Gewinne hin, Gewinne her

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neuester Beitrag: 28.03.05 13:40
eröffnet am: 27.03.05 17:18 von: moya Anzahl Beiträge: 4
neuester Beitrag: 28.03.05 13:40 von: jgfreeman Leser gesamt: 301
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27.03.05 17:18

858838 Postings, 6036 Tage moyaGewinne hin, Gewinne her

Dax-Firmen bauen Jobs ab


Die 30 größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands haben ihre Gewinne im vergangenen Jahr auf zusammen 35,7 Mrd. Euro verdoppelt und dennoch im Inland knapp 35.000 Stellen gestrichen.
 
Das ergab eine Umfrage des in Berlin erscheinenden "Tagesspiegel" zum Ende der Bilanzsaison bei den Dax-Konzernen. Weltweit schufen die Unternehmen dagegen gut 9.600 Jobs. Enthalten sind in diesen Zahlen auch die Effekte von Unternehmensverkäufen, Akquisitionen und Abspaltungen.
 
Die Bilanz der Bilanzen löste bei Gewerkschaften und in der SPD Empörung aus. IG-Metall-Chef Jürgen Peters sagte der Zeitung, die Arbeitgeber müssten "ihre Zweckjammerei" aufgeben und die Arbeitslosigkeit verringern. "Die Bilanzen sind der klare Gegenbeweis für die Märchenstunden der Arbeitgeber über die Nachteile des Standortes", sagte Peters.
 
Frank Bsirske, Chef der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, sagte: "Diese Rekordgewinne belegen eindeutig, wie leistungsfähig die deutsche Wirtschaft und ihre Beschäftigten sind." Dennoch werde lamentiert, Löhne und Steuern seien zu hoch und die Arbeitszeiten zu kurz. DGB-Vizechefin Ursula Engelen-Kefer forderte die Unternehmen auf, "Schluss zu machen mit neuen Erpressungsversuchen von Belegschaften und endlich von der Investitionsbremse herunterzugehen".
 
Der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses im Bundestag, Rainer Wend (SPD), bezeichnete es als eine "ungesunde Entwicklung", dass viele Aktiengesellschaften wegen der zunehmend anonymen Eigentümerstruktur vor allem auf kurzfristige Gewinne schauten. "Es kann nicht sein, dass die Verantwortung der Unternehmen sich darauf reduziert, maximale Gewinne zu machen. Sie haben auch eine Verantwortung für ihre Belegschaften und für langfristige Investitionen", sagte Wend dem "Tagesspiegel".
Gruß Moya

 

27.03.05 17:22

51340 Postings, 7354 Tage eckiArbeitsplatzabhängige Besteuerung.

Da sollten sie sich mal gedanken machen. firmen mit viel Beschäftigung im Vergleich zum Umsatz sollten ruhig eine Steuergutschrift, einen %ualen Abschlag oder irgendsowas bekommen.

Dann würde sich der Grenznutzen des Arbeitsplatzabbaus jedenfalls verschieben. Und sich im Zweifelfall mal die Vesperfrau nicht entlassen und stattdessen ein Süßigkeitenautomat aufgestellt.....

Grüße
ecki  

27.03.05 21:01

2505 Postings, 7318 Tage copparaecki - wenn du mal

drauf gekommen bist - warum wohl nicht unsere politiker? ich finde die idee brilliant!

gruss  

28.03.05 13:40

2003 Postings, 7452 Tage jgfreemanArbeitsplatzabhängige Besteuerung

Gibts doch schon. Die heißt Lohnsteuer. Manche würden auch die Sozialbeiträge dazu zählen.

Die Steuer hängt zu 100% an einem Arbeitsplatz, direkter gehts nicht. Eine Senkung bringt den Unternehmen am meisten, die überproportional viel beschäftigen.

Eine "arbeitsplatzbezogene Gewinnbesteuerung" ist allein deswegen nie Thema, weil sie wohl nicht durchführbar wäre. Wer legt fest, wer wieviel "Arbeitsplatzerlass" bekommt und woran das gemessen wird? Werden damit wirklich die "richtigen" Ziele verfolgt - z.B. würden "make or buy"-Entscheidungen zukünftig anders (nicht effizient) gefällt. Weiter ist eine Verrechnung dank Gemeinkosten bzw Gemeinerlöscharakter der Besteuerung kompliziert. Es gibt also an allen Ecken mehr Verwaltungsaufwand. usw usw usw...

Vielleicht sollte man für eine größere "Belohnung" von Beschäftigung einfach die Steuern auf Beschäftigung senken.

Zitat "Al Bundy" - es ist nicht das Kleid, dass dich fett macht. Es ist das FETT, was dich fett macht. ;-)



Grüße,
JG
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