Duell der Giganten bei der Tour de France

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neuester Beitrag: 04.07.04 13:19
eröffnet am: 02.07.04 19:03 von: moya Anzahl Beiträge: 13
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02.07.04 19:03

966806 Postings, 6198 Tage moyaDuell der Giganten bei der Tour de France

Spannende Tour erwartet

Spannung liegt in der Luft, wenn am Samstag um 16.00 Uhr die 91. Tour de France in Lüttich gestartet wird, die heuer die Fahrer mit harten Bergetappen noch mehr als sonst fordert.



Lance Armstrong will sich am 25. Juli auf den Pariser Champs-Elysees nach insgesamt 3.429 km als erster Sechsfachsieger in der 101-jährigen Tour-Geschichte feiern lassen.


Stoppt Ullrich Armstrong?


Sein vermeintlich härtester Widersacher Jan Ullrich, der Armstrong schon drei Mal unterlag, will seinen sechsten zweiten Platz (ein Sieg 1997) wohl vermeiden und dem Amerikaner wie im Vorjahr ein hartes Duell liefern.


Richard Virenque, Hauptdartsteller der Skandal-Tour 1998, will als Erster zum siebenten Mal das Berg-Trikot, und die fünf Österreicher hoffen zumindest auf einen Etappensieg.


Totschnig unter die ersten zehn


Georg Totschnig, Kapitän des Teams Gerolsteiner, gilt nach perfekter Vorbereitung (unter anderem Vierter der Tour de Suisse) sogar als Anwärter auf einen Top-Ten-Platz der Gesamtwertung.


Totschnigs Kollegen Rene Haselbacher und Peter Wrolich sowie Bernhard Eisel vom französischen Team FdJeux.com und Gerrit Glomser im Team Saeco sollen allerdings hauptsächlich Helferdienste leisten.


Starker Ullrich


Auf seine Helfer muss auch Deutschlands Radidol Ullrich setzen, obwohl der Deutsche gut in Form ist. "Jan ist so stark wie 1997", glaubt zumindest Rudy Pevenage, der persönliche Betreuer Ullrichs.
Armstrong hingegen wirkte zuletzt aus verschiedenen Gründen nicht mehr so überlegen.


Blufft Armstrong?



Das Enthüllungsbuch "L.A. Confidential - Die Geheimnisse des Lance Armstrong", in dem seine ehemalige Pflegerin Emma O'Reilly als Doping-Kronzeugin herhalten muss, setzte dem 32-Jährigen offensichtlich zu.
Die Dauphine-Rundfahrt, bei der er sich in den vergangenen beiden Jahren als Sieger letzte Sicherheiten für die Tour geholt hatte, verlor er eindeutig gegen Iban Mayo. Ob es nur ein Bluff war, wie Ullrich meint, wird sich zeigen.


Mayo, Heras, Hamilton etc.


Der T-Mobile-Kapitän, der den Verlust des verletzten Alexander Winokurow als wichtiger Mitstreiter verkraften muss, tippt jedenfalls selbst auf ein erneutes Duell mit Armstrong, hat aber einige andere Fahrer ebenfalls im Favoritenkreis.


Die Konkurrenz - die Spanier Mayo (Euskatel), Roberto Heras (Liberty Seguros) und Oscar Sevilla (Phonak) sowie Tyler Hamilton (USA/Phonak) und Ivan Basso (Italien/CSC) - hat aufgeholt.


"Hammerhart"


Entschieden wird die "Große Schleife" heuer wohl erst in der letzten Woche.


Das Mannschaftszeitfahren auf der 4. Etappe, die Alpen-Abschnitte mit dem Bergzeitfahren nach L'Alpe d'Huez am 18. Tag als Höhepunkt und das Zeitfahren am vorletzten Tag in Besancon gelten als die Schlüsselstellen der Tour '04.


"Die letzten acht Tage werden hammerhart", prophezeit Ullrich.


Sprintkönig Petacchi



Bei den Etappen in der Ebene werden hingegen wieder die Sprinter das Tempo vorgeben, allen voran Alessandro Petacchi.


Der Italiener, er gewann beim vergangenen Giro neun Etappen, bei der letzten Tour vier, wird auch diesmal im Zielsprint kaum zu schlagen sein.


 

02.07.04 19:32

10957 Postings, 6650 Tage CashmasterxxAuf die Tour freu ich mich schon

seit Wochen!!!

eines der größten sportereignisse des jahres. und
ich glaube das jan ihn dieses jahr packen kann.  

02.07.04 19:42

101067 Postings, 7615 Tage KatjuschaDie Strecke spricht für Armstrong, aber

andererseits kommen die Berge erst am Ende der Tour, was für Ullrich nicht schlecht ist! Dennoch sind die Berge diesmal für Armstrong ein Vorteil, gerade weil die Pyrenäen mit den steilen Rampen zuerst kommen! Da heißt es für Ulle dran bleiben, und dann hoffen, das Armstrong in den Alpen einen schlechten Tag erwischt, wo ihm Ulle mal 1-2 Minuten abnehmen kann!

Auch das letzte Einzelzeitfahren dürfte Ullrich gewinnen! Aber ansonsten sehe ich bei allen bergetappen leichte Vorteile für Armstrong! Kommt natürlich auch auf die Helfer in den Teams an, und da ist nicht nur schade sondern fast schon eine Katastrophe das Vinokourov nicht dabei ist! Das wäre taktisch sehr interessant geworden! Aber gut, auch Klöden und Guerini sind nicht schlecht am Berg, und dazu der immer bereite Aldag!



Mein Geheimtipp (so gehim ist es ja nicht mehr) ist Iban Mayo! Nur kann der nicht gut Zeitfahren! Aber wenn der das Glück hat, das die beiden Favoriten nur auf sich gucken, und er mal ein paar Minuten am Berg herausfahren kann, ist alles möglich!

Auf hamilton bin ich auch sehr gespannt! Wohl der ausgeglicheneste Fahrer neben Ulle und Armstrong, aber bei ihm kommts stark drauf an, ob er eine gute Form erwischt hat! Dann ist auch ihm der Sieg zuzutrauen!



Alle anderen werden es sehr schwer haben! Aber das ist die Tour, wer weiß schon was passiert ...



Überlege auf Mayo als Gewinner des Bergtrikots zu setzen! Da gibts eine Quote von 8,0 und so unwahrscheinlich finde ich das gar nicht! Interessant ist auch eine Wette ob ein anderer Fahrer außer Armstron/Ullrich gewinnt! Gibt eine Quote von 2,8! Aber alles sehr schwierig zu sagen!




kat  

02.07.04 21:00

966806 Postings, 6198 Tage moyaHat Armstrong etwa Fracksausen vor Jan?

TOUR Sonnabend geht's in Lüttich endlich los!

Lance Armstrong hat den sechsten Tour-Sieg im Blick. Jan Ullrich will ihm den Rekord vermasseln.


Ullrich gegen Armstrong. Dieses Duell wird die Fans wieder elektrisieren. Große Frage: Wer kommt besser vorbereitet? "Ulle" strotzt vor Selbstvertrauen: "Ich bin bei dieser Tour oft genug Zweiter gewesen. Jetzt setze ich alles daran, wieder ganz oben zu stehen." Das nötige Selbstvertrauen holte sich der gebürtige Rostocker beim Sieg auf der Tour de Suisse. Wie eindrucksvoll der Olympiasieger da vor allem beim Einzelzeitfahren die Glocken läuten ließ, muss dem zur gleichen Zeit in Frankreich bei der "Dauphiné Libéré" startenden Armstrong laut in den Ohren geklungen haben. Der Texaner war dort im Kampf gegen die Uhr nur Fünfter geworden.

Ullrich scheint auch mental besser drauf zu sein, sagt ganz locker: "Den Druck hat Lance, denn er will die Tour zum sechsten Mal gewinnen." Dagegen zeigt der 33-Jährige, der 1999 den Krebs besiegte, Zeichen von Schwäche: "Meine Angst zu scheitern ist größer als meine Freude über einen Sieg." Nur Psycho-Geschwätz oder echtes Fracksausen vor Ullrich? Am 25. Juli wissen wir alle mehr...

 

02.07.04 22:46

101067 Postings, 7615 Tage KatjuschaChristophe Moreau mit Quote 20,0 auf Prolog-Sieg

Könnte man ja mal riskieren! ;)  

03.07.04 00:13

33746 Postings, 7445 Tage DarkKnightKann es sein, daß Ihr ein bißchen naiv seid?

Tourgewinner wird immer der, der die meisten Anabolika schlucken kann, und dais in der Regel der Fahrer zwischen 20 und 25, der schon Rennerfahrung hat.

Danach kommt der Herzinfarkt.



Also: die Deutschen sind schon vorab draußen, Good Nite.

PS: zuviel "reingepumpt", früher, hähä

NMochmal PS: ich finde, es ist besser, daß sich die Deutsche Intelligentsia um Fahrräder kümmert als um Sturzkampfbomber ....


seeeeehr lobenswert.

Und wenn dann noch jüdische Literatur hinzukommt .....................  

03.07.04 12:56

10957 Postings, 6650 Tage CashmasterxxDK

wenn es dir nicht gefällt, braucht du ja nicht
einzuschalten. ich und auch viele andere hier
am board haben viel spaß an der tour und sehr
großen respekt vor der leistung der fahrer.
ich glaube auch nicht, daß alle fahrer gedopt
sind, wie du behauptest. die fahrer unterliegen
strengen kontrollen. die zustände die du beschreibst
treffen wohl eher auf bodybuilding zu.

cash  

03.07.04 13:09

966806 Postings, 6198 Tage moyaDarkKnight

Ich muss fest stellen, diese kann nur jemand schreiben der vom Radsport keine Ahnung hat. Du solltest dich lieber auf so ein Gefährt setzen und eine Alpenstr. hoch fahren, dann würdest du eine andere Meinung von diesem Sport haben.

Moya  

03.07.04 13:15

33746 Postings, 7445 Tage DarkKnight@moyqa:

zum Thema "keine Ahnung":

ich kenne Willi Singer, der war in den 80ern "Wasserträger" für Didi Thurau.

Was ich hier geschrieben habe, sind seine Aussagen.

Insofern hast Du Recht: ich habe keine Ahnung, ich habe nur die Worte eines Profis wiedergegeben.

PS: ich kenne noch mehr Radler außerhalb des Biergartens.


Denk mal drüber nach, inwieweit Deine Aussagen überprüfbar gemacht werden können. Schwätzer entlarven sich meist selbst.  

03.07.04 13:17

966806 Postings, 6198 Tage moyaArmstrong: "Jan ist stärker denn je"

Lance Armstrong gilt nach fünf Siegen in Serie auch bei der 91. Tor de France als erster Anwärter auf das Gelbe Trikot. Wen er am meisten fürchtet und was er von der Etappenfolge hält, erzählt der Amerikaner im Interview.

Frage: "Lance Armstrong, Sie können mit dem sechsten Toursieg hintereinander Radsport-Geschichte schreiben. Wie sehr beschäftigt Sie das?"

LanceArmstrong: "Ich versuche, mich gar nicht damit zu beschäftigen. Ich werde diese Tour von Tag zu Tag angehen. Ich weiß, dass das Rennen noch lang wird und vieles passieren kann. Die Frage nach dem möglichen sechsten Sieg stellt sich erst, wenn man ganz am Ende noch vorne steht."

Frage: "Es heißt, Sie seien nicht in der Form früherer Jahre. Was sagen Sie selbst?"

Armstrong: "Ich fühle mich auf jeden Fall stärker und gesünder als 2003. Aber meine Vorbereitung war diesmal anders. Man muss noch nicht am ersten Tag 100 Prozent seiner Form haben. Die härtesten Prüfungen kommen erst am Ende, dann muss man bereit sein. Auch, weil Jan Ullrich in der letzten Woche meist extrem stark ist."

Frage: "Was haben Sie gegenüber 2003 anders gemacht?"

Armstrong: "Ich war einen großen Teil des Frühjahrs nicht in Europa, sondern in den USA, weil ich bei meinen Kindern sein wollte. Das war natürlich ein Risiko, aber ich stehe zu dieser Entscheidung auch auf die Gefahr hin, dass ich in drei Wochen eines besseren belehrt werde."

Frage: "Was sagen Sie zum Streckenverlauf, wen erwarten Sie als stärkste Gegner?"

Armstrong: "Es wird für mich sicher schwerer denn je, die Tour zu gewinnen. Jan ist dabei mein größter Rivale. Er ist stärker, als ich ihn je erlebt habe und auf jeden Fall stärker als erwartet. Aber es gibt auch noch andere zu beachten: Iban Mayo, Tyler Hamilton, Haimar Zubeldia, Ivan Basso. Es wird auf jeden Fall sehr eng. Auch wenn die Strecke vielleicht nicht auf mich zugeschnitten ist, glaube ich doch, dass auch 2004 der beste Mann gewinnen wird."
 

03.07.04 15:49

966806 Postings, 6198 Tage moyaLos 'Ulle', zeig Armstrong das Hinterrad!

Los'Ulle', zeig Armstrong das Hinterrad

Vorhang auf zum Drama in 21 Akten: Wenn die 91. Tour de France im Lüttich traditionell mit dem Prolog gestartet wird, ist die Zeit der Tiefstapelei und des Versteckspiels vorbei. Beim 6,1 Kilometer langen Einzelzeitfahren durch Lüttich geht es zwar nur um Sekunden, dafür aber um jede Menge Prestige.



Ein guter Einstieg ist immer sehr positiv. Deshalb werde ich voll fahren", kündigte Jan Ullrich an. Ein Sieg im Prolog über seinen wohl ärgsten Widersacher Lance Armstrong soll dem fünfmaligen Tour-Zweiten Rückenwind für die kommenden drei Wochen und 20 Etappen geben. Alle Vorzeichen deuten auf einen ähnlich spektakulären Zweikampf wie im vergangenen Jahr hin, als Armstrong nach über 3.000 Kilometern magere 61 Sekunden Vorsprung ins Ziel rettete.

Der wundersame Formanstieg seines Kontrahenten, der nur gut zwei Monate nach seinem peinlichen Ausstieg beim Flèche Wallone die Tour de Suisse gewann, hat beim fünfmaligen Tour-Sieger Armstrong mächtig Eindruck hinterlassen: "Jan ist besser vorbereitet als in den Vorjahren." Diesmal wird mehr über die Form von Armstrong als über die von Ullrich gerätselt.

Spätestens seit dem Einbruch des Perfektionisten bei der Dauphiné-Rundfahrt, als er beim Bergzeitfahren hinauf zum Mont Ventoux fast zwei Minuten auf den späteren Gesamtsieger und Tour-Mitfavoriten Iban Mayo (Spanien) verlor, wittern seine Kronprinzen Morgenluft. Doch davon will sich Ullrich nicht blenden lassen: "Das war wieder eine gute schauspielerische Leistung von Lance. Er ist jemand, der immer auf die Minute topfit ist."

Auf dem Weg zum sechsten Gesamtsieg, der bisher keinem Fahrer gelang, beschritt Armstrong neue Wege. Um seinen Kindern näher zu sein, verbrachte er viel Zeit in seiner amerikanischen Heimat und nicht wie bisher in Europa. Trotz der Schlappe auf dem Mont Ventoux hegt er keine Zweifel an dieser Vorgehensweise:

"Ullrich ist ein gutes Beispiel. Er hat in den vergangenen Jahren gezeigt, dass er oft nicht mit 100-prozentiger Form an den Start ging und sich dann während der Tour enorm steigern konnte." Neben Ullrich gehen 14 weitere deutsche Teilnehmer aus sieben verschiedenen Teams an den Start. Mit bisher zehn Tour-Starts ist Erik Zabel der erfahrenste.

Doch beim Kampf um sein siebtes Grünes Trikot oder um Etappensiege werden dem Sprintspezialisten nach einer bisher durchwachsenen Saison nur wenig Chancen eingeräumt. Die Kritik an seinen Leistungen bei der Deutschland-Tour hat Zabel nachdenklich gestimmt: "Andere Rennfahrer, die weniger Resultate aufzuweisen haben als ich, werden etwas pflegeleichter behandelt. Der Stab über mich ist sowieso gebrochen."

Ob sich die Hoffnungen der Organisatoren auf eine Tour ohne Doping erfüllen, erscheint unwahrscheinlich. Allein durch die Diskussionen über das Buch "L.A. Confidential", in dem Armstrong Doping unterstellt wird, rückte das Thema schon vor dem Prolog in den Mittelpunkt. Tour-Direktor Jean-Marie Leblanc rechnet mit Polizeiaktionen während der Tour und bat die Behörden im Voraus um "Respekt vor den Fahrern, die täglich höchste Leistungen vollbringen".  

03.07.04 16:36

31038 Postings, 7052 Tage sportsstarDie Tour wird der Kracher..los geht´s!

das ganz besondere Leckerli der diesjährigen Tour ist das Einzelzeitfahren hoch nach Alpe d´Huez..15,5 km mit 1100 Höhenmeter im Zeitfahren !  

16. Etappe: Bourg d'Oisans - L'Alpe d'Huez

Das Tour-Highlight 2004

Etappen-Profil; Rechte: tour.ARD.de

 

Und am nächsten Tag geht´s richtig rund..in diesen Tagen wünscht sich wohl jeder Teilnehmer, er hätte nie mit diesem Sport angefangen!

 

 

17. Etappe: Bourg d'Oisans - Le Grand Bornand

Die Königsetappe!

 

 

sports*

 

04.07.04 13:19

966806 Postings, 6198 Tage moyaSchwerfällige Tritte am Beginn der Reise

Jan Ullrich versuchte die Niederlage herunterzuspielen. Ich bin ganz zufrieden, versicherte der T-Mobile-Kapitän, als er noch einmal vor den Mannschaftsbus trat. Doch sein Mienenspiel und das der Team-Verantwortlichen um ihn herum sprachen eine andere Sprache. Unverkennbare Enttäuschung war auf ihren Gesichtern zu lesen.

Zu ernüchternd waren die Zahlen auf der Ergebnisliste des Prologs.15 Sekunden hatte Ullrich bereits auf den ersten 6,1 Kilometern der Tour 2004 auf Lance Armstrong verloren und wer wissen wollte, wie Zufriedenheit tatsächlich aussieht, musste nur ein paar Schritte weitergehen. Dort saß der Amerikaner auf der Rolle, radelte sich mit einem strahlenden Lächeln im Gesicht die Beine locker und scherzte nebenbei mit Freundin Sheryl Crow. ?Ich habe mich stark gefühlt?, sagte Armstrong später. ?Ich wusste schon beim Einfahren, dass ich einen guten Tag haben werde.? Damit aber, dass er seine Konkurrenten zu Beginn der Tour derart auf Distanz halten würde, hatte der 32-Jährige wohl selbst kaum gerechnet. ?Ich bin überrascht?, gab er zu.

Ursachensuche

Überraschend war vor allem die Schwerfälligkeit mit der sich sein größter Konkurrent über den Stadtkurs in Lüttich bewegt hatte. ?Ich habe mehr von Ullrich erwartet. Ich dachte er würde so um die sieben Minuten fahren?, wunderte sich auch Johan Bruyneel. Der Deutsche benötigte aber noch sieben Sekunden länger und der Sportliche Leiter des Armstrong-Teams vermutete deshalb, weil sich ?Jan vielleicht nicht so super gefühlt hat?. In der Tat könnte das die Erklärung sein für den müde wirkenden Auftritt Ullrichs. Eine Erkältung mache dem Rostocker zu schaffen, hieß es. Darum sei er in Lüttich nicht ganz fit an den Start gegangen.

T-Mobile-Sportdirektor Mario Kummer fand andere Gründe für den Rückstand seines Schützlings. ?Jan ist auf dem kurvenreichen Kurs nie richtig in Tritt gekommen?, sagte er. Das falle bei sechs Kilometern eben ins Gewicht. Doch das allein vermag den Abstand zu Armstrong nicht erklären. Vor einem Jahr beim Prolog in Paris hatte der Kurs nicht weniger Kurven gehabt und der Rouleur Ullrich war dennoch fünf Sekunden schneller als der Amerikaner gewesen ? eine Niederlage, die Armstrong noch Tage später wurmte.


Vorteil Armstrong

Und so sehr Ullrich und Armstrong auch zu Recht betonten, dass das Duell noch nicht entschieden und das Ergebnis des Prologs irrelevant für den Gesamtsieg sei, so sehr wird der Ausgang des Tourauftaktes in den kommenden Tagen die Stimmung innerhalb der Teams bestimmen. ?Wir haben in der Mannschafts-Besprechung gesagt, dass wir alle einen guten Prolog fahren wollen?, verriet Armstrong, ?um dem Rennen einen Stempel aufzudrücken und die Moral der Jungs zu heben.? Das ist eindrucksvoll gelungen. Die Laune bei US-Postal dürfte mehr als prächtig sein. Mit George Hincapie, Floyd Landis und Vjatcheslav Ekimov platzierten sich gleich vier Fahrer des blauen Postzuges unter den ersten Zwanzig. Der beste T-Mobile-Profi hinter Ullrich war Andreas Klöden auf Rang 24.

Angesichts dieses Ergebnisses darf man sich bei der Bonner Fernmelde-Truppe nun auch schon mal ein paar Gedanken zum Mannschaftszeitfahren auf der vierten Etappe machen. Auch wenn US-Postal-Sportdirektor Bruyneel mahnt: ?Das Teamzeitfahren ist ein ganz anderer Wettbewerb.? Sein Chef im Sattel warnte die Konkurrenz nämlich schon mal vor. ?Noch keine meiner Mannschaften hat so gut harmoniert wie diese?, behauptete Armstrong. So könnten für die Konkurrenten des fünfmaligen Toursiegers schon am Mittwoch weitere Sekunden dazu kommen, die es dann in den Bergen aufzuholen gelte. Armstrong sprach in Lüttich davon, dass es es noch eine ?sehr lange Reise? sei bis auf die Champs Elysées in Paris. Seit Samstag sieht es so aus, als werde sie für Jan Ullrich besonders lang.


 

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