Größte Steuererhöhung seit 1945

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neuester Beitrag: 06.04.06 08:39
eröffnet am: 23.02.06 11:37 von: moya Anzahl Beiträge: 7
neuester Beitrag: 06.04.06 08:39 von: moya Leser gesamt: 356
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23.02.06 11:37
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887576 Postings, 6080 Tage moyaGrößte Steuererhöhung seit 1945

Größte Steuererhöhung seit 1945


Der Bürger zahlt drauf

Das Kabinett hat mit der Anhebung der Mehrwertsteuer von 16 auf 19 Prozent zum Anfang des nächsten Jahres die kräftigste Steuererhöhung seit 1945 beschlossen. Zugleich wurden der Etatentwurf 2006 sowie ein umfangreiches Sparpaket zur Sanierung der Staatskassen von Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) auf den Weg gebracht.

Harsche Kritik des Steuerzahler-Bundes

In einer ersten Reaktion äußerte Karl Heinz Däke, Präsident des Bundes der Steuerzahler, massive Kritik an der Maßnahme. ?Diese Anhebung bedeutet einen tatsächlichen Anstieg um 18,75 Prozent. Eine derartige Steuererhöhung ist einmalig in der Geschichte der Bundesrepublik.?

Berechnungen des Bundes der Steuerzahler ergäben, dass ein Doppelverdiener-Ehepaar mit einem monatlichen Einkommen von 4000 Euro und einem bisherigen Konsum von 1800 Euro ab 2007 mit knapp 650 Euro im Jahr zusätzlich belastet werde.

?Wettbewerbs-Situation verschlechtert?

Däke appellierte an Bundestag und Bundesrat, den Gesetzentwurf nicht passieren zu lassen. ?Mit der Mehrwertsteuererhöhung wird sowohl die Wettbewerbs-Situation der Unternehmen als auch die wirtschaftliche Lage der Bürger verschlechtert.? Dies müsse verhindert werden, sonst würde die Wirtschaft schweren Schaden nehmen. 

Mehrwertsteuersätze im EU-Vergleich

Staat Mehrwertsteuer in Prozent
Dänemark 25
Schweden 25
Finnland 22
Polen 22
Belgien 21
Irland 21
Portugal 21
Italien 20
Österreich 20
Slowenien 20
Ungarn 20
Frankreich 19,6
Griechenland 19
Niederlande 19
Slowakei 19
Tschechische Republik 19
Estland 18
Lettland 18
Litauen 18
Großbritannien 17,5
Deutschland 16/ab 2007 19
Luxemburg 15
Gruß Moya   

23.02.06 11:46

5173 Postings, 5669 Tage Klaus_DieterDer Vergleich mit den Steuersätzen der anderen

Länder ist nur teilweise aussagekräftig.

Denn in Deutschland werden wohl noch viele weitere Verbrauchsteuern eingefordert , die den jeweiligen Ländern völlig fremd sind.
So haben wir in Deutschland eine Gewerbesteuer, die nur die Unternehmen bezahlen müssen, diese muss erwirtschaftet werden, und somit nimmt das auch Niederschlag auf die Preise.
Unsere Tabakssteuer ist sehr viel höher, als in den meisten andern Ländern, insbesondere im Vergleich zu allen östlichen Ländern, aber auch zu Spanien und Griechenland. Weiterhin wird bei uns ein Branntweinsteuer verlangt. Auch Kaffee und sekt unterliegt noch mals einer weiteren Steuer.
Weiterhin sind in  kaum einem Lande alle staatlichen, oder kommunalen Beiträge udn Gebühren so hoch , wie bei uns in Deutschland, auch das findet Niederschlag auf die Preise.

Höhere Preise, aber auch zurückgehende Unternehmenserträge werden wohl unausweichlch sein, weil die Produkte teurer sind, aber auch die Unternehmen, in vielen Bereichen, besonders im Einzelhandel die Steuererhöhung nicht abwälzen können.
Eigentlich müsste dann gegen mitte bis ende dieses Jahres, ein grosser Vorzieheffekt bei höherpreisigen Produkten wie Autos oder Möbel, für den Verbraucher einsetzen, denn er kauft ja knapp 3% günstiger als nach dem 31.12.2006.

Dieses ist allerdings stark zu bezweifeln, was bleibt ist eine noch grössere Zurückhaltung in der Binnenkonjunktur und eine erneute Erhöhung der Staatsquote!    

23.02.06 11:53

7993 Postings, 7218 Tage maxperformancein dem Fall hat Däke nicht recht.

Das mit den 650 ? stimmt auch nur wenn
das Geld nicht durch sozialversicherungspflichtige Beschäftigung verdient wird
ansonsten gehen ab 2007 bei 4000? brutto p.m. 720 ? p.a.im Jahr weniger an den Sozialstaat also ann ich per Saldo mehr ausgeben.

A propos Wettbewerbssituation da liegen Dänemark und Schweden so
schlecht nicht. Die Mehrwertsteuer ist da m.M. ein schlechterer Indikator als
z.B. die Lohnnebenkosten und die gehen runter

der Staat hat bisher immer denen am meisten in die
Tasche gegriffen die das Geld verdient haben und nicht
denen die es ausgegeben haben.


gruß Maxp.  

23.02.06 14:01

5173 Postings, 5669 Tage Klaus_DieterSinniger wäre eine Luxussteuer, oder auch höhere

Steuern auf bestimmte Produkte, dessen Vertrieb man eher behindern denn begünstigen sollte.

Sicher gibt es überall eine Lobby für.

Doch ich meine, eine "Luxussteuer" für wirklich luxeriöse Sachen, die sich Ottonormalverbrauche nie leisten kann , kann nicht schädlich für das Land, sondern könnte höhere Einahmen in die Kassen spülen.
So könnte man Uhren - über vielleicht 500 Euro, Kleidungsstücker über 1000 Euro, KFZ über 50.000 Euro und ähnliches auf diese Mehrpreise mit einer zusätzliche Steuer von vielleicht 10 % belegen. sicherlich gehört Kaviar, Gänseleber oder sämtilche Artikel aus Pelz auch unter eine Luxussteuer, ohne da jedoch bestimmte Preisbestandteile freizustellen.

Einsichtig ist auch nicht, warum Blumen unter die die ermässige Steuer von 7% fallen, hingegen beispielsweise für Vitaminpräparte udn auch für Arzneimittel die volle Steuer zu zahlen ist. Auch Zeitschriften werden nur mit 7% belasstet, mag das bei der Tageszeitugn noch sinnvoll sein, so ist das aber bestimmt nicht bei der Autozeitung und erst recht nicht bei Playboy oder "Schlüsselloch" der Fall, denn das sind halbe Pornohefte.

Wer viel Geld für manche  Produkte ausgeben kann, der soll diese gerne kaufe, aber der kann auch noch 10% mehr zahlen, um so etwas für die Gesellschaft zu tun.      

23.02.06 14:05

7993 Postings, 7218 Tage maxperformancealso bei Steuer auf

Pornohefte hört bei mir der Spaß auf
dagegen würd ich sogar demonstrieren,-)))

gruß Maxp.  

23.02.06 14:56

5173 Postings, 5669 Tage Klaus_DieterProstituierte auch Umsatzsteuerpflichtig?

Habe doch irgendwo gelesen, dass das jetzt ein "normaler" Beruf wäre - mit allen Pflichten und Rechten, ob nun als Angestellte oder als Selbstständige.

Einkommenssteuerpflichtig waren diese Damen, evlt auch mal Herren ja immer schon, aber sind die Dienstleistungen denn auch Umsatzsteuerpflichtig?
Logisch wäre das, denn Steuerberater, Rechtsanwälte aber auch Heilpraktiker oder "Quaksalber" müssen auch auf ihre Honoare Umsatzsteuer (im Volksmund "Mehrwertsteuer") abführen.

Ob die Damen wohl regelmässig eine Umsatzsteuervoranmeldung abgeben?  

06.04.06 08:39

887576 Postings, 6080 Tage moyaMWST.-Erhöhung würde Teuerungsrate um 1,4% erhöhen


Mehrwertsteuererhöhung würde Teuerungsrate um 1,4%-Punkte erhöhen

WIESBADEN (dpa-AFX) -
Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 19 Prozent würde die Teuerungsrate in Deutschland nach Einschätzung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) maximal um etwa 1,4 Prozent-Punkte erhöhen. Bei dieser Berechnung werde unterstellt, dass es beim ermäßigten Steuersatz von sieben Prozent für bestimmte Güter bleibe und auch im Übrigen die einschlägigen Regelungen (insbesondere Mehrwertsteuerbefreiungen) nicht verändert werden, teilte das Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit. Im Februar lag die Teuerungsrate - gemessen am Verbraucherpreisindex - bei 2,1%.


Weiter werde angenommen, dass eine solche Mehrwertsteuererhöhung vollständig auf die Verbraucher überwälzt würde, hieß es in der Mitteilung weiter. Bei der Mehrwertsteuererhöhung um einen Prozent-Punkt zum 1. April 1998 hätte eine vollständige Überwälzung zu einer rechnerischen Erhöhung des Verbraucherpreisindex um 0,5 Prozent-Punkte geführt. Die tatsächliche Erhöhungswirkung sei aber deutlich geringer gewesen
Eine mit einer solchen Mehrwertsteuererhöhung beabsichtigte Finanzierung einer Ermäßigung der Lohnnebenkosten würde sich nach Einschätzung des Bundesamtes nicht im Verbraucherpreisindex auswirken, da es sich dabei um Sozialbeiträge und nicht um Verbrauchsausgaben der privaten Haushalte handele.


Gruß Moya

 

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