Es kommen harte Zeiten auf Automobilzulieferer zu

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eröffnet am: 30.03.05 07:48 von: EinsamerSam. Anzahl Beiträge: 1
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24466 Postings, 5791 Tage EinsamerSamariterEs kommen harte Zeiten auf Automobilzulieferer zu

Loeni, Conti und Grammer stehen aufgrund ihrer Marktstellung auf der Kaufliste

Analysten sehen harte Zeiten auf Automobilzulieferer zukommen

Die Automobil-Analysten von Morgan Stanley malen derzeit ein recht düsteres Bild: ?Unser Branchenausblick basiert auf den Annahmen einer anhaltend schwachen Endkunden-Nachfrage, hoher Lagerbestände, eines schwächeren Produkt-Mix, steigender Rohstoffpreise und eines verlangsamten Wachstums der internationalen Märkte, vor allem Chinas?, zählen sie eine eindrucksvolle Liste jener Einflüsse auf, die den Autoherstellern und ihren Zulieferern in diesem und auch im nächsten Jahr das Leben schwer machen werden.

HB FRANKFURT/M. Als schwerste Bürde sehen die Morgan-Stanley-Experten ? im Einklang mit ihren Kollegen aus anderen Bankhäusern ? die stark wachsenden Rohstoffkosten, vornehmlich für Stahl sowie Kunststoffe und andere ölabhängige Produkte. Die weltweite Mehrbelastung nur der Automobil-Zulieferer haben sie mit imponierenden 22 Mrd. Dollar berechnet. Und das Automobil-Team der HVB Equity Research befürchtet, dass dieser Druck entgegen den Hoffnungen der Branche auch 2006 nicht nachlassen wird.

Die HVB-Analysten gehen von der Annahme aus, ?dass bei einer weiteren Verteuerung der Rohstoffe (insbesondere Stahl) die größten Probleme auf Seiten der Zulieferunternehmen entstehen sollten, da sie in der Regel nicht über längerfristige Lieferverträge mit den Stahlherstellern abgesichert sind?. Sie haben sich sogar die Mühe gemacht, einigen Zulieferern die Netto-Zusatzbelastungen aus Rohstoffkosten zuzurechnen, also jenen Teil der nicht an die Kunden weiterzugeben oder per Hedging zu kompensieren ist.

Danach wird der Reifenhersteller Continental in diesem Jahr rund 20 Mill. Euro, 2006 etwa 40 Mill. Euro an Mehrbelastungen selbst zu tragen haben. Der Motordichtungs-Spezialist Elring-Klinger wird lediglich mit 2 Mill. Euro in diesem Jahr veranschlagt. Und der Kabelbaumhersteller Leoni kommt erst 2006 auf Zusatzlasten von ganzen 3 Mill. Euro. Alle diese Summen nehmen sich fast läppisch aus im Vergleich zu dem, was auf einige ausländische Konkurrenten zukommt.

Der französische Sitz- und Partikelfilter-Lieferant Faurecia etwa hat nach HVB-Schätzung in diesem Jahr eine Zusatzlast von 148 Mill. Euro zu erwarten, die 2006 mit 144 Mill. Euro kaum geringer ausfällt. Der schwedische Sitzgurt- und Airbag-Spezialist Autoliv soll in diesem Jahr 100 Mill. Euro und 2006 noch 30 Mill. Euro verkraften.

Dementsprechend stehen diese Werte bei vielen Analysten derzeit auf ?halten? oder gar ?verkaufen?. Die deutschen Zulieferer wie Continental und Leoni erhalten dagegen oft das Urteil ?kaufen? ? etwa von den Experten der HVB und der LBBW. Bei Reifenspezialisten Conti blicken alle Analysten derzeit weniger auf das Reifengeschäft als auf die Erfolge der Neuentwicklungen wie der Anti-Elch-Elektronik ESP. Mit ihr könnte Conti auch in den USA wachsende Chancen haben.

Überhaupt kommt die winzige Schar börsennotierter deutscher Zulieferunternehmen in der Analysten-Einschätzung recht gut davon ? mit Ausnahme des Glühkerzen-Spezialisten Beru, dessen Anteile nach einem nur teilweise geglückten Übernahmeangebot zu 70 Prozent beim US-Zulieferkonzern Borg-Warner liegen.

Zwei Werte blühen dabei im Verborgenen. Der fränkische Kopfstützen- und Sitzhersteller Grammer wird von der LBBW mit ?kaufen? bewertet. Dazu tragen zum einen erfolgreiche Abschlüsse mit BMW und der Bau eines China-Werks zur Belieferung von VW bei. Zum anderen gilt Grammer als Übernahmekandidat.

Den Blechteile-Fertiger Progress-Werke Oberkirch (PWO) hat die LBBW auf ?halten? wegen steigender Rohstoffkosten zurückgestuft. Zudem müsse sich PWO zur Standort-Ergänzung in Niedriglohnländern durchringen.

Quelle: HANDELSBLATT, Mittwoch, 30. März 2005, 07:00 Uhr

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