Ein gutes Beispiel aus der Welt für Billig-Jobs

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eröffnet am: 09.09.05 09:26 von: quantas Anzahl Beiträge: 1
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Bäuerin Moser zahlt mehr, als sie muss

Bäuerin Margrit Moser legt dem Kontrolleur Markus Stalder die Lohnabrechnungen, Ausweis-
Moser zieht die Augenbrauen hoch. «Weshalb kontrollieren Sie ausgerechnet uns?», fragt er den Kontrolleur Markus Stalder (53). Stalder nimmt die Meldungen von zwei Arbeitern aus Portugal aus dem Mäppchen. Mosers haben beim Zürcher Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) einen Landarbeiter und eine Verarbeiterin aus Portugal für 90 Tage angemeldet. Diese will Stalder kontrollieren.

«Im Herbst gibt es viel Rüstarbeiten. Wir brauchen deshalb zusätzliche Mitarbeiter», sagt Margrit Moser (46). Auf Mosers Hof sind derzeit elf Mitarbeiter beschäftigt. Neun Landarbeiter und Verarbeiterinnen aus Portugal und zwei Praktikanten aus der Slowakei. «Wir finden keine Schweizer, die den Job machen wollen. Die Personenfreizügigkeit bringt uns deshalb Vorteile», sagt Roland Moser.

Die Kontrolle dauert fast zwei Stunden. Frau Moser legt die Lohnabrechnungen, Bewilligungen und Ausweis-Kopien ihrer Mitarbeiter vor. Wer zum ersten Mal bei Mosers arbeitet, verdient 3200 Franken brutto. So viel erhalten auch Praktikanten. Das ist mehr als der Minimallohn für Stagiaires. Dieser beträgt um die 2400 Franken. Ab der zweiten Saison erhalten die Mitarbeiter mindestens 3450 Franken brutto. «Damit liegen die Löhne im vorgegebenen Rahmen», stellt Kontrolleur Stalder fest. Auch die Arbeitszeiten von elf Stunden in der Hochsaison und zehn Stunden in den übrigen Monaten entsprechen den Vorgaben im Normalarbeitsvertrag der Zürcher Landwirtschaft.

Für die Unterkunft bezahlen die Mitarbeiter 300 Franken im Monat. Einige haben ihr eigenes Zimmer im Bauernhaus. Andere teilen sich ein nahe gelegenes Haus.

Dort wohnt auch Fatima Santos (44). Sie arbeitet heuer zum ersten Mal bei Mosers. Die erste Saison absolvierte sie vor 15 Jahren in einem Café in Genf. «In Portugal würde ich zwar Arbeit finden, aber die ist mit etwa 400 Euro im Monat nicht gut bezahlt», sagt sie. 

blick.ch 

 

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