Entwurf für neue Europa-AG

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eröffnet am: 01.03.03 17:54 von: Nassie Anzahl Beiträge: 1
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15990 Postings, 6878 Tage NassieEntwurf für neue Europa-AG

Die europäischen Grenzen werden für international tätige Unternehmen vielleicht schon im kommenden Jahr keine Rolle mehr spielen. Vorausgesetzt, sie werden eine Societas Europaea/SE, eine Europäische Aktien-Gesellschaft.

Die Bundesregierung hat am Freitag einen Entwurf für diese neue Europa-Gesellschaftsform vorgelegt. Die Idee ist, dass es Unternehmen, die im mehreren europäischen Ländern aktiv sind, leichter haben, europäische Gesellschaften zu gründen und auf der Basis weitgehend einheitlicher Regeln EU-weit tätig sein können.

Der hohe Kosten- und Zeitaufwand durch die Gründung eines Netzes von Tochtergesellschaften nach jeweiligem nationalen Recht würde entfallen. Auch die Verlagerung europäischer Aktiengesellschaften innerhalb der EU auf Basis des SE-Status würde dadurch erheblich erleichtert.

Als nationale Begleitregelung sind in dem vorgestellten Diskussionsentwurf der Schutz von Minderheitsgesellschafttern bei Gründung und Sitzverlagerung einer SE, der Gläubigerschutz bei Sitzverlegungen einer SE, Unternehmensleitungsregeln und andere Verfahrensfragen vorgesehen.

Als bedeutendste Innovation der SE betrachtet das Justizministerium die geplante Wahlfreiheit beim Leitungssystem einer europäischen Aktiengesellschaft. Sie soll wahlweise nach deutschem Modell - also mit der Trennung von Vorstand und Aufsichtsrat - oder auch nach dem angelsächsischen und romanischen System ohne die klare Trennung geführt werden.

Für börsennotierte europäische Aktiengesellschaften soll der deutsche Corporate Government Kodex gelten. Für Firmen mit angelsächsischem Leitungssystem sollen aber dem Ministerium zufolge ergänzende Regelungen getroffen werden, die möglicherweise eine strengere Trennung von Geschäftsführung und Überwachung vorsehen. Für mitbestimmte Unternehmen sollen zudem Vorschriften aus der EU-Richtlinie zur Arbeitnehmnerbeteiligung gelten.

Grundlage des Entwurfs sind zwei EU-Rechtsakte aus dem Jahr 2001. Die Diskussionsgrundlage soll im Laufe des Jahres in einen kompletten Referentenentwurf ausgearbeitet werden. Gelten soll die neue europäische Gesellschaftsform dann ab Oktober 2004.

 

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