Ex-Rebellen-Kommandeur plant Bündnis gegen Taliban

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eröffnet am: 05.10.01 15:20 von: calexa Anzahl Beiträge: 2
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- Von Tom Heneghan - Peshawar, 05. Okt (Reuters) - Abdul Hak hat zu seiner Zeit die sowjetische Armee mit in die Knie gezwungen - nun will der afghanische Ex-Rebellen-Kommandeur die regierende Taliban stürzen. Zuerst werde er seine ehemaligen Kameraden und die Führer bislang zerstrittener Volksgruppen versammeln, sagt Hak. Dazu gehöre auch die oppositionelle Nordallianz. Danach müsse die Struktur der Taliban zerstört werden. Sein Ziel sei es, dem ehemaligen afghanischen König Mohammad Sahir Schah die Rückkehr zur Macht zu ermöglichen. Experten zeigen sich von den Plänen Haks beeindruckt. "Abdul ist der einzige, der Sahir Schah in Rom besucht hat, um ihm einen konkreten Plan zum Aufbau einer neuen Regierung und zur Lösung der Probleme im Land vorzulegen", sagt ein Experte. "Ich versuche in diesen Tagen, all diese unterschiedlichen Menschen zusammenzuführen", sagt Hak. "Sie sollen keine Armee bilden, sondern dem König zur Rückkehr verhelfen, damit wieder Frieden und Sicherheit einkehrt." Die Volksgruppen zu einen, sei jedoch nicht seine größte Sorge. Sie alle hätten die Nase voll von den Taliban, und das verbinde sie, sagt Hak. Vielmehr fürchte er die Angriffe der Amerikaner. "Wenn sie mit Gewalt, Bomben oder Raketen in Afghanistan auftreten, wird das den Taliban eher helfen. Greifen sie nicht an und überlassen alles uns, wird es nur wenige Monate (bis zum Sturz der Taliban) dauern", sagt Hak. Die Kriegserfahrungen des 43-jährigen Mudschahidin (Gotteskrieger) reichen zurück bis ins Jahr 1977, als er an einem Aufstand gegen die damalige linksgerichtete Regierung mitwirkte. Zwei Jahre später richtete er ein Hauptquartier in Peshawar an der pakistanischen Grenze ein, von wo er Raketenangriffe auf die damals von sowjetischen Soldaten besetzte Hauptstadt Kabul steuerte. Er zerstörte Waffendepots, schaltete Kabul den Strom ab und kappte die Telefonleitungen. Seine Truppen führte er zu Pferd an, nachdem er seinen rechten Fuß bei einer Minenexplosion verloren hatte. Als die sowjetischen Truppen das Land verlassen hatten und die Gefechte zwischen den zahlreichen Mudschahidin (Gotteskriegern) im Land einsetzten, zog Hak sich zurück. An eine Rückkehr zum Militär habe er erstmals wieder im Jahr 1999 gedacht. Er sei geschäftlich unterwegs gewesen, als seine Frau und sein Sohn ermordet worden seien. Hak vermutet die Taliban hinter dem Mord. Schon vor dem 11. September habe Hak Kontakt zu den USA aufgenommen, um über den Aufbau einer Opposition gegen die Taliban zu sprechen, sagte jüngst Robert McFarlane, der frühere Sicherheitsberater von US-Präsident Ronald Reagan. Seit vergangener Woche sitzt er wieder in seinem Hauptquartier in Peshawar, um von dort aus seine Fäden zu ziehen. Unter Experten gilt Hak als Hoffnungsträger. "Die anderen klagen nur darüber, dass die Welt sie so schlecht behandelt", sagt ein Experte. Hak dagegen habe konkrete Pläne. Dass er selbst die Führung im Land übernimmt, ist für Hak unvorstellbar. "Es gibt viele intelligente Menschen in diesem Land, die das besser können als ich", sagt Hak. Zudem habe er zu viele Gefechte zwischen afghanischen Kämpfern gesehen. "Ich bin krank und für diese Spielchen zu müde." alm/brs

Quelle: REUTERS

So long,
Calexa  

05.10.01 20:47

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