Es wird weiter aufwärts gehen

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eröffnet am: 24.08.03 13:44 von: Nassie Anzahl Beiträge: 1
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Börsenausblick: Aktien und Dollar marschieren weiter aufwärts
Von Doris Grass, Sebastian Sachs und Christian Schwalb

Der Höhenflug der Aktien und des Dollar dürfte sich diese Woche fortsetzen. Das erwarten zumindest viele Bank-Strategen.

Sie gehen davon aus, dass die zahlreichen Stimmungsindikatoren aus den USA und der Euro-Zone dem Konjunkturoptimismus neue Nahrung geben werden. Daher dürften die Umschichtungen aus Rentenwerten in Aktien anhalten und die Kurse der Festverzinslichen weiter drücken. "Die Psychologie bleibt negativ für Anleihen", schreiben die Experten von BNP Paribas. Allerdings dürfte sich ihrer Einschätzung nach das Ausmaß der Verluste verringern.

Nachdem zahlreiche Börsenbarometer wie der Dax und der Dow Jones vergangene Woche neue Jahreshochs erklommen haben, wird die Luft nach oben allerdings dünner. Das gilt auch für den Dollar, der mit rund 4 US-Cent den stärksten Kurssprung zum Euro seit über zwei Jahren hinter sich hat. Eine anhaltende Abschwächung des Euro würde die Exportwerte und damit die Aktien der Euro-Zone beflügeln.


Der Dax kletterte binnen Wochenfrist um 3,1 Prozent, der Stoxx-50-Index legte 1,8 Prozent zu. Der Dow Jones erreichte den höchsten Stand seit 14 Monaten und ging mit einem Gewinn von 0,3 Prozent aus der Woche. Der Nasdaq-Composite erreicht zeitweise ein 16-Monats-Hoch und verbuchte per Saldo ein Plus von 3,7 Prozent.



Anleger setzen auf "weiche" Stimmungsindikatoren


Bei den Aktien-Anlegern hat sich nach Meinung vieler Bank-Volkswirte die Überzeugung durchgesetzt, dass die USA als Konjunkturmotor die Weltwirtschaft mittelfristig ankurbeln und auch die Euro-Zone aus der Talsohle ziehen werden. Sie ignorieren daher die schlechten "harten" Konjunkturdaten aus der Euro-Zone, wie die schrumpfende Wirtschaftsleistung in Italien und Deutschland, und setzen vielmehr auf eine anhaltende Verbesserung der "weichen" Stimmungsbarometer. Und die zeigten zuletzt weiter nach oben.


Zwar werden die steigenden Aktienkurse noch nicht von einer Belebung der Umsätze begleitet, weshalb die Analysten der Bankgesellschaft Berlin (BGB) Rückschläge oder die Rückkehr in eine Seitwärtsbewegung nicht ausschließen. Aber: "Unter charttechnischen Gesichtspunkten scheint die Konsolidierung nun beendet und der Weg für weitere Kurssteigerungen frei zu sein."



DZ Bank hebt Kursziele an


Mittelfristig haben die Experten der DZ Bank ihre Kursziele für den Dax und den Stoxx-Index kräftig angehoben. Auf Sicht von sechs Monaten trauen sie dem Dax ein Anstiegspotenzial von rund 19 Prozent auf 4200 Punkte und dem Stoxx von rund 13 Prozent auf 2850 Zähler zu. Den US-Aktienmarkt stuften sie dagegen auf "unattraktiv" herunter. Für den S&P-500-Index erwarten sie in den nächsten Wochen einen Rückgang auf 920 Punkte.


Carsten Klude von M.M. Warburg hält beim deutschen Leitindex bis Jahresende die 4000-Punkte-Marke für erreichbar. "Dabei sollte der Dax zum einen von seiner sehr zyklischen Zusammensetzung und dem hohen Gewicht der Technologie- und Finanztitel profitieren", schreibt Klude in seinem Ausblick. Zudem helfe dem deutschen Aktienmarkt die Abschwächung des Euro.



Ifo-Index sollte Stimmung machen


Für gute Stimmung in Europa sollte am Dienstag der Ifo-Geschäftsklima-Index sorgen. Im Durchschnitt prognostizieren Volkswirte einen Anstieg von 89,2 Punkten im Juli auf 90,0 Zähler im August. Daneben werden am Montag die vorläufigen deutschen Verbraucherpreise für August erwartet. Die Daten aus den Bundesländern deuteten auf eine unerwartet starke Beschleunigung der Jahresteuerung hin. Am Freitag stehen die Inflationsdaten der Euro-Zone an.


Auch für die Wall Street sagen die BGB-Experten gute Stimmung voraus. "Sollte der positive Nachrichtenfluss anhalten, kann der Dow Jones weiter der 10.000-Punkte-Marke entgegenstreben." Dem Optimismus, dass die US-Konjunktur schon so gut wie im Aufschwung begriffen sei, setzte allerdings US-Volkswirt David Rosenberg von Merrill Lynch einen Dämpfer auf: "Wenn die Erholung wirklich so unzweideutig ist, muss man sich fragen, warum IBM 600 Stellen abbaut und zugleich 3000 Arbeiter in einen einwöchigen unbezahlten Urlaub schickt."



Daten zur Konjunkturentwicklung


In dieser Woche stellen zwar keine größeren Unternehmen ihre Quartalsergebnisse vor, doch wird es dafür zahlreiche Daten zur Konjunkturentwicklung geben. Am Dienstag veröffentlicht der Conference Board seinen Index des Verbrauchervertrauens, am Freitag folgt die Universität Michigan. Für beide Indikatoren erwarten Volkswirte einen Anstieg. Die wichtigste Zahl dürfte am Donnerstag das Bruttoinlandsprodukt für das zweite Quartal sein. Die Prognosen gehen von einem leichten Anstieg von 2,4 auf 2,9 Prozent aus. Am Freitag kommt der ISM-Einkaufsmanagerindex für die Region Chicago, der ebenfalls leicht zulegen dürfte.


Bei den europäischen Unternehmen stehen diese Woche vor allem die Zahlen der Rückversicherer und einiger Konsum-Titel auf der Agenda. Dienstag berichten Air France, der Finanzvertrieb AWD, der französische Versicherer Axa und der belgische Finanzkonzern Fortis über das erste Halbjahr. Am Mittwoch ist die Hannover Rück an der Reihe. Am Donnerstag folgt das Schwergewicht Münchener Rück. Zudem legen der skandalumwitterte niederländische Einzelhandelskonzern Ahold sowie die französische Carrefour und der deutsche Reise-Veranstalter Tui Ergebnisse vor. Die Woche beschließen die Schweizer Rück und der Börsenbetreiber Euronext.


Für den Euro steht für die meisten Experten nach den rasanten Kurseinbrüchen der Vorwoche fest, dass es nicht weiter in diesem Tempo abwärts gehen wird. Ein gewisses Potenzial nach unten wird der Einheitswährung dennoch zugestanden - insbesondere zum Wochenauftakt. Dann dürfte ein vermutlich freundlicher Ifo-Index erst einmal für Ruhe sorgen. "Die Kursverluste des Euro dürften auf 1,0830 $ limitiert sein", sagte Mario Mattera, Devisenstratege beim Bankhaus Metzler. "Danach besteht eine gute Chance für eine Erholung." Aus technischer Sicht sehe der Euro schon stark "überverkauft" aus. Auch hätten sich viele Investoren bei Kursen um 1,10 $ bereits vom Großteil ihrer noch bestehenden Kaufpositionen verabschiedet, von dieser Seite würde der Abwärtsdruck folglich nachlassen.


ftd.de  

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