Großanleger setzen auf Hedge-Fonds&Private Equity

Seite 1 von 1
neuester Beitrag: 14.09.05 09:05
eröffnet am: 14.09.05 09:05 von: EinsamerSam. Anzahl Beiträge: 1
neuester Beitrag: 14.09.05 09:05 von: EinsamerSam. Leser gesamt: 119
davon Heute: 1
bewertet mit 0 Sternen

14.09.05 09:05

24466 Postings, 5908 Tage EinsamerSamariterGroßanleger setzen auf Hedge-Fonds&Private Equity

Großanleger setzen auf Hedge-Fonds und Private Equity

Lockende Alternative

Was früher einmal Kür war, wird allmählich zur Pflicht: Die Beimischung alternativer Anlagen ins Depot. Das gilt für institutionelle Investoren mit großem Geldbeutel ebenso wie für die Privaten. Und der Zwang zum Einstieg wächst.

FRANKFURT/M. Denn immer mehr Investoren dämmert es, dass traditionelle Wertpapierprodukte in den kommenden Jahren nur schmale Renditen abwerfen dürften.Als ?nicht traditionell? gelten die Anlageformen jenseits von Aktien und Anleihen. Wer von ?Alternativen? spricht, meint insbesondere Hedge-Fonds, Private Equity, Immobilien und Rohstoffe. Sie haben doppelten Charme. Zum einen locken sie mit teilweise deutlich höheren Erträgen als die klassischen Anlagen und streben nach Verlustvermeidung. Zum anderen sind ihre Wertentwicklungen unabhängig von den Börsenkursen. Läuft die Börse schlecht, dämpfen die Alternativen das Gesamtrisiko des Depots.

Diese Ideen stoßen bei den Institutionellen rund um den Globus auf steigende Gegenliebe. Das illustrieren die Experten des Consulting- und Asset-Management-Hauses Russell Investment mit ihrer jetzt vorgelegten Studie. Befragt wurden weltweit über 300 institutionelle Anleger nach ihren aktuellen Engagements und ihren Plänen. Das Ergebnis: Die Großinvestoren wollen ihre durchschnittlichen Quoten bei alternativen Anlagen in ihren Portfolios in den kommenden zwei Jahren deutlich steigern.

Die europäischen Anleger zeigen übrigens weit mehr Enthusiasmus als die amerikanischen. Bei außerbörslichen Beteiligungen (Private Equity) und Hedge-Fonds haben sie ihre Quoten während der vergangenen Jahre laut Russell stärker nach oben geschraubt als die Institutionellen in Übersee. Schon 2007 werden die Europäer die Aufholjagd erfolgreich abgeschlossen haben. Dann liegen laut Plan ihre Quoten bei Private Equity bei 6,1, die bei Hedge-Fonds bei 7,2 Prozent. Der Vorsprung der Amerikaner ist dann auf bis zu zwei Prozentpunkte geschrumpft.

Die Zahlen geben allerdings keinen Hinweis auf die wahren Chancen. Selbst nach der geplanten Steigerung der Quoten wäre der Abstand zu jenen Anteilen, die spürbare Performancebeiträge für das Depot leisten könnten, noch astronomisch.

Ein Blick auf die Stiftungsfonds der US-Universitäten öffnet Zweiflern vielleicht die Augen. Die Lenker der Milliardenvermögen haben meist weit mehr als die Hälfte der Mittel in alternative Anlagen gesteckt. Damit erzielten sie während der vergangenen Jahrzehnte im Schnitt zweistellige prozentuale Wertgewinne pro Jahr. Kein Wunder, dass die Hochschul-Strategen auch die Aktienbaisse vor einigen Jahren locker wegsteckten.

Den heimischen Institutionellen muten solche Ansätze eher exotisch an. Bei offiziellen Anlässen ist ihnen die Irritation anzumerken, wenn einer dieser amerikanischen Fondslenker über seine Anlagepolitik berichtet. Da geht es eben nicht darum, ob man bei Staatsbonds die Laufzeiten verkürzt oder eine Cisco-Aktie der Infineon vorzieht. Es geht mehr um die Beziehungen zu einzelnen Hedge-Fonds-Managern, um Waldbesitz oder Beteiligungen an Ölpipelines.

Per saldo machen die Russell-Zahlen klar: Der Zug fährt in die richtige Richtung. Wenn er langsame Fahrt macht, dann nicht ohne Grund. Ein schneller Positionsaufbau wäre eher schädlich. Im Geschäft mit alternativen Anlagen ist Erfahrung gefragt. Daran mangelt es oft noch. Die Lenker der amerikanischen Stiftungsfonds sind in der Minderheit. Sie stehen teilweise schon seit Jahrzehnten auf der Kommandobrücke.

Es gibt keine Alternative zu mehr alternativen Anlagen. Das spiegelt sich auch in den Hoffnungen der institutionellen Investoren wider. Sie rechnen laut Russell-Ergebnissen für die Zukunft mit Performancebeiträgen von rund zehn Prozent pro Jahr.

Quelle: HANDELSBLATT, Mittwoch, 14. September 2005, 07:00 Uhr

...be invested
 
Der Einsame Samariter

 

   Antwort einfügen - nach oben