Eigenheim oder Aktie - ein schöner Vergleich...

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neuester Beitrag: 07.05.05 20:05
eröffnet am: 12.11.04 15:55 von: lassmichrein Anzahl Beiträge: 17
neuester Beitrag: 07.05.05 20:05 von: Kicky Leser gesamt: 360
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12.11.04 15:55

61594 Postings, 6185 Tage lassmichreinEigenheim oder Aktie - ein schöner Vergleich...

Die Wüstenrot-Gefangenenkolonie

Von Michael Mross

Von Kindheit an wird dem Deutschen eingebläut, dass die Immobilie
eine sichere Bank für die Altersvorsorge sei. In Ermangelung anderer
Kenntnisse ihr Geld zu mehren, greifen große Teile der Bevölkerung
immer noch lieber zum Eigenheim als zur Börse. Was an der Börse allerdings als fataler
Fehler gilt, soll bei Immobilien angeblich genau das richtige sein: Schulden machen.

Das Bauspardarlehen - diese Mogelpackung garantiert laut Werbung ein sorgloses Leben auch dann, wenn
die Haare silbrig und der Körper klapprig den Lebensabend künden. Doch meistens kommt der
Lebensabend schneller als gewünscht - gerade wegen der Bau-Allüren. Nicht nur weil die meisten " Heime"
mit diesem Begriff zutreffend charakterisiert sind. Nicht nur weil sie oft Endstation eines unbefriedigenden
Lebens sind. Sondern weil die Steine, auf die gebaut wurde, leider auf Pump zusammen gemörtelt wurden.
Und das schafft Stress ohne Ende.

Die nüchterne Analyse lässt den Traum von den eigenen vier Wänden in einem anderen Licht erscheinen. Die
bis zur Organspende verschuldeten Kleinfamilien kämpfen verzweifelt mit Schubkarre und Zementfass gegen
die Kostensteigerung im Baugewerbe (Zitat: Dietmar Wischmeyer) und versinken in einem Strudel von
Problemen. Mit Ach und Krach wird gerade noch eine Mittelklasse-Limousine geleast. Damit erreicht der
Wohlstand seinen Zenit. Die Straßenfeste in der Vorstadt sind natürlich auch nicht ohne Reiz - Fakt aber ist
und bleibt, dass man Sklave seiner Immobilie wird.

Einzige Abwechslung ist dann der Ehekrach oder die Scheidung - natürlich dann, wenn das traute Heim fertig
und der Schuldenberg am höchsten ist. Solchermaßen verstrickt, helfen dann nur noch gepflegte Vorgärten
mit Gartenzwergen und tadellosen Gardinen das Grauen zu übertünchen. Bauen auf Pump ist genau so
schlimm wie jede andere Spekulation auf Pump. Sie macht abhängig, unfrei, schafft Zwänge, macht immobil.
Der Schuldenberg verhindert jede Form der Flexibilität, und anders als in den Prospekten weisgemacht,
herrscht innerhalb der vier Wände nicht Eitel-Sonnenschein sondern Frustration pur.

Die meisten Amateurbauherren lassen sich zunächst von den Banken über den Tisch ziehen. Da wird
jahrelang zu Minizinsen gespart, um anschließend weniger für's Darlehen zu berappen. Wer jedoch genau
nachrechnet, stellt schnell fest, dass es sich um eine Milchmädchen-Rechnung handelt. Gerade im letzten
Jahrzehnt war es tendenziell besser, ganz normal zu sparen und dann den Kredit zu nehmen - weil die Zinsen
früher höher und zum Anfang des neuen Jahrtausends eher geringer waren. Doch damit nicht genug.
Anschließend haben sich die Häusle-Bauer noch eine megamäßig langlaufende überteuerte Hypothek
aufschwätzen lassen, obwohl gerade kürzere Fristen weniger Zinsen erforderten. Sei's drum.

Wenn dann der Zaster mit Hängen und Würgen endlich bereit steht, wartet schon die Überraschung auf der
Baustelle. Was dort eine Schar Fachleute ohne Restintelligenz hochzieht, ist in der Regel nicht gerade der
Lebenserwartung des Bauherrn zuträglich. Manch einer hat schon aus Ärger über das, was da vor seinen
Augen entstand für immer die selben zugemacht. So musste der Verblichene wenigstens nicht das Richtfest
erleben.

In den letzten 20 Jahren hat sich das eigene Heim überhaupt nicht gelohnt. Die Preise sind tendenziell labil -
sie sinken. Also nix mit Wertsteigerung. Gleich geblieben sind nur die Zinszahlungen für langlaufende
Schuldverträge. So wandert jede hart errackerte Mark in die eigene Hütte, und für den wirklichen
Vermögensaufbau bleibt nichts mehr übrig. Wer vor 20 Jahren an der Börse investierte, der hat sein Geld in
der Regel mindestens verfünffacht. Wer vor 20 Jahren hochverschuldet Eigentum im Siedlungsbrei einer
Großstadt erwarb, der kann froh sein, wenn er heute sein Kapital nominal wieder sieht.

Michael Mross ist Börsenexperte und Buchautor: " Die Börse!" (Econ). Im Internet unter www.mross.de  

12.11.04 16:01

16571 Postings, 6649 Tage MadChartDer Mann MUSS es wissen



geht doch nichts über die sachlich formulierte Meinung eines seriösen Experten...  

12.11.04 16:03

61594 Postings, 6185 Tage lassmichrein*g* Mad...

Trotzdem schön geschrieben...  

12.11.04 16:04

16571 Postings, 6649 Tage MadChartDa gebe ich Dir allerdings recht :-) o. T.

12.11.04 16:05

260 Postings, 5951 Tage ausbilder schmidtarbiten geht der auch noch ? o. T.

12.11.04 16:06

10041 Postings, 6674 Tage BeMiWer Ende 1999

an der Börse investierte
hatte Ende 2000 sein Geld ...........
siehe Versicherungskonzerne.
Herr Mross ist sicher sehr reich, denn
er hat in 1999 und 2000 den Neuen Markt
täglich bei n-tv kommentiert.
loooooool  

12.11.04 16:08

Clubmitglied, 44351 Postings, 7320 Tage vega2000Werbung

*ggg*

Der Autor hat nicht mehr alle Tassen im Schrank. Als ob nur Idioten bauen...., wenn der Eigenkapitalanteil an der Finanzierung hoch genug ist (mindestens 20%) & die Raten im Rahmen des Gehalts liegt, dann kann ich nur jedem raten sich eine Immobilie zuzulegen.

 

12.11.04 16:16

61594 Postings, 6185 Tage lassmichreinBemi - der Autor bezieht sich auf einen

(auf Immobilien bezogen) vernünftigen Zeitraum von 20 Jahren. Und da hat er garnicht so unrecht! Sich jetzt die Crashphase des NM rauszupicken....naja....  

12.11.04 16:23

10041 Postings, 6674 Tage BeMiauch Bluechips haben sehr gut performt :-)

und alle sind sie Langfristanleger?
Meine ersten Aktien habe ich 1886 gekauft.
Ob ich die wohl immer noch habe?
hahahaaaaaaaa
Theoretische Modelle, bei denen die Annahmen schon
unrealistisch sind und hinken.
Journalistengesülze, um durch Auflage Geld zu machen.
Ein etwas seriöserer Mr. Dausend  

12.11.04 16:32

61594 Postings, 6185 Tage lassmichreinSicher haben Bluechips sehr gut performt.

Wie gesagt: in den letzten 20 Jahren.

Nehmen wir doch mal als Vergleich folgendes an.
Vor 20 Jahren hat ein Mann entschieden nicht zu bauen, stattdessen regelmäßig in Fonds zu investieren. (Rate: sagen wir mal 600? was einer kleineren Baufinanzierung entspricht)
In den letzten 20 Jahren hat er beim konservativen DekaFonds (nur mal als Beispiel) schon 320.000? erwirtschaftet, bei einem Kapitaleinsatz von 150.000?. Jetzt lass den Mann noch ein gutes Näschen haben, dann steigt er Anfang 2000 aus und nimmt satte 500.000? mit (bei einem Kapitaleinsatz von dann nur noch 116.000?.

Dagegen sieht der Häuslebauer schon recht blass aus...  

12.11.04 16:33

61594 Postings, 6185 Tage lassmichreinAber sind wir mal ehrlich:

Überzeugte Häuslebauer können die Börse schlechtrechnen, und umgekehrt genauso.... ;)  

12.11.04 16:38

10041 Postings, 6674 Tage BeMiModelle halt

Bei denen fehlt immer die Verhaltenskomponente
und das Signal zum Ein- und Ausstieg.
Nenn mir jemanden, der sich so verhalten hat.  

12.11.04 16:42

16571 Postings, 6649 Tage MadChartrichtig, lmr. Mit Zahlen kann man immer

die eigene Argumentation untermauern. Man muss nur die richtigen nehmen.

Wäre Herr Mross nicht Börsen"experte" sondern würde sein Geld mit Baufinanzierungen verdienen, so hätte sicherlich anderes Material verwendet...

*ggg*  

12.11.04 16:43

858 Postings, 5828 Tage zombi24Wahrscheinlich verdient er im Moment

weniger Geld als in den Goldgräberjahren, deshalb könnte man ja mal die selbstgenutzte Imobolie schlecht reden und dazu raten sein Geld in vertrauenswürdige Hände zu legen:-)). Das einzige was gegen die Imobilie spricht, ist die scheiss Beratung Allerorts. Häufig werden Kosten einfach vergessen, Leute die es sich nicht leisten können wird solange Mut zugesprochen, bis sie den Wahnsinn unterschreiben. Es zählt nur Provision um jeden Preis, auf Einzelschicksale kann keine Rücksicht genommen werden.
Wer zur fortlaufenden Finanzierung Überstunden, die Putzstelle der Frau und Weihnachtsgeld einbringen muss, sollte da tunlichst die Finger von lassen. Dann passiert nämlich das oben beschriebene.
Man sollte so finanzieren, dass der bisherige Lebensstandart nicht allzusehr leiden muss, denn sonst ist das fliegen der Fetzen vorprogramiert. Es gibt nichts schlimmeres als eine Frau die keine Kohle zum ausgeben hat:-))
 

12.11.04 16:55

742 Postings, 5841 Tage Schwertfegerbei der rechnung die der mann aufgemacht hat

fehlt allerdings  die lebensqualität.

lebensqualität die ich mir schaffe,weil ich mit 30 jahren in ein haus ziehe und kinder darin aufziehe ,einen hund, eine katze habe.
in einer mietwohnung nur schwer vorstellbar.
nach seiner meinung sollte mann also noch 20 jahre warten,also bis man 50 ist,bravo!

das was dieser mann vorrechnet mag schlau sein wenn man nur sich selbst rechenschaft ablegen muß,(jungeselle) ist spätestens ab dem 1. kind lebe ich lieber in einem haus zahle meinen mietähnlichen satz die hypotek ab.
und fange nicht erst mit 50 zu leben an.  

12.11.04 17:16

1720 Postings, 5903 Tage Hartz5Schwere Rechenaufgabe

Der durchschnittliche Wertentwicklung von Immobilien läuft im Gleichklang mit der Inflation. Wenn man also mehr Kreditzinsen zahlt, als die Inflation beträgt, so kann man nur ein Verlustgeschäft machen. Dieses merken die meisten Immobilienbesitzer allerdings erst dann, wenn sie mal gezwungen sind ihr Eigenheim kurzfristig zu verkaufen.

In der Regel ist dies aber nicht der Fall, da das Eigentum bis zum Lebensende selbstgenutzt wird, so daß diese Verluste nicht spürbar werden. Von den höheren Kosten pro Quadratmeter soll hier garnicht die Rede sein, da ein mehr an Lebensqualität auch nur schwer in Geldwert auszudrücken ist.

Nachteilig wirkt sich, wie der Name Immobile schon ausdrückt, auch die Unbeweglichkeit dieser "Geldanlage aus".

Allerdings wird bei derartigen Vergleichen auf beiden Seiten eine rosarote Brille getragen. Auch bei den Aktien wird nur der langfristige Vergleich der Indicies herangezogen. Die Zusammensetzung wechselt jedoch und das aus gutem Grund. Die Guten verbleiben, während die Schlechten ersetzt werden. Würde man die Indicies jedoch in ihrer Zusammenstellung am Beginnt des Vergleichs belassen, ergibt sich für sie schnell ein ganz anderes Bild. Ausserdem sind in unseren Breitengraden die Indicies gewichtet.

Die Vergleiche hinken also gewaltig.  

07.05.05 20:05
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63903 Postings, 7639 Tage KickyImmobilienfonds flüchten ins Ausland

Einheimische Immobilien fliegen aus dem Portfolio, Standorte wie Paris und London werden plötzlich wieder interessant, sogar risikoreiche Bauten in Osteuropa: Deutschlands offene Immobilienfonds treten die Flucht ins Ausland an.
Kein Wunder: In den vergangenen zwölf Monaten legten die Fonds - in die Anleger 88 Milliarden Euro investiert haben - nur noch 2,8 Prozent zu, einige Portfolios wie der Difa Fonds Nr. 1 rutschten seit Jahresanfang mit minus 0,9 Prozent sogar in die roten Zahlen. "Bei marktgerechter Abwertung des deutschen Bestandes fiele die Bilanz wesentlich schlechter aus", sagt der Rosenheimer Immobilienexperte Stefan Loipfinger.

Doch wer sein Immobilienportfolio umkrempeln will, braucht zunächst einmal Geld für den Vertrieb der Immobilien. Füllt sich die Kriegskasse nicht, müssen deutsche Bestandsimmobilien an Banken, Versicherungen oder Pensionsfonds verkauft werden. Und die Kasse füllt sich nicht. Denn potenzielle Käufer aus dem In- und Ausland zögern.

Nachdem einige Fonds stetig die Werte ihrer Objekte nach unten korrigieren mussten, wartet die potenzielle Kundschaft auf weiter fallende Preise. So können sich leidende Fonds nur peu à peu sanieren.
Difa Grund etwa will sich bis 2008 Zeit lassen, um die Quote deutscher Bauten im Portfolio von momentan 46 auf 25 Prozent zu drücken.
Raus aus Deutschland, rein ins Ausland - das Manöver kommt dem Wenden eines riesigen Öltankers gleich.

Anleger, die bereits Anteile an Fonds mit Schwerpunkt Deutschland besitzen, müssen sich in den kommenden zwei Jahren auf vergleichsweise magere Renditen einstellen. Neuinvestments bleiben deshalb ein Vabanquespiel. ....
Schneller als durch Auslandsinvestments lassen sich notleidende Fonds durch Fusionen sanieren. Im Februar hat es die HypoVereinsbank-Tochter iii-Investments vorgemacht: Sie legte die iii-Fonds Nr. 2 und Nr. 3 zum Euro ImmoProfil zusammen.

Auch wenn die Branche heftig dementiert, ist mit weiteren Fondsfusionen zu rechnen. Nicht zufällig handelte Anfang April der Branchenverband BVI mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) Musterverträge für offene Immobilienfonds aus, die es den Anbietern erleichtern, Portfolios zusammenzulegen.

Sanierungsbedürftig ist auch die Transparenz der offenen Immobilienfonds. In den jährlich erscheinenden Rechenschaftsberichten steht kaum etwas drin, was auf die Qualität und den wahren Wert des Bestands schließen lässt. Trotz des Versprechens, für mehr Offenheit zu sorgen, geben die Fondsgesellschaften nach wie vor keine Informationen über einzelne Immobilien ab. Da jedes Objekt ein Unikat ist, helfen Durchschnittsangaben zu Renditen oder Leerständen aller Immobilien je Länderinvestment, wie sie der Branchenverband BVI beschloss, folglich wenig.

Nach wie vor verkauft die Branche etwa die offenen Immobilienfonds als wertstabile Anlage mit geringen Risiken. Dafür, dass es auch in Zukunft so bleibt, sorge schon der junge Immobilienbestand der Portfolios. Doch so jung ist der nicht: In der vom BVI zitierten Altersstruktur fehlen alle Objekte, die saniert oder umgebaut werden - alte eben.

Wem offene Immobilienfonds zu unbeweglich und intransparent sind, der kann seine Anlagen in Betongold über Immobilienaktienfonds tätigen, die Titel der Immobilienbranche bündeln oder Dachfonds, die in Real Estate Investments Trusts (Reits) - börsennotierte Immobilienportfolios - investieren. Sie entsprechen eher einem Aktienfonds: Sowohl Schwankungsintensität und Renditechancen sind höher.

Für solche Alternativen spricht, dass sich ihr Preis an der Börse bildet, statt von Gutachtern festgelegt zu werden, deren Unabhängigkeit und Objektivität umstritten ist. Kurskorrekturen ziehen sich nicht über Wochen oder Monate hin, sondern spielen sich in wenigen Stunden ab.

Zudem müssen Immobilienaktien und Reits keine Mittelabflüsse fürchten, da diese nur von einem Investor zum nächsten wechseln und nicht am Emittenten hängen bleiben wie bei offenen Immobilienfonds. In Berlin bremst derzeit aber die Bund-Länder-Kommission die Zulassung von Reits, weil sie neue Steuerschlupflöcher wie der Teufel das Weihwasser fürchtet. Der geplante Stichtag 1.1.2006 wackelt.

Ohne den Schub durch neue Reits und den damit verbundenen Börsengängen müssen sich aber auch Immobilienaktienfonds weiter mit einer Hand voll liquider Titel wie der IVG in Bonn begnügen. Entsprechend schwankt deutlich die Wertentwicklung der Fonds.

Eher für ein breiteres Publikum geeignet sind daher Portfolios wie der DJE Real Estate, die flexibel in klassische Immobilienaktien, Reits und offene Fonds investieren können. Diese Produkte sind jedoch vergleichsweise neu, ein abschließendes Urteil zu ihnen also noch nicht möglich.

So ist Abwarten für den Anleger derzeit nicht die schlechteste Alternative.

Handelsblatt  

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