Frühaufsteher der tägliche ausblick a.d.börse

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Frühaufsteher
Das Zittern geht weiter

17. Juli 2002


Keine Entlastung durch Greenspan und Intel-Zahlen

Nein, es ist noch lange nicht ausgestanden. Hatte Fed-Chef Alan Greenspan mit einer positiven Konjunktureinschätzung den Märkten noch etwas Mut eingehaucht, verflüchtigte sich dieser im späteren US-Handel wieder. Auch die nachbörslichen Zahlen von Intel, Motorola und Apple haben unter dem Strich enttäuscht. Die Krise im Halbleitersektor scheint ungebrochen.

Heute nach Börsenschluss stehen unter anderem Zahlen von IBM, Citigroup, Coca-Cola, Ford und Honeywell auf dem Programm, die erneut ein gemischtes Bild über die Verfassung der amerikanischen Wirtschaft bieten dürften. Von ?Big Blue? (IBM) erwarten Beobachter etwa den ersten Quartalsverlust seit acht Jahren.

Bund-Future dürfte 108-Prozent-Marke verteidigen

Die Gewinnmitnahmen beim Bund-Future am Dienstag waren zu erwarten. Heute dürfte er sich über der Marke von 108 Prozent behaupten. Am Dienstag hatte er 41 Ticks auf 108,05 Prozent verloren.

Euro etwas fester

Etwas fester zeigt sich der Euro am Mittwochmorgen. Gegen 7.58 Uhr MESZ kostet ein Euro 1,0127 Dollar verglichen mit 1,0109 Dollar am späten Dienstagnachmittag in New York. Gegenüber dem Yen steht der Dollar aktuell bei 115,95 Yen, nachdem er im US-Handel am Dienstag bei 115,89 notiert hatte. Händler sprachen von hoher Dollar-Nachfrage bei japanischen Exporteuren und verwiesen zudem auf Positionsglattstellungen.

Einbruch bei Sony-Aktien belastet Tokioter Börse

Der Einbruch der Aktien des Elektronikkonzerns Sony hat am Mittwoch die Tokioter Börse insgesamt belastet. Die Sorgen der Anleger, dass die Dollar-Schwäche und der Abwärtstrend an der Wall Street die Bilanz belasten würden, drückten Sony-Aktien nach Händlerangaben um mehr als fünf Prozent auf den bisher tiefsten Stand des Jahres. Von der Rede des US-Notenbankchefs Alan Greenspan am Vortag habe der Aktienmarkt nicht profitieren können, sagten Börsianer weiter. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index fiel im Handelsverlauf um 0,62 Prozent auf 10.186 Punkte, der breiter gefasste Topix-Index notierte mit minus 0,55 Prozent bei 979 Zählern.

Aktien Hongkong am Mittag sehr schwach - HSBC erneut unter Druck

Die Börse in Hongkong wird am Mittwochmittag (Ortszeit) von den schlechten Vorgaben von Wall Street in Mitleidenschaft gezogen und tendiert sehr schwach. Zum Ende der ersten Sitzungshälfte steht der Hang-Seng-Index 1,6 Prozent niedriger bei 10.254 Punkten. Der Index werde zudem von den deutlichen Abschlägen bei HSBC belastet, sagen Teilnehmer. Die Titel litten unter massiven Leerverkäufen. HSBC geben um 1,4 Prozent auf 85,75 HK-Dollar ab. Die Papiere würden die Abschläge nachvollziehen, die die Konkurrenten weltweit bereits erlitten hätten, heißt es. Als eine psychologische Marke im Hang-Seng-Index wird die Unterstützung bei 10.000 Punkten angesehen. Beobachter gehen davon aus, dass diese jedoch nicht unterschritten wird.

US-Nachbörse: Intel fester - Apple werden verkauft

Etwas fester notierten Intel trotz verfehlter Prognosen im nachbörslichen Handel. Die Titel stiegen um knapp ein Prozent auf 18,39 Dollar nach einem Minus von vier Prozent im regulären Handel. Intel hatte nach Börsenschluss einen Gewinn je Aktie von 0,09 Dollar ausgewiesen und damit die Analystenprognosen um zwei Cents unterlaufen. Die Aktien von Apple Computer wurden dagegen verkauft. Apple hatte zuvor angekündigt, im vierten Quartal einen ?kleinen Gewinn? vor außerordentlichen Posten zu erreichen. Wall Street hatte bislang für diesen Zeitraum 0,14 Dollar je Aktie erwartet. Der Kurs fiel nachbörslich um acht Prozent auf 16,40 Dollar. Motorola verbesserten sich um 1,2 Prozent auf 14,70 Dollar. Das Unternehmen hatte nachbörslich mitgeteilt, dass es davon ausgeht, die Umsätze im Bereich Mobilfunkgeräte im dritten und vierten Quartal zu steigern. Für das zweite Quartal wies Motorola einen Nettoverlust von 2,3 Milliarden Dollar aus, nachdem der Verlust im Vorjahreszeitraum 759 Millionen Dollar betragen hatte.

Der Nasdaq-100 After Hours Indicator verharrte kaum verändert bei 1.011 Punkten.

Wall Street schließt nach volatilem Handel sehr schwach

Nach einer Achterbahnfahrt haben die Aktienkurse an Wall Street am Dienstag sehr schwach geschlossen. Die Rede von Alan Greenspan hatte am Nachmittag den Kursverfall aus dem frühen Geschäft zunächst gestoppt und zu einer Stabilisierung geführt. Im späten Geschäft rutschten die Notierungen dann erneut ab.

Der Dow Jones schloss bei 8.473 Punkten, das entspricht einem Minus von 1,9 Prozent oder 166 Stellen. Das Tagestief lag bei 8.407 Zählern. Damit hat der Dow zum ersten Mal seit Juni 1984 sieben Sitzungen in Folge mit Abgaben geschlossen. Der S&P-500-Index rutschte um 1,9 Prozent auf 901 Punkte. Der Nasdaq-Composite-Index verlor 0,5 Prozent oder sieben Zähler auf 1.375.

?Wir scheinen uns aber allmählich einem emotionalen Boden zu nähern?, sagte ein Händler unter Verweis auf einen erneuten starken Anstieg des Volatitilätsindex, der als Maßstab für die Angst am Markt gesehen wird. Marktteilnehmer begründeten die zwischenzeitlich etwas verbesserte Stimmung mit den Aussagen des US-Notenbank-Chairmans. ?Alan Greenspan hat dem Markt Mut gemacht, indem er sagte, dass die Wirtschaft auf dem Weg der Besserung ist und die Zinsen für mehrere Monate unverändert bleiben dürften?, sagt ein Teilnehmer. Auch die Daten zur Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung hätten den Markt gestützt. Für die Abschläge zum Ende der Sitzung sei der Programmhandel verantwortlich. In dieser immer noch angespannten Situation wolle über Nacht einfach niemand weder ?short? noch ?long? positioniert sein, hieß es.

General Motors schlossen um 4,3 Prozent ermäßigt bei 45,84. Der Automobilkonzern hatte für das zweite Quartal zwar mit einem Gewinn je Aktie von 2,43 Dollar die Prognosen der Analysten übertroffen. Die Anleger hätten sich jedoch weniger auf die Kosteneinsparungen und Absatzzahlen als auf mögliche Finanzierungsprobleme der Pensionskassen des Unternehmens konzentriert, hieß es im Handel.

Belastet worden sei der Blue-Chip-Index auch durch die enttäuscht aufgenommenen Zweitquartalsergebnisse von Caterpillar. Der Baumaschinenhersteller hatte einen Gewinn je Aktie von 0,58 Dollar ausgewiesen. Analysten hatten mit 0,73 Dollar gerechnet. Auch der Ausblick ließ die Anleger vor der Aktie zurückweichen. Für 2002 geht Caterpillar davon aus, dass das Ergebnis um 15 Prozent unter dem des Vorjahres liegen wird. Die Titel verloren 4,8 Prozent auf 43,00 Dollar.

J.P. Morgan litten unter Marktgerüchten über eine angeblich mangelnde Liquidität des Finanzinstituts. Obwohl das Unternehmen diese als ?unwahr und verantwortungslos? zurückwies, büßten die Titel 5,3 Prozent auf 28,50 Dollar ein. Bei Intel habe die Anleger im späten Geschäft vor Bekanntgabe der Zahlen der Mut verlassen, sagte ein Händler. Intel verbilligten sich um vier Prozent auf 18,36 Dollar.

Im gebeutelten Mobilfunksektor sorgte Nextel mit ?bombigen? Quartalszahlen für eine angenehme Überraschung. Die Titel erhöhten sich daraufhin um 30 Prozent auf 6,50 Dollar. Das Unternehmen, dass als eines der ersten im Nasdaq 100 Ergebnisse für das abgelaufene Quartal vorlegte, profitierte dabei nicht nur vom Rekordergebnis, sondern vor allem auch vom Ausblick der Gesellschaft.

US-Anleihen schließen nach Greenspan-Rede knapp behauptet

Gewinnmitnahmen im Anschluss an die Rede von Alan Greenspan haben am Dienstag im späten New Yorker Handel zu knapp behaupteten Anleihekursen geführt. Händler sagten, die Sitzung sei insgesamt sehr volatil gewesen. Zehnjährige Papiere mit einem Kupon von 4,875 Prozent verloren 2/32 auf 101-27/32 und rentierten mit 4,635 Prozent, nach 4,620 Prozent am Montag. Der Longbond mit einer Zinsausstattung von 5,375 Prozent sank um 9/32 auf 99-19/32. Die Rendite stieg von 5,378 auf 5,403 Prozent.

Optimistische Äußerungen des US-Notenbank-Chairmans zur US-Konjunktur, sich etwas stabilisierende Aktienkurse und eine stark gestiegene Industrieproduktion hätten am Nachmittag zu Gewinnmitnahmen vor allem von Hedge-Fonds geführt, hieß es. Infolge der starken Rally in der vergangenen Woche sei der Markt nun überkauft. Die Industrieproduktion kletterte im Juni um 0,8 Prozent und damit so kräftig wie seit Oktober 1999 nicht mehr.

Greenspan hatte vor dem Bankenausschuss ein positives Bild von der US-Konjunktur gezeichnet und seine Erwartung eines Wirtschaftswachstums von vier Prozent in diesem Jahr geäußert. Die Zinsen sollen solange niedrig bleiben, bis die Konjunktur wieder unter Dampf stehe, sagte er weiter. Gleichzeitig schloss er aber eine zusätzliche Stimulanz durch weitere Zinssenkungen aus.

 
 Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters.
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Text: @la


 

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