Greenback inszeniert Comeback auf Zeit

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eröffnet am: 08.02.05 07:42 von: bammie Anzahl Beiträge: 4
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08.02.05 07:42

8970 Postings, 6086 Tage bammieGreenback inszeniert Comeback auf Zeit

Greenspans Zuversicht über US-Leistungsbilanzdefizit beflügelt Dollar - Euro fällt auf Dreimonatstief - Ökonomen bleiben aber skeptisch

von Anja Struve

Frankfurt/Main - Der Glaube an Märchen mit glücklichem Ausgang ist unter Börsianern normalerweise nicht sehr ausgeprägt. Eher schon sind es harte Fakten, die die Investoren an den Finanzmärkten dazu bringen, ihre Meinung zu ändern. Anders ist es, wenn US-Notenbankchef Alan Greenspan spricht. "Alles wird gut", lautete die zentrale Botschaft, die der Magier der Märkte am vergangenen Wochenende in seiner Rede verkündete. Seitdem hoffen Börsianer rund um den Globus darauf, daß die Geschichte vom schwachen Dollar und vom hohen US-Leistungsbilanzdefizit vielleicht doch noch ein gutes Ende finden könnte.

"Die Stimme der Haushaltsdisziplin, die vor einem Jahr praktisch nicht hörbar war, kann nun zumindest zum Teil wieder vernommen werden", hatte der Fed-Präsident mit Blick auf die jüngsten Budgetsparpläne der Bush-Regierung am Freitag gesagt. Neben den allgemeinen Marktkräften trage die neue Haushaltsdisziplin der US-Regierung dazu bei, den Fehlbetrag in der US-Leistungsbilanz langfristig zu reduzieren.

Daß der Beweis dafür noch aussteht, störte das Gros der Marktteilnehmer am Montag nicht: Beflügelt von den optimistischen Aussagen des Fed-Chefs stieg der Dollar gegenüber mehreren wichtigen Währungen an und bescherte dem Euro mit 1,2824 Dollar zeitweise einen Absturz auf den niedrigsten Stand seit drei Monaten.

Die Sorge über die Finanzierbarkeit des US-Leistungsbilanzdefizits gilt als Hauptursache für die seit drei Jahren anhaltende Dollarschwäche. Nach Berechnungen von Ökonomen wird das Leistungsbilanzdefizit in diesem Jahr auf rund sechs Prozent des US-Bruttoinlandsprodukts anwachsen. Als langfristig tragbar gilt gerade einmal die Hälfte dieses Werts.

Vor drei Monaten, bei seinem Besuch in Frankfurt, hatte Greenspan daher noch ganz anders geklungen. Damals hatte der einflußreichste Zentralbanker der Welt die US-Regierung zu einem Abbau des Rekorddefizits im Haushalt aufgefordert, um eine zu abrupte Anpassung zu vermeiden: "Das Leistungsbilanzdefizit kann nicht für immer in diesem Tempo weiter anwachsen." Wäre das der Fall, würden ausländische Investoren eines Tages eine so hohe Konzentration an Dollar-Anlagen in ihrem Portfolio haben, daß sie eine Risikoprämie dafür verlangen müßten, hatte der Währungshüter gewarnt. Greenspans Mahnung verfehlte damals ihre Wirkung nicht: Der Euro stieg gegenüber dem Dollar binnen weniger Tage um vier Cent.

Allerdings hat die neu entdeckte Zuversicht des Fed-Präsidenten diesmal noch nicht jeden überzeugt. "Wir haben uns schon darüber gewundert, daß Greenspan in seiner Rede alle negativen Faktoren zum US-Leistungsbilanzdefizit ausgeklammert und nur die positiven Aspekte erwähnt hat", sagt Devisenexperte Thomas Stolper von Goldman Sachs. Dahinter stehe vermutlich der koordinierte Versuch der G7-Länder, die Märkte langfristig zu beruhigen und Panikreaktionen zu verhindern. Die Vertreter der sieben wichtigsten Industriestaaten hatten am Wochenende in London getagt, das Thema Devisenmärkte diesmal anders als bei voran gegangenen Treffen aber bewußt niedrig gehalten. "Für eine Weile mag die Strategie Greenspans funktionieren", so Stolper. "Auf längere Sicht führt aber an einer weiteren Dollar-Abwertung kein Weg vorbei. An den fundamentalen Daten hat sich schließlich nichts geändert." Die Experten von Goldman Sachs sowie die Ökonomen von Morgan Stanley rechnen daher damit, daß der Wechselkurs von Euro und Dollar in den nächsten zwölf Monaten auf 1,40 steigen wird - zu Gunsten des Euro.

Artikel erschienen am Di, 8. Februar 2005  

08.02.05 07:43

8970 Postings, 6086 Tage bammieDas Börsenpendel schwingt Richtung Europa

Dax und Stoxx klettern auf höchsten Stand seit Sommer 2002 - Produktivitäts- und Reformdynamik sprechen für hiesige Titel

von Daniel Eckert

Berlin - Es gibt Zeiten zum Kleckern und Zeiten zum Klotzen. An den Börsen Europas gehören diese Wochen eindeutig in letztere Kategorie. Denn der Dax und andere europäische Indizes haben gute Chancen, dieses Jahr die Wall Street abzuhängen. Trotz der starken Gewinne der Vorwoche legte der deutsche Standardwerteindex am Montag noch einmal zu und markierte bei 4366 Zählern den höchsten Stand seit Sommer 2002. Auch der Stoxx50-Index stieg auf ein Zweieinhalbjahreshoch.

"Seit der Jahreswende haben sich der Dax und andere europäische Indizes vom amerikanischen Markt abgekoppelt", sagt Ian Scott, Stratege bei Lehman Brothers in London. Anlaß für die Outperformance ist nicht zuletzt die Stabilisierung des Dollars, die den hiesigen Exporteuren zugute kommt. Doch nicht nur die Währungsentwicklung spricht für die Alte Welt, sondern - weitaus wichtiger - die zunehmende Verbesserung der volkswirtschaftlichen Fundamentaldaten.

Nach Einschätzung von Eric Chaney, Ökonom bei Morgan Stanley in London, machen sich die Wachstumseffekte der "New Economy" in Europa jetzt erst so richtig bemerkbar. Während die Tage rasanter Produktivitätssteigerungen in den USA wohl gezählt seien, stehe den Unternehmen diesseits des Atlantiks der große Sprung erst bevor. "Das Produktivitätspendel schwingt derzeit eindeutig in Richtung Europa", so sein Verdikt. Für Anleger resultiert daraus zweierlei: "Zum einen ist in Euroland mit einem stärkeren Wirtschaftswachstum zu rechnen, und zum anderen steigt, zumindest vorübergehend, der Anteil der Unternehmensgewinne am Bruttoinlandsprodukt." Konkret: Die Gewinne je Aktie schnellen nach oben, Dividendenpapiere werden attraktiver.

Schon für dieses Jahr rechnen die Experten für Europa mit Gewinnsteigerungen von zehn bis 13 Prozent, während für die USA nur knapp zehn Prozent prognostiziert werden. Um so weniger gerechtfertigt wären dann die gravierenden Bewertungsunterschiede zwischen amerikanischen und europäischen Aktien. So notiert der Dax aktuell bei einem 2005er Durchschnitts-KGV von etwas über zwölf, der amerikanische S&P500-Index muß hingegen mit dem 16,6-fachen Gewinn bezahlt werden.

"Die Anleger haben sich daran gewöhnt, daß amerikanische Aktien teurer sind als europäische, doch in historischer Perspektive ist dieser Abschlag eine Anomalie", sagt Scott. Die Lohnkosten stiegen in den USA bereits schneller als hierzulande, der Bewertungsabschlag sei daher nicht mehr zu halten.

Bestätigt sich die Einschätzung der Experten, könnte dem europäischen Markt eine ausgeprägte Aufholrallye bevorstehen. Nach Scotts Berechnung beträgt der wettzumachende Rückstand zehn bis 15 Prozent. Beim deutschen Markt könnte das Aufholpotential sogar noch größer sein, da auf diesem ein zusätzlicher politischer Malus lastet, der nach Einschätzung vieler Beobachter nicht mehr gerechtfertigt ist. "Die Investoren haben die Fortschritte bei den hiesigen Reformen noch gar nicht richtig zur Kenntnis genommen", vermerkt Morgan-Stanley-Ökonomin Annemarieke Christian. Das betreffe vor allem den Arbeitsmarkt, dessen Verkrustungen zunehmend aufgebrochen würden. Das könne man unter anderem daran ablesen, daß die Lohnstückkosten verglichen mit anderen europäischen Ländern seit 2002 auf dem Rückzug seien. Auch die Strategen von ING betonen: "Die strukturellen Reformen gehen zwar langsam voran, aber sie sind auch noch nicht eingepreist." Bereits Anfang Januar hatte die US-Investmentbank Goldman Sachs erklärt, in Deutschland seien "positive Überraschungen möglich".

Ein Rechenbeispiel verdeutlicht die Chancen: Wäre der Dax den Investoren das gleiche KGV wert wie der S&P 500, stünde das deutsche Börsenbarometer nicht bei unter 4400 Punkten, sondern bei 5850 Zählern. Und selbst wenn man das langfristige Durchschnitts-KGV von 15 als Maßstab nimmt, könnte der Dax dieses Jahr ohne Probleme den Sprung über die 5000-Punkte-Marke schaffen.

Artikel erschienen am Di, 8. Februar 2005  

08.02.05 07:45

8970 Postings, 6086 Tage bammieGranville: "Der Markt schreit nach einem Ausstieg"

US-Aktienstratege sagt Mega-Crash des Dow Jones voraus

Joseph Granville: "Der Markt schreit nach einem Ausstieg" - Leitindex bricht nach der Prognose auf 7400 Punkte ein - Schon die Talfahrten 1976 und 2000 prophezeit

New York - Dem Dow Jones Industrial Average droht dieses Jahr der größte Verlust seit der "Großen Depression", sagt Joseph Granville voraus. Sein Gespür für Börsentendenzen hat der technische Analyst und Herausgeber des Granville Market Letter mehrfach unter Beweis gestellt, darunter die Talfahrten von 1976 und 2000.

"Wir sind in der kritischen Phase eines bevorstehenden Zusammenbruchs, und der Markt schreit nach einem Ausstieg", warnt der 81jährige: "Alle sind optimistisch. Aber es wird ein böses Erwachen geben". Den Dow sieht er bis Jahresende auf 7400 Punkte einbrechen. Nach dem Stand vom letzten Freitag, als die US-Benchmark bei 10 716,13 Punkten schloß, wäre das ein Minus von 31 Prozent. Einen solchen Rutsch verzeichnete der Dow zuletzt 1937, damals ging es 33 Prozent abwärts. Schon bis zum Quartalsende dürfte der Index auf 9500 Zähler sinken, müßte bis dahin also zwölf Prozent verlieren, so Granville.

Seinen Börsenbrief gibt Granville seit 1963 heraus. Technische Analysen erstellt er seit fast 50 Jahren, wobei er sich eher auf Handels- und Kursmuster stützt, statt Gewinn und Wirtschaftswachstum zu analysieren. Seine Börsentheorie stellte er in den 50er Jahren auf.

Für das sogenannte "on-balance-volume", kurz OBV, hat Granville im wahrsten Sinne des Wortes "die Hosen runter gelassen", ist seinem 1984 veröffentlichten "The Book of Granville" zu entnehmen. "Es war im August 1961", erinnert sich der Aktienstratege: "Ich saß auf der Herrentoilette, fernab vom hektischen Treiben der Research-Abteilung, und dachte über die Börse nach."

OBV erfaßt die Aktien-Dynamik. Steigt der Kurs, wird das Handelsvolumen zu einer kumulierten OBV-Zahl addiert. Fällt der Kurs, wird es subtrahiert. Auf diese Weise analysiert Granville täglich alle 30 im Dow aufgeführten Werte. "Volumina deuten auf Verluste hin", weiß er aus Erfahrung.

Im Auge behält der technische Analyst außerdem die Zahl der täglich steigenden und fallenden Aktien sowie die Anzahl der Werte, die auf einem 52-Wochen-Hoch oder 52-Wochen-Tief angelangt sind. Diese Charts fließen in den "Net Field Trend Indicator" ein, an dem Granville die Börsentendenz abliest.

In seinem am 20. Januar veröffentlichten Börsenbrief schrieb er, sein Indikator sei auf das Niveau vom 21. Oktober 1929 gefallen. Damals hat der Dow acht Tage später innerhalb von zwei Tagen 24 Prozent verloren. "Technisch gesehen liegt der Dow in den letzten Zügen", beschrieb Granville jetzt den Leitindex.

Richtig lag er auch am 11. März 2000, als der Nasdaq Composite Index auf den Rekordstand von 5048,62 Punkten kletterte. Granville schrieb, daß sich Technologie-Investoren "bald die Finger verbrennen werden." Bis zum 9. Oktober 2002 sackte der technologielastige Leitindex 78 Prozent ab. Falsch lag der Stratege hingegen mit seiner pessimistischen Einstellung von 1982 bis Anfang 1986, zeigt der Hulbert Financial Digest von Marketwatch. Damals kam der Dow auf eine Jahresrendite von 17 Prozent.

Allerdings hat Granville, der 250 Dollar für das Jahresabonnement seines wöchentlich erscheinenden Börsenbriefs berechnet, auch kein Problem damit, den Kurs zu wechseln. "Wenn ich falsch liege, dann gebe ich das auch offen zu, im Gegensatz zu den meisten anderen Herausgebern von Börsenbriefen", sagt Granville. Am 14. März 2002 brachte er einen Brief mit dem Titel "I Was Wrong" heraus, in dem er einräumte, im Februar 2002 zu lange "vorsichtig" geblieben zu sein. Zwischen dem 31. Januar und dem 13. März des Jahres hatte der Dow 5,9 Prozent gewonnen.

"Er ist ein sehr angesehener technischer Analyst, aber am Ende zählt eben das Ergebnis", sagt Mark Hulbert, Herausgeber des Hulbert Digest. "Wären Investoren mit seinen Tips in den letzten 20 Jahren besser gefahren, als mit einem Indexfonds? Wohl kaum", meint Hulbert. Bloomberg
 

08.02.05 12:41

8970 Postings, 6086 Tage bammieRusslands Zentralbank plant Offensive gegen US-$


MOSKAU, 08. Februar (RIA Nowosti). Russlands Zentralbank hat die Einführung einer "Zwei-Devisen-Orientierung" bei der Festlegung ihrer Devisenkurspolitik bekanntgegeben, berichtet die "Iswestija". Damit bestätigte die Bank offiziell, dass sie bei der Kontrolle des Rubelkurses nicht nur den US-Dollar, sondern auch den Euro berücksichtigen wird. Eine Folge davon könnte eine schnellere Schwächung des Dollars gegenüber dem Rubel sein, mahnt das Blatt.

Der neue Devisenkorb der Zentralbank setzt sich zu 87 Prozent aus dem Dollar und zu 13 Prozent aus dem Euro zusammen. Dieses Verhältnis soll schrittweise in Richtung eines 50:50-Verhältnisses verändert werden.

Wie Anton Strutschenewski, Analytiker der Investmentgesellschaft Troika Dialog, feststellte, zeigt eine Studie der Dynamik des Rubelkurses zum Dollar und zum Euro, dass die Zentralbank die Zwei-Devisen-Orientierung mindestens seit 2003 im Auge behält.

Das Hauptziel dieser Maßnahme besteht darin, die Festigung des realen Rubelkurses im Interesse der Aufrechterhaltung der Konkurrenzfähigkeit der russischen Wirtschaft in allen und nicht nur in den "Dollar-Bereichen" zu verlangsamen. In diesem Jahr soll die Zentralbank das Wachstum des realen effektiven Rubelkurses auf acht Prozent beschränken. Zwar wird dieser Kurs ausgehend von einem aus 34 Devisen bestehenden Kurs berechnet, seine Dynamik lässt sich aber auch mit Hilfe eines Modells beschreiben, das nur aus dem US-Dollar und dem Euro besteht, weil viele Länder ihre Devisenpolitik gerade an diese beiden Hauptdevisen binden. Das Verhältnis dieser Devisen in einem solchen Modell beträgt rund 40 Prozent Dollar zu 60 Prozent Euro. Wie Strutschenewski meinte, richtet sich der russische Markt bereits jetzt gerade auf dieses "Einflussverhältnis" der Devisen aus.

Nach Ansicht von Analytikern der Gesellschaft UFG könnte sich der Rubel dank der Verringerung des Dollaranteils am Devisenkorb der Zentralbank Russlands gegenüber dem US-Dollar schnellerfestigen als bisher. Die Rubelfestigung gegenüber dem Dollar wird dabei durch den hohen Positivsaldo der Handelsbilanz Russlands und den wieder einsetzenden Kapitalzustrom beschleunigt, stellt die "Iswestija" fest.
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