Gegenwehr aus dem Rollstuhl

Seite 1 von 1
neuester Beitrag: 12.07.04 15:16
eröffnet am: 12.07.04 15:16 von: Kalli2003 Anzahl Beiträge: 1
neuester Beitrag: 12.07.04 15:16 von: Kalli2003 Leser gesamt: 194
davon Heute: 1
bewertet mit 0 Sternen

12.07.04 15:16

58960 Postings, 6542 Tage Kalli2003Gegenwehr aus dem Rollstuhl

SCHUSSWAFFEN-OPFER WILL WAFFENFABRIK KAUFEN

Gegenwehr aus dem Rollstuhl



Rache ist süß. Wenn sie auch manchmal etwas Zeit braucht. Im Falle von Brandon Maxfield, einem 17-jährigen Kalifornier, dauerte es zehn Jahre, bis er die Chance bekam, für Gerechtigkeit zu sorgen. In deren Lauf wird der Teenager, der sich laut seiner Website gern die Haare färbt, Videospiele und Wrestling mag, womöglich demnächst für einen Moment zum Besitzer einer Waffenfabrik - nur um im nächsten Moment deren gesamtes Arsenal zu verschrotten. Es wäre die späte Genugtuung eines jungen Mannes, der im Alter von sieben Jahren angeschossen wurde, seitdem im Rollstuhl sitzt und nur noch den Kopf bewegen kann. Weil die Waffe erstens von der Firma Bryco hergestellt wurde und zweitens einen Konstruktionsfehler aufwies, wurde Bryco drittens im vergangenen Jahr zu einer Entschädigung in Höhe von 51 Millionen Dollar verurteilt. Welche das Unternehmen, viertens, bis heute nicht bezahlt hat, weil es praktischerweise direkt im Anschluss Konkurs angemeldet hat.

Nach Meinung von Brandons Anwälten ist dies nur ein fieser Trick, um der Zahlung zu entgehen. Dafür spricht wohl auch, dass ausgerechnet der bisherige Manager die Firma erwerben sollte. Diese Strategie wird jetzt wohl zu etwas, das die Firma wahrscheinlich gar nicht im Repertoire hat: zum Bumerang. Denn nachdem der Manager das - bis dahin einzige - Gebot abgegeben hatte, verlängerte das Konkursgericht die Frist um 20 Tage. Und Brandons Anwälte nutzten die Chance. Jetzt haben sie ein Gebot von 175 000 Dollar vorgelegt, deutlich höher als die 150 000 Dollar, die der Manager angeblich zahlen wollte. Das Geld stammt größtenteils aus Spenden, die Brandon Maxfield für diesen Zweck über seine Website gesammelt hatte.

Wenn sein Plan aufgeht, besitzt er also bald 75 000 Waffen - und kurz darauf einen gigantischen Haufen Schrott. Es ist eine Variante von David, der diesmal Goliath - im wahrsten Sinne - mit seinen eigenen Waffen schlägt. Um diese Steinschleuder abzuschießen, braucht er noch nicht einmal die Kontrolle über seine Arme.

So long (oder doch besser short?)

Kalli  

 

   Antwort einfügen - nach oben