Euro-Finanzminister fordern starken Dollar

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eröffnet am: 16.11.04 10:04 von: bammie Anzahl Beiträge: 1
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16.11.04 10:04

8970 Postings, 6211 Tage bammieEuro-Finanzminister fordern starken Dollar

Den Finanzministern der Euro-Zone missfällt, dass ihre gemeinsame Währung jüngst so stark an Wert gewonnen hat. Unmissverständlich appellieren sie an die USA, den Dollar zu stärken.


Brüssel - Unkontrollierte Wechselkursbewegungen seien für das Wirtschaftswachstum nicht wünschenswert, sagte der Vorsitzende der EU-Finanzministerrunde, der Niederländer Gerrit Zalm, am späten Montagabend in Brüssel. Er sagte, eine Politik des starken Dollars der USA könnte hilfreich sein. Der schwache Dollar bereitet vor allem Europas Exporteuren Sorgen.

Frankreichs Finanzminister Nicolas Sarkozy sagte, die Minister seien sich einig in ihrer Sorge über "die schnellen und destabilisierenden Entwicklungen der Währungen", die der US-Politik zuzuschreiben sei.

Im asiatischen Handel ist Euro-Kurs am Dienstag leicht auf 1,2950 Dollar zurückgegangen. In New York hatte er am Vorabend noch fast 1,2950 Dollar gekostet. Die Äußerungen der Finanzminister machten aber wenig Eindruck auf die Devisenhändler. Der Euro war vergangene Woche auf ein Rekordhoch von 1,3006 Dollar gestiegen.

Schummeln ist verboten - aber Strafe gibt es nicht

Die EU-Finanzminister wollen in Brüssel heute auch über Konsequenzen aus dem griechischen Defizit-Skandal sprechen. Die Ressortchefs wollen dazu eine Erklärung veröffentlichen. Griechenland verschleierte über Jahre hinweg seine überhöhte Neuverschuldung und erschlich sich so 2001 seinen Beitritt zur Euro-Zone. Ein Ausschluss aus dem Euro-Gebiet steht aber nicht zur Debatte.

Am Vorabend sprachen bereits die Ressortchefs der zwölf Euro-Länder über den Skandal, der zu erheblichen Unmut bei den Partnerländern führt. EU-Währungskommissar Joaquín Almunia sagte, dass sich solche Fälle nicht wiederholen dürften. Ob gegen Athen Sanktionen wie die Sperrung von EU-Fördermitteln ergriffen werden, ist offen. Mit raschen Entscheidungen wird nicht gerechnet.

Die 25 Minister werden auch über die von der Kommission angestoßene Lockerung des Euro-Stabilitätspaktes sprechen. Die Beratungen stehen erst am Anfang. Eine Reform ist nötig, da mittlerweile knapp die Hälfte der EU-Staaten mit hohen oder überhöhten Defiziten kämpft. Deutschland dringt in der Debatte darauf, dass Nettobeiträge in die Brüsseler EU-Kasse bei der politischen Bewertung der Haushaltslage eines Defizitsünders in Anschlag gebracht werden können.
 

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