Gaststätten fordern Regen-Rabatt

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...haben sie letztes Jahr konsequenterweise höhere Zahlungen gefordert?


Regen-Sommer: Gaststätten wollen Rabatt bei Gebühren

Land und Bezirke sollen Pächtern von Open-Air-Unternehmen bei schlechtem Wetter Nachlass gewähren

Die monatelange gähnende Leere in Freibädern, Biergärten und Freiluftkinos und die damit verbundenen Umsatzeinbrüche haben jetzt den Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) auf den Plan gerufen: Die Kommunen, so fordert der Dachverband, sollten Besitzern und Pächtern von Open-Air-Einrichtungen auf Grund des schlechten Wetters Nachlass bei den Gebühren gewähren.

Norbert Hennig, Inhaber der gleichnamigen Eisdielen an der Bundes- und Karl-Marx-Allee sowie am Kurfürsten- und Tempelhofer Damm, unterstützt die Forderung. "Der Senat sollte ruhig mal merken, wovon Geschäfte abhängig sind", sagt der 52 Jahre alte Unternehmer. Es gelte, Gleichmacherei zu überdenken.

"Ich wäre sehr überrascht, wenn das kommt", sagt Richard Grunke. Der Pächter der Freibäder Tegeler See, Plötzensee und Lübars rechnet nicht mit Verständnis von Seiten der Behörden. In der diesjährigen Saison sei der "Umsatz gleich null". Er könne seinen Aufwand auch nur bedingt reduzieren: "Personal in Kassenhäuschen, die Rettungsschwimmer oder auch die Kosten für Reparaturen von Spielgeräten oder Baumschnitt kann ich nicht einsparen, egal ob einer oder 1000 Besucher im Bad sind." Er habe das Glück, dass seine Hotel- und Restaurations-GmbH durch Einnahmen aus dem Partyservice Umsatzeinbrüche auffange. Wer nicht mehrere Standbeine habe, so Grunke, kämpfe ums Überleben. "Für Einzelne fände ich es eine erfreuliche Geste", sagt er kollegial.

Hin- und her gerissen fühlt sich auch Berlins Gaststättenverbandspräsident Jean K. van Daalen: "Als Kaufmann weiß jeder, Vertrag ist Vertrag. Aber einzelne Unternehmen wie Strandbadpächter können wetterbedingte Einbußen ja nicht mit anderen Geschäftszweigen auffangen", argumentiert auch er für eine differenzierte Einzelfallprüfung. "Der Senat sollte sich dabei kulant zeigen." Allerdings habe im vergangenen Jahrhundertsommer auch kein Gastronom eine umsatzorientierte Erhöhung der Abgaben gefordert, gibt er zu bedenken.

Für Jungunternehmer, die den Sprung in die Selbstständigkeit wagten, sei die Idee des Regen-Rabatts durchaus als Starthilfe zu begrüßen, findet Neu-Gastronom Andreas Christott. Der 37-Jährige eröffnete diesen Sommer am Charlottenburger Spreeufer seinen Biergarten Caprivi. Die bisherigen Umsätze seien zwar zufrieden stellend, die Pachtgebühren jedoch an Grenze des Machbaren. "Grundsätzlich würden wir finanzielle Erleichterungen für Betriebsgründungen natürlich begrüßen", sagt er. Von einer solchen Geste für mutige Existenzgründer würden langfristig auch die Bezirke profitieren: "Dadurch könnten die Bezirksämter auch in der Zukunft die Attraktivität ihrer Kieze sichern", ist er fest überzeugt
 

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