Finanztransaktionssteuer - Ist es unpopulär

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neuester Beitrag: 09.11.12 12:12
eröffnet am: 09.10.12 22:23 von: Katjuscha Anzahl Beiträge: 22
neuester Beitrag: 09.11.12 12:12 von: Mehr Wisse. Leser gesamt: 731
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bewertet mit 15 Sternen

09.10.12 22:23
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100576 Postings, 7563 Tage KatjuschaFinanztransaktionssteuer - Ist es unpopulär

wenn man jetzt als Kleinsparer an die Parteien schreibt, dass man zwar für die Einführung der Steuer ist, aber die heute kolportierte Art und Weise nicht gut findet?

0,1% auf Aktiengeschäfte und 0,01% auf Derivate?

Ich komm mir genauso verarscht vor wie bei Einführung der Kapitalertragssteuer. Man verkauft uns die Steuern immer als Beitrag gegen Spekulanten, aber letztlich wird der Kleinsparer immer mehr zur Kasse gebeten und in seiner Altersvorsorge behindert, während der Spekulant nur drüber lacht.
Mal abgesehen davon. Aktienhandel ist für meine Begriffe eine Möglichkeit für alle Unternehmen, sich am Kapitalmarkt Geld für Investitionen zu beschaffen. Wieso wird sowas reglementiert? Setzt doch bitte Steuern mal dort an, wo sie wirklich den Spekulanten treffen und nicht Unternehmen und Sparer!
Ich überleg echt, ob ich mal den Parteien eine entsprechende Mail schicke. Derzeit hat man den Eindruck viele Politiker haben schlichtweg keine Ahnung von der Materie und werfen deshalb alle Finanzgeschäfte über einen Haufen. Und dann lassen sie sich von irgendwelchen Lobbyisten der Banken und Versicherungen solche merkwürdigen Steuermodelle als Idee zur Bekämpfung von Spekulanten auftischen. War ja bei der Kapitalertragsteuer auch schon so. Profitiert haben die Versuicherungen und diejenigen mit hohem Einkommenssteuersatz. Am Arsch waren diejenigen, die langfristig sparen wollten und niedrigen Steuersatz hatten. Läuft bei der Finanztransaktionssteuer bestimmt wieder ähnlich.  

09.10.12 22:33
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10775 Postings, 3829 Tage sonnenscheinchender kleine Sparer soll

halt brav die Produkte der Lebensversicherungen und Banken kaufen, die üppig gefördert werden.
Wer sich auf eigene Faust um seine Ersparnisse kümmern will, gehört bestraft.  

09.10.12 22:38
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100576 Postings, 7563 Tage Katjuschayepp, zumindest wars bei der K-ertragssteuer so

Jetzt bei der Finanztransaktionssteuer hab ich eher das gefühl, es ist reiner Populismus, der dazu führt, dass man möglichst schnell eine (total unüberlegte!) Steuer durchdrücken will. Eine Steuer, die ich grundsätzlich befürworte, aber doch nicht für Aktien.
Vor ein paar Monaten hab ich mal Planungen gelesen, wo die Steuer nur bestimmte Derivate und wenn überhaupt Aktien, dann Hochfrequenzhandel und Hedgefonds betreffen soll, aber der Kleinsparer außen vor bleibt. Davon ist heute nichts mehr zu hören. Haben die Lobbies scheinbar ganze Arbeit geleistet.

Wenn überhaupt könnt ich ja noch vereinfacht 0,02% auf alles verstehen, wenn man dann bei Aktien Kleinsparer davon ausnimmt, sie es sich also über die Steuererklärung wiederholen können.  

09.10.12 22:40

233908 Postings, 6036 Tage obgicoudie Steuer wird nicht kommen

dafür ist jetzt der EU-Kommissar zuständig  

09.10.12 23:18
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69017 Postings, 6232 Tage BarCodeDas läuft so, wenn man was nicht will,

was aber im Prinzip populär ist. Man stellt sich auf die Seite derer, die das wollten, macht aber einen Vorschlag den keiner gut findet. Dann sagt man: Schade, wir wollten das ja einführen, aber ihr wolltet es ja nicht...
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Große Verbindlichkeiten machen nicht dankbar, sondern rachsüchtig. (Nietzsche)

09.10.12 23:29
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5105 Postings, 3942 Tage mikkkiIch

bin im Prinzip auch für die Steuer. Nur die Umsetzung ist jawohl mehr als bescheiden. Für Derivate etc. müsste der höhere Satz gelten und für Aktien der niedrigere. Glaube auch das hier die Lobbyisten wieder ganze Arbeit geleistet haben. So n Kack. Regt mich auf.

 

09.10.12 23:32
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100576 Postings, 7563 Tage Katjuschana ja, Barcode, hört sich logisch an, aber

ich glaub wenn derzeit ne Umfrage machen würde, ob die Finanztransaktionsteuer kommen soll so wie sie heute öffentlich gemacht wurde, würden 70-80% zustimmen, was auch daran liegt, dass wir Deutschen kein Volk von Anlegern sind.
Wenn ich mich mit Freunden unterhalte, verdienen die alle gut, aber legen ihr Geld halt in Fonds an und ansonsten interessieren sie sich kein bißchen für Börse, sondern vertrauen den Versicherungen und Banken. Die wissen nicht mal was ein KGV ist.
Ist gar nicht despektierlich gemeint, aber genau das führt ja halt dazu, dass wie im Falle der Kapitalertragssteuer das so durchgehen konnte. Und umso größer die Krise ist (2008 als die KES eingeführt wurde wars ja auch so) umso leichter lassen sich die Bürger verarschen, was populäre Maßnahmen gegen Spekulanten angegeht. Dummerweise sehen sie nur zu wenig durch, um zubegreifen, dass gar nicht die Spekulanten die Gelackmeierten sind.
Aber mal sehen, vielleicht behaltet ihr ja recht, und die Steuer kommt sowieso nicht, jedenfalls nicht Ende 2013 wie derzeit geplant.  

09.10.12 23:56

69017 Postings, 6232 Tage BarCodeEs melden sich ja eh immer nur die lautstark,

die betroffen sind. Die bestimmen dann die Resonanz.
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Große Verbindlichkeiten machen nicht dankbar, sondern rachsüchtig. (Nietzsche)

10.10.12 00:01
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100576 Postings, 7563 Tage Katjuschawiderspricht sich das nicht?

wenn 70-80% nicht betroffen sind, und entsprechend die Resonanz nicht bestimmen müssten, aber gleich viele sich für die Steuer aussprechen, dann passt das doch irgendwie nicht.

Diejenigen, die betroffen sind, wie meine Wenigkeit, verschaffen sich doch in der öffentlichen Wahrnehmung derzzeit gar kein Gehör. Oder hast du schon mal Anleger gesehen, die sich derzeit aus der Deckung trauen und sich gegen die populäre Finanztransaktionssteuer äußern? Liegt halt daran, dass da leider nicht zwischen den Anlageklassen und den Anlegertypen unterschieden wird. Ich hoffe mal das ändert sich noch, denn eigentlich bin ich für die Steuer, aber nur zu anderen Konditionen.  

10.10.12 07:45

4005 Postings, 3792 Tage BundesrepGuckst du ariva,

stellst du fest, dass auch die Masse der "Kleinen" längst zu Zockern mutiert ist. Große Dummheit wird regelmäßig bestraft und deshalb sind Spielregeln wie im Casino die logische Konsequenz.  

10.10.12 08:10

100576 Postings, 7563 Tage Katjuschana sag ich doch. nur wieso werden diese Spielregel

dann nicht eingeführt, wenn auch die Kleinen schon zocken?

von mir aus auch 0,2% auf Derivatehandel oder Hochfrequenzhandel in allen Anlageklassen, aber doch nicht den Aktienmarkt noch mehr schädigen als er ohnehin schon geschädigt ist.
Die Börse als solche war immer schon auch vor Jahrhunderten ein Marktplatz wo sich Unternehmen Geld für ihr Wachstum besorgen konnten und Privatanleger spekulieren und investieren konnten. Es wurde ja erst seit den 1980er Jahren korumpiert. Dem muss man halt entgegensteuern, aber das erreicht man nicht, wenn man den normalen Aktienhandel neben der Kapitalertragssteuer nun nochmal besteuert.
Irgendwann lohnt sich der Handel mit Aktien nicht mehr wirklich. Und wenn es wieder Ausnahmeregelungen für Versicherungen gibt, dann handeln die Instis bald alleine. Na super, wie die letzten Jahre und Jahrzehnte gezeigt haben, sind die ja auch besonders vertrauensseelig. ;)  

10.10.12 08:33
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24619 Postings, 7145 Tage Tony Fordhäähhh?

0,1% auf Aktiengeschäfte und 0,01% auf Derivate?

 

Wie krank ist das denn, man bestraft die eigentlich soliden Aktienanlagen und "belohnt" quasi die Derivategeschäfte.

Ich vermute mal, dass dieses Papier Herr Ackermann & Co. ausgearbeitet haben, denn rein psychologisch betrachtet führt es man einen Anleger statt in die Aktie nun in ein Derivat, weils scheinbar billiger ist und wer kassiert dabei mal wieder kräftig ab?

Die Banken, die nämlich am Kauf-/Verkauf von Derivaten viel viel mehr Geld verdienen können als mitm klassischen Aktienhandel.

 

Meiner Meinung nach hätte es so aussehen müssen:

0,5% auf Aktienanlagen

1% auf Derivate und Anleihen

Abgeltungssteuer dafür abschaffen.

Dies belohnt die langfristigen Aktienanleger, welche eben nicht spekulieren und bestraft aktive Trader oder größeren Positionshandel z.B. im Währungssektor.

10.10.12 08:36

24619 Postings, 7145 Tage Tony Fordübrigens...

Wer denkt, dass diese zusätzlichen Kosten kritisch für den Markt sind oder Anleger schröpfen, dem sei gesagt, dass die Gebühren für Banken und Handelsplätze teils deutlich höher liegen.

10.10.12 08:37
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4005 Postings, 3792 Tage BundesrepDeswegen halte ich die ganze Diskussion

ja auch für müßig. Wollte man so etwas wie gerecht oder sinnvoll für Groß und für Klein haben, dann müsste man konsequenterweise die gesamten Kapitalmärkte mit den Instrumenten zuerst mal wieder auf diesen Stand setzen. Würde ich für wünschenswert erachten, aber alleine das Andenken eines derartigen Versuchs, würde schon an den heutigen Realbedingungen scheitern. Und das wäre demnach wohl erst möglich, wenn sich das heute praktizierte, aufgebauschte System selbst erledigt hat. Ansonsten, so Argumente wie, der Kleinanleger, der die Börse für eine gesicherte Altersversorgung nutzen möchte, die sollten vielleicht noch mal einer genaueren Überprüfung unterzogen werden.  

10.10.12 09:20
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100576 Postings, 7563 Tage Katjuschaokay Tony, wenn man die Abgeltungssteuer wieder

abschafft, hätt ich nichts gegen 0,5% auf Aktien. Ein weiterer Kompromiss wären 0,25% auf Aktien und 0,5% auf Derivate und dafür die einjährige Spekulationsfrist wieder einführen. Dann kann man für alle Anlagen unter einem Jahr auch die Abgeltungssteuer beibehalten. Käme mir sehr entgegen.  

13.10.12 19:02
1

5252 Postings, 3818 Tage sabaAlles Schall und Rauch.....

solange sich nicht zumindest die USA,UK und die Schweiz an diesem Steuersystem beteiligen, ist diese Art von Besteuerung zum Scheitern verurteilt. Man nehme das Beispiel Schweden.
Dort wurde  den Jahren 1984 bis 1991 eine Art Börsenumsatzsteuer einbehalten. Erfolg: seit Einführung einer solchen Steuer führte dies zu einem drastischen Rückgang aller Börsengeschäfte und eine Kapitalflucht war die Folge.  

13.10.12 19:15
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59073 Postings, 7304 Tage zombi1720% Finanztransaktionssteuer

fällig sofort bei jeder Kauforder, ohne jegliche Ausnahme. Für Dividenden 75% Abgeltungssteuer. Gewinne bleiben danach vollkommen unangetastet, Verluste sind "shit happens".
Weiterhin können keinerlei Verlustvorträge geltend gemacht werden.
Da die ganze Börse eh nur aus süchtigen Zockern besteht, werden eh alle nach einem kurzen Aufschrei weiter machen wie bisher.
Wer sich dagegen auflehnt wird erschossen und dessen Vermögen den maroden Staaten zugeführt.  

13.10.12 19:20

5252 Postings, 3818 Tage sabaEin Traum ist in Erfüllung gegangen...

"Wer sich dagegen auflehnt wird erschossen und dessen Vermögen den maroden Staaten zugeführt."

.....ich höre schon die Linken Katja Kipping, Gregor Gysi und Lafo jubeln.

 

13.10.12 19:27

59073 Postings, 7304 Tage zombi17Warte mal ab

was noch alles in Erfüllung geht wenn die Zeit reif dafür ist.  

13.10.12 19:32

5252 Postings, 3818 Tage sabaalso zombie..

bisher geht es uns doch blendend, ich behaupte mal so gut wie nie zuvor. Die Jammerei auf hoechstem Niveau wird immer unerträglicher.  

13.10.12 19:37

59073 Postings, 7304 Tage zombi17Is klar, Murat

09.11.12 12:12

1296 Postings, 4479 Tage Mehr WissenFinanztransaktionssteuer = auch "Normalanleger"...

...werden massiv erneut zu Kasse gebeten. Es ist völlig klar, dass letztendlich wir diese völlig unsinnige und vor allem unfaire neue Steuer von uns "Normalanlegern" bezahlt werden wird.
Was mich fuxst ist, dass die sog. Verbraucherschützer m.W. kein Wort gegen diese Steuer geäussert haben.
Ein Skandal ist es, dass die bereits eingeführte Börsenumsatzsteuer in Frankreich, auch dann erhoben wird, wenn der Kauf/Verkauf an einer deutschen Börse durchgeführt wird. Wo ist denn die gesetzliche Grundlage, dass eine in Frankreich eingeführte Steuer automatisch auch erhoben wird, wenn bei einem Handel Frankreich gar nicht im Spiel ist?
Oder sind wir im Euroland bereits soweit, dass Steuergesetze irgendeines Mitgliedlandes "automatisch" auch in anderen "souveränen" Ländern angewendet werden?  

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