Erfahrung mit Flüchtlingen

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neuester Beitrag: 13.03.17 15:28
eröffnet am: 13.03.17 13:28 von: spekulator Anzahl Beiträge: 13
neuester Beitrag: 13.03.17 15:28 von: Nurmalso Leser gesamt: 1305
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13.03.17 13:28
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6709 Postings, 1768 Tage spekulatorErfahrung mit Flüchtlingen

Nachdem ist letztes Jahr schon 3-4 Mal in Kontakt mit Flüchtlingen gewesen bin und diese Erfahrungen neutral - positiv zu werten waren, habe ich am Freitag meine nächsten machen können/dürfen.

Gegenüber der Sporthalle, in der ich regelmäßig zum Sport gehe, ist ein Flüchtlingsheim.

Ein betrunkener Flüchtling hat gepöbelt und wollte unbedingt wieder in das Heim. Nach einer längeren Diskussion mit den dortigen Securitys wurde er abgewiesen.
Kurze Zeit später kam eine Sozialarbeiterin zu uns und hat gefragt, ob er uns auch angepöbelt hätte, nachdem er schon bekannt sei. Er wurde deshalb abgewiesen/nicht reingelassen, da er regelmäßig betrunken kommt und im Heim für Unruhe sorgt.

Als wir weiter geredet hatten, hat sie uns einiges erzählt, wie die Integration bei uns abläuft. Es werden dringend Immobilien gesucht, da es Integrations-Projekte gibt. Aktuell wird an einem Kauf eines älteren EFH gearbeitet, in das 8 jugendliche Flüchtlinge kommen. Alle 8 gehen täglich 3 Stunden in einen Deutschkurs und lernen die Umgangsformen, Gepflogen und das Verhalten bei uns. Von den 8 haben 5 eine Praktikumsstelle bei ansäßigen Handwerksbetrieben. 3 sind noch in der Vermittlung.
Von den 5 wiederrum haben bereits 3 eine Zusage für einen Ausbildungsplatz, da sie sich wirklich gut anstellen. Bei 3 ist die Identität noch nicht 100% geklärt, sodass sie zwar ein Praktikum machen können/dürfen, aber keinen festen Arbeitsvertrag haben dürfen.
Sie seien sehr motiviert und überaus freundlich. Weiter sagte sie, dass sich viele deutsche Jugendliche von denen eine Scheibe abschneiden könnten (was mich persönlich überrascht hat).
Im Gegensatz zu den deutschen, mit denen sie gearbeitet hat, sind die motiviert, engagiert und höflich.

Aber es gibt auch andere, wie z.B. den Betrunkenen. Die verweigern die Kurse, machen Blödsinn und haben 0 Interesse daran sich zu integrieren. Wobei das eher die Minderheit darstellt. Die meisten sind daran interessiert sich zu integrieren.
Die mit den meisten Problemen kommen aus Tunesien oder Marokko.
Syrer, Iraker, Nigerianer, etc. wollen wirklich was machen und schätzen es sehr hier sein zu dürfen. Sie ist der Meinung, dass diese Leute wirklich wissen, wie es anders ist (im Krieg - auf der Flucht).
Bei den anderen dauert die Abschiebung oft sehr lange, da die Länder die Dokumente nicht ausstellen, oder der Staat sich selbst im Wege steht mit zu viel verschiedenen Zuständigkeiten (Komune, Stadt, BaMf, etc.)
Vielleicht noch interessant: Das Integrationskonzept hat die Stadt/Komune selbst auf die Beine stellt. Von Bund und Ländern kam nichts.

Ich fande das Gespräch äußerst interessant und informativ.

Hat sonst jemand von euch mal direkt Kontakt/Erfahrung mit Flüchtlingen gemacht?  

13.03.17 13:51
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17924 Postings, 4751 Tage BRAD P007Oder hier:

 One Young World - YouTube
One Young World was founded in 2009 by David Jones, Kate Robertson. We are a UK-based charity that gathers together the brightest young leaders from around t...
https://www.youtube.com/user/OneYoungWorld

https://www.youtube.com/user/OneYoungWorld

 

13.03.17 13:54
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17924 Postings, 4751 Tage BRAD P007Speziell das Video von der jungen Nord-Koreanierin

https://www.facebook.com/unsupportedbrowser
https://www.facebook.com/unsupportedbrowser

https://www.facebook.com/HigherPerspective/videos/1513754778656836/

 

13.03.17 14:09

6709 Postings, 1768 Tage spekulatorWie es aussieht

haben bis jetzt noch nicht allzu viele ihre Erfahrungen mit Flüchtlingen gemacht/machen können.

Dafür herrscht hier aber teilweise ein ganz schön rauer Ton gegen "die".
Oder liegt es doch an der generellen Abneigung gegen Ausländer?  

13.03.17 14:19
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17695 Postings, 3260 Tage tirahundIch würde gerne meine

Erfahrungen schildern, nur dann würde mich Ariva vermutlich für immer sperren.

Und das wäre sehr schade.

Ich finde es aber großartig, dass ihr alle so tolle Erfahrungen macht.

Ganz ehrlich.

Finde ich toll.

Nur weiter so.  

13.03.17 14:20
1

6709 Postings, 1768 Tage spekulator#5

Wieso sollte dich Ariva sperren, wenn du eine persönliche Erfahrung objektiv schilderst?  

13.03.17 14:21
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99682 Postings, 7495 Tage Katjuschahab genug Erfahrungen mit Flüchtlingen, aber

was soll man dazu auch groß sagen?

Es gibt halt solche und solche. Genau wie bei Deutschen auch.

Hängt natürlich auch immer von der persönlichen Umgebung ab, wie man das einschätzt. Da ich eh in einem Stadtviertel lebe, das man als sozialen Brennpunkt bezeichnen könnte (zumindest für Potsdamer Verhältnisse), ist es bei mir sogar so, dass die Deutschen in meiner direkten Umgebung krimineller und assozialer (wenn man das so ausdrücken möchte) sind als die hier gestrandeten Flüchtlinge und sonstigen Ausländer. Muss ich nur die anderen 9 Wohnparteien in meinem Hausaufgang durchgehen. Bei der einen Deutschen kommt ständig das Jugendamt, weil sie nicht mit ihrem Kind umgehen kann. Der Alkoholiker, bei dem bis zuletzt auch ständig die Polizei kam, ist letztes Jahr nun gestorben. Die jetzt dort eingezogenen Jugendlichen halten sich nicht gerade an die Hausordnung, wenn man das nett ausdrücken will. Andere Mieter bleiben lieber für sich, wie Deutsche nunmal so sind. Die wenigen Ausländer, die man in den Nachbaraufgängen sieht, kommen da eher ordentlich, ruhig und gepflegt rüber als das hiesige deutsche Volk, wie gesagt in einem aber eher sozial niederer Stadtviertel.
Die beiden Flüchtlingsheime sind jeweils knapp 300 Meter von meinem Haus entfernt und anfangs war ich ein paar Mal dort und hab ein paar Klamotten vorbeigebracht. Da geht alles ziemlich gesittet zu.Heutzutage fahr ich nur noch dran vorbei. Außer dass man bei gutem Wetter die Kinder drauen spielen und manchmal die Erwachsenen grillen sieht, gibts da keine mir bekannten Vorkommnisse. Aber klar wird esauch darunter den ein oder anderen Trinker geben oder jemand, der mal aus unterschiedlichsten Gründen Ärger macht. Im allgemeine würd ich sogar davn ausgehen, dass es in Flüchtlingsheimen mehr Ärger gibt, weil die sich halt ständig auf der Pelle sitzen und in seltensten Fällen Arbeit haben. Außer durch Flüchtingshelfer organsierte Sportveranstaltungen, Kultur oder ihre Deutschkurse kämen sie ja aus den Heimen garnicht raus. Das setzt natürlich in Einzelfällen auch mal Frust frei.
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the harder we fight the higher the wall

13.03.17 14:29

44819 Postings, 2309 Tage Lucky79#7 in was für einem Kabuff...

haust du denn...?
Potsdam... eh klar... wundert mich nichts mehr...!  

13.03.17 14:30
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99682 Postings, 7495 Tage Katjuscha#6 ihm gehts doch weniger um Flüchtlinge

sondern darum schon mal vorab rumzuheulen, weil er angeblich ständig zensiert würde.

Dabei stehen hier tausendfach angeblich objektiv geschilderte Vorkommnisse mit Flüchtlingen, die nicht zensiert werden.

Die Frage ist ja auch nicht, ob jemand objektiv die Ereignisse schildert (was ich bei manchen Hetzern zwar eh bezweifel, aber erstmal egal für meine Argumentation), sondern das man eigene Erlebnisse völlig überbewertet, weil man sie nicht in Beziehung zu anderen Ereignissen setzt. Selektive Zuwendung zu einem Thema. Klassisch!

Wenn ich mir allein anschaue, wie viele Morde und Totschlage, Kindesmisshandlungen oder Vergewaltigungen in den letzten Wochen allein in meiner regionalen Tageszeitung durch Deutsche begangen standen, die aber keiner dieser "besorgten Bürger" thematisiert, wundert mich deren Weltbild nicht. Sie suchen sich halt nur die Straftaten von Ausländern raus, selbst wenn es nur Schwarzfahren oder mal Streit im Flüchtlingsheim ist. Das wird dann tausend mal bei facebook geteilt und tierisch aufgebauscht, aber das es solche Dinge bei Deutschen anteilig zur Bevölkerung genauso gibt, interessiert diese Leute genauso wenig wie die Aussagen der Polizei, dass die Kriminalität durch Flüchtlinge keineswegs höher ist als bei Deutschen. Da wird dann entweder gesagt, die Polizei würde lügen weil die Politik das angeblich nicht in der Öffentlichkeit hören wolle oder aber man hebt dann eben die persönlichen Erlebnisse bei irgendwelchen Diebstählen in der Umgebung hervor oder was man mal wieder vom Freund eines Freundes gehört habe.
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the harder we fight the higher the wall

13.03.17 14:32
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99682 Postings, 7495 Tage Katjuschaoch Lucky, ich würd mal behaupten, Potsdam

ist vom Lebensstandart wesntlich besser als der Durchschnitt in Deutschland.

Ich finds aber okay in einer Umgebung zu wohnen, wo es halt nich Leben gibt. Dazu gehören eben auch Alkis und Frauen, die mit ihren Kindern etwas überfordert sind. Und vorm Haus wird auch Wochenende ab und zu mal durch die Jugendlichen die Bushaltstelle demoliert. So ist das halt. Gibt nun echt Schlimmeres. Dabei spielt es für mich gar keine Rolle, ob das Deutsche oder Migranten sind, mal davon abgesehen, dass die meisten Migranten für mich auch Deutsche sind.
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the harder we fight the higher the wall

13.03.17 14:35
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1795 Postings, 1524 Tage SackfalterPrsönliche Erfahrungen mit Flüchtlingen ?

Viele Etfahrungen mit Türken, Kurden, Libanesen, Islamangehörige unbekannter Herkunft, auch vom Balkan,  da ebenfalls Nähe sozialer Brennpunkt, direkte persönliche interaktive Kontakte mit Flüchtlingen sehr wenige, einen z.B. im Krankenhaus = Pflegehelfer, sehr lieb, bissl ungeschickt, aber sehr bemüht, die Schwestern waren davon etwas genervt, ich nicht, fand die kleinen Pannen eher lustig ...

 

13.03.17 14:48

6709 Postings, 1768 Tage spekulatorEs war klar, dass auf #5 nichts kommt ;-)

Und wenn, wird es eine Prügel/Pöbel/etc. Geschichte.

Oder:

"Mein Grundstück ist jetzt 142.500€ weniger wert, da 240 Meter weiter ein Flüchtlingsheim aufgemacht hat." ;-))
(so einen kenne ich...leider...)  

13.03.17 15:28
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14353 Postings, 5147 Tage Nurmalso#1 Habe durchaus positive persönliche Erfahrungen

U.a. habe ich einer syrischen Familie mit Zwillingen eine Wohnung verschafft. (Jobcenter zahlt) Die beiden Mädchen sind sehr gut in der Schule und könnten es später durchaus zu was bringen. Habe der Familie dann auch etwas Küchenausstattung geschenkt. Haben sich natürlich extrem gefreut. Mir war es eher peinlich. Ist ja auch eine Frage der Würde dieser Leute, die in Syrien mal in der Mittelschicht etabliert waren. Die wollen natürlich eher aus eigener Kraft etwas schaffen als Almosen empfangen. Das wird der Mutter (in Syrien Erzieherin) wohl eher gelingen als ihm, dem ehemaligen Kraftwerkstechniker.

Grundsätzlich meine ich aber, dass die Aufnahme von Flüchtlingen etwas Temporäres sein sollte. Befristeten Schutz und Ausbildung kann man geben und sollte das wohl auch, aber nicht von vornherein mit dem Ziel, Hunderttausende hier integrieren zu wollen. Und die, die sich hier nicht anpassen wollen, sollten schnellstmöglich wieder das Land verlassen, zumal sie alle über sichere Drittstaaten nach Deutschland kamen. Nur will komischerweise niemand in Rumänien bleiben oder in Ungarn oder Polen oder Serbien. Die Leute kommen eben nicht nur wegen der Situation in ihrer Heimat sondern auch wegen der Sozialleistungen in Deutschland.

Nebenbei bin ich auch von einem exzellenten syrischen Arzt operiert worden. Der ist dort aber schon vor dem Krieg ausgewandert. In Syrien hatte er offenbar eine sehr gute Ausbildung erhalten. Jetzt dürfte er dort fehlen, um die Not im eigenen Land zu lindern.  

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