Fusion: Weg frei für die größte Börse

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eröffnet am: 19.12.06 23:58 von: johannah Anzahl Beiträge: 2
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19.12.06 23:58

3488 Postings, 5769 Tage johannahFusion: Weg frei für die größte Börse

der Welt

Die erste transatlantische Börsenfusion nimmt eine wichtige Hürde. Die Euronext-Aktionäre stimmen mit großer Mehrheit für Bündnis mit New York. Die Amerikaner zahlen elf Milliarden Euro.

Von Stefan Keidel und Gesche Wüpper

München/Paris - Eine überwältigende Mehrheit der Euronext-Aktionäre hat für die geplante Übernahme der europäischen Mehrländerbörse durch die New York Stock Exchange (NYSE) gestimmt. Insgesamt 98,2 Prozent der auf der Hauptversammlung in Amsterdam vertretenen Anteilseigner - das entspricht 65 Prozent des Euronext-Kapitals - machten den Weg für NYSE-Chef John Thain frei. Seine Aktionäre stimmen an diesem Mittwoch über die Fusion ab. Die Zustimmung gilt als sicher. Der Zusammenschluss soll in den kommenden "drei bis vier Monaten" erfolgen, so Euronext-Chef Jean-Francois Théodore.

Durch die Fusion von Euronext, ein Bündnis der Börsen von Paris, Amsterdam, Brüssel und Lissabon, und der NYSE, entsteht mit einer Börsenkapitalisierung von 22,3 Mrd. Euro die größte Börse der Welt. Théodore zeigte sich gestern sichtlich zufrieden. Er hatte vor der Abstimmung in einer langen Rede erneut das Fusionsprojekt verteidigt und dabei auf das "ausgewogene" Verhältnis bei der Vereinigung hingewiesen.

In Frankreich hatte es bis zuletzt Kritik gehagelt. So hatte die belgisch-französische Bank Dexia, einer der Euronext-Aktionäre, diese Woche erklärt, sie werde dagegen stimmen. Die Finanzplatz-Lobby Europlace hatte die geplante Fusion ebenfalls kritisiert und erst vor wenigen Tagen erneut Zugeständnisse gefordert, um die europäischen Euronext-Börsen besser vor dem Zugriff der amerikanischen Börsenaufsicht zu schützen. Europlace-Sprecher Henry Lachmann warnte: "Das ist keine Fusion unter Gleichen, das ist die Übernahme von Euronext durch die NYSE."

Die New Yorker hatten angesichts der Kritik ihr Angebot mehrfach nachgebessert. Zuletzt war ihnen Euronext 10,9 Mrd. Euro wert. Bereits Anfang Juni hatten Théodore und NYSE-Chef Thain nach dreiwöchigen Geheimverhandlungen überraschend ihre Fusionspläne bekannt gegeben. Gleichzeitig erteilte Théodore damals Übernahmeplänen der Deutschen Börse eine Absage. Die Frankfurter wollten nach eigener Aussage dem zunehmenden Einfluss amerikanischer Finanzhäuser und Börsen auf dem alten Kontinent entgegenwirken.

Doch Frankfurts neuer Börsenchef Reto Francioni gab trotz der Ablehnung des Euronext-Managements nicht auf: Hinter den Kulissen begann im Sommer ein monatelanges Tauziehen beider Seiten um die Gunst der Euronext-Aktionäre und der einflussreichen Finanzplatzlobbyisten um Europlace.

Sogar die große Politik spielte ihre Rolle: Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac sprachen sich für eine europäische Lösung aus und verwiesen auf die herausragende Rolle der Börsen für die Volkswirtschaften. Aber letztlich überließen sie den Euronext-Aktionären die Entscheidung.

Als sich dann im November für die Deutsche Börse abzeichnete, dass auch die europäischen Wettbewerbshüter einer Fusion von Euronext und Frankfurt nur unter hohen Auflagen zustimmen würden, gab Francioni den Kampf auf.

Artikel erschienen am 20.12.2006

WELT.de 1995 - 2006  

21.12.06 22:06

3488 Postings, 5769 Tage johannahWie schauts denn hier aus?

Kein Kommentar zur Fusion der Paris-Börse mit der NYSE?

Das Talkforum ist doch nicht nur ein Damenkränzchen?  

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