Griechenland führt Einheitssteuer ein

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eröffnet am: 24.08.05 14:18 von: bammie Anzahl Beiträge: 2
neuester Beitrag: 24.08.05 14:24 von: schnecke33 Leser gesamt: 211
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24.08.05 14:18

8970 Postings, 6211 Tage bammieGriechenland führt Einheitssteuer ein

Griechenland führt Einheitssteuer ein
24. Aug 14:12


In Deutschland wird über Kirchhofs radikales Konzept einer Einheitssteuer diskutiert - andere Länder Europas sind schon weiter. Jetzt will Griechenland die Flat-Tax einführen.

In Deutschland ist eine Einheitssteuer noch eine «Vision» ? auch wenn der im Union-Wahlkampfteam für Steuern zuständige Paul Kirchhof in seinem Konzept einen einheitlichen Einkommensteuer-Satz von 25 Prozent vorsieht. Denn davon ist im «Regierungsprogramm 2005-2009» von CDU und CSU nicht die Rede. Während also hier zu Lande noch darüber debattiert werden wird, sind andere Staaten ? vor allem in Osteuropa ? schon viel weiter.

Als erstes Land aus dem früheren Ostblock führte Estland 1994 eine Einheitssteuer, die so genannte Flat-Tax, ein, die heute 26 Prozent beträgt. Auch die anderen Baltenrepubliken haben Einheitssteuern. In der Slowakei beträgt sie sogar nur 19 Prozent ? bei allerdings sehr hohen Lohnnebenkosten.

Wie das «Handelsblatt» am Mittwoch berichtete, plant mit Griechenland nun erstmals einer der alten EU-Mitgliedstaaten die Vereinfachung des Steuersystems mit Hilfe einer einheitlichen Niedrigsteuer. Der Gesetzentwurf für eine solche Flat-Tax solle noch in diesem Herbst ins Kabinett kommen, kündigte Wirtschafts- und Finanzminister Jorgos Alogoskoufis in Athen an.

Schrittweise Einführung

Die konservative Regierung in Athen plant die Einführung in mehreren Schritten: Nach einer Senkung der Unternehmenssteuern im Jahr 2007 soll das Einkommensteuersystem vereinfacht werden. Aus dem derzeitigen System mit drei Progressionsstufen mit Sätzen von 15, 30 und 40 Prozent soll nach einer zwischenzeitlichen Senkung des mittleren und oberen Satzes und einer Anhebung des Grundfreibetrags bis 2010 eine Flat-Tax von 25 Prozent eingeführt werden. Zum Ausgleich für die Abschaffung des bisherigen Eingangssteuersatzes von 15 Prozent soll der Grundfreibetrag erhöht werden.

Angesichts der Tatsache, dass Griechenland im vergangenen Jahr die höchste Defizitquote in der EU gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) aufgewiesen hat, hat das Land keinen Spielraum für Steuersenkungen: Gegenfinanziert wird die Einführung der Flat-Tax durch den Abbau von Steuervergünstigungen und die Streichung von Abzugsmöglichkeiten. Mit dem vereinfachten Steuersystem strebt die griechische Regierung zwei Ziele an: einerseits der Wirtschaft Wachstumsimpulse zu geben, andererseits die im EU-Vergleich recht niedrige Steuermoral zu heben.

Flat-Tax gefährdet Staatshaushalt

Letzteres war wohl auch ein Grund, warum einige Staaten Mittel- und Osteuropas auf die Einheitssteuer setzen. Die Flat-Tax lässt sich leichter verwalten, da die Steuer leichter an der Quelle erhoben werden kann. In Rumänien befürchtet die Notenbank allerdings, dass der Satz von 16 Prozent zu niedrig ist, um den Staat zu finanzieren, wie das «Handelsblatt» weiter berichtete. In Polen wird derzeit über die Einführung einer Flat-Tax debattiert.

Auch im Konzept von Steuerexperte Kirchhof ist eine Einheits-Einkommensteuer vorgesehen. In dem so genannten «Karlsruher Entwurf» sollen Bürger und Unternehmen einheitlich besteuert werden. Statt 36 Bundessteuern soll es nur vier geben: die Einkommensteuer, die Umsatzsteuer, eine Erbschaft- und Schenkungsteuer sowie eine Verbrauchsteuer. Der Satz der Einkommensteuer soll bei 25 Prozent liegen, wobei sämtliche Ausnahmeregelungen gestrichen würden.

Kirchhof will sein Konzept verwirklichen

Derzeit werden im progressiven System höhere Einkommen stärker besteuert als niedrigere: Die Sätze steigen von 15 auf bis zu 42 Prozent. Im Unions-Wahlprogramm ist lediglich eine Senkung der Sätze vorgesehen. Am progressiven System halten CDU und CSU indes fest. Kirchhof selbst hat angedeutet, dass er - falls er nach einem Unions-Wahlsieg Finanzminister werden sollte - das Unions-Konzept nur als Zwischenschritt umsetzen wird. Nach 2007 wolle er sein eigenes Konzept als weitergehende Reform verwirklichen.

Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel (CDU) hält Kirchhofs radikales Steuerkonzept derzeit indes für nicht umsetzbar. Kritiker halten es für zu teuer. Thüringens Regierungschef Dieter Althaus (CDU), sagte hingegen, das Konzept würde sich rechnen. (nz)
 

24.08.05 14:24
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1298 Postings, 5525 Tage schnecke33da sieht mans mal wieder

wir labern und die anderen handeln!

gute n8!!!  

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