EILMELDUNG: Staatsstreich in Berlin!

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neuester Beitrag: 23.08.03 10:03
eröffnet am: 22.08.03 15:51 von: Happy End Anzahl Beiträge: 12
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22.08.03 15:51

95440 Postings, 7021 Tage Happy EndEILMELDUNG: Staatsstreich in Berlin!

Leichtfertig ist das Gerede der Politiker über Rentenkürzung. Es könnte zu einem Putsch der Alten führen. Sie kennen den Weg zur Macht.....

Den Alten gehört die Zukunft. Die Politiker, die derzeit darüber nachdenken, wie sie die Kosten des Seniorenüberhangs beschränken können, um der jüngeren Generation die Zukunftschancen zu erhalten, werden sich noch mit Erschrecken an die Leichtfertigkeit erinnern, mit denen sie die Kürzung von Renten, ganz allgemein der Sozialleistung im Alter erwogen haben. Ab 75, hat ein Experte vorgeschlagen, sollten keine Leistungen der Krankenkasse mehr erbracht werden; ab 85, meinte jüngst ein Nachwuchspolitiker, könnten künstliche Hüftlenke nicht mehr auf Kosten der Solidargemeinschaft gehen. Die Instandsetzung von Senioren, so muss man das wohl verstehen, lohnt sich bei steigender Reparaturanfälligkeit nicht mehr. Sollen die Alten doch selbst sehen, wo sie bleiben.

Die Inhumanität solcher Überlegungen liegt auf der Hand; aber sie trifft den Kern der kommenden Auseinandersetzungen nicht im Entferntesten. Denn die Alten werden durchaus sehen, wo sie bleiben. Ihre Mobilmachung wird nicht auf sich warten lassen. Alte, die in steter hypochondrischer Sorge um ihre Gesundheit leben, sind eine Plage; aber Alte, die sich um ihre Gesundheit nicht mehr sorgen, sind die Des-perados von morgen. Alte, die nichts zu verlieren haben, könnten den Enkel, den sie heute noch liebend hüten, schon morgen auf dem Balkon vergessen. Wovor sollten sie sich fürchten? Vor Gefängnis oder Vorwürfen der Familie? Im Knast gibt es wenigstens einen Arzt und warme Mahlzeiten.

Alte, die mit erschreckender Langlebigkeit auf ihrem Geld sitzen, sind eine Heimsuchung für ungeduldige Erben, aber Alte, die nichts mehr zu beißen haben, könnten gefährlicher als Schäferhunde werden. Was sollte sie hindern, in Supermärkten massenhaft dem Mundraub nachzugehen? Alte, die nichts zu verlieren haben, können sich zusammenrotten und marodierend durch die Städte ziehen; was ihnen an Körperkraft fehlt, werden sie durch Zahl wettmachen.

Alte, die nichts zu verlieren haben, sind eine Gefahr, die bei weitem übertrifft, was wir von Jugendlichen ohne Zukunftsperspektive zu erwarten gewohnt sind. Wir stellen uns das Alter gern harmlos und mitleiderregend vor; dabei muss es nicht bleiben. Was, wenn der Hausmeister an seine alte Arbeitsstelle zurückkehrt, die er seinerzeit nicht ohne Nachschlüssel verlassen hat, und im Keller eines Wohnblocks die Gasleitung ansägt? Was, wenn der Bankdirektor mit einer letzten Insiderinformation, die er als Fax aus dem Büro eines Obdachlosenasyls schickt, den Kurs seines früheren Unternehmens ins Bodenlose stürzen lässt?

Junta der pensionierten Generäle

Was, wenn die Alten sich durch keine Solidarität mehr an die Gesellschaft gebunden fühlen, die ihrerseits die Solidarität der Generationen gekündigt hat? Das Netzwerk von al-Qaida wird nicht mehr mühevoll die Jugendlichen aus den Spielhallen locken und zu einem Flugtraining in die USA schicken müssen. Es wird sich pensionierter Linienflugpiloten bedienen, deren Hass auf die Gesellschaft nicht erst in Koranschulen gezüchtet werden muss. Rüstige Altchen werden mit den letzten Litern Kerosin, die sich noch in den rostenden Tanks der Sportflugzeuge befinden, die sie in besseren Tagen besaßen, zum Kamikaze auf die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte fliegen.

Die Aktion Hornisse könnte an einem bleigrauen Novembermorgen den Berliner Hohenzollerndamm mühelos in ein Flammenmeer verwandeln. In den folgenden Unruhen würden Seniorenbanden durch die Stadtbezirke ziehen und plündern, was sich plündern lässt; nach drei Tagen, wenn sie sich satt geraubt haben, könnten sie mit Champagnerflaschen und Golfschlägern auf den Parkbänken sitzen und die Stiefmütterchen mit Chanel Nr. 5 gießen. Jeder, der sich ihnen entgegenzustellen wagte, würde mit Putter und Eisen traktiert; der Einsatzleiter der Polizei wäre noch während der Unruhen mit einem Golfball aus 200 Meter Entfernung ins Koma geschickt worden. „So rekrutiert man Nachwuchs“, würde Professor Müller, 74, sagen, der Sprecher der Vereinigten Rentner- und Seniorenräte, „wenn der gute Polizist im Krankenhaus merkt, dass seine Kasse die Behandlung nicht mehr zahlt, weil die Pensionierung bevorsteht, schließt er sich uns an und wird zum schärfsten Hund der Truppe.“

Straßenkampf und Plünderungen könnten aber nur der erste Schritt sein. Eines weiteren Tages wird ein kurzes Flimmern zur Hauptsendezeit über die Fernsehschirme gehen, dann erscheint statt des gewohnten Sprechers ein bärbeißiger Grauschopf, der den Krückstock auf den Nachrichtentisch knallt und die Übernahme des Senders bekannt gibt. „Hier spricht das Dritte Deutsche Lebensalter. Im Studio begrüßen wir Professor Müller im Gespräch mit dem Präsidenten des Bundearbeitsamtes. Der Präsident des Bundesarbeitsamtes ist Gefangener der Bewegung 11. November. Wir haben ihn aus dem Tresorraum der Bundesbank zugeschaltet.“

Die Eroberung des Rundfunks wird die Alten kaum mehr als ein Lächeln kosten; sie haben ja, vom Pförtner bis zum Intendanten, die Anstalten seinerzeit auch betrieben. Nun sitzen sie wieder an ihren Schreibtischen, betrachten mit höhnischem Grunzen die Aktennotizen ihrer grünschnäbeligen Nachfolger und machen den Badenweiler Marsch zur Erkennungsmelodie der Hauptnachrichten, in denen eines fernen Tages, wer weiß, die Bildung einer Junta der pensionierten Generäle verkündet wird. „Wir haben in großer Sorge“, wird der Sprecher der Junta sagen, „angesichts bürgerkriegsähnlicher Unruhen aufgrund eskalierender Verteilungskämpfe usw. in einer auseinander brechenden Gesellschaft usw. für eine Übergangszeit usw. nach einem gerechten Generationenschlüssel usw. alle Institutionen usw.“

Die Machtübernahme wird unblutig verlaufen. Überall werden die Alten eines Morgens an ihre Arbeitsplätze zurückkehren. Sie werden nicht nur in den Sendern, sie werden hinter dem Steuer des Lastwagens, dem Bankschalter, den Schreibtischen der Bürokratie sitzen. Sie werden dort schon sitzen, wenn die überraschten Jungen kommen; denn das Frühaufstehen fällt den Alten nicht schwer. Aus Thermoskannen werden sie duftenden Kaffee trinken, wenn die Jungen das Büro betreten und die längst vergessenen Schreckgestalten erkennen. Es sind die Vorgänger und Vorgesetzten von einst, die ihnen jetzt, mit einem Lächeln, vor dem die Knie weich und die Hände feucht werden, einen Stuhl anbieten. „Erinnern Sie sich, junger Freund, wie Sie hier als Praktikant gesessen haben?“

Und die Jungen werden sich erinnern. Sie werden sich wieder als Praktikanten fühlen. Sie werden, von allen Furien der Erinnerung gehetzt, nach Hause eilen und schon im Flur schreien: „Der Alte war wieder da! Weißt du, mein Schatz, wer wieder da war? Der Alte! Der Alte hat in meinem Büro gesessen und mich gefragt, ob ich noch wüsste, wie ich mich als Praktikant gefühlt habe!“ – „Und was hast du gesagt?“, wird die Ehefrau fragen. „Nichts habe ich gesagt“, wird der Mann sagen. „Du bist ein Versager“, wird die Frau sagen, „ein ewiger Praktikant, ihr seid eine Generation von Praktikanten, jetzt sind die Profis wieder da!“

Und die Frau wird sich am nächsten Tag schön machen, sie wird mit Dekolleté und kurzem Rock, wie es die Alten lieben, ins Büro ihres Mannes gehen und dem Exchef Komplimente machen. Aber das Ergebnis wird nicht sein, dass ihr Mann die Stelle wiederbekommt, das Ergebnis wird sein, dass sie eine Stelle bekommt. Die einzigen Jungen, die nach der Machtergreifung der Alten überhaupt noch eine Chance haben, werden die hübschen Frauen sein, sie werden die Mätressen der Alten werden, manche werden Kinder von ihnen bekommen, und wo es auf natürlichem Weg nicht gelingt, wird die Gentechnik helfen, denn auch die Gentechnik wurde von den Alten einst erfunden und nur von den Jungen verboten.

Harte Strafen für Kindergeschrei

Aber mit der jugendlichen Fortschrittsfeindschaft ist es jetzt vorbei, die Alten sind wieder da, sie wollen Zukunft, und sie verschaffen sich Zukunft. Die geklonten oder künstlich empfangenen oder von verrückten alten Professoren mit fliegendem weißem Haar in Laboratorien frei zusammengebastelten Kinder werden in Altersheimen aufwachsen, von früh auf an Rollstühle, Krückstöcke, Zigarren und Blasmusik gewöhnt werden. Sie werden rechthaberisch und ordnungsliebend und unnachsichtig sein, mit drei Jahren, wenn sie zum ersten Mal sprechen, schon eine Anekdote aus dem letzten Krieg zum Besten geben, Zigarren rauchen und Golf spielen. Die Alten werden Kinder nach ihrem Ebenbild hervorbringen, sie werden eine Seniorenjugend züchten, damit ihnen nie wieder droht, was von der verfluchten Generation dazwischen drohte.

Die Zwischengeneration aber wird das Schicksal erleiden, das sie den Alten einst zugedacht hatte. Sie wird aus ihren Häusern vertrieben, in denen sich nun die Schwiegerväter mit den Schwiegertöchtern vergnügen, und in Sanatorien ruhig gestellt, in denen es freilich keine frische Bettwäsche, keine Wadenwickel, keinen Tanztee geben wird. Höchstens Wassergymnastik wird es geben, von morgens bis abends Wassergymnastik. Einige Alte mit sadistischer Begabung werden als Zuchtmeister in die Pflegeheime zurückkehren und dort exerzieren, was sie einst erleiden mussten.

Was aber wird mit den neuen Kindern geschehen? Die Kinder werden einen neuen Staat auf die Verehrung des Alters gründen. Mit Scheu und Respekt wird den Senioren zu begegnen sein, auf der Straße hat man den Hut vor ihnen zu ziehen. Die letzten geflüsterten Worte Sterbender gelten als kostbar wie delphische Orakel; Professor Müller bekommt bronzene Denkmäler neben Bismarck und Scharping, die nicht wegen militärischer und politischer Verdienste, sondern des erreichten Alters halber verehrt werden. Das passive Wahlrecht kommt mit der Pensionierung; Golfschläger werden, eingedenk der heroischen Ursprungsrevolution des neuen Staates, nur von 70 Jahren aufwärts gestattet. Die Jungen essen erst, wenn Alte ihre Mahlzeit beendet haben; sie haben zu stehen, wenn Alte sprechen; sie fahren mit dem Auto rechts an den Straßenrand, wenn ein Seniorenkonvoi passiert. Mittagsruhe wird strikt beachtet, Kindergeschrei ist strafbar, einzig geduldete Lebensgeräusche sind das leise Klingen von Kuchengabeln und Kaffeetassen. Still wird es sein in unseren Städten, hörbar wird selbst der zarteste Lufthauch sein, der durch die Zypressen geht, die ihre Wipfel vor dem Alter neigen.  

22.08.03 18:38
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10289 Postings, 6955 Tage chartgranatesorry happy

aber ein so schwachsinnigen Artikel habe ich schon lange nicht mehr gelesen!!Wo hast Du dend den her?
Dieses lächerliche Inhumanitätsgelaber kann ich echt nicht mehr hören....das der Generationenvertrag hinten und vorne nicht mehr sozial ausgewogen und fair für beide Seiten ist ist nun mal leider  eine Tatsache.Wir haben die reichste ältere Generation der Nachkriegszeit und gleichzeitig eine extrem problematische Entwicklung der Kosten für die junge Generation.Hier die ältere Generation etwas stärker ins Kostenboot holen zu wollen und müssen ist das logischste der Welt,wie auch immer das aussehen muss und wird.Diese plakative "keine Hüftgelenke mehr für alte Menschen" - Diskussion ist jetzt echt extrem gehypt...aber wen wundert das,die Politiker und sonstigen Realitätsfremden die am lautesten schreien sind ja nun auch schon lange keine 20 mehr und können sich aufgrund ihrer Umstände schon lange nicht mehr in diese Generation hineinversetzen..........  

22.08.03 18:41

9161 Postings, 7464 Tage hjw2ui


ich bewaffne mich jetzt...
*g*  

22.08.03 18:44

10289 Postings, 6955 Tage chartgranateoh mein Gott...

wenn hjw den Aufstand anführt nehme ich natürlich alles zurück und bettle um das Verschonen meines Lebens.. ;-))  

22.08.03 18:48

10091 Postings, 6297 Tage big lebowskyDat jibbet doch nich,ey

jranate heesen und denn um jnade winseln! Ick glob det nich...  

22.08.03 18:49

10289 Postings, 6955 Tage chartgranateglaub mir big l.

wenn Du hjw kennen würdest könntest Du mich verstehen... ;-)  

22.08.03 18:52

10091 Postings, 6297 Tage big lebowskyWirklich so schlimm?

Habe ihn bis dato für einen angenehmen Zeitgenossen gehalten.hjw biste ein Schlimmer?  

22.08.03 18:56

3920 Postings, 7080 Tage Nobody IIDas Problem ist nicht jung und alt,


Die Arbeitnehmer dürfen nicht mehr alles bezahlen. Das ist das eigentliche Problem. Nicht jung und alt.

Gruß
Nobody II  

22.08.03 19:14

10289 Postings, 6955 Tage chartgranatenicht schlimm,big l.

sondern ausgebufft.....da macht Wiederstand echt keinen Sinn........

@nobody: so einfach kannst Du das wirklich nicht sehen.....das Jung-Alt-Problem existiert und ist aber auch so Pseudo-Tabuthema,weil man dem der es aufgreift gleich eine Inhumane Gesinnugn oder gar schlimmeres andichtet.Manche Wahrheiten sind halt unbequemer als andere.......für die armen Arbeitnehmer kämpfen ist da natürlich political correct (mal überspitzt gesprochen).  

22.08.03 19:46

59073 Postings, 7061 Tage zombi17Laßt mal die Bayernwahl vorbei sein ,

dann geht es richtig ans Eingemachte . Alles was vor der nächsten BTW entschieden wird , kann man dann getrost den Rot - Grünen aufs Brot schieben.
Den meisten Rentnern geht es wirklich saugut (Ausnahmen gibt es immer) !
Doch die ganze Umverteilung bringt überhaupt nichts , wenn alle Einnahmen ohne nachzudenken zum Fenster rausgeworfen werden.
Aber die Menschen , speziell die Deutschen brauchen dass .
Die rennen dann fleißig zur nächsten Wahl, bestrafen dann die Einen, um die Anderen zu belohnen , die vor ein paar Jahre bestraft wurden.
Wenn ich darüber nachdenken würde , wäre ich nicht mehr Zombi.
Macht Ihr mal , frei nach der Bibel oder wo immer das stand : Dann halten wir die andere Wange doch auch noch gerne hin.

PS : Mit hjw ist wirklich nicht gut Kirschen essen:-)

Schönes Wochenende
Euer Zombi  

22.08.03 22:47

9161 Postings, 7464 Tage hjw2warts ab charti, wenn ich dich kriege

und du bist sowieso fällig zombi

hehehe  

23.08.03 10:03

10289 Postings, 6955 Tage chartgranateschluck... o. T.

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