Freue mich auf den Anleihen-Crash

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neuester Beitrag: 29.04.03 15:34
eröffnet am: 24.04.03 22:23 von: kalle4712 Anzahl Beiträge: 4
neuester Beitrag: 29.04.03 15:34 von: kalle4712 Leser gesamt: 206
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24.04.03 22:23

1934 Postings, 6960 Tage kalle4712Freue mich auf den Anleihen-Crash

Stellt Euch vor, die Konjunktur in den USA kommt wieder in Fahrt!

Was bedeutet das? ==> Es wird nicht lange dauern, und die Märkte werden über Zinserhöhungen durch die FED diskutieren.

Was bedeutet dies? ==> Aktien werden etwas schwächeln, aber aufgrund der positiven Aussichten nur für kurze Zeit. VOR ALLEM gilt aber: Anleihen werden keine Anlagealternative mehr sein.

Soll heißen: ==> Wer investiert schon in einem beginnenden Konjunkturzyklus in Anleihen? Kurzfristige Anleihen sind unattraktiv, weil zu erwarten ist, dass das Geld bereits nach kurzer Zeit lukrativer angelegt werden kann. Bei mittel- und langfristigen Anleihen sind dagegen herbe Kursverluste zu erwarten.
(Gekauft werden die Anleihen dann wohl nur noch von den Dauer-Pessimisten, die einem Aufschwung sowieso nie trauen. Mitleid habe ich bereits jetzt mit jenen, die ihr Geld heute zu Minizinsen in angeblich sichere 30-jährige Anleihen stecken.)

Was könnte das Fazit sein? ==> US-Aktien steigen, allerdings nur moderat, da das KGV bereits hoch ist (auf der anderen Seite werden die Rationalisierungsbemühungen aus drei Jahren Baisse Früchte tragen). Gleichzeitig traut man dem Aufschwung nicht - der Bärenmarkt hinterlässt seine Spuren, und man sucht Alternativen zu Aktien, die aber nicht allein aus Anleihen bestehen können (siehe oben). Also könnte Gold weiter steigen.

Mögliches Szenario in ca. einem Jahr: ==> Die Rentenmärkte sind schwach (was in einem positiven Konjunkturumfeld normal ist), aber Aktien, Gold und US-Dollar (da der Aufschwung von den USA ausgeht) steigen gleichzeitig. Dies ist ziemlich ungewöhnlich, liegt aber im Bereich des möglichen.
 

25.04.03 09:33

1934 Postings, 6960 Tage kalle4712Keine Resonanz: Das deutet für mich darauf

hin, dass meine Meinung hier nicht geteilt wird. Das macht das Eintreffen des beschriebenen Szenarios wahrscheinlicher.  

25.04.03 09:52

7336 Postings, 6359 Tage 54reabder anleihecrasch kommt

sicher, wenn wir nicht direkt in eine nachhaltige deflation marschieren. kommt eine nachhaltige deflation, sind anlagen in aktien auch nichts das schlaueste. mit den aufgeführten begründungen kann ich allerdings nicht einverstanden sein. ich würde eher nachfolgende begründungen sehen:

- wir haben historisch niedrige zinsen. die wahrscheinlichkeit, dass sie steigen ist dehalb mittelfristig größer als dass sie sinken werden.

- in allen großen industralisierten nationen steigt die staatsverschuldung wieder stark an. damit steigt die nachfrage nach geld und damit die zinsen.

- ein potentieller anstieg der weltweiten konjunktur könnte dieses szenario noch verschärfen.

jeder, der sich auf dem anleihemarkt auskennt, weiss was die steigerung von 1% bei der umlaufrendite für die kurse der anleihen bedeutet. eine längerfristige anlage in anleihen sollte deshalb nur derjenige tun, der mit einer verstärkung der deflationärischen tendenzen rechnet. für alle anderen bleibt nur die kurz- bis mittelfristige anlage in papiere mit einem kurs unter 100% (niedrig verzinste). steigende zinsen sind allerdings, bei den noch immer recht hohen bewertungen, auch kein treibstoff für aktien.

salute baer45  

29.04.03 15:34

1934 Postings, 6960 Tage kalle4712@baer45

Wieso bist Du denn nicht mit meinen Begründungen einverstanden? Offensichtlich haben wir doch ziemlich genau die gleichen Ansichten - Du drückst Dich nur etwas anders aus.

Dass auch eine nachhaltige Deflation möglich ist, stimmt wohl. Allerdings glaube ich persönlich nicht, dass dieser Fall eintritt. Grund: Die anderen westeuropäischen Länder und die USA halte ich für reformfähiger und in wirtschaftlichen Fragen für flexibler als Deutschland - daher rechne ich dort nicht mit einer nachhaltigen Deflation. Und da Deutschland noch immer sehr exportstark ist, wird es von den anderen Ländern mitgezogen. Ich rechne wegen der ingesamt in Deutschland schwach bleibenden Binnenkonjunktur dann eher mit einem Dahindümpeln wie in den vergangenen Jahren. Die Zinsen werden dann aufgrund der Einbettung in den EU-Raum auch in Deutschland steigen.
 

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