"Easy Al" und "Easy George"

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eröffnet am: 22.11.04 19:26 von: moya Anzahl Beiträge: 1
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22.11.04 19:26

726160 Postings, 5707 Tage moya"Easy Al" und "Easy George"

"Easy Al" und "Easy George"

von unserem Korrespondenten Bill Bonner

Anmerkung in eigener Sache: Da Herr Steffens diese Woche in Urlaub ist, gibt es in dieser Zeit nur die Texte unserer amerikanischen Korrespondenten.

Die Kurse der amerikanischen Anleihen könnten nun ihren Zenit überschreiten.

Aber was für einen bemerkenswerten Anstieg sie hinter sich haben. Seit mehr als zwei Jahrzehnten sind die Renditen der US-Anleihen gefallen, und ihre Kurse deshalb gestiegen. Jahr für Jahr sind die Gläubiger (denn wenn man eine Anleihe kauft, wird man zum Gläubiger) zuversichtlicher geworden.

Jedes Jahr haben sie die Inflation als geringere Bedrohung als im Jahr zuvor angesehen. Und das Risiko eines Zahlungsausfalls oder einer Pleite?

Diesbezüglich haben sich die Investoren in eine traumähnliche Unbekümmertheit begeben. Selbst "junk bonds" - als die riskantesten Unternehmensanleihen - haben jetzt Renditen von nur noch 6 %. Vor zwei Jahrzehnten konnte man noch mit US-Staatsanleihen dreimal so viel erzielen!

Es sieht so aus, als ob die Dinge zu gut sind, um wahr zu sein. Und eine kleine, aber wachsende Gruppe von Investoren ist zu dem Schluss zu kommen, dass dies wahrscheinlich nicht von Dauer sein wird; es könnte sich umkehren.

Diese Antizykliker kaufen Gold; sie haben den Goldpreis vom Tief von rund 250 Dollar Ende der 1990er auf das aktuelle Hoch von über 440 Dollar befördert. Aber selbst dieser Preis ist kaum halb so hoch wie der Rekordpreis für Gold, der vor einem Vierteljahrhundert erreicht wurde.

Die Mehrheit der Investoren kauft mit ihren Dollarscheinen jedoch weiterhin das Bush-Greenspan-Ticket, ohne sich darum zu kümmern, dass die "Easy Boys" die nächsten 20 Jahre wohl kaum so leicht machen können wie die letzten 20.

"Easy Al" hatte die Leitzinsen ja bereits bis auf 1 % gesenkt. Wie viel tiefer könnte er sie noch senken? Unter dem Druck, die Integrität der Fed zu erhalten, erhöht er jetzt die Zinsen. Die Inflationsrate scheint nun zu steigen - im Oktober stieg sie um 0,7 %. Während "Easy Al" Geld verleiht, das er nicht hat, gibt "Easy George" es aus. Das Ausgabenprogramm, das er nicht unterschreibt, muss erst noch erfunden werden; er hat noch nie ein entsprechendes Veto eingelegt. Aber während er das Geld anderer Leute im Rekordtempo ausgab, senkte der republikanische Präsident gleichzeitig die Steuern.

Die Lücke zwischen dem, was seine Regierung eingenommen und dem, was sie ausgegeben hat, war so groß, dass die Staatsschulden während seiner ersten Amtszeit um 2,23 BILLIONEN Dollar zunahmen! Da die Amerikaner selbst so wenig sparen, hat Mr. Bush die Nation der Gnade der ausländischen Geldgeber ausgeliefert - die wahrscheinlich ein bisschen höhere Renditen haben wollen, bevor sie ihre Geldbörsen öffnen.

Was immer die Zukunft auch bringen wird - es wird keine Zeit sein, in der die Zinsen für Kredite von 18 % auf 1 % fallen werden. Eine weitere Periode der rapiden Kreditexpansion ist auch nicht wahrscheinlich.

Ebenso unwahrscheinlich ist eine Periode steigender Aktienkurse.

Denn vor einem Vierteljahrhundert lag das KGV bei 7. Als die Zuversicht und die Schulden wuschen, da stieg das durchschnittliche KGV auf über 30. In den nächsten 25 Jahren wird sich dieser Anstieg beim KGV nicht wiederholen.

Stattdessen ist ein KGV von wieder 7 ein vernünftiges Ziel. Was im roten Licht der Kreditrakete so schön gestiegen ist, wird wahrscheinlich zurück auf die Erde fallen, wenn diese Rakete ausbrennt.
Gruß Moya  

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