Kompetenz für die Digitaltechnik hierbei bekomme man viele Anfragen von Dritten. Vertriebsstrukturen würden derzeit aufgebaut. Die Produktionskosten für derartiges Material seien hierzulande erheblich günstiger als in den USA: was hier DM X koste, koste in den USA den gleichen Betrag in Dollar.

In den USA habe man nur Erfolg, wenn man viel Bargeld einsetzt (und Verluste hinnimmt) oder wenn man sich an einem der wenigen guten Unternehmen beteiligen kann. Letztere, speziell content-orientierte Produzenten, suche sich H5B5 als Partner. ?Time Slot? wird in den USA gemeinsam mit Beta-Film vertrieben. In Canada laufe die Serie wie in Deutschland auf dem Discovery-Channel und habe gute Quoten. Entsprechend gut seien die Aussichten, dass man die Serie auf ganz Nordamerika ausdehnen kann.

Nachdem der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Rauser betont hatte, dass der gesamte Aufsichtsrat den Beraterverträgen des Aufsichtsratskandidaten zugestimmt hat, meldete sich als weiterer Redner Herr Siegfried Steiner zu Wort. Er fragte, ob die 1,6 Mio. DM an Altlasten aus dem Buchgeschäft im IPO-Prospekt genannt wurden und ob aus dem Börsengang heute noch laufende Kosten zu tragen sind.

Hierzu führte Finanzvorstand Molter aus, dass die 1,6 Mio. DM auf Buch- und Lizenzrechte des Burgschmiet-Verlags entfielen, der zum Zeitpunkt des IPO noch nicht im Besitz der Gesellschaft war. Man habe unter anderem damit das Recht des Verlags erworben, aus den jährlich in den USA erscheinenden Filmbuchrechten auswählen zu können. Laufende Lasten aus dem Börsengang fielen nur noch für die Verträge der Designated Sponsors (Marktbetreuer) an, zu deren wichtigen Aufgaben auch die Abdeckung der Aktie mit Analysen gehört.

Daraufhin meldete sich Herr Steiner nochmals zu Wort und bemängelte, dass die IPO-Kosten etwa den halben Jahresumsatz ausmachten. Er wollte wissen, ob die H5B5 damit nicht zu den Burn-Rate-Kandidaten gehört und ob der schwache Aktienkurs damit zusammenhängt. Ferner erkundigte er sich, ob der Vorstand nach günstigen Einkaufsmöglichkeiten aus Konkursmassen von Unternehmen des Neuen Markts Ausschau hält. Dazu meinte der Vorstandsvorsitzende Hey, dass man genau hinschaue und hierbei neben dem finanziellen Vorteil auch einen Strategie-Mehrwert sehen müsse.


Abstimmungen

Das Abstimmungsprocedere begann um 12:15 Uhr. Die Präsenz betrug 3,039 Mio., entsprechend 60,78 Prozent der insgesamt 5 Mio. Stimmen, bei der Entlastung des Vorstands (Stimmverbot der vorstandseigenen Aktien) lediglich 4,88 Prozent. Alle Tagesordnungspunkte wurden bei maximal 1.022 Gegenstimmen und 2.514 Enthaltungen beschlossen. Um 12:50 Uhr endete die Versammlung.

Die Besucher hatten im Anschluss neben Verköstigung und Filmausschnitten im Mini-Kino auch die Möglichkeit, per Bustransfer zu den Studios der Gesellschaft zu gelangen, um diese zu besichtigen.


Fazit und persönliche Meinung

Bei H5B5 scheint es sich um einen der seriöseren Medienwerte am Neuen Markt zu handeln. Das Geschäft der Vermarktung selbst produzierter Dokumentarfilme und Serien ist keineswegs risikoarm, doch scheinen die Produkte am Markt zu gefallen und entsprechende Preise zu erzielen. Man kann nur hoffen, dass sich so schnell keine kurzfristigen Anlegernaturen in die Aktie verirren, sondern dass die kommenden Quartalszahlen zu einer fundamental angemessenen Bewertung führen.

Die Hauptversammlung an sich verlief für eine Premiere ordentlich und glatt. Da verwundert es doch, dass dem Vertreter von GSC Research zunächst kein Zutritt gewährt wurde. In der Rückschau dürfte es sich um einen unglücklich verlaufenen Dialog gehandelt haben, bei dem die Vorstandsorder ?Presse wird nicht gesondert eingeladen? im Sinne von ?Presse ist explizit fernzuhalten? ausgeführt und so nach außen kommuniziert wurde, bei der ersten HV sicher ein verzeihlicher Fehler. Sollte es auch bis zur nächsten Hauptversammlung keine größeren Makel geben, so können sich die Aktionäre entspannt zurücklehnen.

Für alle, denen dieser Bericht Lust auf mehr gemacht hat: der Verlauf der Hauptversammlung soll demnächst im Internet auf der Homepage des Unternehmens abrufbar sein.


Kontaktadresse

H5B5 Media AG
Rosenheimer Straße 145f
81671 München

Tel.: 089/4525-4525
Fax: 089/4525-4555

Email: h5b5@h5b5.de
Internet: www.h5b5.de


Investor Relations
Hans-Georg Rebattu

Tel.: 089/4525-4528
Fax: 089/4525-4510
Email: hansgeorg.rebattu@h5b5.de



 

09.05.01 09:15

2111 Postings, 6916 Tage moniqueDer Vorstand war wirklich locker!

Bericht des Vorstands

Vorstand Hendrik Hey trug sodann im lockeren Moderator-Stil, unterstrichen durch zwei offene Hemdknöpfe und die Abwesenheit jeglichen Binders, seinen Bericht vor.

Ich habs im Internet gesehen, der Vorstand war wirklich leger, er hatte nach der Pause sogar vergessen, die Hosenknöpfe zuzumachen!  

09.05.01 09:29

3357 Postings, 7028 Tage das Zentrum der M.oh man - na das es so locker zuging hätte ich

aber nicht erwartet. Hoffentlich werden die Geschäfte nicht genauso locker gehändelt.  hehehe  

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