Euronext-Aktionäre stimmen für Fusion mit NYSE

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eröffnet am: 19.12.06 17:34 von: TraderonTou. Anzahl Beiträge: 1
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2232 Postings, 5217 Tage TraderonTourEuronext-Aktionäre stimmen für Fusion mit NYSE

Die Aktionäre der Mehrländerbörse Euronext haben für den Zusammenschluss mit der New Yorker Börse NYSE gestimmt. Damit ist eine der letzten Hürden auf dem Weg zur größten Börsengesellschaft der Welt genommen.

Durch die Billigung der Fusion mit der New York Stock Exchange (NYSE) haben die Aktionäre der Mehrländerbörse Euronext den Weg für die Gründung der größten transkontinentalen Börse der Welt freigemacht.  Die Eigner von mehr als 98 Prozent der Euronext-Aktien votierten auf einer Hauptversammlung am Dienstag (19.12.2006) in Amsterdam für den Deal, für den die NYSE 10,9 Milliarden Euro zahlen will. Auch die Deutsche Börse hatte sich um Euronext bemüht. Sie war mit ihrem Versuch, einen einheitlichen europäischen Finanzplatz zu schaffen, jedoch gescheitert.



Kritik zurückgewiesen


Euronext-Chef Jean-François Théodore wies vor der Abstimmung nochmals Kritik zurück, die Fusion komme einer Übernahme der europäischen Börse durch den US-Finanzplatz gleich. Am Mittwoch sollen die Anteilseigner der New Yorker Börse das Projekt billigen. Zu Euronext gehören die Handelsplätze Paris, Amsterdam, Brüssel und Lissabon sowie die Londoner Terminbörse Liffe.



Das Umtauschangebot an die Euronext-Aktionäre soll Anfang 2007 starten und die Fusion dann noch im ersten Quartal abgeschlossen werden. Es sieht eine Bezahlung in Aktien und in bar vor. Dabei wird Euronext mit rund 10,5 Milliarden Euro bewertet. An den Handelsplätzen des neuen Unternehmens NYSE-Euronext sind Werte in Höhe von 21 Billionen Euro notiert.



Widerstand gegen Fusionspläne


Bis zuletzt hatten einige Euronext-Aktionäre sich gegen das Vorhaben gesträubt, darunter die französische Bank BNP Paribas und das französisch-belgische Institut Dexia. Dabei wurde die Befürchtung geäußert, dass die US-Börse der dominante Partner in dem Zusammenschluss sein werde und US-Börsenregeln de facto auf Europa übertragen werden könnten. Théodore verteidigte in Amsterdam, wo 65 Prozent des Kapitals vertreten waren, nun nochmals den "ausgeglichenen" Charakter des Zusammenschlusses. Er gibt den NYSE-Aktionären zwar 60 Prozent an dem neuen Unternehmen, außerdem sind Führung und Sitz auf US-Seite ansiedelt. Doch nach Nachverhandlungen im Verwaltungsrat ist nun eine gleichstarke Vertretung beider Seiten vorgesehen.



Die Fusion wird damit voraussichtlich die erste große, die nach zahlreichen gescheiterten Anläufen zwischen großen Handelsplätzen vollzogen wird. Die wichtigste Konkurrentin der NYSE, die elektronische US-Börse NASDAQ, versucht zurzeit eine feindliche Übernahme der Londoner Börse. Diese wies die Offerte im Wert von 4,3 Milliarden Euro am Dienstag erneut als "vollkommen unangemessen" zurück. Die Londoner waren in den vergangenen Jahren schon mehrfach Objekt der Begierde gewesen: Zwei Mal scheiterte die Deutsche Börse mit einem Übernahmeversuch, auch Euronext bekam einen Korb. Nach dem Rückschlag bei Euronext hatte die Deutsche Börse im November auch Gespräche mit der Mailänder Börse ergebnislos abgebrochen. (stu)


Originalquelle: http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2283575,00.html

Mit freundl. Grüßen TraderonTour  

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