Egozentriker: Morgenübungen beendet

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neuester Beitrag: 11.09.05 20:22
eröffnet am: 11.09.05 08:52 von: Aktiencheck. Anzahl Beiträge: 7
neuester Beitrag: 11.09.05 20:22 von: CDUCSU Leser gesamt: 439
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11.09.05 08:52

1141 Postings, 6972 Tage AktienchecksEgozentriker: Morgenübungen beendet

na dann einen schönen Tag. Man gönnt sich ja sonst nichts.

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11.09.05 08:55

1141 Postings, 6972 Tage Aktienchecksna dann zum Frühstücksfernsehen

und MAZ ab. Punkt 7.

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11.09.05 09:58

1407 Postings, 5676 Tage CDUCSUMoin Du Pappkarton

wußtest DU schon, dass wir alle klecks sind. Na ja wir sind ja auch alle Papst.
Habe heute eine interessante Geschichte gelesen. Vergleich mit lebenden und verstorbenen Personen ist nicht möglich. Alles ficktief:

Aus der Kategorie ?Skurriles? (Kurzgeschichten):
Sabine Rachlitz
Der Egozentriker

Es ist eine traurige, eine sehr traurige Geschichte die ich zu erzählen habe. Sie handelt von mir. Man möge es egozentrisch nennen, eingebildet, selbstverliebt, aber so bin ich nicht.

Ich möchte mich gern vorstellen ehe ich meine Geschichte erzähle.
Ich bin klein, ich trage Schwarz, ich bin beleibt, aber bei weitem nicht fett, nennt mich nicht fett. Ich bin ein Mann, das war ich schon immer. Manchmal werde ich für eine Frau gehalten, weil ich meine Haare lang trage, aber ich finde das ich trotzdem sehr männlich wirke. Ich bin intelligent. Eigentlich sehr intelligent. Mein Blickfeld ist nicht irgendwie eingeschränkt, wie das vielleicht auf den ersten Blick scheint. Viele Leute haben ein Problem mit mir weil ich sehr direkt bin, doch genau diese Direktheit ist eine Eigenschaft, die ich sehr an mir schätze. Sie zeichnet mich aus, finde ich.
Sonst gibt es nicht mehr viel über mich zu wissen. Vielleicht noch das ich Goethe lese. De Werther, eines meiner Lieblingslektüren. Sowieso lese ich sehr viel, befasse mich aber nicht mit leichter Kost. Der ganze billige, leichtverständliche Romanmist interessiert mich nicht. Dazu bin ich nun mal zu anspruchsvoll. Auch bei den Tageszeitungen kommt mir kein oberflächlicher Schrott ins Haus. Es muss schon meinem Geist entsprechen. Immer wieder habe ich deswegen Freunde verloren. Nicht wegen der gebildeten Zeitschriften. Ha, Kinderkram. Nein, die meisten Menschen befinden sich nicht auf meiner intellektuellen Ebene. Das lasse ich sie niemals wissen, meine Intelligenz lass ich nicht groß heraushängen. Aber doch merken die meisten die im Begriff waren sich mit mir auf freundschaftliche Basis zu begeben, dass ich ihnen weit überlegen bin. Dann ist für sie keine Freundschaft mehr mit mir möglich. Sie bewundern mich und verstecken das hinter Ablehnung und Ausdrücken, die sich auf einem sehr niedrigen Niveau befinden, auf das ich mich jetzt gar nicht erst herab lasse.
Nun da jegliche Fragen geklärt wurden kann ich mit meiner Geschichte beginnen.
Es war an einem sehr kalten Tag als ich Janette kennen lernte. Sie ist ein hübsches Mädchen und ich dachte mir: "Hey, sprich die Kleine an. Die hat was.".
Das tat ich auch. Im Park war es übrigens und somit der ideale Ort um zwanglos eine Bekanntschaft zu machen. Damals hatte ich noch keine Erfahrungen, in sexueller Hinsicht und war quasi immer auf der Suche nach einer Frau die sowohl meinen körperlichen als auch meinen geistigen Bedürfnissen gerecht werden konnte. Janette schien mir da genau die Richtige, denn mit ihrer Brille und dem streng zurückgebundenen Zopf vermutete ich nichts anderes als das eine sie junge und fleißige Studentin sei. Es stellte sich heraus das ich recht hatte. Juristin. Etwas trocken zwar, aber immernoch besser als die ungebildeten dummen Hühner die ich sonst kannte. Wir unterhielten uns gut. Sie war sofort fasziniert von mir. An meinen Lippen hing sie als sei ich der Brunnen der Weisheit und bei jedem meiner Sätze gab sie ein kaum vernehmbares "Oh" oder "Ah" von sich. Keine Frage, ich hatte sie mit meinem Charme und meine Bildung sehr beeindruckt. Es ist ihr also nicht zu verübeln, dass sie es nicht wagte mir nach dieser ersten Unterhaltung sofort ihre Nummer zu geben. Aber ich wollte ihr eine zweite Chance geben. Da ich ihren Namen hatte, an den ich mich dank meines guten Geedächtnisses noch erinnern konnte als ich zu Hause ankam, rief ich bei der Auskunft an und erfuhr dort ihren Wohnort und ihre Telefonnummer. Ich ging sie erst ein paar Tage später besuchen. Schließlich kann ich mich nicht gleich um jede einzelne Verehrerin kümmern. So ließ ich wie gesagt erst ein paar Tage verstreichen und suchte sie dann in ihrer Wohnung auf. Janette kommt aus etwas ärmlichen Verhältnissen. Das stört mich natürlich nicht. Darüber kann ich hinwegsehen, da mein Geist von je her vorurteilsfrei war. Meinen Eltern hab ich das zu verdanken, die mich lehrten, dass ich dankbar sein müsse dafür, dass der liebe Gott mir einen so klaren Verstand und dazu Wohlstand und Zufriedenheit beschert hatte.
Das erzählte ich auch Janette, kurz nach der Begrüßung, die sie reichlich schockte, da sie anscheinend nicht damit gerechnet hatte mich jemals wieder zusehen. Erst traute sie sich nicht mich in ihr kleines Kämmerchen zu lassen, doch ich nahm ihre Angst sich zu blamieren und ging einfach hinein, als wäre ich selbst Eigentümer diese Kellerlochs. Es stank nach Zigaretten und ich fragte ob sie raucht. Sie bejahte und bot auch mir eine von ihren "Lunten" an. Ichbediente mich, obwohl ich Nichtrauer bin. Jedoch als Mann von Welt schlägt man der Dame keine Bitte ab. Wir rauchten nun ein bisschen, wobei ich versuchte den Rauch immer ein paar Sekunden länger bei mir zu behalten als sie. Dabei hatte ich Müh und Not nicht zu Husten oder andere peinliche Geräusche von mir zu geben. Natürlich merkte sie nicht in welch misslicher Lage ich mich da befand und das war gut so. Diesmal redete sie. Das fand ich sehr unpassend. Gleich so am Anfang, kurz nach dem Kennenlernen sollte man nicht nur von sich reden. Allerdings unterbrach ich sie nicht, da ich ein wenig mehr über ihre Person erfahren wollte. Wer ist sie? Wofür interessiert sie sich? In welchen Kreisen verkehrt sie? Wie kam es dazu das sie mich unbedingt kennenlernen wollte?
Als ich nach einer halben Stund immer noch keine Antwort auf meine vierte Frage erhielt, sprach ich sie direkt darauf an. Natürlich hatte ich die Fragen nicht laut gestellt, aber es war doch vorhersehbar das mich das sehr interessierte. Und so half ich ihr ein bisschen auf den Sprung. Sie war ein wenig entsetzt. Ich weis nicht ob es an meiner Direktheit lag, oder nur daran das sie sich ertappt fühlte. Sie stotterte nur und ich konnte einzelne Fetzen entnehmen wie "Aber sie sind doch..." und "damit hab ich gar nix...".
Darüber musste ich etwas schmunzeln, denn ich fand es sehr niedlich auf welche Art und Weise sie versuchte ihre Zuneigung zu mir geheim zu halten.
Leider musste ich Janette schon bald wieder verlassen. Ihr Jurastudium, das wie ich finde, gar nicht so schwer ist, nahm sie wieder in Anspruch. Eine wichtige Prüfung stand bevor die ich mit links und im Schlaf gemeistert hätte, für die sie allerdings noch lernen musste.
Ich ging nach Hause. Meinen Eltern erzählte ich am Telefon von meiner neuen Freundin.
Am Anfang waren sie nicht sonderlich begeistert, wie man wohl verstehen kann. Denn Janette gehörte einer ganz anderen Gesellschaftsschicht an. Dennoch akzeptierten sie meine Entscheidung, mein Leben nun an der Seite dieser Frau zu verbringen.
Ich war so glücklich.
Und wenn mir jemand gesagt hätte was am nächsten Tag passiert, so hätte ich es wahrscheinlich niemals geglaubt.
Es ist tragisch, aber es ist wahr. Am nächsten Morgen als ich früh vor ihrer Tür stand um sie zu einem Kaffee einzu- laden, denn ich wusste das sie sich solch Luxus nie würde leisten können, war sie nicht da!
Ich klingelte erst ein paar mal, aber es machte niemand auf. So versuchte ich es bei dem Nachbarn, einem älteren, weißhaarigen Mann. Er erzählte mir das Janette noch gestern nacht in einen anderen Ort gezogen sei. Zu einer Freundin. Als ich nach dem Grund fragte, vertraute mir der Mann an, das wohl ein Irrer meiner Freundin nachgestellt hatte, und sie zu tote erschrocken war.
Ich war sauer, ich hätte den Kerl geprügelt, wenn meine gute Erziehung es erlaubt und ich ihn gekannt hätte.
Doch das war das Ende. Janette war weg. Ich versuchte noch sie zu finden, doch es gab keine Spur und keinen Anhaltspunkt, obwohl ich sonst eine echte Spürnase bin.
Ich fand sie nie wieder.
Inzwischen hatte ich viele andere Frauen, kurze Affären, nicht mehr.
Eine Frau wie Janette habe ich nie mehr bekommen.
Doch ich habe noch mich und das gibt mir Kraft.

Anmerkungen von Sabine Rachlitz zur Kurzgeschichte:

Ich möchte nur erwähnen das der Protagonist fiktiv ist! :D  

11.09.05 09:59

1407 Postings, 5676 Tage CDUCSUfür klecks und seinen Freund happy

Brödelbard und Klecks
Oder: Klecks und Brödelbard

Brödelbard kuschelte sich gerade in die Arme von Peter, der kleine Junge, dem er gehörte. Er fühlte sich wohl, denn draußen war es bitter kalt und Peters Arme hielten ihn mollig warm. Immer, wenn er sich so wohl wie in dieser Nacht fühlte, bescherte er Peter einen schönen Traum. Dies tat er, indem er sich eine schöne Geschichte ausdachte und sie an Peter ´sendete´.
(Ja, Du hast schon verstanden, er sendete Peter einen Traum. Irgendwer muß das ja erledigen und nun weißt Du auch, wer für die Träume verantwortlich ist: Die Teddybären. Also weiter...)
Diese Nacht sendete er ihm einen Traum von dem Bauernhof, wo er mit seinen großen Menschen, die er "Mama" und "Papa" nannte, den Tag über gewesen ist, da er wußte, daß es Peter dort gefallen hatte und er sich über einen solchen Traum sehr freuen würde.
Während er Peter diesen Traum sendete, dachte er über sein eigenes Leben nach und stellte dabei fest, daß es, verglichen mit dem eines Menschen, doch recht öde, wenn nicht gar saulangweilig ist. Menschen können überall hin, wenn sie es nur wollen. Sie können Sachen machen, zu denen er gar nicht fähig wäre. Doch er stellte fest, daß das, was er am meisten vermißte, Freunde und Bekanntschaften sind. Als Teddybär konnte Brödelbard gerade mal steif auf dem süßen, kleinen, schnuckeligen Bettchen (wie sehr er es doch haßte!) von Peter sitzen und darauf warten, daß ihn mal jemand hoch nahm und ihn ein wenig knuddelt. Manchmal kommt auch ein Mädchen herein, die ihn dann in die Hand nahm und zu Peter sagte daß er seinen Teddybären nie wiedersehe. Brödelbard ließ dieses Spiel inzwischen recht gelassen über sich ergehen, aber Peter fiel immer noch auf den alten Trick herein und brach jedesmal sofort in Tränen aus, woraufhin eines der größeren Menschenwesen hereinkam und das kleine Mädchen ausschimpfte. Kurz danach saß er dann wieder steif auf dem süßen, kleinen, schnuckeligen Bettchen und starrte verdrossen Löcher in die Luft.
Ja, er beneidete Peter wirklich. Bald würde sich Peter für Mädchen interessieren und neue interessante Dinge kennenlernen. Wie sehr er doch auch gerne andere Teddybären kennenlernen würde. Er konnte sich zwar auch bewegen, aber das nur, wenn es den Menschen nicht auffiel und das war meistens immer nur dann, wenn sie schliefen. Ansonsten mußte er die ganze Zeit regungslos in der gleichen Stellung verharren.
In dieser Nacht beschloß er, sich auf die Suche nach anderen Wesen seiner Art zu machen. Zunächst galt es, sich aus Peters Armen zu befreien. Aber das war kein Problem für einen Teddybären. Er sendete Peter kurz einen Traum von seiner Mutter und schon breitete Peter im Traum sowie auch im Bett die Arme aus, um sie zu umarmen. Dieser Trick funktionierte immer, wußte Brödelbard glücklicherweise, denn er hatte ihm einmal das Leben gerettet, als Peter ihn so doll an sich herandrückte, daß ihm bald die Nähte geplatzt wären. Auch dieses mal konnte er sich damit aus den Armen von Peter befreien und stolperte unbeholfen zum Rande des Bettes, wo er zum ersten mal feststellte, wie hoch das Bett eines kleinen Jungen doch für einen noch kleineren Teddybären sein kann, wenn er auf sich alleine gestellt ist. Aber da Brödelbard ein sehr heller Teddybär ist, also, helle im Sinne von klug, zupfte er sich einfach solange die Bettdecke von Peter zurecht, so daß er an ihr das Bett herunterklettern konnte. Nach dieser Strapaze unten angekommen, setzte er sich erst einmal hin, um zu verschnaufen. Dabei schaute er sich im Zimmer um und stellte fest, daß er in diesem Zimmer wohl der einzige Teddybär war. Da gab es natürlich noch die große Tür, durch die er manchmal getragen wurde, wenn es zum Bauernhof oder sonst einem Ausflug ging. Er wußte, daß hinter der Tür der "Fluhr" lag. Aber mehr wußte er nicht, da er immer nur Peters Pullover sah (und zu seinem Kummer auch roch!), an den er gedrückt wurde, wenn es zu einem Ausflug ging.
Also machte er sich auf den Weg zur Tür. Nach einem langen Marsch dort angekommen, stellte er fest, daß diese glücklicherweise nicht ganz verschlossen, sondern nur angelehnt war. Das genügte aber, um Brödelbard an den Rand der Verzweiflung zu bringen, denn wie sollte er die Tür mit nur einer TS (Teddybären-Stärke) aufbekommen? Glücklicherweise war er auch ein aufmerksamer Teddybär und so erinnerte er sich an das Hebelgesetz, das er in der Teddybärenakademie gelernt hatte (denn ein jeder Teddybär muß die Teddybärenakademie besuchen, da er ja neben der Ethik eines Traumes auch mit der Technik des Traumbaus vertraut gemacht werden muß). Er holte das Lineal, das er auf dem Weg zur Tür unter dem Bett erspäht hatte und das Peter schon wie verrückt in den letzten Tagen gesucht hatte, und schob es vorsichtig durch den Türspalt, um auch ja keine Geräusche zu machen. Dann stemmte er sich mit aller Teddykraft gegen das Lineal und bezwang so das Trägheitsgesetz.
Endlich konnte er den "Fluhr" betreten und neue Freunde finden und kennenlernen. Mit lockeren 3 Schritten überquerte er die Türschwelle und stand im "Fluhr". Jetzt ist es soweit, dachte er sich, gleich werde ich andere Teddys sehen. Naja... vielleicht nicht gleich..., dachte er sich, als er nach einiger Zeit des Wartens immer noch keinen sah. Aber da er ja ein gescheiter Teddybär war, machte er souverän und selbstsicher auf sich aufmerksam. "Hallo?", stotterte er in die Dunkelheit hinaus und schritt dabei weiter in den Raum hinein. Jaa, gleich werden sie ihn hören und zu ihm kommen, da war er sich ganz sicher. Mit zunehmender Zuversicht schritt er weiter in den Raum hinein, begleitet von mehreren "Hallo"s, die er von Zeit zu Zeit ausstieß. Anfangs erklang sein "Hallo" noch recht zaghaft und ängstlich, doch legte sich dieses Gefühl bald und wich der Sicherheit, gleich erhört zu werden, so daß sein "Hallo" mehr und mehr an Kraft gewann. Schließlich, nach ungefähr 500 "Hallo"s wich auch dieses Gefühl einem anderen, und zwar der Resignation. Doch da er ein willensstarker Teddybär war, gab er nicht auf und rief immer wieder nach den anderen Teddybären, die hier doch irgendwo sein mußten. Schließlich verschwand auch das Gefühl der Resignation und wich wiederum einem anderen, der Langeweile. Als die Langeweile dann vollkommen von seinem Teddykörper Besitz ergriffen hatte, machte er sich auf, den Raum einmal ganz zu erkunden. (Denn er war auch ein sturer Teddybär, und so dachte er sich, daß die Teddys, die er suchte, ja auch taub sein könnten... er war auch ein saublöder Teddybär.)
Während er in die Dunkelheit hineintapste, stieß er plötzlich gegen etwas, so daß er rückwärts auf seinen kleinen, süßen, schnuckeligen Teddyarsch fiel. Den rieb er sich, als er wieder aufstand, nicht weil er weh tat, sondern weil das bei einem Teddy recht putzig aussieht und er war ein putziger Teddy. Als er näher an seinen Feind herantrat, sah er, daß es ein Teppich war, der mitten im "Fluhr" lag und ihm den Weg versperrte. Also kletterte er mit einigen Mühen auf den Teppich hinauf, denn ein Teppich kann für einen Teddy schon ein gewaltiges Hindernis darstellen, aber unser Teddy war ein kräftiger Teddy.
Jedenfalls schaffte er auch dieses Hindernis und nachdem er es überquert hatte, hüpfte er auf der anderen Seite wieder herunter. Nach ein paar wenigen Schritten stellte er fest, daß er endlich die andere Seite des Raumes erreicht hatte und wieder vor einer großen und glücklicherweise weit offenen Tür stand. Doch schnell bemerkte er, daß es hier wohl auch keine Teddys geben würde, denn er befand sich in der Küche. Hier gab es nur Aua-Sachen, wie Messer, Gabeln und andere Gegenstände, die einen Teddy gemeinerweise aufschlitzen konnten. Sein kleines Watteherzchen schlug auch auf der Stelle schneller und so befahl er seinen kurzen Stummelbeinchen alles zu geben, um so schnell wie möglich aus diesem Gruselkabinett zu verschwinden.
Wieder im "Fluhr" schritt er an der Wand entlang, in der Hoffnung, vielleicht noch eine Tür zu finden, denn die Hoffnung, im "Fluhr" andere Teddys zu finden, hatte er endgültig aufgegeben. Und siehe da, er kam an eine weitere Tür, die ebenfalls offenstand. In dem zur Tür gehörigen Raum lagen allerdings die zwei großen Menschen und von denen wußte er, daß sie nichts mit Teddys anfangen konnten und daraus schloß er, daß er in diesem Raum wohl auch wenig Aussichten auf Spielkameraden hatte. Erwähnte ich schon, daß Brödelbard ein kluger Teddybär war? Naja, er war jedenfalls einer.
Also machte er sich erneut auf seine Suche nach einer Tür, hinter der sich andere Teddybären verbergen würden. Es dauerte allerdings noch ein Weilchen, bis er die richtige traf, denn die nächste war verschlossen, die darauf beherbergte nur einen Stuhl aus Stein. Der Geruch, der daraus hervorstieg, erinnerte ihn allerdings an Peter, wenn er seine "Mama" angrinste und "die Hohsn voll" hatte.
Brödelbard vermutete, daß sich wohl bei dem Gestank auch dort keine Teddys freiwillig aufhalten würden und stapfte der nächsten Tür entgegen. Dort entdeckte er das Badezimmer, wo sich die großen Menschen immer wuschen und Peter immer schrie, wenn er gebadet wurde. Auch dort würden keine sein, denn Teddybären brauchen sich nicht zu waschen. Man steckt sie ab und zu einfach mit in die Waschmaschine und fertig.
Als Brödelbard schließlich vor der letzten Tür stand und durch den Spalt trat, waren seine Träume von Freunden fast nur noch eine schwache Erinnerung an eine Hoffnung, die er schon aufgegeben hatte. So betrat er also das letzte Zimmer und rief gelangweilt "Hallo!", worauf er schon keine Antwort mehr erwartete, sondern nur die vertraute Stille, die ihn jede Nacht umgibt und zu seinem einzigen Freund geworden war. Doch als er seinen knuddeligen und putzigen Körper wieder zum Gehen wandte, antwortete ihm eine Stimme "Hhheee??" Es war eine sehr verschlafene Stimme. Doch Brödelbards Miene hellte sich sofort auf, Heiterkeit erfüllte sein schon erwähntes Watteherzchen und er war sich sicher, endlich die lang gesuchten Freunde gefunden zu haben. "Hallo", rief er, "hier ist Brödelbard, ich...". Weiter kam er nicht, denn plötzlich brach die Stimme in schallendes Lachen aus und andere Stimmen fielen mit ein. Eine brüllte, "BRÖDELBARD?" und verfiel in noch lauteres Lachen, eine andere brachte keuchend "Selten dämlicher Name!!" hervor, bevor auch sie erneut in einen Lachkrampf verfiel. So ein großes Chaos hatte Brödelbard nicht erwartet und hätte einen knallroten Kopf bekommen, hätte er einen bekommen können.
Also zog er sich in eine Ecke des dunklen Zimmers zurück und setzte sich erst einmal auf seinen knuffigen Popo. Während er dort über seine Einsamkeit weinte und jämmerlich das Köpfchen hängen ließ, tippte ihm eine Plüschhand von hinten auf den Rücken. Das Schlimmste befürchtend schreckte er sofort zurück und zog schützend seine Hände vor den Kopf, und als er bemerkte, daß das Wesen, was sich ihm so lautlos von hinten genähert hatte, ein Teddybärenmädchen war, dazu noch ein sehr gutaussehendes, versuchte er die schützende Bewegung seiner Hände in ein cooles "durch die Haare fahren" zu verwandeln, was jedoch recht ungeschickt ausgesehen haben mußte, denn ein kleines, verkniffenes Grinsen konnte auch das Teddybärenmädchen nicht verstecken. - Die anderen Plüschwesen dagegen nutzten natürlich diese Chance, um wieder lauthals loszugröhlen und um ihn erneut zu verhöhnen.
"Hallo, ich bin Klecks.", hauchte Klecks.
"Um, freut... ich... Brödelbard", stammelte Brödelbard als er ihre tiefblauen Augen entdeckt hatte und wurde von einer erneuten Lachsalve aus der Dunkelheit unterstützt.
"Achte nicht auf die anderen, die wollen Dich nur ärgern, Blödelsarg."
"Brödelbard.", verbesserte er sie, "Aber...", fing er an, wurde dann aber von seiner Männlichkeit am Weitersprechen gehindert, als sein Blick auf ihre wohlgeformten... Ohren fiel, dann über ihre kleine, schwarze Stupsnase wanderte, den pelzbenähten Hals hinunterfuhr und schließlich am Ausschnitt ihres raffinierten Oberteiles hängen blieb.
"Aber WAS?", forderte sie ihn auf, weiterzusprechen.
"Irks." Peinlich entlarvt rang er nach Worten. "... aber... wollen.... wir nicht woanders... hingehen.... wo wir unge... stört sind?, brachte er hervor und fand sich sehr direkt, doch zu seiner Verwunderung stimmte sie ihm zu. (JETZT, geneigter Leser, setzte nämlich ihre Weiblichkeit ein, die in seinen Augen, die die Sinnlichkeit der Nacht versprachen, versank und sich an seinen muskulösen Körper heftete. Doch weiß unser kleiner Frauenheld noch nichts von ihren Gefühlen, so wie sie noch nichts von seinen Gefühlen weiß, sie aber beide hoffen, daß er sie und sie ihn... und darum ist das ja sooo spannend!)
Also schlichen sie sich unter einem Pfeifkonzert aus dem Zimmer und gingen ins Badezimmer. Für beide war es ihr erstes Rendezvous und Brödelbard hätte auf dem Weg liebend gerne ihre Hand ergriffen, doch schließlich im letzten Moment seine eigene immer wieder zurückgezogen.
Im Bad angekommen, kletterten sie an einem Handtuch bis auf den Rand der Badewanne und sprangen dann todesmutig ins Innere der Wanne. Da sie aber Teddybären waren und keine Knochen hatten, die sie sich hätten brechen können, rappelten sie sich unten angekommen unversehrt wieder auf. Zunächste folgte eine lange Zeit des Schweigens, während sie sich tief in die Augen blickten und Brödelbard schließlich nach Worten rang.
"Du... bist die Erste, die so nett zu mir ist... überhaupt bist Du eigentlich die Erste, die mit mir spricht.", fiel ihm auf.
"Warst Du denn so lange ganz alleine?", fragte sie ihn mit einem Blick, der sein kleines Watteherz zum Schmelzen brachte und ihn ganz seiner Worte beraubte, so daß er sie einfach auf den Mund küßte. Von seiner Kühnheit und den Gefühlen, die sich in seinem Bauch zusammenbrauten, selbst überrascht, stiegen ihm die Tränen in die Knopfaugen... Tränen in die Knopfaugen? Nein, es war ein Tropfen, der vom Wasserhahn über ihnen herunterträufelte. Klecks jedenfalls fand seine Antwort gar nicht so schlimm, wie er annahm und erwiderte seinen Kuß, indem sie sich an ihn schmiegte, ihn in den Arm nahm und feste drückte, was ihm wiederum Kraft für einen zweiten Kuß gab... nach einigen weiteren Küssen, Umarmungen und Blickwechseln nahm sich Brödelbard allen Mut zusammen und öffnete langsam und zärtlich ihr Oberteil, wobei er sorgsam darauf achtete, nicht plump oder aufdringlich zu wirken. Sie fand ihn ganz und gar nicht aufdringlich, wie er feststellte, denn ihm Gegenzug knöpfte sie ihm sein kariertes Baumfällerhemd auf und strich ihm zärtlich über seine behaarte Brust und seinen behaarten Rücken. Als Brödelbard dann auch schließlich die komplizierte Technik ihres BH´s verstanden und überflüssig gemacht hatte, knabberte sie inzwischen schon fordernd an seinem Ohr.
Hier soll nun für uns der Moment gekommen sein, wo wir die beiden mit ihrem Glück alleine lassen. Es sei nur erwähnt, daß dies nicht die letzte Nacht gewesen sein sollte, wo sie sich aus ihren Zimmern hinausgeschlichen haben und sich im Badezimmer getroffen haben, denn noch am ersten Abend griff Brödelbard an ihr Ohr und fummelte den Steiff-Knopf aus ihrem Ohr und sie tat das gleiche bei ihm, worauf sie ihre Steiff-Knöpfe tauschten. Denn wenn zwei Teddybären ihren Knopf im Ohr tauschen, dann bedeutet das, daß sie sich ganz doll lieb haben.

Für Nicole, die mich zwingt, ihr abends Geschichten zu erzählen und ohne die diese Geschichte sonst nie entstanden wäre.
(c) August-1994-Dirk Räbiger  

11.09.05 10:06
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59073 Postings, 7312 Tage zombi17@CDU/CSU

Du bist doch bestimmt ein Masochist! Wenn dir das hier alles so zu Herzen geht, warum kommst du dann immer wieder? Um dich selbst zu quälen? Wenn ich irgend etwas nicht gerne mache, kannst du sicher sein, dass ich es auch nicht tue, oder zumindest so lange vor mir herschiebe bis es keinen Ausweg mehr gibt.
Ich gebe dir mal einen guten Zombitip: Ohne eine gehörige Portion Humor und Gleichgültigkeit geht man hier ganz schnell vor die Hunde.

Schönen Sonntag wünscht
Zombi  

11.09.05 10:21

8140 Postings, 5687 Tage checkerlarsenvergiss es,du wirst keine antwort bekommen

er selbst fordert zwar gerne erklärrungen für jeden schiss(gerne auch per boarmail*gg*)
aber er beantwortet dir keine ernsthafte frage.  

11.09.05 20:22

1407 Postings, 5676 Tage CDUCSUWer quält sich denn?

Ich hatte noch nie so viel Spass wie bei Ariva. Ich finde es mehr als witzig wie hier mit
verschiedensten Mitteln der Alltag und das Wochenende überbrückt wird. Morgens Ariva lesen, ein paar Sprüche loslassen und alle sind beschäftigt...

Check: wenn das ne ernsthafte Frage vom Indianer idt, wo fängt denn dann der Spass an?
Im Keller? Ich wollte Euer Kinderzimmer auch nicht aufmischen, also spielt weiter mit Euren Ids.

Nächtle und postet schön und träumt was Ariva-Süßes.  

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