Drei Prozent der Deutschen beziehen Sozialhilfe

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eröffnet am: 19.08.05 10:01 von: bammie Anzahl Beiträge: 1
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8970 Postings, 6214 Tage bammieDrei Prozent der Deutschen beziehen Sozialhilfe

Die Zahl der Sozialhilfeempfänger ist im vergangenen Jahr vor allem in Ostdeutschland weiter gestiegen. Dort ist der Anteil an der Gesamtbevölkerung mittlerweile genauso hoch wie in den alten Ländern.

Der Anteil der Sozialhilfeempfänger an der Bevölkerung hat in Ostdeutschland zum Ende des vergangenen Jahres erstmals die Höhe der Quote im Westen erreicht. In beiden Teilen der Bundesrepublik betrug der Wert 3,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Insgesamt hätten am Jahresende 2004 in Deutschland rund 2,91 Millionen Menschen in 1,46 Millionen Haushalten Sozialhilfe im engeren Sinne erhalten.

Bremen führt Länderstatistik an

Das sind 3,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. In Ostdeutschland erhöhte sich die Empfängerzahl um 4,4 Prozent, im Westen um 3,0 Prozent. Die höchsten Sozialhilfequoten gab es Ende 2004 wie in den Jahren zuvor in den drei Stadtstaaten Bremen, Berlin und Hamburg. Unter den Flächenländern hätten das Saarland und Mecklenburg-Vorpommern die höchsten Quoten aufgewiesen, hieß es weiter.

In diesem Jahr wird die Zahl der Sozialhilfeempfänger deutlich niedriger liegen: 2004 wurde der überwiegende Teil der Sozialhilfeempfänger letztmalig in der amtlichen Sozialhilfestatistik erfasst, da seit dem In-Kraft-Treten der Arbeitsmarktreform Hartz IV zum 1. Januar 2005 bisherige Sozialhilfeempfänger, die erwerbsfähig sind, sowie deren Familienangehörige Arbeitslosengeld II (ALG II) erhalten.

Frauen erhalten häufiger Sozialhilfe als Männer

Wie es weiter hieß, beanspruchten Frauen im vergangenen Jahr mit einer Quote von 3,8 Prozent relativ häufiger Sozialhilfe als Männer, die eine Quote von 3,3 Prozent erreichten. Auch zwischen Ausländern und Deutschen gab es einen deutlichen Unterschied: Von den hier lebenden Ausländern bezogen 8,7 Prozent Sozialhilfe, bei den Deutschen betrug die Quote nur 3,0 Prozent.

Die Zahl der sozialhilfebedürftigen Kinder unter 15 Jahren stieg den Angaben zufolge auf rund 965.000 an. Im Vergleich zu 2003 entspricht dies einer Steigerung um 3,2 Prozent. Die Sozialhilfequote der Kinder in dieser Altersgruppe erhöhte sich damit von 7,7 auf 8,1 Prozent.

Deutlich weniger ältere Bezieher

Überdurchschnittlich stark stieg die Zahl der Sozialhilfeempfänger im Alter zwischen 15 und 64 Jahren. Den Zuwachs um 4,7 Prozent auf Jahressicht begründeten die Statistiker mit der gestiegenen Zahl der arbeitslosen Sozialhilfeempfänger. Rund 930.000 Sozialhilfebezieher seien arbeitslos gemeldet gewesen, hieß es. Das sei fast die Hälfte aller Empfänger im erwerbsfähigen Alter.

Dagegen sank die Zahl der Sozialhilfebezieher ab 65 Jahren um 20 Prozent auf rund 78.000. Grund hierfür ist das «Gesetz über eine bedarfsorientierte Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung», das für über 65-Jährige sowie für dauerhaft voll erwerbsgeminderte Personen ab 18 Jahren eine eigenständige Leistung zur Bedarfsdeckung des Lebensunterhalts vorsieht.

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland den weiteren Angaben zufolge brutto insgesamt 9,95 Milliarden Euro für die Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem Bundessozialhilfegesetz ausgegeben, 1,4 Prozent mehr als im Vorjahr. (nz)  

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