Gericht verhängt Haftstrafe im De Beira Prozess

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eröffnet am: 13.10.12 00:08 von: Triloner Anzahl Beiträge: 2
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9149 Postings, 5283 Tage TrilonerGericht verhängt Haftstrafe im De Beira Prozess

12.10.2012, 20:11

Marktmanipulation:
Gericht verhängt Haftstrafe im De Beira Prozess
Es war der spektakulärste Kursmanipulationsprozess, den die deutsche Justiz jemals verhandelt hat: Mit einer Aktie ergaunerten sich Marktbetrüger 38 Mio. Euro. Nun fielen die Urteile.  von Frauke Ladleif, Stuttgart
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Mit weit geöffneten Armen schließt Aly M. seine Verlobte und seine Schwester gleich in die Arme. Beide Frauen überragen den kleinen Mann um eine Kopflänge. Sie weinen - fast eineinhalb Jahre hatte Aly M. in Untersuchungshaft gesessen, weit weg von seiner kanadischen Heimat. Dorthin wird er zwar vorerst nicht zurückkehren können, doch er ist raus aus dem Gefängnis.
Am Freitag hat das Landgericht Stuttgart das Urteil in dem größten Fall von Aktienmanipulation gesprochen, der jemals vor einem deutschen Gericht verhandelt wurde. Aly M. war einer der Drahtzieher. Rund 38 Mio. Gewinn hatte er vor sechs Jahren mit der Aktie des US-Rohstoffunternehmens De Beira gemacht, gemeinsam mit den drei Mitangeklagten Sascha Opel, Pascal G. und einem ehemaligen Finanzjournalisten des Nachrichtenmagazins Focus.

Auch der ehemalige Börsenjournalist Sascha Opel steht in dem Fall De Beira vor Gericht
Die Tat: Mit Empfehlungen in deutschen Börsenbriefen und Printmedien des bis dahin unbekannten Rohstoffunternehmens De Beira hatten sie für eine regelrechte Kursexplosion der Aktei gesorgt und anschließend die eigenen Aktienpositionen verkauft. Die Anleger aber hatten sie in ihren Tipps nicht über den Besitz der Wertpapiere informiert. Scalping nennen das Juristen, weil Anlegern im übertragenen Sinn das Fell über die Ohren gezogen wird, wenn sie den Empfehlungen folgen, dadurch zum Kursanstieg beitragen und den Tippgebern hohe Gewinne bescheren.
Bei solchen Summen erscheint der Betrag fast lächerlich, den Aly M. nun in dem Briefumschlag des Landgerichts mit sich trägt. Er zieht den Umschlag kurz aus seiner Hosentasche und zeigt ihn lachend seiner Verlobten:"Fifty Euro", sagt er. Beide werden in nächster Zeit in einer Wohnung in Stuttgart wohnen müssen. Er darf Deutschland nicht verlassen, muss sich montags und freitags bei der Stuttgarter Polizei melden.
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Drei Jahre und zwei Monate Haft hat er für seine Spielchen mit dem Geld der Anleger bekommen - so wie es sein Anwalt zuvor mit dem Gericht und der Staatsanwaltschaft bei einem Geständnis ausgehandelt hat. Knapp die Hälfte hat er durch seine Untersuchungshaft schon verbüßt. Der Rest ist gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt. Trotz des Geständnisses will sein Anwalt in Revision gehen. Der Fall De Beira kommt vor den Bundesgerichtshof.
Weitere Bewährungsstrafe
Dahin will auch Sascha Opel ziehen - wieder einmal. Vor Jahren war der börsenweit bekannte Tippgeber wegen eines ähnlichen Falls dort schon einmal verurteilt worden. Noch in seiner Bewährungszeit hatte er die Empfehlung für De Beira versandt. Trotzdem erhält er auch diesmal nur eine Bewährungsstrafe: Das Landgericht Stuttgart hat ihn am Freitag zu einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung verurteilt. Zusätzlich muss er 350.000 Euro Strafe zahlen.
Auch der Ex-Focus-Redakteur erhält ein Jahr und neun Monate auf Bewährung mit einer Strafzahlung von 200.00 Euro. Ihre Anwälte halten die Schuld ihrer Mandanten jedoch nicht für erwiesen: Das Gutachten der Sachverständigen sei widersprüchlich. Auch habe Sascha Opel als Finanzjournalist das Recht, fünf Prozent Aktienanteile von einem Unternehmen, das er empfiehlt, zu besitzen, ohne dies zu erwähnen.
Hauptdrahtzieher im österreichischen Exil
Der Bundesgerichtshof soll darüber nun urteilen. Denn das Landgericht Stuttgart ließ die Argumente nicht gelten. Die Angeklagten hätten bewusst getäuscht, um eigenen Vorteil aus den Empfehlungen zu ziehen. Mit "erheblicher krimineller Energie" seien die Angeklagten vorgegangen: Über einen längeren Zeitraum hätten sie massiv auf den Kurs eingewirkt und versucht, über Gesellschaften im Ausland die eigenen Aktientransaktionen zu verschleiern. "Sie haben das Vertrauen der Anleger besonders nachhaltig erschüttert", sagte der vorsitzende Richter.
Einer der Hauptdrahtzieher jedoch, Pascal G., weilt derweil weiter unbehelligt in Österreich. Dort gilt Aktienmanipulation nicht als Straftat - kein Grund also für eine Auslieferung.
Aly M. wird das wohl erstmal wenig kümmern. Er muss zusehen, dass er wieder an etwas Geld kommt. Seine Eltern mussten eine Hypothek auf ihr Haus aufnehmen, um die Verteidigung zu finanzieren, hatte er vor ein paar Tagen vor Gericht angegeben. Sein Vermögen in Höhe von rund 21,5 Mio. Euro war eingefroren worden und bleibt dies vorerst auch weiterhin - wegen möglicher Ansprüche von geschädig

http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/...-de-beira-prozess/70103676.html
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"Wer auf Wolken geht, wird bald aus allen fallen! "

13.10.12 08:43
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7239 Postings, 4051 Tage sebestieIch fange auch gleich an zu heulen

Traurige Geschichte.  

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