Fürst Rainier ist tot

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neuester Beitrag: 01.04.05 09:38
eröffnet am: 01.04.05 09:30 von: niebaum Anzahl Beiträge: 5
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01.04.05 09:30

2752 Postings, 5753 Tage niebaumFürst Rainier ist tot

Bekanntgabe erfolgt im Laufe des Tages: kein April-Scherz  

01.04.05 09:33

2752 Postings, 5753 Tage niebaumRainier

Das System Rainier
Wie krank der Fürst von Monaco auch sein mag - sein Staat ist gesund
von Jörg von Uthmann

Paris - Manche denken, wenn die Rede auf Monaco kommt, nur an Fußball. Den meisten fallen drei Frauen ein - die am Steuer ihres Porsche 356 verunglückte Fürstin Gracia Patricia und ihre beiden Töchter. Carolines streitbarer Ehemann und Stéphanies außereheliche Amouren versorgen die bunten Magazine, die die Dame von Welt nur beim Friseur liest, zuverlässig mit Hofklatsch. Daß Kronprinz Albert weder ans Heiraten denkt noch daran, seine Intimsphäre mit der Öffentlichkeit zu teilen, wird ihm von den Redaktionen dieser Blätter schwer verübelt.


Rainier III., der regierende Fürst, zieht die Aufmerksamkeit der Medien nur dann auf sich, wenn ihn eine Krankheit wieder einmal niedergestreckt hat und sich die Frage aufdrängt, ob es diesmal die letzte ist. Beim dienstältesten Staatschef der Welt, der 56 Amtsjahre hinter sich hat, ist diese Frage nicht unberechtigt. Aber sie greift zu kurz. Rainier ist nicht nur der Witwer einer glamourösen Frau und Vater von zwei ruhelosen Prinzessinnen. Unter den Regenten unserer Zeit ist er einer der erfolgreichsten.


Monaco ist - was sich der deutsche Finanzminister selbst in seinen kühnsten Träumen nicht vorzustellen wagt - ein schuldenfreies Land mit einem Haushaltsüberschuß. Es ist die Heimat von mehr als 20 000 Millionären, die die sanfte Fiskalität des Fürstentums - keine Einkommen-, Vermögen-, oder Erbschaftsteuer - zu schätzen wissen. Das Privatvermögen der Grimaldis, die ihr erstes Geld als Seeräuber machten, dürfte bei zwei Milliarden Euro liegen. Im vergangenen Jahr brachte es Rainier in eine Stiftung ein. Von den Erträgen werden seine Erben bequem leben können. Aber verschleudern können sie den Nachlaß nicht. Diese Regelung, sind sich Beobachter einig, zeigt ein gewisses Mißtrauen Rainiers gegenüber dem Lebensstil seiner Kinder, in denen er nicht unbedingt nur seriöse Sachwalter der Interessen des Fürstentums sieht.


So gut ging es den Monegassen nicht immer. Als Rainier 1949 seine Herrschaft antrat, lag das vom Krieg erschöpfte Europa danieder. Die großen Spieler, die im Kasino Unsummen verloren, ohne mit der Wimper zu zucken, ließen sich nicht blicken. Um sein Land vor dem Staatsbankrott zu bewahren, ließ sich der Fürst mit "Ari" Onassis ein - ein Schritt, den er bald bereute: 15 Jahre lang mußte er sich gegen die Versuche des griechischen Reeders wehren, die Société des Bains de Mer (SMB), der das Kasino, die feudalsten Hotels und die leckersten Grundstücke gehören, unter seine Kontrolle zu bekommen.


Auch politisch standen seine ersten Regierungsjahre unter keinem guten Stern. Charles de Gaulle ließ keinen Zweifel daran, daß er die Unabhängigkeit des Zwergstaates für einen alten Zopf hielt, den es schleunigst abzuschneiden galt. Mit seinem Parlament hatte es der selbstbewußte junge Herrscher nicht leichter. 1959 setzte er die Verfassung außer Kraft und schickte die 18 Abgeordneten nach Hause. Erst 1962, als das Land von einer zweiten Krise geschüttelt wurde, geruhte er, das Volk wieder an der Regierung zu beteiligen.


Diese zweite Krise hatte er selbst vom Zaun gebrochen. Er hatte sich dazu hinreißen lassen, seinen Staatsminister Émile Pelletier eigenhändig zu ohrfeigen. Da Pelletier, wie es der Staatsvertrag mit Frankreich gebot, Franzose war und auf Vorschlag der französischen Regierung bestellt, reagierte Paris heftig. Premierminister Pompidou ließ an den Grenzen Monacos Zollbeamte aufmarschieren und drohte, dem aufmüpfigen Zaunkönig Strom und Wasser abzustellen. Rainier blieb nichts anderes übrig, als klein beizugeben und den Stein des Anstoßes - die steuerliche Begünstigung französischer Staatsbürger - eiligst aus dem Weg zu räumen.

 
 
 

01.04.05 09:36

25551 Postings, 7026 Tage DepothalbiererUnd was ist mit der magensonde ??

haben sie die schon unbeschadet wieder rausgeholt ?

das interessiert mich eigentlich am meisten.  

01.04.05 09:37

61594 Postings, 6139 Tage lassmichreinJetzt noch der Papst, und man kann sich wieder

den wirklicj wichtigen Dingen widmen...
Sorry für die Pietätlosigkeit, aber so langsam aber sicher gingen mir die Meldungen über die beiden ziemlich auf die Nüsse...

 

 

01.04.05 09:38

2752 Postings, 5753 Tage niebaumer ist schon vorgestern verstorben /Insider-Info

Monaco: Albert
übernimmt Regentschaft

Fürstenpalast: Rainier kann Amtsgeschäfte nicht mehr ausüben

Prinz Albert von Monaco hat am Donnerstag anstelle seines schwer erkrankten Vaters die Regentschaft des Fürstentums übernommen. Nach Angaben des Palasts entschied der Kronrat, dass es für Fürst Rainier III. derzeit schwierig sei, seine Amtspflichten wahrzunehmen. Der 81-Jährige ringt seit Dienstag vergangener Woche auf der Intensivstation mit dem Tod. Im Falle einer Genesung könne Rainier das Amt des Regenten aber wieder übernehmen, erklärte ein Palastsprecher.<!-- author in the header -->31.03.2005
<!-- Artikelkopf right gross quad stop --><!-- Artikelinhalt start --> Albert sicherte den Monegassen in einer persönlichen Erklärung zu, er werde seine Rolle "mit Kraft, Überzeugung und Leidenschaft" ausüben. Er wisse, dass er auf jeden einzelnen seiner Landsleute zählen könne. Er und seine Schwestern Caroline und Stéphanie hätten "all die Zeichen der Unterstützung" gespürt, die ihnen die Monegassen während der Erkrankung seines Vaters hätten zuteil werden lassen.  

Albert übernimmt Aufgaben

    Dessen Gesundheitszustand sei weiterhin sehr ernst. Rainier werde von den Ärzten mit allem Nötigen versorgt, erklärte Albert. Der 47-jährige Albert ist der einzige Sohn von Rainier und von dessen 1982 mit dem Auto verunglückter Frau Gracia Patricia, der ehemaligen US-Schauspielerin Grace Kelly. Bereits in den vergangenen Jahren hatte der Erbprinz zahlreiche Aufgaben von seinem Vater übernommen, der Monaco bereits seit 1949 regiert.  Durch die schwere Krankheit des Fürsten war in Monaco ein politisches Machtvakuum entstanden, das der 47-jährige Albert ausfüllen soll. Fürst Rainier III. war am 7. März mit einer Lungenentzündung in die monegassische Klinik gebracht worden.  

"Außergewöhnliche Willenskraft"

     Noch am Nachmittag hatte es aus dem Umfeld Rainiers geheißen: "Der Fürst kämpft mit außergewöhnlicher Willenskraft, ein weniger robuster Mensch wäre schon tot". Der Zustand des 81-Jährigen sei weiterhin stabil. Rainier liegt mit schwachen Nieren-, Herz- und Lungenfunktionen auf der Intensivstation der Klinik Monacos. Am 7. März war er mit einer Lungenentzündung dort aufgenommen worden. MEDIATHEK "Was auch immer passiert", das ATP-Masters-Tennisturnier von Monte Carlo vom 9. bis 17. April werde stattfinden, teilte der Fürstenpalast mit. Konkrete Vorbereitungen auf den Todesfall gibt es nach offiziellen Angaben nicht. Die Geschäfte würden dann aber ihre Läden herunterlassen, Staatsdiener in schwarzer Kleidung arbeiten.  

Auf Nachfolge vorbereitet

     Die Nachfolgefrage hat Rainier seit Jahren geregelt. In einem Interview der Zeitung "Nice Matin" von 1999, das am Donnerstag vom Pariser Wochenblatt "VSD" wieder abgedruckt wurde, hatte der Fürst gesagt, Prinz Albert bereite sich "sehr gut" auf seine Nachfolge vor.  Eine Abdankung sei in der Verfassung nicht vorgesehen, sagte Rainier in dem Interview. "Die Nachfolge erfolgt erst mit dem Tod des herrschenden Fürsten oder wenn man feststellt, dass er nach körperlichen, medizinischen Gesichtspunkten nicht in der Lage ist, zu regieren." Man solle "keine Angst vor dem Tod haben, sondern ihn so sanft wie möglich erreichen", sagte Rainier damals. "Ich glaube, dass der Tod kein Ende ist. Schwierig ist das Sterben."  Mit Material von dpa, REUTERS, AP  

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